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Spielname:
Kirby und das extra magische Garn

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Good-Feel

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
08.03.2019 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Kirby und das extra magische Garn

Review: Kirby und das extra magische Garn

Sebastian Mauch, 20.03.2019

1845°

0

Test mögen: Weitersagen:

Ja, er lebt noch! Die Switch hat nach dem anfänglichen Hype nach immerhin schon zwei Jahren auf dem Markt nun einen etwas gemächlicheren Gang eingelegt. Da wird es höchste Zeit auch mal wieder der guten, alten 3DS-Familie etwas Aufmerksamkeit zu schenken, deren Geräte ja auch noch immer ziemlich verbreitet sind. Viel darf man für diese Systeme nicht mehr erwarten, doch hier und da verirrt sich schon noch eine kleine Spieleperle auf die letzte Generation von Nintendo. Heute macht diesen Schritt die rosa Knutschkugel Kirby. Genauer werfen wir einen Blick auf die erweiterte Fassung eines Wii-Spiels mit dem malerischen Namen Kirby und das extra magische Garn. Was das im Titel hinzugefügte „extra“ aber letztlich darstellt, das erklären wir euch im folgenden Test, daher wie immer viel Spaß beim Lesen!

Wollig ist drollig
Der Plot des Spiels ist weitestgehend derselbe wie auch schon in Kirby und das magische Garn. Durch widere Umstände gerät der einem Staubsauger gar nicht mal unähnliche Kaugummi in eine Welt, die scheinbar komplett aus Textilien besteht: dem Stoffland. Dabei hatte Kirby doch nur Hunger und wollte eine saftige Maxi-Tomate verputzen. Leider war diese jedoch aus Garn und zog unseren Helden unweigerlich aus seiner Welt. Dort trifft man auch direkt auf Prinz Plüsch und dessen Gefolge, die uns mit der Aufgabe betrauen, das durchs Böse zerteilte Stoffland wieder zusammenzuflicken. Dazu müssen wir in jeder der sieben thematisch unterschiedlichen Welten den Boss besiegen und das magische Garn einheimsen. Dieses flickt die kuchenartig aufgebaute Welt wieder ein stückweit zusammen und gibt den Zugang zu neuen Levels frei.

Dabei ist vor allem die Art und Weise interessant, wie man von Stage zu Stage voranschreitet. Am Ende eines jeden Gebiets erhält der rosa Rächer nämlich ein spezielles Item, das meist in einer netten Animation ein neues Weltentor freilegt. So pflanzt Kirby etwa in der ersten Welt einen Samen ein, der daraufhin in Windeseile ein Bohnengewächs emporsprießen lässt. Klettert man auf dessen Blätter, gelangt man in ein neues Level. Das hebelt das stumpfe Gefühl von A nach B und von B nach C zu springen gelungen aus und vermittelt den Eindruck, dass man der bunten Welt nach und nach zu neuem Glanz verhilft. Abgesehen vom Voranschreiten im Spiel kann sich der Rest auch durchaus sehen lassen. In der Hubstadt kann man ein wenig aus dem Trott ausbrechen und beispielsweise mit in den Welten gefundenen Items Wohnungen dekorieren und so neue Wesen anlocken, die wiederum nette Minispiele bereitstellen.

So kann man beispielsweise recht früh im Spiel bereits besuchte Levels nochmal besuchen, muss aber zur Abwechslung einige versteckte Wollwesen ausfindig machen und einsacken. Auch eine eigene Wohnung kann man sich ganz nach Belieben einrichten. Der Sinn hat sich uns jedoch nicht so recht erschlossen, was wohl auch mit der Erscheinungszeitraum des Spiels und dem Alter des Autors zusammenhängt. Ersteres bezieht sich auf die StreetPass-Funktionalität. Eingerichtete Apartments können nämlich unterwegs gesendet und empfangen werden, was aber effektiv kaum noch jemand tut, da die Hochzeiten des 3DS schlichtweg vorbei sind. Selbst in Ballungsräumen wie Berlin trifft man kaum noch Leute per StreetPass an. Kinder können mit der munteren Dekoriererei aber sicher ihren Spaß haben. Für ältere Herrschaften bleibt immerhin noch das gelungene Jump-'n'-Run-Gameplay übrig, dem wir uns im nächsten Abschnitt widmen wollen.

Kann eine weiche Welt hart sein?
An und für sich sind die verschiedenen Abschnitte recht ähnlich aufgebaut. Auf dem Weg zum Ziel sammelt man versteckte Items und Schallplatten, aber vor allem jede Menge Glitzerzeug, mit dem ihr später beispielsweise Items in der Hubstadt erwerben könnt. Um möglichst viel Kram einzusammeln, muss man sich Kirbys diverse Fähigkeiten mal mehr, mal weniger clever zunutze machen. Dabei darf man aber denkbar stressfrei vorgehen, denn sterben kann man hier so gut wie gar nicht. Wird man doch mal von einem fiesen Waddle Dee getroffen, verliert man ganz nach Sonic-Manier ein paar Ringe, pardon, Perlen. Selbst wenn davon keine mehr übrig sind segnet die rosa Kugel nicht das Zeitliche. Auch sind alle Objekte eher moderat versteckt, trotzdem wird man gelungen zum Absuchen jeder Ritze animiert, ohne dabei wie in Metroid jeden Stein abschießen zu müssen. Außerdem muss man längst nicht alle Perlen mitnehmen, da man lediglich die Gold-Stufe zu erreichen hat, um ein Level zu komplettieren. Hat man am Ende der Stage doch nicht genug Perlen eingesaugt, kann man am Ende eines jeden Levels sogar noch auf das Glücksrad hoffen und so eventuell doch mit dem Gold nach Hause fahren.

Innerhalb einer Welt sind die Stages recht ähnlich und auch die Gimmicks der Stoffwelt hauen nach anfänglicher Begeisterung bald niemanden mehr vom Hocker. Weltenübergreifend kommt aufgrund der diversen Thematiken dann aber doch recht gute Abwechslung auf. Schuld daran sind mitunter auch die verschiedenen Verwandlung unseres kleinen Helden. Ob schwertschwingend, bombenwerfend oder stets mit Garnknäulen bewaffnet, hängt dabei stets von den im Level angesiedelten Gegnern ab. Erworbene Fähigkeiten können jedoch auch recht leicht in andere Gebiete mitgenommen werden. Freie Entscheidung haben allerdings all jene, die etwa die amiibos „Waddle Dee“, „König Dedede“ oder „Kirby“ daheim haben - damit lässt sich nämlich jederzeit eine amiibo-spezifische Fähigkeit aktivieren. Auch neu sind drei neue Modi, die den Wiederspielwert des Titels ungemein erhöhen. Zum einen wäre da der Teufelsmodus, in dem man in allen bekannten Levels zusätzlich noch von einer Schar Teufelchen heimgesucht wird. Das erhöht den sonst sehr leichten Schwierigkeitsgrad um ein angenehmes Maß und animiert sogar zum Freischalten neuer Erfolge - nur wer unbeschadet durch das Level kommt, erhält die maximale Ausbeute.

Die anderen beiden Ergänzungen sind die Minispiele „Meta-Knights Schlacht“ und „Düsender Dedede“. Ersteres führt den Spieler durch eine steigende Anzahl Levels, die im Laufe des Hauptspiels freigeschaltet werden. Dort rasiert man mit dem Antagonisten Meta-Knight quasi alles, was ihm vor die Klinge springt, um so möglichst viele Bügelperlen, einer neuen Währung, einzusacken. Beim Dedede-Minigame geht es ganz ähnlich zu, nur muss man hier möglichst galant durch Stages rasen und möglichst unbeschadet alles mitnehmen was geht. Gesammelte Bügelperlen kann man anschließend wie im echten Leben auch auf diverse Schablonen setzen und so die Motive freispielen. Einen tieferen Sinn scheinen die Platten aber nicht zu haben. Dennoch machte es uns Spaß, Neues freizuspielen und in den Minispielen jeweils die S-Ränge zu erreichen. Eine gelungene Ergänzung zum ohnehin schon recht umfangreichen Hauptspiels des Originals.

Steuerung:
Einer der wichtigsten Aspekte in Jump-'n'-Runs ist und bleibt die Steuerung. Hier macht man leider nicht allzu clever Gebrauch von den Möglichkeiten der New-Modelle. Auch kommt es in der Eingewöhnungsphase öfter mal zu dem Fall, dass man versehentlich sprintet – Kirby sich also in seine Auto-Form verwandelt -, was die eine oder andere verpasste Plattform oder Kollision mit einem Gegner nach sich zieht. Ausgelöst wird der Sprint nämlich entweder durch schnelles Ziehen des Circle-Pads oder durch einen doppelten Druck auf eine der Richtungstasten auf dem D-Pad. Das fühlt sich im Test für uns wenig intuitiv an, eine extra Sprinttaste hätte da (zumindest als Option) sicher gut getan. Da das Gameplay ohnehin sehr simpel gehalten ist, ist das Steuerungsschema auch alles andere als Überladen, die Möglichkeit wäre also dagewesen. Davon mal ab steuert sich Kirby aber in allen Farben und Formen recht geschmeidig. Gerade in den neuen Minispielen fällt auf, dass das hier Meckern auf hohem Niveau ist.

Grafik:
Auf optischer Seite muss man aufgrund der Leistungsfähigkeit der 3DS/2DS-Geräte seine Erwartungen im Vergleich zum Original natürlich etwas zurückschrauben. Unansehnlich ist das Spiel aber keineswegs, ganz im Gegenteil. Die Garnwelt strotzt vor Charme und Detailverliebtheit, was einen schnell die naturgemäß geringe Auflösung vergessen lässt. Der Look passt einfach und entfaltet auch auf schwächerer Hardware voll seine Wirkung. Einziger Wermutstropfen ist jedoch, dass man auf einen 3D-Effekt komplett verzichtet hat. Mehr als das dreidimensional animierte Spielicon im Home-Menü darf man also nicht erwarten. Das ist schade, da die simple Optik bestimmt die eine oder andere perspektivische Spielerei zugelassen hätte. Immer wieder Gerät man in den Levels an Stellen, bei denen Kirby zwischen verschiedenen Tiefenebenen hin- und herwandelt. Dort hätte ein 3D-Effekt sicher ganz vorzüglich reingepasst. Aber was soll's, das Feature wurde ohnehin kaum genutzt, wie Statistiken mittlerweile mehr als hinreichend belegt haben.

Sound:
Hier sieht ganz ähnlich aus. Wie man es von Nintendo-Spielen gewohnt ist, passt der Soundtrack wunderbar zum Ambiente. Allerdings ist auch dieser sehr weichgespült und teilweise schon monoton. Selbst in den Bosskämpfen wird es klanglich nie wirklich hitziger, was wir etwas schade finden. Da es sich hier aber um ein sehr leichtes Hüpfspiel für eine eher jüngere Zielgruppe handelt, kann man das wohl kaum an die große Glocke hängen. Wer sich an gemächlicher und idyllischer Hintergrundmusik nicht stört, wird hier mehr als zufrieden sein.

Fazit:
Auch wenn der 3DS nicht mehr allzu viele große Titel erwartet, ist es umso schöner, dass ein Port ausnahmsweise mal nicht auf der Switch landet und der alte Handheld noch etwas Liebe bekommt. Wer den 3DS oder 2DS ohnehin mal wieder ausbuddeln wollte, sollte definitiv mal einen Blick auf Kirby und das extra magische Garn werfen. Zwar erwartet den Spieler hier nicht übermäßig viel Action, doch dafür ein wunderbar gestaltetes Abenteuer in einer detailverliebten Wollwelt mit vielen Gimmicks. Abgesehen vom misslungenen StreetPass-Feature dürfen sich die „Extras“ der Wii-Portierung auch durchaus sehen lassen und treiben den ohnehin schon passablen Wiederspielwert angenehm in die Höhe, ohne dabei übermäßig aufgesetzt zu wirken oder das Spiel zu strecken. Ein optionaler 3D-Effekt, eine etwas überarbeitete Steuerung, sowie eine Option für einen deftigeren Schwierigkeitsgrad wären nett gewesen, immerhin kann der Teufelchen-Modus zumindest letzterem Kritikpunkt etwas entgegenwirken. Alles in allem hat man es hier also mit einem kindgerechten, aber auch für Fans früherer Generationen, zugänglichen Plattformer zu tun, der auch auf lange Sicht zu unterhalten weiß und auch Jahre nach Release auf einem leistungsschwächeren, aber dafür portablen System eine super Figur macht.

Hat das Spiel ga(r)nz gut gefallen: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Zuckersüßes Abenteuer mit Kirby in einer mal etwas anderen Welt, das dank Zusatzfeatures nun auch einen erhöhten Mehrwert bietet und unterwegs genießbar ist.

Wertung

LEVELDESIGN:

8.0

ABWECHSLUNG:

7.0

WIEDERSPIELWERT:

9.0
8
von 10

Kunterbunte Spielwelt mit vielen Gimmicks

Neue Minispiele machen Laune

Angenehmer Soundtrack…

Erhöhter Wiederspielwert dank Extrainhalten

Neue Garn-Kräfte

Kein optionaler 3D-Effekt

Steuerung verleitet zu Fehleingaben

…der jedoch teils zu beruhigend wirkt

Wie werten wir?

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