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Spielname:
WarioWare Gold

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
27.07.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Review: WarioWare Gold

Tjark Michael Wewetzer, 05.11.2018

758°

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Da klingt die 3DS-Ära so ganz langsam aus und Nintendo gräbt noch einmal tief in der Markenkiste, um noch ein paar letzte Schmuckstücke auf die Beine zu stellen. Wenn bei solchen Aktionen jedoch Titel wie WarioWare Gold bei rumkommen, kann man dem Studio aber nicht wirklich böse sein. Immerhin liegt der letzte, richtige Ableger - Smooth Moves auf der Wii – schon wieder elf Jahre zurück und zwischenzeitliche Spinoffs wie der Mikrospiel-Baukasten D.I.Y. für den DS und das durchwachsende Game & Wario für Wii U sind auch schon gefühlt antik. Der Titel und das Konzept lassen dabei eine Zelebrierung der besten Spielchen der Reihe vermuten, ähnlich dem 2016 veröffentlichten Rhythm Paradise Megamix. Dass sich die Macher jedoch nicht auf simples Content-Aufwärmen beschränkt haben und für Warios neuesten Streich in die Vollen gegangen sind, zeigen wir euch in diesem Test.

Wer ist der größte Gamer von Diamant City?
Eine übergreifende Handlung gibt es übrigens auch mal wieder. Nachdem er seine ganze Kohle gerade zur Sicherstellung eines Schatzes verbraten hat, braucht Raffzahn Wario nun eine gute Einnahmequelle und stellt mal eben so ein großes Videospielturnier auf die Beine – an den Teilnahmegebühren kann man schließlich gut verdienen! Ihr selbst schreibt euch als Turnier-Teilnehmer ein und müsst die Minispiele bewältigen, die von Warios „treuem“ Mitarbeiterstab zusammengestellt wurden. Abseits der Zwischensequenzen mit dem geldgierigen Ekel persönlich bekommt ihr von diesem Rahmen jedoch recht wenig mit. Die Szenarien der anderen Charaktere erzählen jeweils eigene Kurzgeschichten, bei denen die Nachwuchs-Hexe Ashley etwa einen gefräßigen Dämonen zähmt oder Grundschüler 9-Volt sich im RPG-Stil mit seinen Mathe-Aufgaben beschäftigt. Neu ist dieses Mal, dass sämtliche Dialoge tatsächlich auch auf Deutsch vertont sind. Das ist zunächst höchst ungewohnt, gerade weil man Wario traditionsgemäß eher mit der Stimme des englischen Muttersprachlers Charles Martinet kennt und die Figuren bisher hauptsächlich merkwürdige Laute von sich gegeben haben, doch die Vertonung passt zum durch und durch schrägen Humor, der hier aufgefahren wird.

Bevor die klassische Highscore-Jagd überhaupt beginnen kann, will erst einmal die eben beschriebene Story bewältigt werden. Doch keine Bange, das ist locker in etwa einer Stunde machbar – für jede Stufe gibt es nämlich feste Grenzen, nach deren Erreichen ihr nach einer abschließenden Zwischensequenz zur nächsten Herausforderung entlassen werdet. Abgeschlossene Stages sind dann im Endlos-Modus verfügbar. Das grundlegende Spielkonzept bleibt jedoch in jedem Fall gleich: Bei WarioWare werdet ihr im Eiltempo durch oftmals nur wenige Sekunden dauernde Minispiele gejagt und müsst diese oft ohne großartige Anleitungen bewältigen – mehr als eine Ein-Wort-Anweisung der Marke „Essen!“ oder „Ausweichen!“ erhaltet ihr in der Regel nicht. Da aber nur wenige Steuereingaben zur Verfügung stehen, lässt sich praktisch jedes neue Spielchen intuitiv begreifen und sofort lösen. Und wenn man es mal vergeigt, auch nicht so tragisch. Ein Game Over winkt im Standard-Modus erst nach vier Fehlschlägen, wobei man mit Abschluss der eingestreuten Boss-Spielchen auch Extraleben gewinnen kann. Was im Story-Modus vielleicht aufgrund des gnädigen Spieltempos und der festen Enden noch etwas unspannend wirken kann, blüht spätestens im Endlos-Modus voll auf. Denn mit jeder Boss-Phase werden die Spielchen schwerer und nach einiger Zeit sogar abartig schnell. Bei dem Tempo die Ruhe zu bewahren und korrekt auf die reinprasselnden Minigames zu reagieren, ist schon eine Kunst für sich!

Mehr WarioWare geht nicht!
Sollten euch die nach Charakteren sortierten Hauptmodi langweilen, lassen sich nach Handlungs-Abschluss diverse Herausforderungen bestreiten. Die fangen bei simplen Regelverschärfungen an, bei denen man etwa mit nur einem Leben so lange wie möglich durchhalten muss oder direkt alle Mikrospiele auf höchster Schwierigkeitsstufe angeht. Wesentlich interessanter sind da die Abwandlungs-Modi. Bei Wariowecker streitet ihr mit einer stetig heruntertickenden Uhr, die euch mit jedem geschafften Spiel ein paar Sekunden erstattet. In der Bildschirmhatz wiederum werden die zwei Screens des 3DS genutzt, um die Minigames fließend ineinander übergehen zu lassen – bei erhöhtem Tempo muss man sich dann blitzschnell umstellen, wenn man nicht vorzeitig ausscheiden will! Ebenfalls ein besonderer Spaß: Lautloser Gamer, das aus Game & Wario importiert wurde. Hier gilt es, als schlafunwilliger 9-Volt diverse Mikrospiele abzuschließen, während seine Mutter regelmäßig vorbeischaut und prüft, ob ihr zockfreudiger Sohn auch brav schläft. Dann gilt es, sich so lange schlafen zu stellen, bis die Erziehungsberechtigte ihren Blick abwendet. Klingt banal, ist durch die horrorhafte Aufmachung jedoch ungemein spannend und fast schon beängstigend.

Und als wäre das noch nicht genug, lassen sich zahlreiche weitere, kleine Spielchen freischalten. Vom WarioWare-Klassiker Pyoro über eine ausgearbeitete Version des Golf-Mikrospiels bis hin zu einer Endlos-Version des Game & Watch-Titels Manhole wird euch einiges geboten. Unter den Souvenirs lassen sich auch zusätzliche Extras wie etwa eine Wecker-Funktion mit teuflischer Minispiel-Kompatiblität, 3D-Modelle diverser 3DS-Systeme oder Profile diverser Nintendo-Spielzeuge finden. Erworben werden diese Nettigkeiten mit in den Hauptmodi oder über Ingame-Erfolge verdienten Münzen, die sich an einem Kapselautomaten gegen zufällige Objekte eintauschen lassen. Und falls es bei der Geldversorgung mangelt, hat Wario auch hier vorgesorgt: Amiibo-Besitzer können täglich drei ihrer Figuren einscannen, um kleinere Goldbeträge zu erhalten. Möglich macht's die Knollennase höchstpersönlich, die ihre künstlerische Ader auslebt und teils groteske Bilder auf den Schirm zaubert, die an Kunstliebhaber verscherbelt werden. Es sei denn natürlich, man liest eine Wario-amiibo-Figur ein, dann gibt sich der selbstverliebte Geldgeier deutlich mehr Mühe beim Porträt.

Steuerung:
WarioWare Gold führt euch zunächst separat an drei verschiedene Kontroll-Schemata heran: Bei „Knöpfe“ kommen Steuerkreuz und die A-Taste zum Einsatz, „Gyro“ setzt maßgeblich auf die Neigungssteuerung des 3DS und „Touch“ konzentriert sich – ihr ahnt es schon – auf Touchscreen-Eingaben. Spätere Modi mischen diese Methoden auch gerne mal durch, da man bis dahin jedoch bereits ein Gefühl für die Minigames entwickelt hat, stört das minimale Umgreifen kaum. Schade ist jedoch, dass bei den Touch-Spielchen die Linkshänder vergessen wurden. So können für diese einige Aufgaben mit Instruktionen auf der linken Bildschirmhälfte schon mal etwas kniffliger werden. Besondere Grüße möchten wir hierbei an das Einfädel-Spielchen ausrichten, das im blindflug nervtötend ist. Das ist jedoch auch schon das einzige Manko der ansonsten rundum gelungenen Steuerung. Sogar die Bewegungseingaben spielen richtig und zuverlässig mit!

Grafik:
Die Reihe war schon immer für ihren wilden Grafikstil-Mischmasch bekannt und der ist auch in Gold wieder dabei. Jedes Mikrospiel verfügt über eine komplett eigene Optik, bei der mal handgezeichnete Pastelltöne dominieren, an anderer Stelle grobe Polygon-Modelle, wieder anderorts Pixel-Grafik im NES-Stil. Trotzdem wirkt keine der Aufgaben wie lieblos hingeklatscht und einige aus den Vorgängertiteln übernommene Minigames wurden sogar gehörig aufgehübscht. Zudem stützt dieser Mix auch den allgemein humorvollen Touch, der sich in komplett schrägen Situationen wie einem Gorilla beim Staffellauf oder einem Hamster im Wettschwimmen niederschlägt. Und Stichwort Humor: Bei den Zwischensequenzen lassen sich auch einige unterhaltsame Elemente entdecken, generell sind diese jedoch leider minimal animiert. Und über 3D-Unterstützung verfügt der Titel ebenfalls nicht, auch wenn dies wohl aufgrund des Touchscreen-Fokus' verschmerzbar ist.

Sound:
Wir haben es ja eingangs schon geschrieben: WarioWare Gold kommt mit deutscher Sprachausgabe daher. Das Ergebnis der Vertonung ist definitiv gemischt, unserer Meinung nach überwiegt jedoch die positive Note. In der Regel kommen die Charakterisierungen gut rüber und nach dem eingänglichen Schock gewöhnt man sich schnell an das Geplauder. Zumal fügt sich die überspielte Sprachausgabe irgendwie gut in den Charme der überzeichneten Figuren ein – trotzdem womöglich nicht jedermanns Geschmack. Anders sollte es beim Soundtrack aussehen, der wunderbar zu den Szenarien passt und das allgemein hektische Gameplay gekonnt unterstreicht. Denn je schneller die Spiele werden, desto schneller dudelt auch die Musik mit – bei entsprechend hohem Tempo der reinste Nervenkitzel!

Fazit:
Da macht die olle Knollennase jahrelang Pause und nun meldet sie sich mit einem wahren Paukenschlag zurück. WarioWare Gold ist deutlich mehr geworden, als wir uns erhofft hatten. Was auf den ersten Blick wie ein typisches Best-of mit merkwürdigerweise nun vertonten Zwischensequenzen wirkt, entpuppt sich schnell als großartiger, wahnwitziger Spaß, der trotz einiger übernommener Mikrospiele aus Vorgängertiteln wie ein komplett frisches Erlebnis wirkt. Das verdankt der neueste Streich mitunter auch dem lustigen Story-Modus, doch das Hauptgericht ist ohne Zweifel die schiere Masse an Inhalten. Mit der Vielzahl an kurzweiligen Spielmodi, in denen euch die 300 Minigames um die Ohren gehauen werden, gibt es für Highscore-Jäger mehr als reichlich zu tun. Achievement-Sammler können sich am massiven Ingame-Erfolgekatalog austoben und sogar die vielen kleineren Extra-Games können erstaunlich lang fesseln. Mit diesem Titel ist Nintendo ohne Zweifel ein Geniestreich gelungen, den sich jeder Freund knackiger Arcade-Action ins Haus holen sollte – egal, ob ihr nun WarioWare-Veteranen seid oder noch keinen Berührpunkt mit der bizarren Minispiel-Sammlung hattet.

Wirbelt wild mit seinem 3DS herum: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

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Schräg, schräger, WarioWare! Eine pickepackevolle Minispiel-Sammlung, die kaum Raum für Wünsche offen lässt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

9.0

STEUERUNG:

9.0

ABWECHSLUNG:

10
9
von 10

Einfach begreifbares Spielkonzept

Vielfältige Modi und Minigames

Ordentliche deutsche Vertonung…

Urkomische Szenarien

Ideal für kurze Runden zwischendurch

Reichlich Ingame-Achievements als zusätzlicher Motivator

Unterhaltsame Zwischensequenzen

Manche Boss-Stages ziehen sich unnötig

Nichts für Highscore-averse Zocker

…die jedoch Geschmackssache ist

Wie werten wir?

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