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Spielname:
Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Level-5

Genre:
Adventure

Release:
06.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre

Review: Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre

Alexander Schneider, 05.10.2017

914°

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iOS- und Android-Spieler durften bereits im Juli ins virtuelle London reisen, doch nun können es ihnen auch die 3DS-Gamer gleichtun: Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre erscheint pünktlich zur kalten Jahreszeit auch für Nintendos Mobilkonsole, um euch die stürmischen Herbstabende zu versüßen, mit knackigen Rätsel zu fordern und der Geschichte um das Verschwinden des berühmt-berüchtigten Hershel Layton auf den Grund zu gehen. In der Rolle seiner cleveren Tochter Katrielle erkundet ihr nicht nur die malerische Hauptstadt Englands, sondern beleuchtet ebenso ihre kniffligsten Kriminalfälle und die finsteren Schatten, die sich über sie legen, ehe ihr sie mit eurem Spürsinn vertreibt und Licht ins Dunkel bringt. Ihr seid gespannt, welche Abenteuer mit der Eröffnung eures Detektivbüros auf euch warten? Ihr wollt wissen, ob das Töchterchen das durchweg hohe Niveau des Vaters halten kann? Und die Frage nach der Tiefe der hier erzählten Geschichten brennt euch auf den Nägeln? Kein Problem, ihr seid hier an der richtigen Adresse. Gerne eröffnen wir nun eine neue Kriminalakte im Hause Layton - oder wie sagt Katrielle so schön: „Wir lösen jedes Rätsel!“

Der Beginn eines neuen Lebens
Allein der Beginn von Layton's Mystery Journey ist an Dramatik nicht zu überbieten: Katrielle erwacht aus einem mysteriösen Traum, in dem ihr Vater im Nebel entschwindet - die Frage ihres Lebens direkt auf den Punkt gebracht. Doch einmal aufgewacht denkt sie nur noch an die Zukunft, an die Eröffnung ihrer eigenen Detektei im Herzen Londons! Von der Chancer Lane aus will sie nun die Probleme ihrer Auftraggeber lösen, und seien sie noch so verzwickt! Eine opulente Einführungssequenz später trifft unsere charmante Protagonistin bereits auf Sherl, einen sprechenden Hund, den sie passenderweise nach dem berühmtesten aller Detektive benennt. Doch leider hat unser tierischer Begleiter sein Gedächtnis verloren und weiß weder, wo er herkommt noch wer seine Eltern sind. Jene amnesischen Wissenslücken würden sich doch vortrefflich als erster Fall eignen, nicht wahr? Doch weit gefehlt! Das arme Hündchen muss erst einmal warten, denn wir haben die Rechnung ohne Inspektor Hastings gemacht. Der aufgebrachte Polizist stürmt förmlich in unser Büro und stammelt etwas von einem Fall von nationaler Bedeutung. Der Stundenzeiger von Big Ben wurde gestohlen! Tatsächlich hat wohl jemand den Elizabeth Tower erklommen, um den wichtigsten Teil der wohl bekanntesten Uhr an sich zu reißen. Und es hat einen guten Grund, warum das ganz Großbritannien in Panik versetzt.

Von Diplomatie, vermeintlichem Selbstmord und fehlenden Filmszenen
Schon bald kommt nämlich Botschafter Depardefunés zu Besuch und er soll als Staatsgast ein Geschenk bekommen, das an den entwendeten Zeiger angelehnt ist - und das in einem Raum mit Aussicht auf Big Ben! Ein Skandal, den man natürlich um jeden Preis vermeiden möchte. Unsere Ermittlungen starten wie von der Professor Layton-Reihe gewohnt mit der Befragung von Passanten. Teil unserer kleinen Ermittlungsgruppe sind neben Katrielle auch ihr unbedarfter Assistent Ernest Drowrig und der vorlaute Vierbeiner Sherl, der sich mit seinen Fragen noch gedulden muss. Gemeinsam bewegt man sich nach dem Point-and-Click-Prinzip durch die malerische Metropole und sucht dabei immer wieder Locations auf, die mit dem aktuell untersuchten Fall in Verbindung stehen. Dabei lassen sich Gespräche mit Anwohnern und möglichen Zeugen führen, Hinweismünzen finden und immer wieder welche von den weit über hundert Rätseln aufspüren. Besagte Hinweismünzen können euch in den Logikrätseln eine wichtige Hilfe sein, wenn ihr euch an einem der Denkspiele den Kopf zerbrecht und einfach nicht mehr weiterkommt. Mithilfe der Münzen könnt ihr pro Rätsel bis zu vier Hinweise aufdecken, die euch der Lösung immer näher bringen. Schließlich sind einige der Aufgaben wahre Kopfnüsse, wie man es schon aus der Hauptreihe gewohnt ist! Der vierte Hinweis, der sogenannte „Supertipp“, sorgt dabei fast schon für endgültige Auflösung, allerdings sind die Münzen meist auch schneller weg als einem lieb ist.

Fernab der Rätsel, auf die wir gleich näher eingehen werden, erstrahlt London in hellstem Glanz: Ob es nun das imposante Lichtspielhaus Saveloy ist, das Ufer der Themse oder der im neugotischen Stil erbaute Palace of Westminster - der berufsbedingte Rundgang durch die Stadt ist ein wahres Erlebnis und vollgepackt mit sehenswerten Eindrücken. Apropos Eindrücke: Diese sammelt ihr auch in den stets erstaunlichen Fällen, die euch im Spielverlauf anvertraut werden. So kann es durchaus schon mal sein, dass ihr entlaufenen Haustieren nachjagen oder den Tod zweier in der Themse ertrunkener Menschen aufklären müsst. Selbst im Kino passieren allerlei merkwürdige Dinge, wenn etwa die finale Kussszene eines kitschigen Herzschmerzstreifens fehlt… Dabei haben die Fälle zwar nicht die Klasse der Hauptreihe, auch die Spannungsmomente fehlen ein wenig und die Lösungen liegen häufig auf der Hand, doch lernt man die Charaktere bei den Ermittlungen immer besser kennen und lieben. Und der Humor ist ohnehin nicht von schlechten Eltern! Es entlockt einem zweifellos ein vergnügtes Lächeln, wenn Ernest immer wieder versucht, seine angebetete Katrielle um den Finger zu wickeln und doch stets an sich selbst scheitert - oder wenn Sherl seine aufmüpfige Hundeschnauze nicht halten kann. Fernab der Dialoge gilt es in jedem Fall exakt sechs Hinweise zu entdecken. Hat man sich alle gefunden, dann wird die Lösung bekanntgegeben!

Denksport mit Niveau (meistens!)
Eigentlich sind all unsere Ermittler, selbst Hündchen Sherl, versessen auf die regelmäßig eingebauten Rätsel, die zu Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre gehören wie der Buckingham Palace zu London. Zwar unterscheiden sich die Aufgaben in ihren Anforderungen und Inhalten, allerdings ist meist logisches Denken gefragt. Die Schwierigkeit der Rätsel bemisst sich dabei an der spielinternen „Währung“ Pikarat - je mehr Pikarat ein Rätsel wert ist, desto höher ist sein Schwierigkeitsgrad. Sollte man eine falsche Antwort geben, dann sinkt der Wert des Rätsels in der Regel um 10%. Solltet ihr am Ende besonders viel Pikarat besitzen, dann könnt ihr euch auf die volle Menge an Bonusmaterial freuen! Dabei sind die Knobeleien im Einzelnen recht einfach zu beschreiben, zumal ihr zuvor immer eine Anleitung vorgesetzt bekommt - es ist lediglich die Lösung, die sich euch selbst in den simpelsten Denkaufgaben nicht immer sofort erschließt, wobei die Aufgabenstellung zumeist evident ist. Leider kommen einige Rätsel gleich mehrfach und nur in leicht abgeänderter Form vor, dies tritt allerdings nicht allzu häufig auf und stört letztlich auch nicht wirklich.

Im Grunde folgen die Aufgaben dem bekannten Prinzip - beispielsweise müsst ihr im Rätsel „Kükenkäfig“ drei Umzäunungen verwenden, um die auf dem Touchscreen verteilten Küken einzupferchen. Es kann durchaus sein, dass ihr dabei herumprobieren müsst, um auch jedes Küken zu erwischen, als schwierig kann die Aufgabe dennoch nicht bezeichnet werden. Dann gibt es aber auch etwas anspruchsvollere Rätsel wie den „Treppenbau“, der euch abverlangt, mit unterschiedlich geformten Kisten eine Treppe zu bauen - erinnert übrigens ein wenig an Tetris. Am fiesesten sind jedoch die Fangfragen, die euch ab und zu gestellt werden. Im Rätsel „Tunnelblick“ etwa geht es um einen zu hohen LKW, der nicht durch den vor ihm liegenden Tunnel kommt. Nun stellt sich die Frage, was man vom Fahrzeug entfernen könnte, um passieren zu können - dabei darf der Lastwagen allerdings nicht beschädigt werden. Derlei Denkaufgaben stellt man euch nicht selten - die Antwort liegt auf der Hand, doch ist sie eigentlich zu simpel um in Frage zu kommen. Neben den Hinweismünzen wird euch auch die Möglichkeit, Notizen anzufertigen, eine Stütze sein, denn dank dieser Option könnt ihr etwaige Lösungswege vorab aufzeichnen und ausloten, ob euer Gedanke der richtige ist.

Dekorative Spielereien
Sollte euch das Rätseln irgendwann zu langweilig werden und benötigt ihr ein wenig Abwechslung vom Alltag eines Detektivs, dann sollten euch die folgenden Beschäftigungen zumindest kurzfristig bei Laune halten. Im Laufe des Spiels erhaltet ihr etwa die Möglichkeit, die Dekorationen und das Mobiliar eures Büros zu verändern. Ihr könnt aus verschiedenen Vorhängen, Tischen, Stühlen, Tapeten, Bodenbelägen und weiteren Gestaltungsoptionen wählen und zumindest in gewissem Maße euren Stil durchbringen. Auch Katrielle kann neu eingekleidet werden, wenn euch die angebotene Mode zusagt. Noch interessanter sind allerdings die Minispiele, die nach und nach freigeschaltet werden: Während ihr in „Das perfekte Dinner“ anspruchsvolle Gäste bekocht und Zeugen nach dem Geschmack der Gourmets befragt, müsst ihr in „Die große Schiebung“ Blöcke bewegen, um Sherl zur Flucht aus dem Zwinger zu verhelfen. Dabei muss man den Hund innerhalb einer bestimmten Anzahl von Zügen zum Ausgang führen, um das jeweilige Level erfolgreich zu beenden. Und das waren noch nicht einmal alle Minigames! Unter der Rubrik „Fallfinale“ könnt ihr überdies noch Dialoge lesen, die nach dem Abschluss eines jeden Falls geführt werden und mehr über den weiteren Verlauf der Situation verraten.

Steuerung:
Manchmal wünscht man sich, die zur Erkundung der Umgebung gedachte Lupe auch mit dem Schiebepad bedienen zu können, doch Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre setzt hier tatsächlich allein auf den Stylus. Auch die Karte, über die ihr von Ermittlungsort zu Ermittlungsort reisen könnt, wird auf dem Touchscreen angezeigt und ebenso auf diesem bedient. Selbst durch die Dialoge könnt ihr euch via Touchscreen klicken, wenngleich ihr in den Gesprächen auch einfach die A-Taste betätigen könnt. Ansonsten ist zur Handhabung eigentlich nicht viel zu sagen - Level-5 setzen eben auf bewährte Prinzipien, kontrollierte Präzision wird hier also groß geschrieben. Fast so pedantisch wie Katrielles Verstand!

Grafik:
Schauen wir uns ausschließlich die angebotene Ingame-Optik an, dann handelt es sich wie von der Hauptreihe gewohnt um einfache Standbilder, die abgesehen von wenigen Ausnahmen komplett ohne Bewegungen auskommen. Wer dies nun als Kritikpunkt wertet, der liegt jedoch völlig falsch! In der Tat wird Katrielles, Ernests und Sherls Rundgang durch das virtuelle London von eindrucksvollen Impressionen bebildert, immer wieder rauben einem die detailreichen Hintergründe den Atem. Und auch die 3D-Modelle der Charaktere, die sich ab und an sogar bewegen, sind durchweg gut gelungen und geben keinerlei Anlass zur Kritik. Die Glanzstücke der visuellen Darstellung liegen jedoch woanders: Zum einen sind die regelmäßig eingestreuten, animierten Zwischensequenzen eine wahre Augenweide, zum anderen wurden die Rätsel so liebevoll gestaltet dass es dem Betrachter das Herz erweicht. Die Denkaufgaben werden nämlich stets durch Bilder veranschaulicht, wobei die entsprechenden Zeichnungen meist einfach nur niedlich sind und einem ein Schmunzeln entlocken. Selbstredend enthält Layton's Mystery Journey deutsche Bildschirmtexte, auf einen 3D-Tiefeneffekt muss der geneigte Spieler aber leider verzichten. Ist hier aber auch gar nicht so wichtig, wenn man uns fragt!

Sound:
Musikalisch setzen die Entwickler praktisch durchgängig auf eine orchestrale Klangkulisse, die zumeist von Streichern geprägt wird und bestens ins historische Stadtbild von London passt. Während einige der Melodien schon nach wenigen Sekunden im Ohr verbleiben und auch nicht mehr aus eben diesem entschwinden wollen, sind andere wiederum recht belanglos und hauen einen beileibe nicht so sehr vom Hocker wie die Ermittlungskünste des Layton-Nachwuchses. Grundlegend bleibt man bei der akustischen Untermalung dem Stil der Vorgänger treu und legt es bewusst darauf an, die Atmosphäre mit stimmungsvollen Kompositionen zu bereichern. Dabei passt sich der Soundtrack stets der jeweiligen Spielsituation an und wirkt nie störend, was allein schon der dezenten Ausrichtung des Genres zu verdanken ist. Bemerkenswert ist auch die deutsche Sprachausgabe, die außerhalb der Cutscenes zwar nur selten zum Tragen kommt, dafür aber durchweg gelungen ist. Die Stimmen passen perfekt zu den sprechenden Protagonisten, könnten ab und an aber ein wenig mehr Tempo an den Tag legen. Schade, dass wir sie nur so selten hören!

Fazit:
Die schlechte Nachricht: Professor Layton und Luke Triton fehlen schrecklich. Die gute Nachricht: Katrielle, Ernest und Sherl sind ein würdiger Ersatz! Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre bringt tatsächlich frischen Wind in die für manch einen vielleicht schon zu angestaubte Reihe, beruft sich dabei aber auf die Grundtugenden eben dieser. So können die eifrigen Tüftler unter euch einmal mehr hochwertige Rätselkost, kreative Minispiele und teils urkomische Fälle erwarten, wenngleich sich die Fälle nicht immer auf dem Niveau der Vorgänger bewegen. Dazu fehlt ihnen schlicht und ergreifend die Tiefe und Spannung, zumal Katrielle teilweise in wirklich triviale Sachverhalte verwickelt wird. Andererseits vermögen es die sympathischen Charaktere schon ganz von selbst, euch mit sich in die Tiefe zu ziehen, denn schon bald will man die menschlichen und tierischen Ermittler immer besser kennenlernen. Addiert man noch die ansehnliche Optik, den feierlichen Soundtrack, die gelungene Sprachausgabe und die wie immer punktgenaue Handhabung hinzu, dann ergibt sich ein Spielerlebnis, welches sich Layton-Jünger ebenso wie Neulinge nicht entgehen lassen dürfen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich! Zwar reicht das Abenteuer nicht ganz an die Glanzzeiten der Vorgänger heran, doch wer will schon zögern, wenn er sich mit Londons erfolgreichsten Spürnasen aufmachen kann, um Mysterien zu lüften und dabei auch noch auf Sightseeing-Tour zu gehen? Besser als jeder Kriminalroman!

Jagt die Verbrecher noch immer quer durch London: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Deine Wertung:

-
Wie der Vater, so die Tochter - ein frischer Wind weht durch Londons Straßen, doch die Stärken der virtuellen Knobelei bleiben dieselben.

Wertung

STORY:

8.0

RÄTSEL:

8.0

SUCHTFAKTOR:

9.0
8
von 10

Große Vielfalt an Rätseln…

Abwechslungsreiche Fälle…

Gelungene Lokalisierung und Sprachausgabe…

Liebenswürdiges Ermittlerteam

Stadtbild in ansehnlichen Hintergründen präsentiert

Atmosphärischer Soundtrack

Authentische Darstellung Londons

Kreative Minispiele mit Unterhaltungswert

Humorvolle Dialoge

…deren Prinzip sich manchmal wiederholt

…anfangs mit einem Mangel an Tiefgang und Spannung

…die leider viel zu selten zu hören ist

Handlungsaufbau könnte besser sein

Hershel und Luke werden vermisst

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