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Spielname:
Ever Oasis

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Grezzo

Genre:
Action Adventure

Release:
23.06.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Review: Ever Oasis

Tjark Michael Wewetzer, 22.06.2017

2428°

4

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Wenn die Sonne mal wieder auf die Erdoberfläche brennt, dann wünscht man sich glatt eine gemütliche, kuschelige Oase mit erfrischendem Wasser und schattigen Grünflächen. In Ever Oasis kriegt ihr genau sowas! Genauer gesagt habt ihr eine kleine Oase inmitten einer Wüstenwelt aufzubauen und euer Gefolge zufriedenzustellen – selbst wenn ihr es dabei mal mit Monstern aufnehmen müsst. Doch statt weiter vorzugreifen, wollen wir in diesem Test lieber alles der Reihe nach durchgehen und euch zeigen, warum das charmante Action-Adventure des Studios Grezzo trotz einiger Schwächen definitiv spielenswert ist.

Chaos im Paradies
Eigentlich hätte das Leben so schön sein können. Euer kleiner Held – wahlweise kann dieser ein männlicher oder weiblicher Sprössling sein – lebt in einer gemütlichen Oase an der Seite seines Bruders und freut sich bereits auf den Tag, selbst loszuziehen und ein eigenes kleines Paradies zu gründen. Dieser Moment kommt allerdings schneller als erwartet, denn eines Tages überfällt eine finstere Kreatur das friedliche Örtchen. Um zumindest euer Leben zu retten, werdet ihr vom Bruderherz in weite Ferne geschleudert und landet an einem anderen Wasserplatz mit dem nun letzten verbleibenden Wassergeist dieser Wüstenwelt. Immerhin: Die kleine Esna – so der Name des Geists – sehnte sich ihrerseits schon lange danach, eine Oase aufzubauen. Fortan arbeitet ihr gemeinsam an der Verwirklichung dieses Traums und erkundet die sandige Einöde auf der Suche nach neuen Gefährten, wertvollen Gegenständen und vielleicht auch einer Antwort auf die Scharen von Chaos-Monstern, die durch die Lande streifen.

Die ersten Schritte in der lebensfeindlichen Umwelt erweisen sich allerdings als gar nicht mal so einfach. Keine zwei Treffer halten wir aus, bevor unser kleiner Sprössling das Handtuch werfen muss und wir zum Titelbildschirm zurückkatapultiert werden. Bei aller Liebe zum Erkunden der überschaubaren Areale und ihrer vielen Höhlen sollte man sich anfangs also mit dem Forscherdrang zurückhalten! Das legt sich jedoch ziemlich schnell, wenn ihr die ersten neuen Siedler für euer Gefolge eingesammelt und so die Möglichkeit zur Erweiterung eurer Oase freigeschaltet habt. Dadurch sieht das grüne Eiland im Wüstenmeer nämlich nicht nur eindrucksvoller aus, sondern verleiht eurem Helden zusätzliche Trefferpunkte, solange ihr euer Gefolge bei Laune haltet. Darauf kommen wir später noch einmal zurück, wichtig ist für uns jetzt nur: Dadurch haben wir nach einigen ersten Upgrades bereits das Vierfache an Lebensenergie – mehr als reichlich, um den Kreaturen der orientalisch angehauchten Welt die Stirn zu bieten!

Drei Köpfe sind klüger als einer
Die Erkundungstrips laufen dabei äußerst eingängig ab. Die Spielwelt setzt sich aus mehreren, über Höhlensysteme verketteten Großarealen zusammen, die mit reichlich Beute und Gegnern locken. Prinzipiell steht es euch frei, innerhalb der aktuellen Abschnitte alle verborgenen Unterschlupfe zu erkunden, allerdings rennt ihr dabei gerade zu Beginn nicht selten in ein unüberwindbares Hindernis, für das euch schlichtweg die Fähigkeit fehlt. Euer heroischer Setzling kann „nur“ die Macht des Windes heraufbeschwören und so Sand wegpusten oder spezielle Drehschalter aktivieren. Später dürft ihr euch immerhin auch mit anderen Waffen ausrüsten, der Großteil der anderen Fähigkeiten wird jedoch durch eure zwei Begleiter beigetragen. Ihr dürft nämlich bis zu zwei Mitglieder eures Oasen-Gefolges mit auf Reisen nehmen und bei Bedarf die direkte Kontrolle übernehmen. So wechseln wir etwa zu einer echsenähnlichen Uaret-Kämpferin, wenn wir ihren Speer zum Aufspießen eines Schlangenmonsters nutzen möchten, oder steuern einen kräftig gebauten Serqa-Gefährten, um mit dessen mächtigen Hammer einen Druckschalter zu betätigen.

Die Puzzles bleiben dabei in der Regel recht simpel und erfordern gar nicht so viel Teamwork, wie man es angesichts der Gruppenkonstellationen vermuten würde. Die meisten lassen sich mit wenigen Handgriffen lösen und sind schnell durchschaut, dass eure Truppe sich für die Bewältigung aufteilen muss, geschieht nur selten. Das ist womöglich auch besser so, denn eure Begleiter stellen sich nicht immer intelligent an und bleiben gerne mal an irgendeiner Kante hängen. Stattdessen lockern die kleinen Schalter-Knobeleien und Plattform-Rätsel mehr das erkundungslastige Gameplay auf und sorgen dafür, dass euch bei all den kleinen Kämpfen und Ausflügen nicht langweilig wird. Der an sich löbliche Spielfluss wird dabei aber durch eine Kleinigkeit gestört: Viele Gebiete sind darauf ausgelegt, dass sie deutlich mehr Fähigkeiten von euch verlangen als dass ihr sie in eurem Team repräsentieren könnt. Soll heißen, ihr müsst ständig zurück zur Oase und eure Kameraden auswechseln, wenn mal wieder ein spezifisches Puzzle auftaucht, für das eure Reisegruppe nicht gerüstet ist. Das klingt jedoch deutlich nerviger als es ist, schließlich könnt ihr euch auf Touchscreen-Druck jederzeit zu eurer Basis zurückteleportieren und nach der kurzen Anpassung direkt wieder zum Ort des Geschehens zurückspringen. Außerdem zeigen euch die großzügig verteilten Schnellreise-Punkte, von denen es gerade in den großen Dungeons mehrere gibt, stets an, welche Fähigkeiten ihr hauptsächlich brauchen werdet. Mit guter Vorausplanung erspart man sich also einigen Aufwand. Dennoch hätten wir uns – gerade für den Waffenwechsel, der ebenfalls nur in der Oase möglich ist – eventuell ein einfaches Menü dafür gewünscht, statt stets den Umweg über die Heimat gehen zu müssen.

Zwischen Arbeit und Erholung
Doch glaubt uns oder nicht: Der Wahnsinn hat Methode. Die Oase ist nämlich deutlich mehr als eine Waffenkammer und einfache Unterkunft für eure potentiellen Gruppenmitglieder. So erhaltet ihr ungewöhnlicherweise erst mit eurer Ankunft im heimischen Hafen die Erfahrungspunkte, die ihr bei euren Kämpfen mit den Bestien der Wüste eingefahren habt. Außerdem müsst ihr – wir hatten es ja bereits angedeutet – auch dafür sorgen, dass euer Gefolge bestens versorgt ist, um für ein gut gefülltes Trefferpunkte-Polster zu sorgen. Jeder andere Sprössling, den ihr in eurer Siedlung unterkommen lasst, kann dabei wortwörtlich Wurzeln schlagen und einen kleinen Laden aufmachen, über den Geldmittel für nach Rezept gebaute Waffen und Heilmittel oder eben weitere Geschäfte zusammenkommen. Nur kann kein Geld reinkommen, wenn keine Waren da sind. Also versorgt ihr die Händler mit gefundenen Materialien und kurbelt so eure lokale Wirtschaft an. Anfangs geschieht das noch manuell, später könnt ihr viele dieser Aktionen aber gesammelt über einen Management-Schalter erledigen. Überhaupt bietet Ever Oasis in Hinsicht des Oasen-Haushalts viele Komfortfunktionen, die im fortschreitenden Spiel freigeschaltet werden. So können untätige Bewohner zur Gartenarbeit verdonnert oder auf Item-Sammel-Expeditionen entsendet werden. Ideal für all die Mitglieder anderer Völker, die keine Geschäfte eröffnen können! Und als Bonus müsst ihr euch nicht mehr in bereits bewältigte Gebiete zurückbegeben, nur weil einer eurer Händler unbedingt Zwillingskirschen aus der hinterletzten Ecke eines langen Tunnels haben möchte. Durch all diese Kleinigkeiten, die in der Oase ablaufen, lohnt sich der regelmäßige Besuch daheim allemal, was den Schmerz der häufigen Zwangsrückreisen zumindest etwas lindert.

Jetzt haben wir so lange vom Gefolge gefaselt, doch wie vergrößert man denn seine Bevölkerung? Die wandern schließlich nicht von alleine in euer kleines Paradies! Tatsächlich tun sie das größtenteils schon, sobald sie darauf aufmerksam gemacht werden. Auf euren Reisen trefft ihr hin und wieder auf Reisende, die nach der ersten Begegnung irgendwann vor den Toren der Oase stehen. Allerdings bleiben sie nicht ohne weitere Bemühungen eurerseits: Einige von ihnen bitten um kleine Gefallen, andere wünschen sich schlichtweg bestimmte Geschäfte auf euren Straßen. Die vielen Nebenquests der um die 60 potentiellen Anwohner sind in der Regel jedoch ziemlich kompakt und fordern nie. Dafür geben euch rekrutierte Nomaden in der Regel direkt einen kleinen Hinweis auf den Fundort des nächsten möglichen Kunden – auf diese Weise könnt ihr für einen steten Fluss an Neuzugängen sorgen, was ziemlich gut motiviert. Und das nicht nur, weil ihr auf diese Weise eure Oase erweitern und eure Überlebenschancen im Kampf erhöhen könnt!

Steuerung:
Wir haben eingangs angemerkt, dass der Anfang aufgrund eures schwächlichen Helden etwas härter ausfallen kann. Am Kontrollschema liegt dies jedoch nicht! Das geht nämlich hervorragend von der Hand und lässt nur wenige Wünsche offen. Mit simplen Zwei-Tasten-Kombos schicken wir fiese Monster auf die Matte, per Schultertasten-Anvisierung behalten wir alle anderen dabei im Blick und durch Steuerkreuz-Kommandos wechseln wir zu dem Teammitglied, das wir für die aktuelle Situation benötigen. Ohne New 3DS wird allerdings die Kamera-Kontrolle etwas hakelig – in dem Fall dürft ihr die Ansicht nur per linker Schultertaste hinter eurem Spielercharakter zentrieren. New 3DS-Besitzer können hingegen per C-Stick den Blickwinkel verschieben und sogar mit den zusätzlichen Schultertasten angenehmer zwischen den Charakteren wechseln oder in die Ego-Ansicht schalten. Das Circle Pad Pro wird leider gar nicht unterstützt.

Grafik:
Wenn eines bei Ever Oasis direkt auffällt, dann ist es die Niedlichkeit der Charaktere. Egal ob es um die Sprössling-Pflanzenwesen, die watschelnden Pinguhus oder gar die abwechslungsreichen Monster geht: Beinahe alle Figuren sehen einfach zum Knuddeln aus! Aber auch sonst kann sich der Titel sehen lassen. Zwar gibt es szenariogemäß ziemlich viele Wüstengegenden zu sehen, bei denen der Glitzereffekt des Sandes zudem nicht immer wirklich überzeugend wirkt, doch an kreativen Einfällen zur optischen Auflockerung mangelt es nicht. Seien es riesige Mechanismen, tiefblaue Höhlen oder gar ein Dungeon, der innerhalb einer gigantischen Vase angesiedelt ist – zu entdecken gibt es reichlich! Schade nur, dass der 3D-Tiefeneffekt dabei eher halbgar umgesetzt wurde und nicht sonderlich viel hermacht. Schlimmer noch: Der Effekt drückt an einigen wenigen Stellen auf die Performance.

Sound:
Tja, Nintendos kleine Ohrwurm-Maschinerie kennt einfach keine Gnade. Noch immer pfeifen wir das fröhliche Lied der Oase vor uns hin, das sich unweigerlich in unserem Gehörgang eingenistet hat. Und auch sonst bietet Ever Oasis eine reichhaltige und vieäfltige Anzahl an Musikstücken, die wunderbar zum orientalischen Szenario passen. Die allgemeine Soundkulisse wirkt ebenfalls überzeugend, allerdings dürft ihr hier keine Sprachausgabe erwarten. Selbst in waschechten Zwischensequenzen gibt es hier nur sprachlose Untertitel.

Fazit:
Ever Oasis punktet allem voran in einer Kategorie: Charme. Das Zusammenspiel eures kleinen Sprösslings-Helden und des Oasen-Geistes ist unheimlich niedlich, die scharenweise in eure Heimat strömenden Pinguhus möchte man am liebsten Knuddeln und selbst die Monsterriege würde sich ganz gut als Plüschfiguren-Set machen. Hinzu kommt, dass einem das bunt zusammengewürfelte Gefolge dank der kleinen Nebenquests und trotz der Einfachheit eben dieser schnell ans Herz wächst. Da wird schon mal schnell ein gewisser Beschützerinstinkt wach! Doch das neue Werk von Grezzo kann noch mehr: Es entführt euch in eine interessante Wüstenwelt voller kleiner Geheimnisse und bietet dabei einen mitreißenden Spielfluss, der unweigerlich an den 3DS fesselt. Wenn wir jetzt nur nicht ständig zur Basis zurückkehren müssten, um die richtigen Fähigkeiten für die abwechslungsreichen, aber schlussendlich doch eher simplen Rätsel am Start zu haben, dann hätten wir weniger Grund zur Kritik. Dass die kindgerechte Handlung zudem unterhält, aber keineswegs weltbewegend ist, solltet ihr ebenfalls im Hinterkopf behalten. Doch wenn euch der Sinn nach einem zauberhaften, kompakten Abenteuer steht, seid ihr bei Ever Oasis trotz der kleinen Wehwehchen bestens aufgehoben!

Könnte so eine Oase jetzt gut gebrauchen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Ein charmantes Wüstenabenteuer mit knuffigen Charakteren und spaßigen Dungeons.

Wertung

SPIELWELT:

8.0

ABWECHSLUNG:

8.0

KNUDDELFAKTOR:

9.0
8
von 10

Interessante Wüstenwelt

Gelungene, vielfältige Dungeons

Niedlicher, charmanter Stil

Reichlich Neben-Quests

Mitreißender Spielfluss

Gelungener Soundtrack

Häufige Rückkehr zur Basis kann nerven

Begleiter-KI lässt zu wünschen übrig…

…und die Wegfindung ebenfalls

Puzzles könnten komplexer sein

Wie werten wir?

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