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Spielname:
Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Intelligent Systems

Genre:
Rollenspiel

Release:
19.05.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia

Review: Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia

Tjark Michael Wewetzer, 16.05.2017

2865°

2

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Fire Emblem mal ganz anders – das verspricht Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia zu sein. Denn auch wenn das Famicom-Original Fire Emblem Gaiden, auf dem dieses Remake basiert, höchstens ein paar kleinere Spielelemente an die Nachfolge-Generationen vererbt hat, so haben wir nie wieder einen Serienableger im exakt selben Stil erleben dürfen. Das schließt Dungeons, eine deutlich höhere Gefechtsdichte und ein Mix aus versimpelten sowie immer noch komplexen Spielmechaniken ein. In unserem Hands-on haben wir euch bereits einen Einblick in das von Krieg zerrüttete Valentia geliefert – jetzt muss der Bund der Freien im großen Test zeigen, dass er sich als Retter des Kontinents beweisen kann.

Getrennte Schicksale
Bevor der große Konflikt beginnt, werden wir allerdings in einem neuen Prolog mit unseren zukünftigen Helden bekanntgemacht. Der junge Kämpfer Alm und die Priesterin Celica wuchsen nämlich wie Geschwister in einem beschaulichen Dorf auf, bis eine unglückliche Begegnung mit einem Ritter im Dienste des hinterlistigen Thronräubers Desaix dafür sorgt, dass das kleine Mädchen versteckt in einem Tempel aufzuwachsen hat. Mehrere Jahre später setzt die Handlung wieder ein und lässt uns in zwei Einstiegskapiteln erleben, was aus den beiden Hauptfiguren geworden ist und wie sich die Welt zwischenzeitlich gewandelt hat. Auf Details wollen wir an dieser Stelle bewusst verzichten, doch dass mittlerweile ein erbitterter Krieg herrscht, unter dem insbesondere das Volk im Süden des Kontinents Valentia leidet, sollte ersichtlich sein. Alm kann da jedenfalls nicht tatenlos zusehen und schließt sich umgehend bei erster Gelegenheit einer Befreiungsarmee an, während Celica auf getrenntem Wege ihre eigenen Ziele verfolgt.

Auch wenn es im Prinzip zwei unterschiedliche Handlungsstränge gibt, die wir nach Abschluss der jeweiligen Einführungskapitel verfolgen, müsst ihr euch nicht fest zwischen den beiden Fronten entscheiden. Tatsächlich erlebt ihr die Geschichte der beiden Hauptcharaktere parallel und könnt im Spielverlauf jederzeit zwischen den beiden Seiten wechseln – ideal für Fälle, in denen ihr etwas Abwechslung braucht. Komplett frei könnt ihr euch diesen Fortschritt aber auch wieder nicht gestalten, da jedes der Story-Kapitel über Endpunkte verfügt, die vor dem Voranschreiten von beiden Akteuren erreicht werden müssen. Die Bewegung über die Weltkarte läuft dabei in Zügen ab. Bis auf gelegentlich auftauchende Kleintrupps, die euch bei Kontakt in ein kurzes Gefecht verwickeln, hat dies jedoch keine größeren Auswirkungen auf den Spielverlauf und konnte in unseren Runden praktisch komplett ignoriert werden.

Im Krieg gibt’s keine Zurückhaltung!
Wo wir schon bei den Schlachten sind: Derer gibt es natürlich auch wieder reichlich. Tatsächlich sogar noch zahlreicher als in Fire Emblem sonst üblich. Was wir eingangs „Kapitel“ getauft haben, umfasst nämlich nicht nur je ein einzelnes Gefecht, sondern versteht sich mehr als ein Abschnitt der Weltkarte, dessen Schlachten zum Abschluss allesamt gewonnen werden müssen. So bekommen wir es allein im Einstiegs-Akt mit zahlreichen Banditen und Söldnern zu tun, die uns an Knotenpunkten auflauern. Und das sind beileibe nicht die einzigen Eigenheiten, an die ihr euch in diesem Remake gewöhnen müsst.

Die eigentlichen Gefechte laufen prinzipiell so ab, wie man es gewohnt ist: Beide Armeen ziehen abwechselnd über die teils sehr weitläufigen Karten und versuchen, sich gegenseitig auszuschalten. Sonderlich viel Abwechslung bei den Missionszielen gibt es dabei nicht, in der Regel müssen schlichtweg alle feindlichen Soldaten fallen. Der Teufel steckt jedoch im Detail: Ganz wie bei Gaiden gibt es in Echoes keine Stärke- und Schwäche-Verhältnisse zwischen den Waffengattungen. Schwerter sind also beispielsweise gleichermaßen effektiv gegen Lanzen wie gegen Äxte. Das nimmt dem Spiel in dieser Hinsicht ein wenig den taktischen Reiz, dafür gewinnt jedoch das Element der Deckung an noch größerer Bedeutung. Da kann ein einfaches Waldfeld schon mal dafür sorgen, dass euer langsamer Ritter jedem gegnerischen Angriff gekonnt ausweicht! Natürlich funktioniert auch das nicht ganz ohne Risiko, denn Zaubersprüche ignorieren sämtliche Geländeboni – umgekehrt kostet das Wirken von Zaubern hier allerdings die Trefferpunkte der zaubernden Einheit.

Aber obwohl das Kampfsystem in dieser Hinsicht stark versimpelt wirkt, bedeutet dies noch lange nicht, dass Fire Emblem Echoes ein leichtes Spiel ist. Ab dem dritten Akt zieht der Schwierigkeitsgrad gnadenlos an und die Größe der Schlachtfelder wird durch die schiere Aggressivität der Gegner ausgeglichen. Wartetaktiken, bei denen man Feinde gezielt aus ihrer Formation zieht und einzeln plättet, funktionieren hier nur in den seltensten Fällen. Stattdessen machen die teils recht starken Gegner ständig Druck und fordern einen kühlen Kopf. Sogar das Fire Emblem-typische Levelaufstiegssystem spielt gegen euch: Die Chancen, gewisse Charakterwerte nach einem Level Up erhöht zu kriegen, sind nämlich erschreckend gering. Zwei Zusatzpunkte sind bereits ein Grund zum Feiern!

Dass das nicht in reiner Frustration endet, verdankt das Spiel mehreren Elementen. Zunächst einmal sind die feindlichen Truppen in der Regel deutlich überschaubarer, als man es sonst von der Reihe kennt. Gerade die Normalo-Gegner in den kompakten Dungeons des Spiels treten in sehr kompakten Gruppen auf. Mit einer vorausschauenden Spielweise kann man also immer noch einiges rumreißen. Ganz wie für moderne Fire Emblem-Spiele üblich kommt Echoes zudem mit dem Anfänger-Modus daher, der gefallene Einheiten nach Schlachtenabschluss wiederbelebt. Und wenn selbst das nicht reicht, kann man jederzeit einen Zug zurückspulen und eine andere Vorgehensweise ausprobieren. Ihr seht also: Trotz der schieren Gegnerstärke versucht das Spiel stets fair zu bleiben.

Charaktere mit Charakter
Abgesehen von den neuen frustsenkenden Features bleibt in Sachen Schlachtfeldschach also weitestgehend alles, wie man es vom Famicom-Original kennt. Belässt Echoes es damit wirklich bei einer reinen Aufhübschung besagten Spiels? Mitnichten! Intelligent Systems hat nämlich an anderer Stelle mächtig geschliffen. So sind etwa die wenigen Dungeons deutlich interessanter gestaltet, wenngleich sie weiterhin simpel bleiben. Auch werden Erkundungsausflüge in Dörfern, Tempeln und ähnlichen Ortschaften nun nach Vorbild von Adventures wie Professor Layton ausgetragen – ihr navigiert also über eine simple Karte und landet vor einer festen Landschaft, wo ihr euch mit anwesenden Personen unterhalten oder das Gebiet nach Sammelobjekten absuchen könnt. Die wohl größte Sorgfalt hat jedoch die Story erfahren. Klar bleibt sie auch in dieser Neuauflage recht simpel gestrickt und viele Wendungen könnt ihr bereits früh vorausahnen. Sie ist jedoch äußerst gut und lebhaft erzählt, was allem voran den gelungenen Charakteren zu verdanken ist. Spendierte man den Truppen von Celica und Alm in der Urfassung noch recht wenige Dialogzeilen, können sie sich hier voll und ganz entfalten – gerade in den neu hinzugefügten Unterstützungsgesprächen, die durch häufiges Nebeneinanderstehen im Kampf freigeschaltet werden. Dass wir es hier mit einem alten Famicom-Spiel zu tun haben, merkt man im Angesicht der sinnvoll erweiterten Dialoge jedenfalls nicht mehr!

Steuerung:
Da Echoes auf derselben Engine fußt, die auch schon die bisherigen 3DS-Fire Emblem zum Leben erweckte, verwundert es nicht, dass die Handhabung in vielen Punkten identisch ist. Die Menüs sind allesamt gut strukturiert, alle wichtigen Punkte lassen sich gemütlich erreichen, Kommandos mühelos erteilen. Die Dungeon-Ausflüge fühlen sich hingegen nicht ganz so geschmeidig an, kommt einem doch gerade der Initiativ-Angriff von Alm und Celica etwas rutschig vor. Immerhin: Auf New 3DS-Systemen dürft ihr die Kamera bei den Kerkertrips mit dem C-Stick steuern, andernfalls wird das Steuerkreuz dafür bemüht. Ein kleiner Komfort-Vorteil für Besitzer des neuen 3DS-Modells.

Grafik:
Apropos Engine: Die wurde zwar weitestgehend aus Awakening und Fates übernommen, allerdings noch einmal deutlich für Echoes geschliffen. Zwar gibt es leider nicht so viele dynamische Zwischensequenzen, wie wir es gerne hätten, doch die Mühe macht sich in den neuen Kampfanimationen deutlich bemerkbar. Statt sich in recht ruhigen Posen zu verlieren, stürmen einige Charaktere nun regelrecht ins Gefecht und reagieren dynamisch auf Gegenreaktionen – sei es mit gelungenen Ausweichmanövern oder Trefferanimationen. Dadurch wirken die alternativ natürlich auch wieder abschaltbaren Kampfschauen ungleich dynamischer und mitreißender, als es in den zwei vorangegangenen 3DS-Episoden der Fall war. Der gelegentlichen Slowdowns bei aktivem 3D-Tiefeneffekt hat man sich aber leider nicht angenommen. Im zweiten Kapitel fanden wir sogar einen bestimmte, sich wiederholende Kartengattung, bei der die Framerate dauerhaft leicht niedriger ausfällt. Verzichtet man auf den eigentlich recht netten Schaukasten-Effekt, läuft hingegen alles wie geschmiert.

Sound:
Was Fire Emblem Echoes in Sachen Musik auffährt, ist schlichtweg spektakulär. Klar fällt leider auf, dass im Gegensatz zu etwa Fates recht wenige Melodien das Kampfgeschehen schmücken, die Stücke sind dafür aber umso gelungener und gehen direkt ins Ohr. Gerade die Klänge von Celicas Story haben uns direkt mitgerissen. Lesefaule Naturen mit guten Englischkenntnissen können sich zudem darüber freuen, dass beinahe sämtliche Dialoge in englischer Sprache vertont wurden. Die Sprecher erledigen ihren Job dabei größtenteils gut und verleihen ihren Charakteren gekonnt Leben. Freunde des O-Tons erwartet allerdings mal wieder eine Enttäuschung: Die japanische Sprachausgabe ist nämlich leider nicht mit an Bord.

Fazit:
Eines fällt bei Fire Emblem Echoes: Shadows of Valentia auf jeden Fall sofort auf: Es ist deutlich anders als so ziemlich alles andere, was die Taktik-RPG-Reihe zu bieten hat. Und das ist leider sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht zu verstehen. Das aggressivere Gegnerverhalten, das jedoch auch nicht vor taktischen Rückzügen zurückschreckt, sorgt aufgrund des Drucks für ziemlich spannende Gefechte. Dass Zauber und andere Fähigkeiten über Trefferpunkte gespeist werden, verwandelt sie in zweischneidige Schwerter. Dafür hat der generelle Truppenaufbau ziemlich an Komplexität eingebüßt. Viele Einheiten wirken nun von der Charakterklasse her umso austauschbarer. Das bedeutet nicht, dass die Gefechte keinen Spaß mehr machen, doch sie fühlen sich nicht auf dieselbe Art entlohnend an, wie man es sonst kennt. Was Echoes im Gameplay vermissen lässt, macht es jedoch bei der Story und den Charakteren wieder wett. Klar ist die Rahmenhandlung so vorhersehbar, wie man es vom Remake eines Spiels aus dem Jahre 1992 erwarten würde. Sie ist allerdings sehr gut und mitreißend erzählt, den lebhaften und vielfältigen Charakteren unter Alms und Celicas Kommando sei Dank. Insgesamt ist Fire Emblem Echoes damit trotz einiger Ungereimtheiten ein qualitativ hochwertiges und spielenswertes Strategie-Rollenspiel, das sowohl Fans als auch Einsteiger in seinen Bann zieht.

Freiheitskämpfer: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ungewöhnlich anders: Fesselndes Intrigenspiel in einem von Krieg zerrütteten Land.

Wertung

STORY:

8.0

SPIELWELT:

7.0

CHARAKTERE:

9.0
8
von 10

Fordernde Gefechte…

Simple, aber gut erzählte Geschichte…

…die zudem mächtig ausgearbeitet wurde

Liebenswürdige Charaktere

Geschmeidige Kampfanimationen

Gelungene englische Vertonung

…die jedoch diverse Feinheiten vermissen lassen

Eintöniges Kartendesign

Anspruchslose Dungeons

Wie werten wir?

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