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Spielname:
Dragon Ball Fusions

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Bandai Namco Entertainment

Developer:
Ganbarion

Genre:
Rollenspiel

Release:
17.02.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Dragon Ball Fusions

Tjark Michael Wewetzer, 13.02.2017

971°

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Wer in der Welt von Dragon Ball lebt, sollte ein Faible für Kampfsportturniere haben. Wenn es nämlich nach den Multimedia-Erzeugnissen der Marke geht, findet gefühlt jedes Wochenende irgendein neues Match um den Titel des stärksten Kämpfers der Erde oder gar des Universums statt. Den Hauptfiguren von Dragon Ball Fusions hat dies jedoch augenscheinlich nicht gereicht, weswegen sie sich noch ein Turnier herbeiwünschen. Was dabei rumgekommen ist, verraten wir euch in unserem Test.

Wenn Rivalitäten etwas zu weit gehen
Die Ausgangslage ist wie folgt: Euer eigens erstellter Kämpfer sowie sein bester Freund und Rivale Pinich haben die sieben magischen Dragon Balls gesammelt, um den mächtigen Drachen Shenlong heraufzubeschwören und sich den eingangs erwähnten Wunsch erfüllen zu lassen. Gesagt, getan und plötzlich sitzen die beiden in einer Zwischendimension fest, in der ein großes Turnier steigen soll. Da dieses unglücklicherweise jedoch aufgrund der massiven Anzahl an Teilnehmern auf Fünferteams beschränkt ist, machen sich Pinich und euer Charakter fortan getrennt auf, neue Gefährten zu finden und schlussendlich im Turnier unter Beweis zu stellen, wer von den beiden Rivalen wirklich der stärkere Kämpfer ist.

Großartig komplexer wird die Handlung übrigens nicht – es geht wirklich praktisch komplett um das Raumzeit-Kampfturnier dieser Zwischenwelt. Dementsprechend kurz fällt auch das alleinige Handlungsvergnügen aus, nach gerade einmal 15 Stunden könnt ihr bereits den Abspann von Dragon Ball Fusions genießen. Tatsächlich würde es sicherlich noch schneller gehen, wenn da nicht einige nervige Designentscheidungen im Wege stünden, doch darauf kommen wir später noch einmal zurück. Wer jetzt akuten Inhaltsmangel erwartet, kann jedoch beruhigt sein: Wer nämlich schnurstracks durch die Story marschiert, verpasst eine nicht zu unterschätzende Ansammlung an Nebenmissionen, über die ihr zahlreiche namhafte Charaktere des Dragon Ball-Universums rekrutieren könnt. Auf normalem Wege schließen sich euch nur eine Hand voll bekannter Gesichter wie etwa die Saiyajin Son-Goku und Trunks in ihrer jeweiligen Kindergestalt an.

Alles schön der Reihe nach
Dabei macht die erschreckend große Anzahl an Charakteren praktisch den Hauptreiz des Rollenspiels aus, von denen es auch zahlreiche generische Kämpfer gibt, die ihr in den Gefechten auf eure Seite zieht. Die Fights laufen dabei komplett rundenbasiert ab, wobei die Zugreihenfolge dynamisch anhand eines Zeitstrahls verdeutlicht wird. Das Charaktericon, das zuerst am rechten Bildrand ankommt, bestimmt den nächsten Akteur. Euch stehen als Aktionen unter anderem normale Angriffe und bis zu drei ausrüstbare Spezialmanöver zur Verfügung, zahlreiche kleine Details sollen zudem für taktische Tiefe sorgen. So bestimmt ihr bei Standard-Attacken, aus welcher Richtung ihr euren Gegner verprügelt, um ihn anschließend rückwärts durch die Arena zu schleudern – umgekehrt kann euer Kontrahent das Vorhaben aber auch Abblocken und so den resultierenden Schaden stark reduzieren. Ferner empfiehlt das Spiel, ein Auge auf die nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip ausgerichteten Charakterattribute zu haben, die sich in Kraft, Technik und Tempo unterteilen. Praktisch sind die meisten Gefechte jedoch dermaßen einfach, dass ausreichend starke Manöver bei uns komplett ausreichten, um selbst mit über zehn Stufen stärkeren Gegnern den Boden aufzuwischen. Wer die Fähigkeiten seines Teams regelmäßig aktualisiert und eventuell das ein oder andere neue Mitglied in die Truppe setzt, sollte beim nennenswerten Teil des Spiels auf kaum Probleme stoßen. Anspruch geht definitiv anders!

Der Teamaufbau selbst kann beizeiten jedoch ziemlich nervig ausfallen. Das Sammeln neuer Fertigkeiten ist dabei noch vergleichsweise einfach zu bewältigen. Diese gibt es nicht klassisch beim Levelaufstieg eines Charakters, stattdessen müssen sie von Gegnern abgeluchst werden – was geschieht, indem ihr sie mit einem letzten, die Trefferpunkte auf null reduzierenden Schlag aus der Arena schleudert. Deutlich aufwendiger ist hingegen die aktive Rekrutierung von Einheiten. In der Theorie müsst ihr potentielle Rekruten – eine Sternmarkierung auf dem unteren Bildschirm gibt euch über diesen Status Auskunft – von eurer Stärke überzeugen. In der Praxis bedeutet dies, dass ihr sie mit einem so genannten Zenkai-Angriff auszuschalten habt – ein Sondermanöver mit Minispiel, welches ihr jedoch nur bei ausreichend Ultra-Energie ausführen könnt. Und diese über einen separaten, teamübergreifenden Balken aufgeführte Energie lädt sich nur furchtbar langsam auf. Habt ihr etwa fünf mögliche Charaktere auf der Gegenseite, die ihr anwerben wollt? Dann stellt auch auf ein quälend langes Match ein.

„Ist doch völlig unnötig“, mag man sich vielleicht denken. „Ich brauche ja nicht jeden dahergelaufenden Kämpfer mit dämlichem Namen.“ Leider macht ihr eure Rechnung da ohne das Spiel, denn die gut 15 Stunden Story-Spielzeit werden durch diverse Barrieren erkauft, die euch nach Abschluss einer Ebene zunächst einmal zum Energiesammeln verdonnern. Kein Problem, die farbcodierte Energie gewinnt man schließlich durch Siege gegen Mitglieder der fünf im Spiel vertretenen Rassen. Allerdings ist eure Kapazität für die Barrierebrecherpower beschränkt und lässt sich nur durch Rekrutierung neuer Kämpfer der entsprechenden Rassen erhöhen. Ihr werdet also über kurz oder lang nicht um das Anwerben diverser Charaktere herumkommen. Die zu finden ist übrigens auch noch ein separates Problem. In den teils ziemlich großen, allerdings auch verflucht leeren Flugarealen bekommt ihr es zwar dankenswerterweise nicht mit Zufallsbegegnungen zu tun, die Rassenzugehörigkeit der umherschwirrenden Kämpfer könnt ihr jedoch erst ausmachen, wenn ihr ihnen halbwegs nahe seid. Bis dahin seid ihr vermutlich schon ziemlich entnervt durch die Gegend geflogen. Und selbst dann ist es möglich, dass gerade mal ein Charakter eurem gewünschten Attribut entspricht und dann nicht einmal rekrutierbar ist. Ihr merkt schon, Dragon Ball Fusions kann gerne mal zur reinen Geduldsprobe ausarten.

Kombinationsexperimente
Apropos Fusions: Die Verschmelzung der Charaktere ist natürlich ein wichtiges Feature des Rollenspiels und Quelle eurer größten Kraftschübe. Sind zu Beginn nur Son-Goten und Trunks in der Lage, sich vorübergehend zu einem Superkämpfer zu vereinen, erhaltet ihr später die Möglichkeit, diverse Teammitglieder dauerhaft mit anderen zu verschmelzen. Damit einher gehen ein gewaltiger Stärke-Boost und die kombinierten Skill-Arsenale der Ausgangshelden. Gefällt euch das Resultat nicht, lässt sich die Vereinigung in eurer Basis auch wieder rückgängig machen. In unserem Fall hatten wir während unseres Marsches durch die Handlung und einen guten Teil der Nebenquests jedoch so gut wie nie das Bedürfnis, dies zu tun – der reine Kraftschub reichte uns völlig aus. Abseits der Zwei-Mann-Fusion gibt es übrigens noch die so genannte Ultra-Fusion, bei der sich fünf Kämpfer zu einem Kraftprotz zusammentun. Diese Mechanik versteht sich jedoch nicht als permanente Lösung, sondern stattdessen als ultimativer Einweg-Angriff, auf den ihr bei ausreichend Ultra-Energie im Kampf zurückgreifen könnt.

Wo sich womöglich etwas Experimentierwille mit den Fusionen auszahlen kann, ist der Multiplayer-Modus. Hier könnt ihr euch entweder im lokalen Multiplayer oder online mit anderen Dragon Ball-Spielern messen und zeigen, wer das stärkste Team hat. Da es teilweise wirklich absurd starke Kombinationen gibt, überrascht es wenig, dass die Macher für Multiplayer-Gefechte bestimmte Gruppenregeln auferlegen, die die Gesamtkampfstärke limitieren. Glücklicherweise bietet euch Dragon Ball Fusions dafür separate Gruppenkonstellations-Speicherslots. Im Testzeitraum war es uns allerdings leider nicht möglich, den Duell-Aspekt auf Herz und Nieren zu prüfen – wir fanden bisher schlichtweg noch keine Gegner.

Steuerung:
Da ihr euch auf der Oberwelt fliegend voranbewegt, mussten sich die Entwickler von Ganbarion etwas auf dem standardmäßig nur mit einem Circle Pad ausgestatteten 3DS einfallen lassen, damit ihr die volle Kontrolle behaltet. Das Ergebnis mag beim Erstkontakt etwas seltsam wirken, funktioniert jedoch tadellos. Ihr bestimmt mit dem Circle Pad nämlich eure Blickrichtung und bewegt euch per R-Taste vorwärts – haltet ihr dann noch B gedrückt, düst ihr im Eiltempo durch die Lüfte. Besondere Ziele wie Quest-Charaktere und Sparringspartner lassen sich zudem per Y-Taste anpeilen, wenn Bedarf besteht. Alles in allem ein erstaunlich eingängiges Steuerungskonzept, an dessen Eigenheiten wir uns schnell gewöhnt hatten. In den Gefechten selbst läuft wiederum alles ohnehin tadellos ab – schließlich bekommen wir es hier hauptsächlich mit kompakter Menüarbeit zu tun.

Grafik:
Wer recht große 3D-Gebiete auf den technisch etwas schwächlichen 3DS zaubern will, muss nicht selten Kompromisse eingehen. Ähnlich wie bei One Piece: Unlimited World Red bezahlt Ganbarion dies jedoch primär mit einer fehlenden 3D-Tiefendarstellung. Im Austausch dafür gibt es detaillierte, wenn auch etwas kompakte Charaktermodelle und flüssige, schlagkräftige Kampfanimationen, die waschechtes Dragon Ball-Flair aufkommen lassen. Dass ihr es hier mit einem rundenbasierten Rollenspiel zu tun habt, vergesst ihr recht schnell, wenn erst einmal knallharte Schläge, alles wegfegende Energiestrahlen und zackig animierte Kombos vom Stapel gelassen werden und ein Charakter mit Höchstgeschwindigkeit in eine Wand außerhalb der Arena kracht. Das wirkt auch nach dem fünfzigsten Ansehen noch immer befriedigend! Dennoch wäre uns gerade für längere Gefechte eine Möglichkeit zum Überspringen der Animationen lieber gewesen.

Sound:
In Sachen Audio-Untermalung bietet Fusions so ziemlich das, was man von einem Dragon Ball-Lizenzspiel kennt: Hauptsächlich energetische Tracks, die in den hitzigen Kämpfen euer Blut in Wallung bringen sollen, und optimistisch-fröhliche Klänge beim Erkunden der mehrstöckigen Spielwelt. Auch die Soundeffekte reihen sich in den Erwartungshorizont ein und unterstreichend die flotten Kampfanimationen perfekt. Sprachausgabe gibt es hier übrigens so gut wie keine, ihr bekommt lediglich ein paar kurze Ausrufe in japanischer Sprache serviert.

Fazit:
Dragon Ball Fusions hat so schön angefangen… Nachdem uns das spaßige und bildgewaltige Rundenkampfsystem gleich positiv überraschte, waren wir direkt von dem Lizenzspiel angetan. Leider zeigen sich bereits nach dem ersten Drittel der ziemlich kompakten Story erste Schwächen. Dass die Handlung selbst dabei ziemlich nebensächlich ist und kaum mehr als eine halbgare Entschuldigung dafür ist, diverse bekannte Gesichter der Serie ganz ohne Kontext auftreten zu lassen, kann man noch vernachlässigen. Gerade weil die freundschaftliche Rivalität zwischen Pinich und eurem Charakter erfrischend normal ausfällt. Doch wenn wir mehrfach darum gebeten werden, die Handlung zu pausieren, nur weil wir zwecks Energieansammlung erst einmal eine bestimmte Anzahl an Kämpfern bestimmter Rassen rekrutieren müssen, hört der Spaß auf. Vor allem weil besagter Rekrutierungsprozess einfach pure Fleißarbeit ohne Anspruch ist. Bei jeder neuen Barriere sackte unsere Motivation direkt in den Keller. Dass das Rollenspiel trotz dieser Streckungsmaßnahmen dann auch noch weiterhin extrem kurz ausfällt, schmerzt ebenfalls. Das Ende vom Lied: Wenn ihr nicht gerade ein großer Dragon Ball-Fan seid oder Gefallen daran finden könnt, eine Schar von Helden mit einem nervigen Rekrutierungsprozess zu versammeln, dann könnt ihr um Fusions einen Bogen machen. Schade um das schöne, fetzige Kampfsystem!

Ist für mehr Barrierefreiheit: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Simple, spaßige Rollenspielkämpfe, deren Vergnügen durch etliche Spielzeitstrecker und Ungereimtheiten getrübt wird.

Wertung

STORY:

5.0

SPIELWELT:

5.0

ANSPRUCH:

3.0
5
von 10

Fetzig animierte Kämpfe

Sehr einsteigerfreundlich

Stattliche Anzahl an rekrutierbaren Charakteren

Figurenanwerbung nervig umgesetzt

Extrem kurze Haupthandlung…

…die gnadenlos gestreckt wird

Ziemlich leere Oberwelt

Wie werten wir?

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