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Spielname:
7th Dragon III - Code: VFD

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Deep Silver

Developer:
Sega

Genre:
Rollenspiel

Release:
02.12.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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7th Dragon III - Code: VFD

Review: 7th Dragon III - Code: VFD

Tjark Michael Wewetzer, 05.12.2016

3419°

1

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Drachen? Gibt es doch nur in Fantasy-Geschichten und Videospielen! Aber was wäre, wenn diese schuppigen Bestien aus den Sagen ihre Wurzeln in der Realität hätten? Und ein Spieleentwickler über seine Produkte nach Leuten sucht, die es mit den Feuerspuckern aufnehmen können? Das ist das Szenario von 7th Dragon III – Code: VFD aus dem Hause Sega. Und es sorgt für ein wahrlich ungewöhnliches Erlebnis, auch wenn die Rollenspielmechaniken dahinter kaum klassischer sein könnten. Ob es auch bei der Stange hält, klären wir im Test.

Nicht-Nintendo stellt ein: Pro-Gamer und Drachenjäger
Achzig Jahre ist es her, dass das Tokio von 7th Dragon von Drachen heimgesucht wurde und eine Spezialeinheit die Bestien in die Flucht schlug. Mittlerweile dient das Szenario lediglich als Vorlage für das Virtual-Reality-Game 7th Encount, das sich großer Beliebtheit erfreut. Die vom Logo her stark an Nintendo erinnernde Firma Nodens bezweckt allerdings etwas anderes mit dem Spiel: Es sollen talentierte Drachenjäger gescoutet werden, denn die drachenhafte Gefahr ist noch lange nicht endgültig gebannt! Der siebte und letzte der Wahren Drachen, VFD, bedroht nämlich im Verborgenen die Gegenwart und bringt massig schuppige Begleiter mit. Als frisch über 7th Encount angeheuerter Rekrut formt ihr die sogenannte Einheit 13 und sollt nach Proben der anderen Wahren Drachen suchen, mit denen ihr die mysteriöse Drachenchronik vervollständigen und VFD in die Schranken weisen könnt.

Puh, das ist reichlich wirrer – und leider lediglich in englischen Texten verfügbarer – Stoff, den wir zu Beginn verinnerlichen dürfen! Es kommt aber noch dicker: Die anderen Wahren Drachen sind im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte, weswegen in der Gegenwart nicht an die gewünschten Proben zu kommen ist. Glücklicherweise verfügt Nodens über eine Zeitmaschine, mit der wir zu verschiedenen Drachenkatastrophen der Weltgeschichte aufbrechen. Zuvor möchte jedoch für diesen Zweck erst einmal eine Kampfgruppe aufgestellt werden. Ganz im Stile klassischer Dungeon Crawler dürfen wir unsere Party frei aus den acht verfügbaren Klassen zusammenstellen, wobei vier davon erst freigeschaltet werden müssen.

Es ist Zeit für ein Duell!
Dem Setting entsprechend geben sich die Rollen dabei ziemlich ungewöhnlich. Statt Schützen, Magiern und Mönchen wählt ihr hier beispielsweise Agenten, Duellanten und Götterhände aus. Tatsächlich entsprechen die Klassen allesamt klassischen Archetypen – die Duellanten springen beispielsweise für den typischen Magier ein, während der Runenritter ein magisch begabter Nahkämpfer ist. Jede Klasse verfügt allerdings über eine Eigenheit, die sie wiederum zu etwas Besonderem macht. Götterhände sind beispielsweise keine normalen Kampfheiler, sondern verlassen sich bei ihren Skills auf Kombos, die über einen Statuseffekt aufgebaut werden. Duellanten wiederum erinnern nicht nur namentlich an die Kartenspieler aus Yu-Gi-Oh!, sondern funktionieren tatsächlich so: Sie ziehen pro Zug eine Elementkarte, die wiederum in Magie umgewandelt werden kann. Das wiederum reicht von einfachen Feuerzaubern bis hin zu aufwändigen Fallen, für die wiederum mehrere Karten benötigt werden.

Da euer aktives Kampfteam aus maximal drei Leuten bestehen darf, gilt es natürlich, all diese Besonderheiten abzuwägen und einen gut ausbalancierten Trupp zusammenzustellen. Gleiches gilt für die Fähigkeiten eurer Helden, die ihr über ein Skill-System in Eigenregie zusammenstellt. Jeder gewonnene Kampf bringt euch nämlich nebst Geld und Erfahrungspunkten auch Fertigkeitsgpunkte ein, mit denen ihr neue Tricks freischalten und bereits erlernte stärken könnt. Das erinnert ein wenig an Genre-Konkurrenten wie Etrian Odyssey und erlaubt auch recht viele Freiheiten beim Ausbau eurer Kampftruppe.

Drachenjagd leicht gemacht
Die Parallelen zum Atlus-RPG hören da übrigens nicht auf: Auch wenn die recht großflächigen Ebenen des Spiels nicht aus der Ego-Perspektive erkundet werden, so finden sich neben den regelmäßigen Zufallsbegegnungen mit normalen Monstern hin und wieder auch größere Exemplare, die jederzeit sichtbar über die Karte wandern. Was bei Etrian Odyssey die F.O.E.s sind, sind hier niedere Drachen, wobei es die Biester aufgrund des generell eher niedrigeren Schwierigkeitsgrades nicht ganz mit den gefürchteten Minibossen aus dem Labyrinth von Yggdrasil aufnehmen können. Das soll aber nicht heißen, dass ihr euch völlig unvorbereitet ins Gefecht stürzen und einen Sieg erwarten könnt – es bedarf eben nur etwas Aufmerksamkeit beim Aufleveln eurer Fähigkeiten.

Das liegt zum Teil an weiteren Besonderheiten im rundenbasierten Kampfsystem von 7th Dragon III. Auch wenn in der Schlacht selbst nur ein Team an der Front steht, dürft ihr bis zu zwei weitere Dreiertrupps auf der Ersatzbank parken, die allesamt ebenfalls Erfahrungs- und Skillpunkte sammeln. Besser noch: Sie sind in der Lage, Rückendeckung zu geben. Über sogenannte Kumpel-Kommandos, die nach einigen Runden im Gefecht verfügbar werden, könnt ihr Verstärkungsangriffe für eure Frontkämpfer beordern und so von klassenspezifischen Zusatzeffekten profitieren. Runenritter senken etwa die Magieabwehr des Ziels, während Agenten die Feinde mit einer ganzen Palette an Statusschwächen eindecken können. Ist ein ganzes Team angriffsbereit, kann es sogar gemeinschaftlich als Verstärkung auftreten und je nach Konstellation euren Trupp mit diversen Stärkungs- und Regenerationsmanövern unterstützen. Durch all diese Hilfen und eine Vielzahl von ziemlich mächtigen Kampffähigkeiten werden die Gefechte selbst auf der höheren der beiden Schwierigkeitsstufen ziemlich einfach – auch wenn das Spiel gewiss versucht, euch durch gelegentliche Sprünge im Härtegrad ins Wanken zu bringen. Und solltet ihr doch mal scheitern, könnt ihr vor dem Tritt zurück zum Titelmenü alternativ auch einfach direkt einen zweiten Versuch wagen. Das senkt den Frust bei den gelegentlichen härteren Begegnungen.

Firmenexpansion nach Drachenhägerart
Das Ausschalten der Drachen, von denen es übrigens satte 256 im ganzen Spiel gibt, erfüllt übrigens neben der großzügigen Erfahrungspunkteausschüttung einen weiteren Zweck: Ihr erhaltet dadurch eine weitere Währung namens Dz. Damit lässt sich der Nodens-Stützpunkt gehörig ausbauen, was zum Fortschritt des Spiels teilweise auch bitter nötig ist. Neben eher kosmetischen Einrichtungen wie der Skylounge legt ihr auf diese Weise nämlich auch neue erlernbare Fähigkeiten und kaufbare Gegenstände frei. Wer fleißig Drachen erlegt, sollte beim Aufrüsten jedoch wenig Probleme haben. Und wer bei all der Ungetümjagd etwas Abwechslung braucht, kann diese in Form zahlreicher Nebenquests finden, auch wenn diese zumeist aus simplen Botengängen und Lieferaufträgen bestehen.

Steuerung:
Keine Beschwerden in dieser Abteilung! Dass die Charakter-Kontrolle in den Dungeons und im Nodens-Hauptquartier wie geschmiert läuft, versteht sich von selbst. Erfreulich sind auch die intelligenten Tasten-Shortcuts – so können wir in der Basis per R-Taste direkt zu den verschiedenen Eindrichtungen springen, ohne mühsam zum Aufzug zu marschieren, während wir in den Dungeons mit der Y-Taste jederzeit Heilungskommandos aufrufen dürfen, um geschwächte Kameraden aufzupäppeln. Lediglich das Ausrüsten und Aufleveln von Backup-Charakteren fällt etwas ungemütlich aus, da wir dafür erst ein aktives Team-Mitglied aussuchen und uns dann mit den Schultertasten zum gewünschten Charakter zu klicken haben. Insgesamt aber ein eher vernachlässigbares Manko.

Grafik:
Eines muss man den Machern lassen: Sie haben ein Auge für Stil! Seien es die detaillierten Kopffüßler, mit denen ihr durch die Dungeons zieht, oder der ungemein abwechslungsreiche Monsterpark, den das Spiel auffährt – an interessanten Charakterdesigns mangelt es hier nicht! Gerade die Drachen, egal ob niederer Ordnung oder der hohen Gattung angehörig, wirken kreativ und verspielt. Die Umgebungen bieten ebenfalls einiges fürs Auge, was leider insgesamt einen Preis hat. So verzeichnen wir bei den Streifzügen durch die Areale hin und wieder ein ganz leichtes Stottern im Bild und auf einen 3D-Tiefeneffekt hat man sogar komplett verzichtet.

Sound:
Gemäß dem moderneren Szenario des Spiels gibt sich auch der Soundtrack. Deutlich in Techno gehende Tracks dröhnen in eure Ohren, während ihr euch mit den bunten Monsterscharen schlagt oder die Nodens-Basis erkundet – und kaum einer davon klingt schlecht. Trotzdem scheut 7th Dragon III nicht vor dramatischeren Melodien, wenn ihr einem der Wahren Drachen in den Schlund schaut, und baut so passend Spannung auf. So gehört sich das! Sprachausgabe gibt es hier übrigens so gut wie keine. Lediglich ein paar Voiceclips lassen sich hier und da vernehmen, die allesamt in japanischer Sprache gehalten sind. Dafür verfügt ihr bei der Charaktererstellung über ein reichhaltiges Angebot an Sprechern, die allesamt sogar namentlich gelistet werden – für den Fall, dass euer Held beispielsweise unbedingt mit der Stimme von Tomokazu Sugita oder Kazuya Nakai herumlaufen soll.

Fazit:
Allein das Szenario von 7th Dragon III – Code: VFD hat uns hellhörig gemacht. Eine Nintendo-Pastiche von einem Videospielkonzern, dessen kommerzierelle Präsenz lediglich eine Front für geheime Drachenjägeraktivitäten ist? Und die Firma verfügt auch noch über eine Zeitmaschine, mit der wir die schuppigen Biester in verschiedenen Zeitaltern jagen? Wo sollen wir unterschreiben? Glücklicherweise weiß das Spiel dahinter auch zu unterhalten. Zwar ist es dank einer Vielzahl mächtiger Kampffähigkeiten selten richtig anspruchsvoll, die unterschiedlichen möglichen Taktiken, die dank der interessanten Charakterklassen möglich sind, halten euch aber dennoch stets bei Laune. Bei der Vielzahl an erlernbaren Skill steht euch zudem offen, wie ihr euren großen Kampftrupp hochziehen möchtet. Außerdem motiviert die Drachenjagd dank des dadurch möglichen Ausbaus eurer Heimatbasis ungemein. Die stylische Aufmachung tut ihr Übriges. Wenn ihr Lust auf ein klassisch angehauchtes Rollenspielvergnügen mit einem frischen Stil habt, seid ihr hier definitiv an der richtigen Adresse!

Vom Spiele-Nerd zum Drachenjäger: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Koch Media für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ungewöhnliches Szenario, klassische RPG-Kost: Trotz eher geringen Anspruchs ein spielenswerter Dungeon Crawler mit coolen Ideen!

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

8.0

DESIGN:

8.0
8
von 10

Erfrischendes Szenario

Interessante Charakterklassen

Viele Anpassungsmöglichkeiten

Coole Monsterdesigns

Lockerer Spielfluss

Trotz tiefgründigem Skill-System nicht sonderlich fordernd

Teils große Lücken zwischen Speicherpunkten…

…und keine Quicksave-Option

Keine deutsche Übersetzung

Wie werten wir?

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1 Kommentar