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Spielname:
Sonic Boom: Feuer & Eis

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Sega

Developer:
Sanzaru Games

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
30.09.2016 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
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Sonic Boom: Feuer & Eis

Review: Sonic Boom: Feuer & Eis

Tjark Michael Wewetzer, 27.09.2016

1734°

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Wie heißt es doch so schön: Aller guten Dinge sind drei! Getreu dieses Mottos hat man sich bei Sega nicht abschrecken lassen und einen dritten Versuch gestartet, die noch recht taufrische Sonic Boom-Marke zu einem Erfolg zu machen. Nach dem katastrophalen Wii U-Debüt und dem ersten, mittelmäßigen 3DS-Ableger hat Sonic Boom: Feuer & Eis zumindest den Vorteil, dass die Erwartungen nicht sonderlich hoch liegen. Ob es diese womöglich noch unterbietet, erfahrt ihr in unserem Test.

Jagd auf orangener Roboter
Auf einer nicht näher benannten Inselkette tun sich seltsame Risse auf, aus denen Feuer- und Eisenergie strömt. Ein komisches Phänomen, dem Sonic und seine Freunde gemeinsam auf den Grund gehen wollen, indem sie nach und nach die Risse schließen. Ein kleiner, orangener Roboter namens D-Fekt hat da allerdings etwas gegen und stellt sich der Truppe regelmäßig in den Weg. Der altbekannte böse Wissenschaftler Dr. Eggman ist natürlich auch in die Sache verstrickt. Und das war es auch schon mit dem großen Plot, der gelegentlich durch kurze, voll mit deutscher Sprachausgabe versehene Zwischensequenzen erzählt wird. Leider ist die Story ziemlich unbefriedigend und schleift sich ein wenig durch das Spiel, bis sie einfach sang- und klanglos endet.

Aber hey, wir spielen Sonic-Titel ja nicht wegen ihrer ergreifenden Geschichten, sondern für das temporeiche Gameplay! Sonic Boom: Feuer & Eis führt dabei das Konzept des Vorgängers Der zerbrochene Kristall nahtlos fort und lässt euch im besten 2D-Jump-'n'-Run-Stil umfangreiche Areale abklappern. Anfangs zieht ihr dabei noch lediglich mit Titelheld Sonic und der Igeldame Amy los, nach und nach versammelt ihr dann den Rest der fünfköpfigen Bande, die ihre jeweiligen Spezialfähigkeiten zur Aufdeckung kleinerer Geheimnisse nutzen können. So kann Muskelprotz Knuckles sich zum Beispiel durch bestimmte Erdbereiche graben, während Dachs Sticks mit ihrem fernsteuerbaren Bumerang Schalter umlegen kann, die am Ende von verwinkelten Korridoren liegen. Diese Tricks braucht ihr, um kleine Extras wie Sprungfedern oder Sammelkarten in dankenswerterweise nun deutlich kompakteren Leveln aufzustöbern. Wenn ihr sie verpasst, ist es aber auch nicht so tragisch, denn der Sammelkram schaltet nur kosmetischen Krimskrams wie alternative Hammerfarben für Amy oder Rennstrecken für den Mehrspielermodus frei.

Heißkalte Frischzellenkur
So weit, so aus dem Vorgänger bekannt. Neu hinzu kommen die titelgebenden Feuer- und Eiskräfte, die sich der Trupp durch die Schließung des ersten Risses aneignet („weil WISSENSCHAFT“, wie Tüftlerfuchs Tails sagen würde). Mit einem Druck auf eine der Schultertasten könnt ihr jederzeit zwischen den beiden Elementen wechseln und auf diese Weise gewisse Blöcke beeinflussen. Soll heißen: Eisflächen tauen auf, wenn ihr sie aufheizt, und Wasserflächen gefrieren, wenn ihr sie kühlt. Dieses Gimmick fügt sich zwar recht gut in den Spielfluss ein, wirklich komplex werden die darum gestrickten Aufgaben allerdings nie. Bis auf berutschbare Wasserfontänen und Zündschnuren, die jeweils nur in einer einzigen Welt auftauchen, kriegt ihr praktisch immer mit quadratischen Wasser- bzw. Eisblöcken zu tun. Abwechslung geht anders.

Immerhin haben die Macher versucht, den Plattformer-Alltag auf andere Weise aufzulockern. Die Tunnelrennen und, naja, normalen Rennen kennt man noch aus Der zerbrochene Kristall und sind praktisch unverändert – nur dass die normalen Rennen dank ihrer Rundkursstruktur über drei Runden jetzt noch einschläfernder sind. Tails darf hingegen nun mit zwei neuen Spielzeugen hantieren: Einem Luftkissenboot und einem ferngesteuerten U-Boot. An Bord von Ersterem rast ihr einen linearen Eismeer-Parcours entlang und zerballert im Weg schwimmendes Eis, das U-Boot schickt euch wiederum auf eine kurze 2D-Suchaktion, bei der ihr ein kompaktes Labyrinth zu navigieren habt. Klingt an sich toll, nur sind die Minigames dermaßen anspruchslos und kurz, dass sie euch nicht wirklich bei Laune halten. Apropos: Die weiter oben erwähnte Multiplayerunterstützung? Bezieht sich alleine auf die 1-gegen-1-Rennen auf einfallslosen Rundkursen, für die ihr auch noch lokale Spielpartner mit eigenem Modul braucht. Da die Rennen an sich ziemlich spaßfrei sind, strecken sie die Spielzeit des mit unter fünf Stunden überhaupt schon recht kurzen Hüpfers nicht sonderlich.

Steuerung:
Bei Der zerbrochene Kristall bemängelten wir noch die etwas schwammige Handhabung von Team Sonic. Die ist leider auch in Feuer & Eis nicht komplett ausgemerzt, die Level sind aber in der Regel dermaßen großzügig gestaltet, dass dieses Defizit kaum auffällt – selbst bei gefühlten Präzisionssprüngen gewährt euch das Jump 'n' Run etwas Spielraum. Auch ist schön, dass Bremsen wie überflüssige Animationen oder schildtragende Gegner aus dem Spiel getilgt wurden. Ein paar markante Haken gibt es trotzdem noch. So wird man beim Berühren bestimmter Objekte und Feinde schlagartig zum letzten Stück festen Boden unter den Füßen zurückgesetzt – die gesammelten Ringe, die das sofortige Ableben nach einem Treffer verhindern, fallen allerdings nun an eurem Kollisionspunkt. Dadurch werdet ihr nicht nur aus dem Spielfluss gerissen, sondern müsst den Abschnitt auch noch ohne Absicherung wiederholen. Ebenfalls ärgerlich: Der Charakterwechsel per Steuerkreuz ist mit Eingabeverzögerungen verbunden, da ihr nun eine Liste durchgeht und den Cursor zum Umschalten ruhen lassen müsst. Alternativ könnt ihr natürlich auf den Touchscreen ausweichen, doch die Anordnung der Charaktericons ist für den flinken Wechsel zwischendurch ziemlich ungünstig. Da hat uns die direkte Steuerkreuzauswahl des Vorgängers deutlich besser gefallen!

Grafik:
Visuell macht Sonic Boom: Feuer & Eis zumindest noch einiges her. Die Themenwelten bieten einschlägige Designs und sorgen für passende Abenteueratmosphäre - lediglich in Nahaufnahmen zeigen sie ihre etwas verwaschenen Details. Der 3D-Tiefeneffekt ist dabei größtenteils zweitrangig, wo wir hier doch trotz 3D-Modelle einen 2D-Plattformer vor uns haben, sieht aber zumindest recht nett aus. Abschalten solltet ihr ihn dennoch, da das Spiel bei aktivem 3D hin und wieder zu kurzen Stotteranfällen neigt. In den eher mäßig animierten Zwischensequenzen gibt es wohl aus diesem Grund auch gar keinen Tiefeneffekt.

Sound:
Eher zweckmäßig als eingängig gibt sich die musikalische Beschallung, die euch auf eurer Reise über die Inselkette begleitet. Klar passen sie zu den jeweiligen Themengebieten – die Dschungelwelt wird beispielsweise von wilderen Tönen begleitet, während das piratenhafte Areal mit karibischen Klänge aufwartet – doch nichts bleibt wirklich hängen, alles dudelt eher im Hintergrund vor sich hin. Die deutsche Sprachausgabe kann ebenfalls als gemischt betrachtet werden, da viele der Szenen unheimlich gestellt wirken – wobei das auch ganz gut an den mäßigen Dialogen mit ihrem Holzhammerhumor liegen kann.

Fazit:
Wenn wir ehrlich sind, hat uns Sonic Boom: Feuer & Eis zu Beginn noch ziemlich positiv gestimmt. Die Level sind angenehm gestaltet, wirken im Vergleich zum Vorgänger an den richtigen Stellen entschlackt und dank reichlich Tempo-Abschnitten kommt sogar ein wenig klassisches Sonic-Feeling auf. Aber je länger wir das recht kurze Abenteuer bestritten haben, desto mehr machte sich Ernüchterung breit. Vom Anspruch her bleibt der Hüpfer auf einem sehr gleichströmigen Niveau, viele kleine Macken wie das Zurücksetzen nach Treffern oder die ungemütliche Charakterwahl nerven auch gen Ende noch und zu allem Überfluss wirken einige Elemente so, als hätte man sie lieblos eingeworfen. Die Feuer- und Eiskräfte verkommen etwa zu einem simplen Gimmick und die wenigen Bosskämpfe finden zu schier wirrkürlichen Zeitpunkten statt. Dadurch befindet sich der nunmehr dritte Sonic Boom-Versuch zwar auf dem Weg der Besserung, so wirklich einmalig wird das Spiel dadurch aber noch nicht und ist daher höchstens etwas für wirklich ausgehungerte Sonic-Narren.

Direkt in die Schallmauer gekracht: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein halbgarer Mischmasch aus vielversprechenden Ideen. Leider nur minimal besser als der Vorgänger.

Wertung

LEVELDESIGN:

7.0

ABWECHSLUNG:

6.0

SCHWIERIGKEIT:

5.0
5
von 10

Keine überlangen Level mehr…

Größtenteils gelungener Spielfluss

Reichlich optionaler Sammelkram

Farbenfrohe Gebiete

…wodurch die Gesamtspielzeit niedrig ausfällt

Zurücksetzen nach Treffer nervt total

Verliert auf letzter Strecke stark an Schwung

Ungemütlicher Charakterwechsel

Steuerung könnte präziser sein

Öde Minigames

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