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Spielname:
Disney Art Academy

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Headstrong Games

Genre:
Sonstiges

Release:
15.07.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Disney Art Academy

Alexander Schneider, 15.07.2016

2963°

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Auch wenn es im Nachhinein verwunderlich erscheinen mag - die Art Academy-Reihe kann trotz (oder vielleicht gerade wegen?) ihrer Nischentauglichkeit auf eine mittlerweile lange Tradition zurückblicken. Vor allem der damals innovative Touchscreen des Nintendo DS lieferte seinerzeit den Anstoß für das im Jahre 2010 erschienene Debüt Art Academy. Doch da wir nun ein paar Schritte weiter sind, das Jahr 2016 schreiben und einen 3DS zur Verfügung haben, bieten sich den Entwicklern von Headstrong Games natürlich ganz andere Möglichkeiten als in der staubigen Vergangenheit. Die neue Vielfalt ist unter anderem daran festzumachen, dass sich die Serie bis in die Höhen der populären Pokémon-Marke aufgeschwungen und den dazugehörigen Titel in Form von Pokémon Art Academy geliefert hat, doch nun begibt sie sich sogar in märchenhafte Gefilde. Was sollte sich auch besser eignen, als die phantastischen Wesen aus dem Disney-Universum zur zeichnerischen Vorlage zu machen? Viele virtuelle Pinselschwinger haben sich eine solche Umsetzung schon lange gewünscht - ob sich die Verwirklichung aber auch gelohnt hat, verraten wir euch in unserem malerischen Testbericht zu Disney Art Academy!

Rettet das Kunstfestival!
Das Spiel lässt euch gleich zu Beginn in einem sommerlichen Szenario erwachen. Ihr befindet euch auf einer abgelegenen Insel im Pazifischen Ozean, genauer gesagt auf Summer Island, und werdet von Professor Leo in Empfang genommen. Dieser ist - wie sollte es auch anders sein? - Leiter des hiesigen Kunstklubs und fragt euch sogleich nach eurem Namen. Doch einfach so seid ihr hier sicherlich nicht gelandet, oder? Nein, keineswegs! Der Professor braucht nämlich eure Hilfe, um das Disney-Kunstfestival zu retten - und ihr als angehender Student sollt dies in zeichnerischer Manier bewältigen. Passend dazu führt uns der Professor ganz sanft in die künstlerische Welt der Malerei ein, eine kurze Einführungslektion dient als kreativer Wegweiser in eine sicherlich formvollendete Zukunft. Das Tutorial verlangt euch lediglich ab, ein simples Porträt von Micky oder Minnie anzufertigen und bringt euch im Zuge dessen die Steuerung und die Verwendung der einzelnen Zeicheninstrumente näher. An Hilfestellungen spart die Einführungslektion selbstredend nicht: Zum einen zeigt euch der Professor, wie ihr möglichst filigran ans Ziel gelangt, zum anderen könnt ihr euch einfach an den vorhandenen Hilfslinien orientieren.

Im Grunde genommen müsst ihr also einfach den Stylus in die Hand nehmen und euren Touchscreen verzaubern! Sollte euch das allerdings mal misslingen, steht ein Radiergummi per Knopfdruck parat. Anfangs allerdings beschränkt sich Disney Art Academy auf kinderleichte Aufgaben für Einsteiger - so beginnt ihr etwa damit, Minnies Gesicht und ihre Ohren in schwarz zu grundieren. Kurz darauf müsst ihr ihr Gesicht beige ausmalen, um ein wenig Hautfarbe ins Spiel zu bringen. Solltet ihr euch hier verzeichnet haben, ist das Radiergummi allerdings keine große Hilfe. Stattdessen müsst ihr einfach die Schultertasten betätigen, um einzelne Schritte rückgängig zu machen oder zu wiederholen. Ohne die Gesichtsmerkmale wäre das Gesamtkunstwerk jedoch unvollständig, sodass wir nach und nach die Augen, die Nase, den Mund, ihre Zunge, das obligatorische Schleifchen und letztlich auch ihre Wimpern - allerdings mit einem feineren Pinsel - zeichnen. Fertig! Da wir unsere Fingerfertigkeit nun bewiesen haben, sind wir bereit für größere Projekte.

Cineastische Kunst
Alsbald könnt ihr euch im Hauptmenü entweder für das freie Zeichnen oder für die vorgegebenen Lektionen entscheiden. Während euch beim freien Zeichnen alle Zeichenwerkzeuge und die vollständige Farbpalette geboten werden, folgen die Lektionen einem gewissen Schema und bieten euch Hilfestellungen. Gleich nach dem Tutorial könnt ihr euch etwa an das Spezialgebiet der Ausdrücke heranwagen - also daran, euren Kunstwerken auch Emotion zu verleihen. Entscheidet ihr euch etwa für den allseits bekannten Clownfisch Nemo, müsst ihr ein niedliches Gesicht anfertigen. Dieses wird vor allem von rundlichen Wangen, einem kleinen Kinn und großen Augen geprägt. Da es in den Lektionen des Ausdrucks vor allem um eben diesen geht, sind die Körper der verschiedenen Vorlagen bereits fertig gezeichnet, sodass ihr den Protagonisten lediglich einen Gesichtsausdruck verleihen müsst. Im Zuge dessen kann es durchaus sinnvoll sein, das Bild zu vergrößern, um beim Zeichnen der Details ein wenig mehr Präzision zu gewinnen.

Sobald wir Nemos herziges Lächeln eingefangen haben, dürfen wir uns einem gefühlsmäßigen Kontrast hingeben - nun nämlich ist Kummer, ein Charakter aus dem Film Alles steht Kopf, an der Reihe. Mit Kummer wird das Werkzeug der Sprühfarbe eingeführt, um viele kleine Farbpartikel zur Geltung kommen zu lassen. Eindeutig: Kummers Porträt ist zu Tode betrübt! Und genau diese Traurigkeit kann durch einen hängenden Mund und einen bekümmerten Blick erzeugt werden. Aber aufgepasst! Haltet euch so exakt wie möglich an die Vorgaben, denn jeder einzelne Pinselstrich kann für einen veränderten Ausdruck sorgen - ihr müsst also so konzentriert und geduldig wie nur irgend möglich zu Werke gehen.

Im weiteren Spielverlauf kommen darüber hinaus noch Lektionen wie Formen und Schatten und sogar 2D-Zeichentechniken hinzu. Disney Art Academy besticht mit ganzen zwölf Lektionen zu verschiedenen Themen der Kunst und führt Zeichnung für Zeichnung neue Figuren ein, die sich aus einem angenehmen Mix zwischen betagten und aktuelleren Disney- und Pixar-Charakteren ergeben. Sollte man eine Zeichnung bewältigt haben, werden sogleich weitere Lektionen und auch Bilder für das wesentlich anspruchsvollere freie Zeichnen freigeschaltet. Dass die Lektionen gerade zu Beginn nur so vor Tutorials und Erklärungen überschäumen, könnte dem ein oder anderen erfahrenen Veteranen sauer aufstoßen, zumal die ersten Lektionen auch nicht wirklich fordern. Einsteiger aber kommen voll auf ihre Kosten!

Geduld ist eine Tugend!
Ja, Disney Art Academy verlangt euch viel Geduld ab. Den erfahrenen Art Academy-Spielern, weil sie viel zu einfache Zeichnungen bewältigen und Tutorials lesen müssen, um weitere Bilder für das freie Zeichnen freizuschalten. Den Anfängern, weil sie ihre Fehler akzeptieren und sie rückgängig machen müssen, nur um dann einen weiteren Anlauf zu starten. Das makellose Kunstwerk erfordert eben manchmal mehrere Versuche - ganz gleich, wie zügig man eine Lektion auch abschließen will. Letztlich dienen alle Lektionen aber lediglich als Vorbereitung auf das bereits angesprochene freie Zeichnen, das euch den gesamten Malkasten zur Verfügung stellt. Im Malkasten wiederum könnt ihr unter anderem die Deckkraft und die Strichdicke bestimmen und zwischen Unmengen an Werkzeugen wählen. Da wäre unter anderem der Zeichenstift, mit dem sich dünne, skizzenhafte Striche zu Papier bringen lassen, der Markierstift, mit dem man vor allem Flächen ausmalt und der Pinsel für das Anfertigen dicker Striche. In der Farbpalette finden sich zudem alle Farben, die ihr für das jeweilige Bild benötigt. Auch die wählbaren Ebenen sind von großer Bedeutung, da jede für sich eine eigene Leinwand darstellt, die die anderen Ebenen nicht beeinflusst. Darüber hinaus könnt ihr entscheiden, ob ihr euch über die sogenannte Einblendungsebene hilfreiche Optionen wie ein Gitter oder gar Hilfsformen sichern wollt. Im Klubhaus, welches ebenfalls über das Hauptmenü anwählbar ist, könnt ihr euch abgesehen von der aktiven Kunst eure Galerie ansehen und euren Fortschritt überprüfen. Und haltet ihr eines eurer Bilder für besonders gelungen, dann könnt ihr es sogar mit der Außenwelt teilen - entweder über das Miiverse, lokal oder über den 3DS-Bildertransfer, der euch die Bilder auf Facebook und Twitter hochladen lässt.

Steuerung:
Wie in den Vorgängern macht Disney Art Academy bei der Handhabung alles richtig. Der geneigte Zeichner hat jederzeit die volle Kontrolle über Pinsel und Stift, sodass ihm - zumindest, wenn die Begabung vorhanden ist - nichts misslingen sollte. Gerade die anfänglichen Lektionen machen es dem Spieler durch die zahlreichen Tutorials, Vorführungen und Hilfslinien extrem einfach, die vielen Instrumente aus dem Malkasten funktionieren darüber hinaus aber auch einfach perfekt. Doch seien wir mal ehrlich: Was wäre ein Zeichenspiel wie dieses, wenn die Steuerung Kritik verdient hätte? In diesem Sinne erfüllt die Handhabung voll und ganz ihren Zweck, entspricht aber auch einfach den Erwartungen, die man an einen solchen Titel richtet. Lediglich auf dem 2DS kann es ab und an zu Problemen in Sachen Präzision kommen, da dessen Bildschirme natürlich deutlich kleiner sind als die seines größeren Pendants - ein 3DS XL sei hier also auf jeden Fall angeraten.

Grafik:
Disney Art Academy bietet mehr als 80 Disney- und Pixar-Charaktere, die allesamt charmant in Szene gesetzt werden und das Spielvergnügen deutlich aufwerten. Zwar ist rein optisch keine Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängern zu erkennen, diese benötigt es aber auch nicht unbedingt, um den zeichnerischen Zauber zu entfachen. Die Technik reicht für ein simples Spielprinzip wie dieses vollkommen aus und obwohl die einzelnen Werkzeuge natürlich nicht immer so wirken, als benutze man sie auf echtem Papier, ergeben sich letztlich hübsche Kunstwerke, die es wert sind, mit Freunden oder gar mit der Öffentlichkeit geteilt zu werden.

Sound:
Es ist wie so oft der Fall, dass die Klangkulisse des Titels nicht weiter stört, aber auch nicht wirklich auffällt. Leider orientiert sich die Hintergrundbeschallung des neuen Art Academy-Ablegers nicht an den Disney-Soundtracks, was dem Spiel allerdings durchaus zu wünschen gewesen wäre. Stattdessen erwartet euch ein fröhlicher, verspielter Soundtrack, der beim Zeichnen vor sich hindudelt und an den man sich schon nach der Fertigstellung des Kunstwerkes nicht mehr wirklich erinnert. Ausbaufähig!

Fazit:
Disney Art Academy hat sie alle. Ob es Nemo aus Findet Nemo ist, Elsa aus Die Eiskönigin, Simba aus König der Löwen, Micky Maus oder Buzz Lightyear – das Paradebeispiel des Zeichenprogramms lässt keine Fanwünsche offen! Sogar Chip und Chap sind dabei und auch Schneewittchen tritt aus ihrem Märchen hervor, um euch an den Touchscreen zu locken. Die Disney-Lizenz ist eindeutig die größte Stärke des Titels, wenngleich die prominenten Charaktere leider nicht mit euch reden und der Soundtrack sich nicht an seinen filmischen Vorlagen orientiert. Ansonsten aber ist Disney Art Academy genau das, was man im Vorfeld erwartet hat - ein Art Academy mit Disney-Zusatz. Nicht mehr und nicht weniger. Profis wird der Einstieg ein wenig zu zäh und langweilig sein, während Anfänger behutsam an das Gameplay herangeführt werden - zumal dies auch dringend notwendig ist, da der Malkasten unzählige Möglichkeiten bietet, eure Zeichnungen aufzuhübschen. So verbleibt letztlich der Eindruck, dass Disney Art Academy bei weitem nicht nur für die jüngere Zielgruppe, sondern auch für ältere Semester geeignet ist. Erst recht, wenn sie sich für das märchenhafte Disney-Universum begeistern können!

Wünscht sich, dass seine Zeichnungen lebendig werden: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Nemo, Micky und Elsa rufen euch zu den Pinseln - ein märchenhafter Zeichenspaß!

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

7.0

STEUERUNG:

9.0

ABWECHSLUNG:

8.0
8
von 10

Ausführliche Tutorials…

Zahlreiche Disney- und Pixar-Charaktere

Viel Auswahl an Werkzeugen

Stimmige Präsentation

Freies Zeichnen fordert auch Veteranen

Präzise Handhabung

Übertragung der Zeichnungen ins Miiverse und auf Facebook

…die Profis langweilen werden

Belangloser Soundtrack ohne Filmbezug

Kaum Neuerungen für Kenner der Vorgänger

Wie werten wir?

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