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Spielname:
Resident Evil: The Mercenaries 3D

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Capcom

Genre:
Shooter

Release:
01.07.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre

Screenshots:
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Resident Evil: The Mercenaries 3D

Review: Resident Evil: The Mercenaries 3D

Tjark Michael Wewetzer, 01.07.2011

12k°

22

Test mögen: Weitersagen:

Na, wer wird denn hier gleich übermütig? Keine Frage, als kostenloser Zusatz zu einem großen Horror-/Action-Spektakel war der Spielmodus „The Mercenaries“ immer gern gesehen in der „Resident Evil“-Reihe. Seit dem dritten Teil können sich hier Fans durch Horden von Untoten oder Mutanten metzeln, ohne groß über Munition nachzudenken und stattdessen auf möglichst gute Punktzahlen abzuzielen. Jetzt ist man bei Capcom wohl auf die Idee gekommen, das kleine Minigame zur Abwechslung mal auszukoppeln und ein eigenes Spiel drumherum zu stricken. Das Ergebnis? „Resident Evil: The Mercenaries 3D“, der Serien-Einstand auf dem 3DS. Macht die Ballerei auch auf dem Handheld Spaß? Und noch viel wichtiger: Ist der Vollpreis für die 3DS-Karte gerechtfertigt? Finden wir es heraus!

Echte Söldner brauchen keine Handlung!
Kijuju, irgendwo in Nicht-Afrika. Ein scheinbar friedliches Dorf erstreckt sich vor uns. Ein wenig heruntergekommen, ja. Und die Autowracks zeugen auch nicht gerade von einer guten Nachbarschaft. Doch es ist immerhin ruhig. Ja fast schon zu ruhig. Rebecca Chambers, Medizin-Expertin vom ehemaligen S.T.A.R.S. Bravo-Team, läuft ein unheimlicher Schauer über den Rücken. Und plötzlich geschieht es: Schreie sind zu vernehmen! Scharfkantige Werkzeuge werden über den Boden geschleift! Eine ganze Horde von feindlich gesinnten Majini stürmt auf die junge Dame zu! Und warum versuchen wir eigentlich, euch eine Story aufzuschwatzen?

„The Mercenaries 3D“ hat genau null Prozent Plot. Es gibt keine Erklärung dafür, dass sich Barry Burton und Rebecca Chambers plötzlich in Kijuju aufhalten. Auch Claire Redfields Auftritt in dem nicht-spanischen Dörflein aus „Resident Evil 4“ wird nicht erläutert. Wozu auch? Hier geht es nur um eines: das ehrliche Umpusten von möglichst vielen infizierten Gesellen in kurzer Zeit. Kein Wunder, dass da ein dicker „Ab 18“-Anstecker auf der Verpackung prangt! Insgesamt 30 Aufträge aufgeteilt in sechs Akte beheimatet die 3DS-Karte - und diese Missionen haben es in sich.

Echte Söldner verschonen keinen Feind!
Nachdem ihr ein paar Tutorial-Aufträge zum Einstieg hinter euch gebracht habt, in denen ihr entweder einen vorgegebenen Weg entlangmarschieren oder eine bestimmte Anzahl von Gegnern plätten müsst, gelangt ihr irgendwann zum Herzstück des Spiels: dem großen Highscore-Festschießen. Hier entfaltet dann „The Mercenaries 3D“ seine wahre Stärke: Mit einem von insgesamt acht Charakteren -die allerdings zum Großteil im Spielverlauf freigeschaltet werden müssen- begebt ihr euch in eines der aus „Resident Evil 4“ und „Resident Evil 5“ entliehenen und teils auch leicht geschrumpften Areale und legt innerhalb des Zeitlimits alles um, was euch vor die Flinte läuft.

Blindes Losballern führt allerdings weder stets zum Ziel, noch zum Highscore. Wer richtig punkten möchte, muss durch das schnelle Ausschalten von Feinden große Kombos aufbauen. Zusätzlich liegen in den Levels noch Sanduhren versteckt, die euch beim Einsammeln ebenfalls über einen kurzen Zeitraum mit einem Punktebonus pro taktischem K.O. prämieren. Und da eure Start-Versorgung beim besten Willen nicht ausreichen wird, solltet ihr auch stets die Augen nach weiterer Munition, Handgranaten, Heilkräutern oder Minen offen halten.

Echte Söldner erledigen ihren Job schnell!
Neben der Punktzahl gibt es noch einen zweiten wichtigen Faktor: Zeit. Denn wie schon erwähnt haucht euch die ganze Ballerei über ein Zeitlimit ungemütlich in den Nacken. Doch keine Panik, dieses lässt sich nämlich auch ausbauen. Etwa durch Zeitsymbole in den Gebieten, die ihr kaputt hauen müsst. Oder indem ihr eure Gegner statt mit einer Kugel im Nahkampf den Rest gebt. All dies fügt wertvolle Sekunden hinzu, die ihr für eure Punktejagd weiter nutzen könnt.

Aber was wäre eine ordentliche Infizierten-Jagd ohne die passenden Werkzeuge? Womit ihr in die Schlacht zieht, entscheidet ihr anfangs noch über den Charakter, den ihr wählt. Der bullige Chris Redfield zum Beispiel schleppt eine Pistole, eine Schrotflinte und ein Scharfschützengewehr mit sich rum. Seine ehemalige Partnerin und zukünftige „Resident Evil: Revelations“-Heldin Jill Valentine hingegen hat ein Maschinengewehr, ein Messer und eine Schrotflinte im Reisetäschchen. Je nach Ausstattung solltet ihr natürlich auch eure Kampfstrategie anpassen - später (oder mit entsprechend vielen 3DS Game Coins als Bestechung) dürft ihr aber auch aus anderen Waffenpools für eure Figuren wählen.

Das ist allerdings nicht die einzige Art und Weise, mit der ihr euch auf euren Lauf vorbereiten könnt. Es gibt nämlich noch ein großes Paket an Fertigkeiten, die ihr nach und nach freischaltet und von denen ihr drei gleichzeitig ausrüsten könnt. Dahinter verbergen sich kleine Boni wie verbesserte Genesungswirkung von Heilkräutern oder eine Verlängerung der Kombo-Zeit unter bestimmten Bedingungen. Diese Fertigkeiten lassen sich auch separat noch einmal aufleveln, wodurch sich ihre Effekte verstärken. Auf Level 3 gibt euch die erwähnte Sanitäter-Fähigkeit z.B. auch einen Energiebonus für jeden kritischen Treffer, den ihr landet.

Steuerung:
Keine Angst, werte Söldner: Zum Zielen wird nicht auf den Touchscreen zurückgegriffen. Der Shooter wird nach klassischem „Resident Evil“-Muster gesteuert. Das bedeutet: Per rechter Schultertaste wird die Waffe gezogen, mit Y dann geschossen und per B-Taste nachgeladen. Mit dem Steuerkreuz wechselt ihr zwischen euren drei Waffen und auf A kommt ihr schnell an ein rettendes Heilkraut heran. Nur für Zusatzwerkzeuge wie Handgranaten oder Kontaktminen müsst ihr auf die Schaltflächen des Touchscreens tippen. Und das ist auch nur eine von vier möglichen Konfigurationen -darunter auch eine an Standard-Shooter angelehnte Dual-Analogstick-Steuerung, wo das Tastenkreuz den zweiten Stick ersetzt- die allesamt gut funktionieren und in der Hitze des Gefechts euch mit Sicherheit nicht im Stich lassen.

Grafik:
Wenn man „The Mercenaries 3D“ zum ersten Mal startet, wird man sich vielleicht ungläubig die Augen reiben. Kann das Spiel wirklich dermaßen gut aussehen? Jepp, es kann! Wenn auch allerdings nicht ohne irgendwelche Haken. Zwar sehen sowohl Umgebungen als auch Figuren wunderbar aus und geizen auch nicht mit Details, einige Texturen sind aber dennoch verwaschen und -was gerade bei hohem Gegneraufkommen richtig auffällt- weiter in Entfernung befindliche Gegner lassen eine Vielzahl ihrer Animationsphasen weg. Da zuckeln Feinde auf Distanz schon mal in weiter Ferne fragwürdig über den Bildschirm. Nicht schön, aber trotzdem ein schmuck anzusehendes Spiel mit einem netten, wenngleich nicht überragenden 3D-Effekt.

Sound:
Anders als die Optik kann die Klangqualität leider nicht ganz überzeugen. Die treibenden Musikstücke hören sich zwar gut an, alle anderen Soundeffekte klingen jedoch eher schlecht als recht. Die Voice-Clips sämtlicher Figuren erschallen stark gedämpft aus den Lautsprechern und auch manch Waffen-Soundeffekt wirkt unfreiwillig komisch - etwa Treffer mit dem Maschinengewehr, die eher an Knallerbsen erinnern. Hier wäre wohl etwas mehr Feintuning nötig gewesen!

Features:
Das große Problem des Spiels: Es ist an und für sich nicht allzu viel dran. Die 30 Missionen lassen sich -je nach eigenem Können- in gut fünf bis acht Stunden vollenden, wenn auch nicht perfektionieren. Wer einen Wert auf Vollständigkeit legt, wird aber noch eine Weile länger beschäftigt sein. Das Spiel führt nämlich für jeden der acht Charaktere eigens Buch über die Punktzahlen, es gibt einen großen Fertigkeiten-Satz zum Freispielen und Achievement-ähnliche Medaillen könnten ebenfalls noch einmal motivieren. Allerdings nur einmal, man kann nämlich nur beim ersten Start ein neues Spiel beginnen. Danach bleibt der Spielstand und lässt sich weder löschen noch anderwertig überschreiben. Da der Fokus auf der Highscore-Jagd liegt, ist das vielleicht beinahe noch verschmerzbar, dass für diesen Zweck aber Online-Highscore-Listen fehlen, tut schon eher weh. In dieser Hinsicht kommt „The Mercenaries 3D“ einfach nicht über den Minispiel-Status hinweg.

Und was die „Resident Evil: Revelations“-Demo anbelangt: Wer sich die Ballerei nur deswegen ins Haus holen möchte, sollte sein Vorhaben noch einmal überdenken. Die Pilot-Version ist mit unter 10 Minuten extrem kurz und dient lediglich als -zweifelsohne technisch beeindruckende- Grafikdemo für das kommende Gruselabenteuer.

Multiplayer:
Hier haben wir es eindeutig mit einem der großen Glanzpunkte der 3DS-Karte zu tun. Mit Ausnahme der Tutorial-Missionen könnt ihr nämlich alle Aufträge auch mit einer zweiten Person im Koop angehen. Und solltet ihr keinen Kumpel mit eigenem „The Mercenaries 3D“-Exemplar haben -Download-Play unterstützt das Spiel leider nicht- könnt ihr auch online nach willigen Waffenbrüdern schauen. Das geht relativ unkompliziert und in unserem Testzeitraum auch weitestgehend ohne gravierende Lags - kleine Verzögerungen waren aber dennoch häufiger vernehmbar.



Fazit:
Die schlechte Nachricht zuerst: Capcom hat es leider versäumt, aus „Resident Evil: The Mercenaries 3D“ einen Titel zu machen, der den Vollpreis vollends rechtfertigt. Denn trotz aller Upgrades wie dem Fertigkeiten-System oder den nun insgesamt 30 Missionen -wovon wiederum auch „nur“ 22 nicht zum Tutorial gehören- wird man einfach das Gefühl nicht los, hier das einstig kostenfreie Minispiel der Resident Evil-Reihe ohne bewegende Neuerungen erneut aufgetischt zu bekommen. Aber die Preisgestaltung ist dann auch wirklich der einzige, schwerwiegende Kritikpunkt. Denn wer sich mit dem Titel beschäftigt, bemerkt warum Capcom diese Auskopplung überhaupt in Erwägung gezogen hat. Die Highscore-Schießerei kann hochgradig süchtig machen, die (Online-)Koop-Komponente ist hervorragend umgesetzt und richtig schön sieht das Spiel auch noch aus - von kleinen Schönheitsfehlern mal abgesehen. Ein wunderbares Spektakel, dass man einfach immer wieder zwischendurch einlegen kann. Wer ein zünftiges Action-Spiel für warme Sommernächte sucht, das 18. Lebensjahr erreicht hat und gerne auf Highscore-Jagd geht, macht mit „The Mercenaries 3D“ per se nichts verkehrt.

Lädt noch einmal nach und zählt seine Blendgranaten: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Guter Score-Shooter mit fragwürdiger Preisgestaltung - Volljährige Freunde kerniger Ballereien können aber trotzdem reinschauen.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

7.0

WAFFENARSENAL:

8.0

GRAFIK:

9.0
7
von 10

Schnelle Action

Klasse Koop

Fette Grafik...

Zu wenig dran

Permanenter Spielstand

...mit Schönheitsmacken

Wie werten wir?

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22 Kommentare