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Spielname:
Stella Glow

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Imageepoch

Genre:
Rollenspiel

Release:
11.03.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Review: Stella Glow

Alexander Schneider, 14.03.2016

4518°

3

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Es gab eine Zeit, da lastete den Hexen, phantastischen Fabelwesen mit magischen Kräften, ein bedeutend schlechterer Ruf an als heute. Im mittelalterlichen Volksglauben etwa galten Hexen als teuflische Unheilsbringer, viele Frauen wurden aufgrund falscher Verdächtigungen gar verbrannt. Auch in Stella Glow, einem strategischen Rollenspiel aus dem mittlerweile insolventen Hause Imageepoch, spielen Hexen eine zentrale Rolle. Einmal mehr wird die Apokalypse heraufbeschworen, werden Flüche ausgesprochen und unschuldige Dorfbewohner zu Opfern der magischen Gewalt. Und natürlich muss es auch diesmal einen Helden geben, der den Mut aufbringt, gegen die aufkommende Finsternis aufzubegehren - hier ist es Alto, der sich mit Tapferkeit und Kampffertigkeit anschickt, um die Welt vor dem drohenden Untergang zu bewahren. Doch hält der japanisch angehauchte Nischentitel, was er verspricht? Erweist sich auch das Kampfsystem als zauberhaft? In unserem folgenden Testbericht wollen wir aufklären, ob dem Spiel wirklich rituelle Kraft innewohnt.

Konzert einer bösen Hexe
Der Einstieg verspricht bereits Episches: Der Legende nach lebte auf dem Mond einst ein Gott, der von den Menschen angebetet wurde. So sollte es geschehen, dass die Menschen im Laufe der Zeit ihr Königreich gründeten, während ihr Götterglaube schwinden sollte. Gott selbst wurde rasend vor Zorn und schickte seine Engel auf die Erde, um die Ungläubigen zu bestrafen, doch Elcrest, ein Mann von Heldenmut, begab sich auf den Mond und opferte sein Leben, um das tausendfache Sterben zu beenden. Seitdem verehrt das gesamte Königreich seinen Retter.

Diese Geschichte trägt Lisette, eine sorgsame Dorfbewohnerin, einführend vor, um die ansässigen Kinder zu lehren. Drei Jahre zuvor rettete Lisette Alto, einen Jungen, den sie ohne Erinnerungen aufgefunden und in ihre Familie aufgenommen hat. Es verwundert nicht, dass Alto Mithra Village mittlerweile als seine Heimat sieht. Doch die trügerische Idylle soll schon bald ein Ende nehmen… Am Morgen nach Lisettes Geburtstagsfeier erwacht Alto und hört aus der Ferne sanften Gesang erklingen. Natürlich begibt er sich umgehend in den Wald, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Dort angekommen erblickt er ein mysteriöses Mädchen names Hilda - eine Hexe, wie ihre Gabe des Gesangs verrät, wo doch Gott den Menschen das Lied als Strafe entriss. Und ihr Ratschlag an Alto und Lisette ist es, ihr Dorf umgehend zu verlassen. Nur wenig später wird Otto, ein Jäger aus dem Dorf, in Kristall verwandelt. Mit ihrem unheilvollen „Lied der Zerstörung“ kristallisiert Hilda daraufhin die gesamte Ortschaft. Als Lisette und Alto Rache nehmen wollen, stellt sich ihnen Dante, Hildas Handlanger, entgegen - ein aussichtsloses Unterfangen für unser Heldenduo. Doch das Schicksal beschert Lisette ungeahnte Superkräfte! Auf dem Höhepunkt des Kampfes wird eben dieser durch den königlichen Ritterorden beendet, Hilda und Dante flüchten daraufhin umgehend. Plötzlich werden Alto und Lisette unter Zwang in die Hauptstadt eskortiert - doch warum? Lisette ist zur Hexe des Wassers geworden.

Königliche Audienz
In der Hauptstadt soll es geschehen, dass unsere beiden Helden auf Königin Anastasia treffen - überraschenderweise eine junge Dame, die ihnen von den Qualia, den Juwelen der Elemente Wasser, Wind, Feuer, Erde und Zeit, erzählt. Absorbiert der Träger eines Edelsteins eben diesen in seinen Körper, erhält er die Fähigkeit, beschwörerische Lieder zu singen und magische Kräfte anzuwenden - er wird also zur Hexe. Diesen Pfad hat das Schicksal auch Lisette geebnet, und da Hilda bereits dabei ist, sämtliche Ortschaften des Königreichs zu kristallisieren, kommt die Hilfe einer Magierin gerade recht! Um Hilda aufzuhalten, muss ein heiliges Lied vorgetragen werden, das die zu Kristall gewordenen Menschen retten kann. Leider kann genau dieses Lied nur von einem Ensemble aus vier Hexen gesungen werden, sodass die verbliebenen Magierinnen schnellstens gesucht werden müssen. Das Schicksal der Welt hängt am seidenen Faden, und so liegt es letztlich an unseren Helden, die sinistre Zauberin Hilda aufzuhalten. Zusammen mit dem 9. Königlichen Regiment ziehen sie durch das Königreich, um die drei übrigen Hexen zu finden und gewinnen immer wieder neue Verbündete hinzu.

Ausladende Schlachtfelder
Nicht ganz so ausführlich wie die Wirrungen der Story muss das Kampfsystem erklärt werden. Da es sich bei Stella Glow bekanntlich um ein Strategie-RPG handelt, muss natürlich auch die strategische Komponente Platz finden. Steht mal wieder einer der zahlreichen Kämpfe an, findet man sich also auf einem strategischen Schlachtfeld wieder, das in zahllosen Rastern angeordnet ist - nicht selten erinnert das Geschehen auch an Final Fantasy Tactics. Die Reihenfolge der Angriffe ist jederzeit über die Zugfolge einsehbar, um optimale Planung zu erlauben. Jedes Mitglied eures Teams kann sich bei seinem Zug über eine bestimmte Distanz hinweg in den einzelnen Feldern fortbewegen und attackieren, sobald er in der Nähe des Gegners angekommen ist - Gleiches gilt natürlich auch für die feindlichen Truppen.

Geht man dann in die Offensive über, kann entweder ein normaler Angriff gestartet oder auch ein besonderer Move im Austausch gegen ein SP-Entgelt ausgelöst werden. Bei Alto wäre das etwa die Attacke „Double Slash“, die bedeutend mehr Schaden anrichtet als ihr gewöhnliches Pendant. Zudem wohnt jedem eurer Krieger eine Fähigkeit inne, Alto zum Beispiel kontert gegnerische Angriffe unmittelbar nach deren Ausführung und setzt dem Feind so merklich zu. Achtung: Nach jedem eurer Züge könnt ihr die Blickrichtung eures Kämpfers verändern, was im Kampfverlauf von entscheidender Bedeutung sein kann! Angriffe von rechts oder links nämlich steigern die Genauigkeit des Angreifers, Attacken von hinten erhöhen zudem auch noch den Schaden. Leider gilt das natürlich auch, wenn man selbst Ziel einer Offensivaktion wird - letztlich sollte man sich also immer so ausrichten, dass man am besten von vorne getroffen wird, gleichzeitig setzt man seinen Gegnern am besten von hinten zu. Solltet ihr einen Angriff erfolgreich ausgeführt haben, erhält der involvierte Charakter Erfahrungspunkte, genügend davon erwirken einen wertesteigernden Stufenanstieg. Natürlich erlernen eure Schützlinge nach und nach neue Fertigkeiten und Zauber. Die Macht der Hexen ist sogar noch ein wenig größer, da sie ihre Lieder auch in Kämpfen entfesseln können, um die Gegnerschar auszumerzen.

Die Natur der Elemente
Auf den 50 unterschiedlichen Schlachtfelder zählt übrigens nicht nur die bloße Stärke der beteiligten Krieger, auch die jeweiligen Elemente sind von Bedeutung. So können die Hexen sowie die opponierenden Monster bestimmten Elementen wie Wasser und Feuer zugeordnet werden. Demnach sind beispielsweise Angriffe des Elements Wasser besonders wirksam, wenn sie gegen einen feurigen Feind eingesetzt werden. Darüber hinaus gilt es dringend zu beachten, dass auch die Ebene, auf der man steht, entscheidend sein kann. Steht man etwa auf einer niedrigeren Ebene als der Gegner, dann wird der folgende Angriff wesentlich schwächer sein als ein Angriff von oben. Selbst die Art des Bodens, beispielsweise Wasser oder Gras, hat Auswirkungen auf das Kampfgeschehen.

Außerhalb der Schlachtfelder sollte man gewiss auf die Schicksalsuhr achten, da diese anzeigt, ob eine Mission ansteht oder man ein wenig Freizeit hat. Während der Ruhezeiten kann man sich zum Beispiel mit den Hexen oder den Verbündeten unterhalten, womit man die Verbindung zwischen den Charakteren stärkt und seinen Partnern womöglich sogar neue Fähigkeiten angedeihen lässt. Darüber hinaus können Erkundungsausflüge unternommen werden, bei denen man neue Waffen, Materialien oder Ausrüstungsgegenstände finden kann. In der Taverne lässt sich zudem ein wenig Geld hinzuverdienen. Ansonsten stürzt man sich entweder in die Missionen des 9. Königlichen Regiments oder aber leistet gewisse Nebenmissionen ab, die euch vor allem zusätzliche Erfahrungspunkte bescheren.

Steuerung:
Stella Glow ist extrem dialoglastig, es gibt also gar nicht so viel zu steuern wie vorher vielleicht angenommen. Eure Züge in den Kämpfen koordiniert ihr mit dem Steuerkreuz, während Dialoge mit der A-Taste durchgeblättert werden. Die Konversationen können mit der R-Taste sogar übersprungen werden. Das Schiebepad dient unter anderem dazu, sich auf den Schlachtfeldern einen Überblick zu verschaffen. Ganz so viel hat man mit der Handhabung also nicht falsch gemacht, da diese den Anforderungen des Spielgeschehens vollauf gerecht wird - von unnötigen Komplizierungen hat man zum Glück abgesehen.

Grafik:
Die visuelle Komponente ist eine der großen Stärken des Spiels, wobei grafisch natürlich keine Wunderwerke zu erwarten sind. Trotz alledem überzeugt Stella Glow mit seiner charmanten, kunterbunten Optik, die vor allem japanophile Spieler begeistern dürfte. Inbesondere die Schlachtfelder sind abwechslungsreich und kreativ gestaltet worden, aber auch die Standbilder der Dialogsequenzen können sich absolut sehen lassen - hübsch gezeichnete Protagonisten inklusive. Etwas nebensächlich ist der 3D-Tiefeneffekt, der zwar nicht stört, aber auch keinen erheblichen Mehrwert mit sich bringt. Die Bildschirmtexte wurden leider nicht ins Deutsche übertragen, stattdessen müssen wir uns mit der englischen Sprache zufriedengeben.

Sound:
Wir haben die Lieder der Hexen schon mit Lobeshymnen überzogen, erwähnen wollen wir die synchronisierten Songs aber dennoch nochmal. Auch die immer wieder erklingenden Themes wurden extra eingesungen - ein Aufwand, den wir wohlwollend registrieren. Ansonsten macht der von Yasunori Mitsuda (Xenogears) komponierte Soundtrack einen ordentlichen Eindruck, ohne völlig zu begeistern. Meist dudelt die orchestrale Hintergrundbeschallung vor sich hin, dabei stört sie ebenso wenig wie sie Eindruck schindet. Gerne wollen wir noch die englische Sprachausgabe erwähnen, die zwar nicht durchgängig ertönt, dafür aber umso gelungener ist.

Fazit:
Der gewaltigste Anteil der RPG-Flutwelle in diesem Frühjahr scheint überstanden, und so lässt sich guten Gewissens behaupten, dass Stella Glow an der Spitze dieser mit renommierten Namen bestückten Rangfolge steht! Es mag überraschen, dass sich ein verhältnismäßig unbekannter Titel in derartige Höhen aufschwingt - wartet man allerdings mit einer solchen Qualität auf, braucht man sich nicht wundern, wenn man als hellster Stern am RPG-Himmel bezeichnet wird. Zwar hat das Strategie-Rollenspiel einige Längen, vor allem in den endlosen Dialogen und in den teils zu zähen Kämpfen, insgesamt aber macht es einen hervorragenden Eindruck und besticht mit einem ausgefeilten Kampfsystem, mit strategischem Anspruch, sympathischen Protagonisten, einer verhexten Story sowie charmanter Optik. Solltet ihr bisher gezögert haben, dann nichts wie los! Das letzte Werk aus dem Hause Imageepoch hat jede Beachtung und jeden Käufer verdient - eine Rarität im Kosmos der Branche, die aktuell vor allem auf AAA-Titel setzt.

Lässt sich von den Hexen verzaubern: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Durchdachtes Kampfsystem, märchenhafte Story, einnehmende Spielwelt - ein zauberhafter Hexenritt!

Wertung

STORY:

9.0

SPIELWELT:

8.0

SPIELTIEFE:

9.0
9
von 10

Unterhaltsame Story…

Gelungene englische Sprachausgabe…

Rundenbasiertes Kampfsystem der besten Sorte

Faszinierende Spielwelt

Ansehnliche Optik

Sympathische, eigenständige Charaktere

Viel Umfang

…mit teils zu langen Dialogen

…die nicht immer erklingt

Kämpfe manchmal zu zäh

Keine deutschen Bildschirmtexte

Wie werten wir?

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3 Kommentare