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Spielname:
Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
34,99 €

Publisher:
Marvelous

Developer:
epics

Genre:
Rollenspiel

Release:
18.02.2016 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale

Review: Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale

Tjark Michael Wewetzer, 19.02.2016

2668°

1

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Um gleich eines vorwegzunehmen: Wer sich bei Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale einen Ersatz für Rune Factory erhofft, wo das Spiel doch ein Fantasy-RPG mit Spielelementen aus Story of Seasons verbindet, wird hier definitiv enttäuscht. Doch das Quasi-Crossover der beliebten Bauernhof-Sim und der im Westen eher unbekannten PopoloCrois-Reihe will auch gar kein Pseudo-Rune Factory sein. Vielmehr erzählt es eine eigenständige Geschichte in einer malerischen Fantasy-Welt und borgt sich dabei eben das ein oder andere Landwirt-Element. Ob der Mix auch gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Geburtstagsgeschenke aus der Hölle
Der Zeitpunkt dieser Erzählung ist der dreizehnte Geburtstag von Pietro, dem Kronprinzen des schönen Königreiches PopoloCrois. Alle Bewohner der Stadt nahe seines Heimatschlosses haben sich bereits versammelt, um den Augenblick gebührend zu feiern – sogar eine Botschafterin aus dem unbekannten Galeriland ist anwesend! Leider entpuppt sich Letztere ziemlich schnell als übler Fiesling: Durch eine List verbannt sie Pietro nach Galeriland, das augenscheinlich in einer anderen Dimension liegt, und setzt mit ihren dunklen Bestien zum Eroberungsfeldzug in PopoloCrois an. Währenddessen rettet sich Pietro aus den Fängen der Helfer der finsteren Botschafterin und landet auf für ihn unbekanntem Terrain. Zum Glück ist er nicht auf sich allein gestellt: Noch während seiner Flucht schließt er Freundschaft mit einer blauen Wölfin, trifft auf zwei junge Farmer und findet mit einem verlassenen Bauernhof im Herzen Galerilands sogar eine eigene Zuflucht. Die dort ansässige Farm-Fee verrät dem jungen Helden zudem, wie er möglicherweise wieder nach Hause kann: Er muss die vier Farmen des Lichts befreien, die quer über das Land verteilt sind, und so die hiesige Schutzgöttin retten. Ein wahrlich großer Auftrag für einen kleinen Prinzen!

So spannend die (leider nur mit englischen Texten verfügbare) Geschichte auch klingen mag, plätschert sie leider beizeiten etwas lustlos vor sich hin. Eure Reise führt euch an alle vier Ecken von Galeriland, wo ihr auch einige lokale Probleme löst, nur fühlt sich beispielsweise die Suche nach einer Medizin für kranke Kühe nicht wirklich spannend an. In der zweiten Hälfte des gerade mal etwa 20 Stunden umfassenden Abenteuers gewinnt Return to PopoloCrois glücklicherweise noch einmal einiges an Sogwirkung, wenn euer Trupp mehr über sich selbst, die Facetten der Welt und die Machenschaften der bösen Botschafterin erfährt. Bis dahin plagt ihr euch jedoch bereits mit ein paar anderen Problemen herum, die den Ausflug zu einem eher einschläfernden Trip machen.

Ihr kommt augenscheinlich ganz gut ohne mich klar
Da wären zum Beispiel die Dungeons und Kämpfe. Damit ihr die Licht-Farmen überhaupt betreten könnt, müsst ihr zunächst die passende der vier euch im Plot-Verlauf zugesteckten magischen Fackeln entfachen. Das tut ihr, indem ihr das aktuelle Gebiet genauestens nach von Dunkelheit verseuchtem Ackerland absucht, euch mithilfe von Feenmagie in eben dieses hineinbegebt und einen sogenannten Field Dungeon säubert. Dabei handelt es sich um extrem simple Labyrinthe mit vielleicht vier verschiedenen Themenwelten, die sehr schnell öde werden. Die großen Elementar-Dungeons des Spiels sind noch einmal im selben Stil aufgebaut und verfügen über teils ziemlich kurioses Leveldesign – etwa unsinnige Teleporter, die euch zur Plattform fünf Schritte vor euch und einen kleinen Spalt hinüber transportieren. Und wir sprechen hier nicht von einem Teleporter-Labyrinth, wo ihr den richtigen Weg ausloten müsst. Es geht ausschließlich um das lineare Voranschreiten!

Hinzu kommt, dass ihr natürlich alle Nase lang in irgendwelche Zufallskämpfe verwickelt werdet. Theoretisch könnt ihr in den rundenbasierten Schlachten eure bis zu vier Köpfe starke Truppe nach Strategie-RPG-Manier über ein in Quadrate aufgeteiltes Feld beordern und zu normalen Angriffen, Special Moves oder zum Item-Einsatz ansetzen. Praktisch könnt ihr aber auch einfach auf die Start-Taste drücken und dem Automatik-Modus den Rest überlassen. Egal auf welchem der drei Schwierigkeitsgrade, die KI gewinnt praktisch jedes Gefecht von selbst. Je nach Stufe und den damit verbundenen Werten der Gegner dauert es einfach unterschiedlich lang. Selbst die Bosse lassen sich so problemlos beseitigen. Auf normaler Stufe brachte uns lediglich der finale Endboss dazu, ein paar eigenständige Handgriffe anzulegen – und das auch nur, um kurz einen Stärkungszauber für unsere Gruppe zu wirken und MP-Vorräte mit Items aufzufüllen, danach ging es im Auto-Modus weiter. Noch dazu stellt sich die KI nicht einmal besonders clever an und verballert gerne MP mit ineffizienten Manövern – Anspruch geht anders! Immerhin könnt ihr die Frequenz der Zufallsbegegnungen in den Optionen in drei Stufen regulieren und euch so viel unnötige Warterei ersparen.

Das überflüssige Landleben
Wie sieht es denn dafür mit dem Story of Seasons-Anteil des Märchens aus? Ist der wenigstens stimmig? Leider auch nicht. Zunächst einmal ist er für das Hauptspiel praktisch komplett überflüssig, nur bei den zahlreichen rein optionalen Nebenquests ist euer grüner Daumen gefragt... Das ist jetzt per se nicht so schlimm, wenn man nur für die Hauptattraktion – die PopoloCrois-Story – hier ist. Leider sind die Zusatzaufgaben allesamt nicht sonderlich interessant und verkommen schnell zur Fleißarbeit. Die Farmerei verliert durch die mangelnde feste Aufteilung in Arbeitstage auch einiges von ihrem Flow. Stattdessen sind eure Felder einfach irgendwann mal trocken genug zum Nachwässern bzw. eure Feldfrüchte reif für die Ernte. Eure Nutztiere – Hühner, Kühe und Alpacas gibt es – müssen selten mit Futter versorgt werden und halten ihrerseits Produkte bereit. Auf euren Reisen hält euch ein Info-Ticker immer über derartige Dinge auf dem Laufenden. Da es aber abgesehen von ausbleibenden Fortschritten im Wachstum der Pflanzen bzw. der Erzeugung der Tierprodukte keinerlei negativen Auswirkungen für das Ignorieren der Meldungen gibt, müsst ihr euch immerhin auch nicht panisch aus einem Field Dungeon teleportieren, nur weil plötzlich eure Pflänzchen durstig sind und die Tiere Hunger schieben. Dank eines feenstaubbetriebenen Schnellreisesystems erspart ihr euch zudem einiges an unnötigem Backtracking, von dem die Story ohnehin schon ausreichend hat.

Und was macht ihr mit dem Kram? Ihr könntet ihn für Gold verscherbeln, davon sammelt ihr durch Zufallskämpfe aber eigentlich ohnehin schon einen beträchtlichen Betrag ein. Alternativ könnt ihr mit euren Erzeugnissen und gefundenen Erzen im Crafting-Schuppen experimentieren, aber auch das ist mehr eine freiwillige Tätigkeit als in irgendeiner Form bereichernd. Oder aber ihr verschenkt eure Güter an die fünf Herzensdamen von Galeriland, die von der Schutzgöttin gesegnet worden sind und kleine Romanzen für Pietro bereithalten. So zumindest die Theorie, praktisch ist das jedoch unsinnig, da der kleine Prinz mit der Hexe Narcia bereits über eine Freundin verfügt und die Gefühle der Damen daher nicht gleichermaßen erwidern kann. Stattdessen halten sie sich nach Komplettausbau ihrer Zuneigungsanzeigen lediglich auf Pietros Kernfarm auf und verleihen euch kleine Boni wie eine Chance auf seltenere Erze beim Schürfen oder mehr Feldfrüchte bei der Ernte. Naja.

Steuerung:
Wolltet ihr schon immer mal wissen, was man in dieser Kategorie eigentlich falsch machen kann? Hier ein paar Beispiele: Statt komplett analoger Bewegungen per Circle Pad bietet man ein Acht-Wege-System an – also so, als würde man mit dem Steuerkreuz spielen. Dann sorgt man dafür, dass die Areale des Spiels für so ein Steuerungskonzept nicht gemacht sind. Beispielsweise durch ungewöhnliche Korridorwinkel, dank derer man sich in Schlangenlinien voranbewegen muss. Und um dem die Krone aufzusetzen, warum nicht auch noch dem Helden etwas Anlaufzeit geben, bevor er im angenehmen Tempo losrennt? All diese Kleinigkeiten sorgen dafür, dass eure Reise durch die Welt von Galeriland zäh und widerspenstig verläuft. Von der Farmarbeit möchten wir gar nicht erst anfangen, die durch diese Steuerung so richtig hakelig wird. Noch nie haben wir so viele Versuche gebraucht, um Pfirsiche von einem dünnen Bäumchen zu pflücken…

Grafik:
Auch wenn Return to PopoloCrois einige Ecken und Kanten aufweist, in Sachen Präsentation kann sich das Spiel sehen lassen. Der Comic-Look steht dem Spiel hervorragend und macht einen äußerst charmanten Eindruck. Die dicken schwarzen Ränder um die Charaktermodelle lassen sich abschalten, wir raten allerdings nicht dazu, da sie auf diese Weise blasser wirken. Verspielte Animationen und knuffige Monster-Designs tun ihr Übriges und verzaubern euch in Windeseile. Sogar der 3D-Tiefeneffekt ist gelungen - wunderbar!

Sound:
Bei der musikalischen Untermalung des Spiels machen sich bei uns hingegen wieder gemischte Gefühle breit. Der Soundtrack fühlt sich manchmal nicht wie ein kohärentes Ganzes an - das beste Beispiel wäre hierfür das Medley im Eröffnungs-Video. Auf der anderen Seite sorgen viele comichafte und zauberhafte Stücke für die passende Atmosphäre in dieser kindlichen Fantasy-Welt. Insgesamt tendiert unser Eindruck also ganz leicht zum Positiven. Die Sprachausgabe wurde übrigens etwas seltsam gehandhabt: Ob etwas vertont ist, kann sich praktisch von Textbox zu Textbox ändern – selbst innerhalb eines Dialoges. Dadurch wirkt alles irgendwie halbgar, was schade ist, da die englischen Sprecher größtenteils sehr gute Arbeit leisten. Freunde des O-Tons können sich übrigens auf eine Deluxe-Behandlung freuen: Return to PopoloCrois bietet nicht nur eine, sondern gleich ZWEI japanische Tonspuren mit verschiedenen Sprechern! Den Fanservice werden aber wohl nur absolute PopoloCrois-Superfans zu schätzen wissen.

Fazit:
Eigentlich hat Return to PopoloCrois: A Story of Seasons Fairytale das Herz am rechten Fleck. Die märchenhafte Welt von Galeriland lädt zum Erkunden ein, die englischen Texte strotzen nur so vor Charakter und in der zweiten Spielhälfte gewinnt das Abenteuer glücklicherweise auch einiges an Fahrt. Zudem ist uns unsere recht kleine Gruppe an Gefährten schon im Laufe der relativ kurzen Geschichte ans Herz gewachsen. Allerdings verfügt das Rollenspiel trotz der allgemeinen Kürze über einige Längen: Die erste Hälfte fühlt sich fast schon belanglos an, gleiches gilt für die abwechslungsarmen Field Dungeons und die Kämpfe sind dermaßen einfach, dass selbst die nicht immer ganz optimal agierende KI des Automatik-Modus' problemlos mit praktisch allen Gegnern klarkommt. Die Spielelemente aus Story of Seasons wollen sich zudem nicht so recht einfügen: Die Farmarbeit ist dank der Steuerung eine eher hakelige Angelegenheit, für eure Erzeugnisse gibt es kaum einen praktischen Nutzen und die kleinen Romanzen verlieren durch die vom Kanon vorgegebene Beziehung zwischen Narcia und Pietro ziemlich an Wert. Wenn ihr ein charmantes, wenngleich etwas eintöniges Einsteiger-Rollenspiel mit reichlich Charakter sucht, könnt ihr trotz aller Kritik ruhig einen Blick riskieren – denn hinter der Einfachheit steckt auch eine gewisse Anziehungskraft. Wenn ihr es hingegen auf den Story of Seasons-Anteil abgesehen habt oder den nächsten großen RPG-Wurf erwartet, werdet ihr hier eher enttäuscht.

Zieht wieder zurück nach Sharance: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Charmant ist der Mix zweier Marken ja, nur leider auch extrem einfach, belanglos und durchwachsen. Schade drum!

Wertung

STORY:

5.0

SPIELWELT:

6.0

CHARME:

8.0
5
von 10

Niedliche Erzählung…

Liebenswürdige Charaktere

Reichlich Nebenaufgaben

Zauberhafte Grafik

…der es an Höhepunkten mangelt

Schwierigkeitsgrad praktisch nicht vorhanden

Abwechslungsarme Korridor-Dungeons

SoS-Elemente wirken wie ein Fremdkörper

Hakelige Steuerung

Keine deutschen Texte

Wie werten wir?

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