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Spielname:
Story of Seasons

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Marvelous

Genre:
Simulation

Release:
31.12.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Story of Seasons

Tjark Michael Wewetzer, 17.12.2015

9067°

8

Test mögen: Weitersagen:

Mit guten Vorsätzen und großen Plänen rutschen wir ins neue Jahr – warum also nicht ein Neuanfang auf dem Bauernhof? Pünktlich zum Jahreswechsel wird Story of Seasons in Europa erscheinen und damit eine neue Ära für die bei uns bislang unter dem Titel Harvest Moon bekannte Bauernhof-Sim Bokujou Monogatari einläuten. Naja, zumindest hinsichtlich des Namens. Das eigentliche Spiel dahinter ist ein komplett klassischer Ableger der Reihe, der aber natürlich mit einigen Eigenheiten aufwartet. Was hier nervt, was gelungen ist und ob Story of Seasons einen sauberen Neuanfang hinlegen kann, klären wir in unserem Test.

Der Hof ruft!
Apropos Neuanfang: Einen solchen zieht ihr auch im Spiel selbst durch. Bislang in der großen Stadt zuhause, bewerbt ihr euch auf eine Stelle als Bauer im abgelegenen Eichbaumhausen und kriegt den Job zu eurem Erstaunen auch noch. Nach einer einwöchigen Einarbeitungsphase bei der Veteranen-Landwirtin Eda zieht ihr in euer neues Haus ein, sollt das euch anvertraute Land bewirtschaften und sorgt vielleicht auch dafür, dass der Handel wieder floriert. Der ist in letzter Zeit nämlich etwas eingeschlafen, weswegen sich nur noch eine Vertreterin des Seidenlandes alle paar Tage auf den hiesigen Marktplatz verirrt und ihre Waren feilbietet. Eine wirklich große Rahmenhandlung wie das Vereinigen zweier verfeindeter Städte, die Wiederherstellung der Elemente oder die Rettung der Erntegöttin, wie sie in so manchem Harvest Moon zu erleben war, gibt es hier nicht. Stattdessen arbeitet ihr hier wirklich primär aus Spaß an der Freude.

Die eigentliche Farmarbeit läuft dabei auch erfreulich unbeschwert ab. Statt jedes Planquadrat für eure Ziehpflanzen einzeln auszuheben, schlagt ihr mit der Hacke gleich ein 3x3 Quadrate großes Feld aus dem Boden. Auch das Gießen und Düngen eurer Erzeugnisse geht ähnlich gemütlich vonstatten. Dennoch könnt ihr euch zu Beginn keine allzu weitflächigen Ackerländer erlauben, denn im Austausch für den Komfort ist eure Ausdauer stark limitiert. Erst nach mehrmaligen Upgrades eurer Werkzeuge, die ihr an der Werkbank nach Erwerb passender Baupläne und Materialien selbst durchführt, lässt sich mehr pro Tag verrichten. Und dabei muss natürlich auch die Tierpflege in Betracht gezogen werden, da diese ebenfalls Ausdauer beansprucht. Sehr früh schenkt euch Eda bereits eine Kuh, weitere Nutztiere wie Schafe, Alpacas oder Angora-Kaninchen lassen sich später bei den anreisenden Händlern erwerben.

Vom Rübenzieher zum Multimillionär
Diese zusätzlichen Einnahmequellen werdet ihr übrigens brauchen, denn auch in finanzieller Hinsicht ist Story of Seasons spürbar strikter aufgestellt als seine Vorgänger. Gerade Blaupausen und Materialien kosten ein Vermögen, Letztere lassen sich in freier Wildbahn sonst nur mit viel Glück und Geduld beschaffen. So gibt es zum Beispiel gerade mal eine einzige Erzabbaustelle im Safaripark, wo ihr vom einfachen Glasstein über Edelsteine bis hin zum wertvollen Platinerz praktisch alles finden könnt – sofern euch das Glück hold ist. Nichts ist frustrierender, als einen letzten Backstein zur Vollendung seines nächsten Bauprojekts zu benötigen und diesen einfach nicht zu bekommen! Und wenn ihr beispielsweise einen der zahlreichen Junggesellen von Eichbaumhausen heiraten wollt, stellt euch ebenfalls auf ein finanziell schwerwiegendes Unterfangen ein.

Daher solltet ihr euch nicht schämen, wenn ihr das Spiel auf dem Anfänger-Schwierigkeitsgrad beginnt. Dieser passt den Ausdauerverbrauch auf ein erträglicheres Niveau an und senkt die Einkaufspreise aller Gegenstände um 30%. Auch wenn die Anzahl der notwendigen Materialien identisch bleibt, macht dieser Modus die Landwirtschaft gleich deutlich angenehmer, andere Auswirkungen auf euer Leben hat die Wahl des Schwierigkeitsgrades nicht. Sobald ihr aber Zugriff auf die bereits erwähnte Abbaustelle mit ihren wertvollen Edelsteinen und Zusatzeinrichtungen wie das Nähatelier habt, wird euch auch im normalen Modus schnell die finanzielle Last genommen. Gewisse Gegenstände bringen euch fast schon abartige Summen an Gold ein, womit selbst die teuersten Unterfangen innerhalb weniger Wochen bezahlt sind. Und es kann noch mehr Geld werden, wenn ihr die richtigen Händler beliefert. Ihr könnt euch am Info-Schalter des Basars jederzeit sagen lassen, welche Waren wo gerade besonders gefragt und entsprechend teurer zu verkaufen sind. Sich allein auf die wenigen Massengeldmacher zu beschränken, lässt euch aber natürlich nicht alle Features von Story of Seasons auskosten, von denen es noch ein paar Interessante gibt.

Rivalitäten auf dem Land
So seid ihr nicht der einzige Landwirt in Eichbaumhausen und konkurriert mit gleich mehreren Bauern im freundlichen Wettstreit. Dabei geht es primär um die Eroberung von öffentlichen Feldern, die nur den produktivsten Farmern überlassen werden. Läuft die Pacht eines solchen Feldes ab, könnt ihr euch darum bewerben und den Besitzer zu einem Wettkampf herausfordern, in dem beispielsweise derjenige gewinnt, der an einem bestimmten Tag das meiste Geld verdient oder die reichste Ernte einfährt. Auf diese Weise schaltet ihr gelegentlich sogar kleine Zwischensequenzen frei, in denen ihr mehr über eure Rivalen erfahrt – das sorgt für Leben im Dorf. Zumal ihr hin und wieder auch noch über andere Ereignisse stolpern oder an diversen Dorffesten teilnehmen könnt. Letztere liefern euch im Prinzip die gewohnten Aktivitäten wie eine Feuerwerksshow, den Valentinstag oder Erntewettbewerbe. Große Minispiele gibt es hier aber so gut wie keine. Lediglich beim Angelwettbewerb werdet ihr aktiv. Euer Pferd zum Beispiel bleibt dabei enttäuschenderweise komplett außen vor, dient dafür jedoch immerhin als schnelles Transportmittel zwischen gewissen Knotenpunkten des Dorfes, sofern ihr in eurem Inventar über genug Karotten verfügt.

Es warten aber noch andere Beschäftigungsmöglichkeiten auf euch. So könnt ihr etwa euren Kleiderschrank mit allerlei selbstgeschneiderten Klamotten füllen oder diverse Freiflächen des Dorfes dekorieren – vorausgesetzt, euch wurde bereits die Erlaubnis dafür erteilt. Das Sammeln der dafür notwendigen Rohstoffe macht dieses Unterfangen allerdings wieder zu einem Langzeitprojekt. Gleiches gilt für den bereits erwähnten Safaripark, der zu Beginn noch recht tierarm ist. Durch regen Austausch mit den fahrenden Händlern schaltet ihr nach und nach diverse Tiere frei, die automatisch in der für sie passenden Ecke des Parks unterkommen und mit denen ihr euch anfreunden könnt. Einzige Bedingung hierbei ist, dass ihr ihnen diese Ecke auch gebaut habt. Und das verschlingt wieder Ressourcen und Geld. Immerhin müsst ihr euch nicht damit beschäftigen, wenn euch das alles zu aufwendig ist – wie so vieles in Story of Seasons läuft die Betreuung des Parks auf völlig freiwilliger Basis.

Steuerung:
Ähnlich komfortabel wie die Landwirtschaft an sich funktioniert auch die Handhabung. Wer Harvest Moon: A New Beginning gespielt hat, wird sich direkt heimisch fühlen, da die Tastenbelegung weitestgehend identisch ist. Besonders praktisch ist das über die R-Taste aufrufbare Menü, über das ihr in drei separaten Reitern Schnellzugriff auf eure Werkzeuge, Saatgut und andere, vorher im Inventar ausgewählte Gegenstände habt. Lediglich bei nah beieinander liegenden Objekten auf dem Boden wünschen wir uns manchmal ein wenig mehr Präzision – nicht immer hebt unser Bauer genau das auf, was wir eigentlich haben wollten –, doch das ist ein verzeihbares Manko.

Grafik:
Gleichermaßen ähnlich wie in A New Beginning gibt sich die Präsentation. Die kunterbunte Optik verleiht dem Dörflein einen verspielten Charme, die simplen Charaktermodelle unterstreichen den Knuddellook – und wartet erst einmal ab, bis ihr die Naturgeister und die hiesige Erntegöttin kennengelernt habt! Leider knickt die Bildrate je nach Areal gerne mal ein wenig ein, egal ob ihr den 3D-Tiefeneffekt aktiviert habt oder nicht. In der Regel stört das nicht allzu sehr, es fällt allerdings eben doch unschön auf, wenn das Bild nach dem Gebietswechsel sichtbar ruckelt. Eine kleine Kuriosität noch: Umherwandernde Dörfler bleiben gerne ineinander hängen, wenn sich ihre Wege kreuzen. Das sieht zuweilen schon mal etwas ulkig aus, wenn vier Leute beim Versuch, aneinander vorbeizugehen, auf einem Haufen stehen, zwei von ihnen seltsam zittern und sie nach wenigen Sekunden schlussendlich einfach durch die blockierende Person hindurchrennen.

Sound:
Hoffentlich mögt ihr die Themenmelodien der vier Jahreszeiten, denn ihr werdet sie lange hören. An sich ist der Soundtrack mal wieder lieblich komponiert und zum Ambiente passend. Da ihr abgesehen vom Safaripark, gelegentlichen Events und der Abendmelodie jedoch ständig nur ein Musikstück pro Jahreszeit hört, kann dies auf Dauer schon mal auf die Nerven gehen. Speziell die Frühlingsmusik hat sich unrettbar in unseren Gehörgang gebrannt.

Multiplayer:
Was bringt einem die schönste Farm, wenn man sie anderen nicht zeigen kann? Dafür ist der onlinefähige Mehrspieler-Part da, der im Vergleich zu A New Beginning noch einmal umgebaut wurde. Nun könnt ihr hier die Bauernhöfe anderer Spieler besuchen oder Leute auf euren eigenen einladen. Großartige Aktivitäten gibt es hier allerdings nicht: Alle Teilnehmer tauschen die vor der Verbindung ausgewählten Geschenke aus, ihr könnt mit einem magischen Stab die Qualitätsstufe von Pflanzen oder den Zufriedenheitsgrad von Tieren beeinflussen und ein wenig per Text-Chat plaudern. Erkundungstouren außerhalb des Hofes sind tabu, ebenfalls das gemeinsame Arbeiten auf dem Feld - wobei das angesichts möglicher Vandalen bei Zufallsgruppen vielleicht auch besser so ist. StreetPass wird übrigens auch unterstützt, dient aber lediglich dazu, andere Spieler als zufällig auftauchende NPCs in Eichbaumhausen auftauchen zu lassen. Nett gemeint, zumal ihr dabei die Statistiken des Spielers einsehen könnt, aber natürlich kein Hammer-Feature.

Fazit:
Story of Seasons ist im Prinzip genau das, was Harvest Moon: A New Beginning hätte sein sollen. Der Vorgänger war zwar beileibe nicht schlecht, litt aber unter seinem trägen Einstieg und dem unübersichtlichen Baumenü. Story of Seasons lässt euch hingegen nach einem kurzen Tutorial praktisch freie Hand und lässt euch gemütlich und nach eigenem Tempo die Spielwelt erkunden – ein schönes Gefühl! Wenn wir etwas wirklich zu bemängeln hätten, dann wäre es das seltsame Balancing der finanziellen Mittel. Dank limitierter Ausdauer und teurer Produkte ist der Anfang noch etwas schwierig, sobald ihr aber Zugriff auf das Erzvorkommen habt und gewisses Saatgut freischaltet, schwimmt ihr in Nullkommanix im Geld, sodass selbst die horrenden Preise für Haus-Upgrades und Hochzeiten kein Hindernis mehr sind. Abgesehen davon bietet sich euch ein wahrlich unbeschwertes Spielerlebnis, das dem Namen der langjährigen Bokujou-Monogatari-Reihe zweifelsohne gerecht wird und durch Charme, Abwechslung und reichhaltige Aktivitäten begeistert. Wenn ihr den bitteren Nachgeschmack von Harvest Moon: Das verlorene Tal ausspülen wollt oder einfach nur ein sympathisches, kleines Spielchen für kuschelige Winterabende sucht, seid ihr hier genau richtig.

Lässt die Leinen los: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Ein gelungener Neuanfang: So macht das unbeschwerte Landleben richtig Freude!

Wertung

SPIELTIEFE:

8.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

SPIELFLUSS:

8.0
8
von 10

Erfrischend schneller Einstieg

Intelligent entschlackte Farmarbeit

Viel Handlungsfreiraum

Großes Sortiment an Saatgut und Tieren

Reichlich Gegenstände zum Basteln

Fesselndes Spielprinzip

Liebliche Optik

Gelungene deutsche Texte

Anfängliche Ausdauer etwas zu knapp

Zu Beginn herrscht Geldnot…

…später ertrinkt man in Gold

Ressourcensammelei beizeiten frustrierend

Aktionsradius im Multiplayer stark eingeschränkt

Abwechslungsarmer Soundtrack

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