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Spielname:
Shingeki no Kyojin: Humanity in Chains

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Atlus

Developer:
Spike Chunsoft

Genre:
Action

Release:
02.07.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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Shingeki no Kyojin: Humanity in Chains

Review: Shingeki no Kyojin: Humanity in Chains

Sebastian Mauch, 20.09.2015

3165°

1

Test mögen: Weitersagen:

Kennt ihr diesen Anime, wo der Rest der Menschheit in einer Stadt eingepfercht um das Überleben der menschlichen Rasse kämpft? Wie hieß der noch gleich… Ach ja, Attack on Titan! Riesige humanoide Monster, genannt Titanen, sind verdammt hungrig und attackieren ununterbrochen die letzte Bastion der Menschheit. Innerhalb der vermeintlich sicheren Mauern werden ohne Ende topmotivierte Recken dazu ausgebildet, den Titanen mit dem Omnidirectional Maneuver Gear, kurz ODM, Einhalt zu gebieten. Dabei schwingen sich Helden wie Eren Jaeger und Armin Arlelt Spiderman-artig durch die Lüfte und schneiden den Abscheulichkeit den Nacken auf. Wir dachten prompt, das würde sich doch eigentlich perfekt für ein actiongeladenes Spiel anbieten. Nach einiger Zeit bekamen wir dann auch auf dem 3DS ein passendes Lizenzspiel, nur darf der leider bei uns aufgrund von Namensrechten nicht Attack on Titan heißen. Darum erschient das Action-Gemetzel hierzulande (und nur im eShop) unter dem japanischen Haupttitel – Shingeki no Kyojin: Humanity in Chains. Doch kann das Spiel der packenden Vorlage auch gerecht werden? Ihr erfahrt es in unserem Test!

Ich kann flieeeeeeeeeeegen!
Am Anfang belullt einen das Spiel direkt mit ein paar köstlichen Szenen aus dem Anime. Der Protagonist Eren und seine Freunde werden aus ihrer Kindheit gerissen und beschließen eine Karriere als Soldaten. Nach ein paar Erklärungen zur Steuerung des ODM geht dann auch direkt los. Mission für Mission hangelt man sich durch die Story und verfeinert so seine Flugfähigkeiten. Allerdings spielt man nicht nur aus der Sicht von Hauptfigur Eren Jaeger, sondern kann auch in die Haut einiger seiner Kollegen und Freunde schlüpfen, etwa der talentierten Mikasa Ackermann oder des kampferprobten Captain Levi. Schön und gut, aber durch den ständigen Wechsel verliert man leider zu leicht den Faden und im schlimmsten Fall die Übersicht über die Geschichte, die man ohnehin nur in Schnipseln mitbekommt. Zum Glück kann man sich bereits gesehene Filmchen noch einmal geordnet in der Galerie zu Gemüte führen. Wer allerdings voll und ganz in die Geschichte eintauchen möchte, ist bei Humanity in Chains definitiv fehl am Platz und sollte eher zum Anime bzw. Manga greifen.

Schlitz, tot, schlitz, tot...
Die Überschrift beschreibt den Ablauf der etwa zwei- bis fünfminütigen Missionen ganz hervorragend. Wir schwingen uns in Richtung eines nackten Riesen, klatschen ihm unserem Rasiermesser ins Gesicht, nutzen die entstandene Schmerzhaltung aus und geben ihm mit einem gezielten Schnitt in den Nacken den Rest. Dieser ist nämlich die einzige verwundbare Stelle der Titanen. Mit dieser simpel erdachten Taktik kommt man - ohne zu übertreiben - super durch das ganze Spiel. Damit sollte klar sein, wie eintönig der Story-Modus in Wirklichkeit ist. Perfektionisten könnte vielleicht noch die Jagd nach den besten Rangergebnissen reizen. Aber auch das wird in Anbetracht der anspruchslosen Aufgaben schnell zur Fleißaufgabe. So müssen wir einmal nur ganz normal alle Riesen in der Gegend vermöbeln, an einer anderen Stelle gilt es, auf dem Pferd von A nach B zu reiten und dabei Checkpoints zu passieren. Das dauert meist keine Minute und warum dabei Titanen in der Gegend herumlaufen, ist uns noch immer ein Rätsel. Die nehmen nämlich gefühlt keinerlei Notiz von uns. Auf die Spitze treiben es aber die Storymissionen der etwas unsittlichen Sasha. Bei ihr dreht sich nämlich alles rund ums Essen, und so auch die Missionen. „Sammle drei Brote“, also sammeln wir dreimal Brot, das mitten auf der Straße in einer zerstörten Stadt blau vor sich hin blinkt! Mehr muss man dazu nicht sagen…

Gott sei Dank!
Ohne zu übertreiben: den Story-Modus hätte man sich getrost sparen können. Zum Glück gibt es aber den Weltmodus und hier fängt Spiel an, etwas wie Tiefe zu bekommen. Statt knapp 50 spielbaren Missionen erwarten euch dort stolze 150. Dort seid ihr als Anführer des Special Ops Squad in teils brenzlichen Einsätzen unterwegs, und könnt euch dazu sogar Unterstützer in Form von KI-Begleitern oder menschlichen Mitspielern rekrutieren, denn allein ist man in Shingeki no Kyojin nie gut dran. Ein Griff eines Titanen und ihr seid Geschichte. Was übrigens auf den Klammergriff folgt, ist an schlechtem Gamedesign nicht zu überbieten. Der Koloss behält euch in der Hand, starrt euch eine gefühlte Ewigkeit an (in der euch andere Einheiten befreien könnten), um euch dann am Ende genüsslich zu verspeisen. Man hat ohne Mitstreiter schlichtweg keine Möglichkeit, sich alleine zu befreien. Entschuldigung, liebe Entwickler, aber das ist einfach nur frustrierend.

Abseits der Rekrutierung von Kämpfern können wir uns ein wenig helfen, indem wir in verschiedenen aufrüstbaren Einrichtungen der Stadt Waffen craften und verbessern oder etwa unser ODM gegen ein besseres Modell austauschen. Außerdem steigt euer selbst erstellter Kämpfer nach jedem Erfolg etwas im Rang auf und verdient Punkte, welche dann auf diverse Attribute wie Stärke oder Beweglichkeit verteilt werden können. Spürbare Auswirkungen konnten wir allerdings nicht wirklich feststellen. Zusätzlich spielt man noch dekorative Dinge wie Titel und Embleme frei, mit denen ihr euch im Online- oder Lokalmodus präsentieren könnt. Ebenfalls nett: Ehemalige Mitspieler könnt ihr im Anschluss als KI-Kollegen für eure Truppen rekrutieren.

Zur Auswahl stehen zwei Arten von Missionen – normale, und Scoutmissionen. In letzteren ist der Schwierigkeitsgrad wesentlich höher, weshalb eine gute Vorbereitung Pflicht ist. Dazu könnt ihr eure Items und Ausrüstung zusammenpacken und notfalls im Shop wieder aufstocken. Kommen euch die Missionen allerdings so leicht vor, dass ihr euch chronisch unterfordert fühlt, schafft vielleicht der sehr schwere Brutal-Modus Abhilfe. Nach Missionsabschlüssen schließen sich außerdem immer wieder ein paar Soldaten eurer Armee an, welche ihr dann in den Scoutmissionen quasi als Zugangsberechtigung benötigt. Scheitert ihr, sinkt diese Zahl und es ist wieder Zeit für einfacherere Aufgaben. Wer sich ohne Sinn und Verstand aber einfach nur austoben möchte, kann das im Survival-Modus tun, denn dort müsst ihr nur solange wie mögliche gegen immer wieder auftauchende Titanen überleben.

Steuerung:
So toll das Herumgeschwinge auch sein mag, wird das Spielen eher zur Qual, wenn man alle zwei Meter die Kamera justieren muss. Auf dem New 3DS geht das Dank des C-Stick noch einigermaßen gut von der Hand, Besitzer des alten Modells ohne Circle Pad Pro hämmern in so einem Fall aber im Dauertakt auf die L-Taste. ZL und ZR haben leider ein weiteres Mal keine sinnvollen Funktionen spendiert bekommen, sondern dienen lediglich als Zweitbelegung für Schwingen und Angreifen.

Grafik:
Optisch sieht Shingeki no Kyojin im Grundgerüst recht passabel aus. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich Texturen allerdings als lieblos hingeklatscht und breiig. Hinzu kommt, dass weit entfernte Gegner beim Rennen eher durch die Gegend teleportieren statt sich flüssig voranzubewegen. Bei dieser Diashow wirkt es schon fast lächerlich, dass beim Reiten direkt vor uns Objekte wie Bäume und Büsche aufploppen, von denen unser Gaul schon fast die Früchte abfuttern könnte. Der 3D-Tiefeneffekt sieht an sich ganz nett aus, zwingt allerdings die Bildrate extrem in die Knie und das Geschehen läuft gefühlt nur noch halb so schnell ab.

Sound:
In diesem Punkt zeigt das Spiel, dass nicht alles vernachlässigt wurde. In der Schlacht umgarnen uns die rockigen Stücke aus der Anime-Vorlage und spornen stets zum Spielen an. Die Stimmen sind auch direkt aus Attack on Titan übernommen worden, wodurch das Ganze natürlich authentischer nicht wirken könnte. Ob man das nun als Stärken des Spiels oder des Animes bezeichnen möchte, ist jedem selbst überlassen, dennoch fügt es sich hervorragend ins Spielgeschehen ein.

Fazit:
Es ist nicht alles Gold was glänzt. Wer den Anime gesehen hat, mag vielleicht aus Neugier dazu neigen, die 30 Euro in Shingeki no Kyojin: Humanity in Chains zu investieren. Das Gameplay erweist sich allerdings sehr schnell als einschläfernd, der Story-Modus ist ein Witz und ohne zweite Analog-Einheit – sei es der C-Stick oder das Circle Pad Pro – wird allein die Fortbewegung mit dem ODM zur Folter. Wer einer herben Enttäuschen aus dem Weg gehen möchte, sollte hingegen die Finger von der Lizenzgurke lassen. Höchstens wenn ihr euch zu den Gelegenheitszockern zählt, die Freude am Freispielen von allerlei Kleinkram haben und welche die Vielzahl an kurzen Missionen reizt, könnte der Titel einen Blick wert sein. Aber auch da finden sich sicherlich bessere Alternativen.

Hat Alpträume vom schlechten Gameplay statt von den Titanen: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Gute Vorlage, guter Ansatz, arge Mängel in der Umsetzung. Ein weiteres Opfer des Lizenzteufels, das viel Potential verschenkt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

5.0

TECHNIK:

2.0

ABWECHSLUNG:

3.0
3
von 10

Gut für Zwischendurch

Lokal und online im Multiplayer spielbar

Originale Anime-Szenen

Packender Soundtrack

Auf Dauer eintönig

Teils sinnfreie Missionen

Optisch und technisch eine Katastrophe

Stellenweise extrem frusterregend

Keine deutschen Bildschirmtexte

Wie werten wir?

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1 Kommentar