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Spielname:
Etrian Mystery Dungeon

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Atlus/Spike Chunsoft

Genre:
Rollenspiel

Release:
11.09.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Etrian Mystery Dungeon

Review: Etrian Mystery Dungeon

Tjark Michael Wewetzer, 19.09.2015

3096°

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Was kommt dabei raus, wenn man zwei Dungeon Crawler verschiedener Geschmacksrichtungen in einen Mixer steckt? Hoffentlich ein gutes Gemisch, versteht sich von selbst. Doch bei einem derartigen Vorhaben läuft man Gefahr, dass der eine Geschmack den anderen überdeckt oder die beiden so gar nicht miteinander kompatibel sind. Letzteres ist bei Etrian Mystery Dungeon, einer Mystery Dungeon-Roguelike-Variante von Atlus' Etrian Odyssey-Reihe, zum Glück nicht der Fall, Fans des First-Person-Dungeon-Crawlers werden sich allerdings ganz schön umgewöhnen müssen. Wie der Cocktail insgesamt mundet, verraten wir euch in unserem Test.

Sah das hier schon immer so aus?
Etrian Mystery Dungeon dreht sich um einen großen Bernsteinbaum, der Abenteurer aus fernen Ländern anzieht – schließlich warten in den umliegenden Gewölben eine Menge Schätze und Entdeckungen! Auch ihr als einfacher Landsknecht macht euch auf die Suche nach dem Baum und landet im Städtchen Aslarga, wo ihr euch der örtlichen Abenteurergilde anschließt, weitere Gefährten erstellt und Expeditionen plant. Natürlich hat die Ortschaft auch so ihre Probleme, die mit den geheimnisvollen Labyrinthen in der Umgebung des Bernsteinbaums zusammenhängt. Im Rahmen diverser Hauptquests kämpft ihr euch durch die verwinkelten Korridore und trotzt diversen Gefahren.

Dabei fällt schon früh auf: Die Areale sind ganz nach Mystery Dungeon-Manier komplett zufallsgeneriert. Jede Ebene der im fortschreitenden Spiel stetig tiefer gehenden Kerker wird beim Betreten aus einer Reihe von Bausteinen zusammengewürfelt und durch lange Korridore verbunden. Auch wenn es danach aussieht, bewegt ihr euch hier jedoch nicht in Echtzeit voran, sondern rundenweise. Jede aktive Aktion eurerseits zieht eine Bewegung sämtlicher NPCs im aktuellen Gebiet nach sich. Das ist vor allem dann von taktischer Wichtigkeit, wenn ihr euch von einer Vielzahl an Feinden umzingelt seht – solange ihr euch nicht rührt, könnt ihr euren nächsten Zug in Ruhe überdenken. In der Regel steuert ihr dabei nur ein Mitglied eurer bis zu vier Köpfe starken Gruppe; welches das ist, könnt ihr jederzeit mit einer einfachen Tastenkombination ändern.

Nichts für Kontrollfreaks
Über einen sogenannten Blast-Skill dürft ihr alternativ auch für wenige Züge die Zügel komplett selbst in die Hand nehmen und alle Kommandos persönlich eingeben – vorausgesetzt, eure Blast-Leiste am oberen rechten Bildrand ist ausreichend gefüllt. Bei den Bosskämpfen, die euch am tiefsten Punkt der Dungeons erwarten, benötigt ihr nicht einmal das Zusatzkommando. Da erhaltet ihr standardmäßig die volle Kontrolle über euer Team. Das ist mitunter wohl auch der eher mäßigen KI eurer Mitstreiter anzulasten, denn ihr könnt diesen als einzige Anweisung höchstens die Nutzung verschiedener Fertigkeiten untersagen. Davon abgesehen agieren sie komplett auf eigene Faust. Dadurch werden haarigere Gefechte schnell zum Glücksspiel. Der Blast-Balken kommt übrigens auch bei anderen Spezialfähigkeiten zum Einsatz, die ihr zwar erst durch das Erfüllen diverser Nebenquests erlernen müsst, dafür aber in kniffligen Kämpfen gerne das Blatt zu euren Gunsten wenden.

Leider sind die Bosse häufig alles andere als anspruchsvoll und verlangen von euch lediglich ein halbwegs gut ausgerüstetes Team, das auf dem langen Marsch nach unten ein paar Levelaufstiege hinter sich gebracht hat. Das endet beizeiten schon mal in einem sehr langweiligen Schlagabtausch, bei dem ihr einfach eure Angriffsskills abfeuert und hin und wieder verletzte Gruppenmitglieder aufpäppelt. Da sind wir von Etrian Odyssey anderes gewohnt.

DOEs treiben mich in den Ruin!
Apropos Etrian Odyssey: Was nimmt Etrian Mystery Dungeon eigentlich von der Hauptreihe mit? Zunächst einmal das ausgeklügelte Skill-System. Mit jedem Levelaufstieg erhaltet ihr nämlich Fertigkeitspunkte, mit denen ihr neue Techniken und passive Fähigkeiten freischalten könnt. Dabei habt ihr die Wahl, ob ihr lieber von allem ein wenig lernen möchtet oder eure Kämpfer stattdessen auf wenige Skills spezialisieren wollt. Solltet ihr euch mal vertun, ist das auch kein Beinbruch: In der Abenteurergilde könnt ihr zum Preis von zwei Charakterleveln die Skillpunktverteilung zurücksetzen.

Ebenfalls aus Etrian Odyssey stammen deutlich stärkere Normalgegner, gegen die selbst die Dungeon-Bosse wie Kinderkram wirken. Nur hören die hier auf die Bezeichnung DOE statt FOE. Sie funktionieren auch anders: DOEs bewegen sich schnurstracks auf den Dungeon-Eingang zu. Erreichen sie den, gilt eure Expedition als gescheitert, da euer Trupp dann zur Verteidigung Aslargas beordert wird – und dabei verliert ihr euer gesammeltes Geld und eure Beute! Um das zu verhindern, könnt ihr gegen ein gewisses Entgelt Festungen in den Dungeons platzieren, welche die DOEs tiefer in den Dungeon zurückschubsen. Alternativ könnt ihr euch natürlich auch den Mega-Gegnern stellen, indem ihr sie direkt im Kampf konfrontiert oder ihm mit in der Festung stationierten weiteren Gildenmitgliedern auflauert. Auf diese Weise könnt ihr sogar bis zu acht Kameraden in den Kampf schicken – den Backup-Trupp und eure Hauptmannschaft. Ohne eine gute Strategie seht ihr dabei aber natürlich trotzdem kein Land, zumal ihr für die volle Kontrolle wieder auf einen Blast-Skill zurückgreifen müsst... Schade ist auch, dass die DOEs damit eher zu einer nervigen Fleißaufgabe verkommen und damit weitaus weniger bedrohlich wirken. Wenn nicht gerade eine Quest die Erlegung der Zwischenbosse erfordert, ist es deutlich rentabler, leere Festungen zu platzieren und sie so in Schach zu halten, während man schlichtweg an ihnen vorbeirauscht. Um sie gestrickte Puzzles, wie es sie in Etrian Odyssey gab, fehlen hier komplett.

Steuerung:
Wie bereits erwähnt, läuft Etrian Mystery Dungeon komplett rundenbasiert ab. Da ihr eure Charaktere schachbrettartig von Feld zu Feld bewegt und über die rechte Schultertaste auch diagonale Marschwege problemlos bewältigen könnt, gibt es bei der Kontrolle des Geschehens wenig zu bemängeln. Löblich ist auch, dass wir bis zu sechs Kampffertigkeiten jedes Charakters an gewisse Tastenkombinationen binden und so im Gefecht schnell ausführen können. Dennoch entzieht sich uns, warum wir nur über ein Sonderkommando oder bei Bosskämpfen die volle Kontrolle über unser Team gewinnen können.

Grafik:
Auch wenn die Areale buchstäblich aus dem Baukasten stammen, hat man bei Spike Chunsoft wenigstens dafür gesorgt, dass die Teile für Atmosphäre sorgen. Jeder Dungeon hat seinen eigenen Stil, bietet in der Regel sogar mehrere Varianten für verschiedene Tiefen. Die aus Etrian Odyssey bekannten Gegner sind hübsch animiert und auch die Charakterporträts, die bei den englischsprachigen Dialogen des Spiels zum Einsatz kommen, können sich sehen lassen. Allerdings wirken einige Texturen in den Dungeons grobpixelig, was den optischen Eindruck etwas trübt. Den 3D-Tiefeneffekt könnt ihr euch zudem schenken, da der trotz der Perspektive praktisch gar nicht zur Geltung kommt.

Sound:
Selbst wenn das Gameplay noch so auf Mystery Dungeon getrimmt ist, beim Soundtrack zeigt sich dieser Titel ganz wie Etrian Odyssey. Wunderschön komponierte Melodien begleiten euch auf euren Dungeon-Exkursen, die euch entweder ruhige Klänge bieten oder in einem von DOEs verseuchten Gebiet die Bedrohung vermitteln wollen. Kopfhörer beim Spielen sind wärmstens empfohlen!

Fazit:
Etrian Mystery Dungeon versucht, das Gameplay der Mystery-Dungeon-Reihe mit den Eigenheiten und dem Stil von Etrian Odyssey zu verknüpfen. Dabei büßt das Spinoff leider einige Stärken von Atlus' Dungeon-Crawler-Marke ein. Dank der zufallsgenerierten Irrgärten müsst ihr euch zwar bei jedem Dungeonbesuch auf Überraschungen gefasst machen, dafür wirkt die Erkundung damit weitaus unbefriedigender, weil sie nicht so ausgeklügelt sind wie in der Hauptreihe. Die DOEs sind dementsprechend auch kein würdiger Ersatz für die gefürchteten FOEs, verkommen sie doch im Prinzip schnell zu laufenden Kosten, die ihr bei euren Expeditionen zu bedenken habt. Aber es ist nicht alles missglückt: Dank des Skill-Systems könnt ihr eure Charaktere in vielfältiger Art und Weise hochzüchten, viele Komfortfunktionen machen euch das Abenteurerleben angenehmer, ohne zu sehr den Schwierigkeitsgrad runterzudrücken, und dank der Vielzahl an Dungeons und Quests seid ihr mit diesem Titel für lange Zeit bestens beschäftigt. Wenn ihr auf Roguelikes steht und eine andere Mystery-Dungeon-Geschmacksrichtung sucht, lohnt sich ein Blick auf Etrian Mystery Dungeon auf jeden Fall. Fans von Etrian Odyssey sollten zuvor hingegen abwägen, ob die Zufallsherausforderung (und fehlende Kartenzeichnerei) ihnen wirklich zusagt.

Hat natürlich wieder den Fluchtdraht vergessen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Es lässt die Finesse von Etrian Odyssey vermissen, der MD-Exkurs weiß aber dennoch zu unterhalten.

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

7.0

UMFANG:

9.0
7
von 10

Reichlich Quests und Gebiete

Ausgeklügeltes Skill-System

Viele angenehme Komfortfunktionen

Atmosphärische Areale

Malerischer Soundtrack

Buchstäbliche Baukasten-Dungeons

DOEs eher nervig als furchteinflößend

Mitstreiter-KI lässt zu wünschen übrig

Gelegentliche Pixeltexturen

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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