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Spielname:
Harvest Moon: Das verlorene Tal

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Rising Star Games

Developer:
TABOT Inc.

Genre:
Simulation

Release:
19.06.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Harvest Moon: Das verlorene Tal

Review: Harvest Moon: Das verlorene Tal

Tjark Michael Wewetzer, 19.06.2015

6324°

4

Test mögen: Weitersagen:

Gerade an übermäßig heißen Sommertagen beschweren wir uns ja mal nur zu gerne über das Wetter. Gerne auch bei übermäßig viel Regen oder Eiseskälte. Aber wenigstens können wir noch den Luxus des wechselhaften Klimas genießen. Bei Harvest Moon: Das verlorene Tal läuft es ein wenig anders. Hier ist die titelgebende Ortschaft im kalten Griff des ewigen Winters gefangen, selbst der gelegentliche Sonnenschein vermag es nicht, die weiße Pracht zu vertreiben. Der ideale Ort für ein wenig Farmwirtschaft, findet ihr nicht auch? Also haben wir uns mit Spaten, Hacke und einem Säckchen Saatgut ins Tal gestürzt und geschaut, was das neue Harvest Moon leistet.

Schneeschippen für Fortgeschrittene
Natürlich soll die verschneite Winterlandschaft sich nicht ewig halten. Wie wir das Problem lösen können, bringt uns zu Spielbeginn auch sogleich ein Erntewichtel bei: Die Erntegöttin hat ihre Macht verloren und wir müssen sie durch das Erfüllen bestimmter Aufgaben zurückbringen. Doch zunächst wollen die verbleibenden Wichtel erweckt werden, die uns dabei helfen sollen – was wiederum durch die Bewirtschaftung des Landes geschieht. Wir schnappen uns direkt die Schaufel, räumen etwas Schnee beiseite, bestellen Felder und verstreuen Pflanzensamen – ganz nach klassischem Harvest Moon-Muster.

Mit einem kleinen Unterschied: Statt unsere Werkzeuge wie bislang mühsam aus einem Inventar hervorkramen zu müssen, werden diese jetzt kontextsensitiv genutzt. Soll heißen: Wenn wir vor einem zu bewässernden Fleckchen Erde stehen, zückt unser Bauer (oder die Bäuerin, wenn man sich für den weiblichen Spielercharakter entschieden hat) direkt die Gießkanne. Ist das Feld gepflügt, aber noch nichts eingepflanzt, dürfen wir hingegen das zu platzierende Saatgut wählen. Das funktioniert größtenteils recht komfortabel, ist allerdings auch die einzige angenehme Sache hierbei.

Anders als in anderen Harvest Moon-Spielen gibt es in Das verlorene Tal – von der Axt ausgenommen – keine Werkzeug-Upgrades. Das hat zur Folge, dass ihr mit eurer Gießkanne und Hacke stets nur ein Planquadrat nach dem anderen abarbeiten könnt. Gerade wenn ihr größere Felder angelegt habt, was dank eines großzügigen Ausdauervorrats durchaus im Bereich des Möglichen ist, artet die ganze Bewässerung regelrecht in Fleißarbeit aus. Etwas Abhilfe schafft der Erntewichtel Dewey, der auf Anfrage auch die Gießkanne schwingt, allerdings könnt ihr seine Hilfe nur alle zwei Tage in Anspruch nehmen und zu Beginn lässt seine Aktionsreichweite arg zu wünschen übrig.

Wie wäre es mit einem Tapetenwechsel?
Das ist einer der Gründe dafür, dass insbesondere die Startphase von Harvest Moon: Das verlorene Tal so furchtbar zäh ausfällt. Die anderen hängen leider mit der Story zusammen. Sofern ihr euch nicht von vornherein einen Guide schnappt und womöglich etwas Glück habt, werdet ihr das ganze erste Ingame-Jahr – je nach eigenem Tempo immerhin gut und gerne 30 Spielstunden! – im Winterwunderland leben. Das liegt daran, dass die Jahreszeiten von Frühling nach Herbst freigeschaltet werden müssen und das Zeitfenster zur Rettung des ersten Saison-Wechsels dermaßen knapp ausfällt, dass ihr bei Erledigung der Aufgabe schon im Sommer seid. Und lasst euch gesagt sein: Das wird ziemlich schnell öde und auflockernde Feste gibt es auch erst nach 15 bis 20 Stunden Spielzeit. Immerhin ist der Weg durch die Handlung recht simpel, da euch ein jederzeit aufrufbarer Aufgabenverlauf stets über die aktuellen Ziele informiert und am Ende vieler Spiel-Tage prophetische Träume Hinweise geben.

Der letzte große Schwachpunkt, der auch im fortgeschrittenen Spielverlauf leider nur minimal aufgewogen wird: Das Tal ist ziemlich tot. Es gibt kein aufsuchbares Dorf und damit abseits von euch und den hiesigen Erntewichteln samt Göttin keine Bewohner. Nach und nach trauen sich dafür immer mehr Besucher in die Gegend – darunter auch diverse Ladenbesitzer, die euch zu festgelegten Zeiten Saatgut, Materialien und andere Nettigkeiten verkaufen sowie eure Erzeugnisse abkaufen. Ihr könnt den Leuten und damit auch den sechs ab Werk verfügbaren, potentiellen Ehepartnern - drei pro Geschlecht - allerdings keine Geschenke machen, um euch mit ihnen anzufreunden. Euren Beziehungswert steigert ihr stattdessen über tägliche Gespräche oder das Lösen von charakterspezifischen Aufgaben. Letztere wiederholen sich aber leider ständig: Händler Sam möchte beispielsweise Geschenke für seine Familie, während Floristentochter Sonja Blumen zum Binden benötigt. Die simplen Lieferaufträge verlangen höchstens ein wenig Zeit, wenn ihr mal bestimmte Gegenstände nicht direkt zur Hand habt, anspruchsvoll oder gar einfallsreich werden sie aber so gut wie nie.

Harvest Minecraft
Bei all den Komprimierungsmaßnahmen muss doch aber irgendwas erweitert worden sein! Tatsächlich gibt es da etwas: Die Landschaftsgestaltung. Auf Knopfdruck schaltet ihr nämlich in den Buddelmodus, über den ihr Planquadrate anheben oder herabsenken könnt. Später lassen sich auch Wassergräben ausbuddeln, damit ihr die Gegend mit reichlich Geduld praktisch komplett umkrempeln könnt. Wassernähe und Pflanzhöhe beeinflussen zudem sowohl die Bodenqualität als auch die Wachstumsgeschwindigkeit eurer Erzeugnisse, müssen allerdings in Eigenregie ausgetüftelt werden. Dafür ist die ganze Optimierung immerhin optional. Später im Spielverlauf bietet euch der schräge Bastler Doc zudem verschiedene Bauten wie etwa Tierställe, Windmühlen oder Brücken an, mit denen ihr weiter am Bild des Tals arbeiten könnt. Diese ganze Gestaltungsfreiheit wirkt natürlich äußerst erfrischend, auf der anderen Seite lässt sie sich erst dann komplett nutzen, wenn ihr weit genug in der Story vorangeschritten seid und entsprechend über all eure Werkzeuge verfügt. Außerdem dürfte sie wohl der Grund dafür sein, dass es dem Tal wie zuvor erwähnt an Leben mangelt.

Steuerung:
Wirklich angenehm bei Das verlorene Tal ist, dass euch bei der Farmarbeit übermäßige Menüklickerei erspart wird. Dank der kontextsensitiven Aktionen laufen viele Vorgänge jetzt deutlich schneller und angenehmer ab, zudem können wir in der Regel per Steuerkreuz die Blickrichtung unseres Bauern auf Planquadrate in seiner direkten Umgebung richten, ohne ihn vom Fleck zu bewegen – es sei denn, es sind per Links- und Rechtskommando andere Gegenstände derselben Kategorie auswählbar, dann klappt das nicht. In bestimmten Situationen artet der vermeintliche Komfort allerdings wieder in unnötige Arbeit aus. Etwa, wenn wir gerade Saatgut säen und dabei versehentlich ein Quadrat bewässern. Haben wir Samen diverser Pflanzen in der Tasche, müssen wir diese vor dem weiteren Einpflanzen erst auswählen, wenn wir an freies Ackerland herantreten. Das grenzt aber schon an Erbsenzählerei.

Grafik:
Definitiv einer der gewöhnungsbedürftigsten Punkte des Spiels: Das Charakterdesign. Nun ist Harvest Moon jetzt auch nicht neu in der Welt der Kopffüßler, die Figuren hier wirken jedoch teils seltsam proportioniert und unheimlich rund. Trotzdem versprühen sie doch einen gewissen Charme und sind zumindest recht gut animiert. Die Umgebung allerdings hätte definitiv hübscher ausfallen können. Die Texturen wirken nicht immer allzu scharf, gewisse Details ploppen gerne mal bei Annäherung ins Bild und ähnlich wie der runde Look der Figuren ist die eckige Konstruktion des Tals mehr als befremdlich – wohl aber förderlich für die Gestaltungsmöglichkeiten. Über einen 3D-Tiefeneffekt verfügt das Spiel übrigens praktisch gar nicht. Nur im Titelbildschirm und beim Einsatz des sonst nutzlosen Fernglases könnt ihr tiefer in die Welt hineinblicken. Deswegen ist wohl auch das 3D aus dem Logo der europäischen Version geflogen.

Sound:
Wie für die Reihe üblich serviert euch Das verlorene Tal liebliche, eingängige Melodien, die wunderbar zur jeweiligen Jahreszeit passen und euch entsprechend bei Laune halten, dafür aber auch nicht durch große Besonderheiten hervorstechen. Schade ist höchstens, dass ihr an sich schöne Stücke wie das Winter-Thema aufgrund der voraussichtlichen Dauerbeschallung über mehrere Ingame-Stunden mit der Zeit nicht mehr ertragen könnt. Aber hey, man kann halt nicht alles haben.

Fazit:
Dass eine gute Idee noch lange kein gutes Spiel machen muss, haben wir schon häufiger feststellen dürfen. Insbesondere dann, wenn dafür andere Features auf der Strecke bleiben. Harvest Moon: Das verlorene Tal leidet genau unter diesem Dilemma. An sich ist die neu hinzugefügte Option zur Landschaftsgestaltung schön gemacht und erlaubt es euch, dem kleinen Tal eine persönliche Note zu verleihen. Leider hat dies zur Folge, dass es kein Dorf in dem Spiel gibt und die Ortschaft damit trotz einiger Besucher ein wenig leblos wirkt. Ferner ist der Anfang von Das verlorene Tal wirklich zäh – die Aussicht auf ein ganzes Jahr im eintönigen Winterweiß, nur weil man die anderen Jahreszeiten erst freischalten muss, ist wirklich demotivierend. Und als wäre das noch nicht genug, fällt die eigentliche Farmarbeit mangels Werkzeugupgrades auf Dauer und insbesondere bei größer angelegten Äckern extrem ermüdend aus. Es hätte schön werden können und wir glauben auch, dass das Team von Natsume mit etwas mehr Sorgfalt auch ein wirklich gutes Harvest Moon aus dem Hut zaubern kann, doch dieser erste Versuch ist leider misslungen und daher höchstens über alle Maßen geduldigen Videospiel-Bauern zu empfehlen.

In Kältestarre: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eine ermüdende Plackerei auf dem Bauernhof, die nur schwer in Fahrt kommt und wenige gute Ideen liefert.

Wertung

SPIELTIEFE:

6.0

AUTHENTIZITÄT:

6.0

SPIELWELT:

2.0
4
von 10

Behutsamer Einstieg

Anpassbare Landschaft

Komfortable Kontextsteuerung…

Lieblicher Soundtrack

Zäher Start…

…mit einem Spieljahr im Winter

…mit Detailmacken

(Fast) Keine Werkzeug-Upgrades

Lebloses Tal

Optik könnte besser sein

Wie werten wir?

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4 Kommentare