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Spielname:
Lord of Magna: Maiden Heaven

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
29,99 €

Publisher:
Marvelous Europe

Developer:
Marvelous AQL

Genre:
Rollenspiel

Release:
04.06.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Lord of Magna: Maiden Heaven

Review: Lord of Magna: Maiden Heaven

Tjark Michael Wewetzer, 13.06.2015

3289°

1

Test mögen: Weitersagen:

Das Leben auf dem Land ist ohnehin schon nicht ganz einfach, aber die Arbeit in einem Gasthaus? Die ist noch ein ganzes Eckchen härter - ganz besonders, wenn einem dabei auch noch die Kundschaft ausbleibt. Für Luchs Eduard, den Protagonisten von Lord of Magna: Maiden Heaven, ist dies leider trauriger Alltag, weswegen er sich mit Schatzsuchen über Wasser halten muss und dabei gefundene Kristalle verhökert. Nun wäre das hier aber wahrscheinlich ein eher langweiliges RPG, wenn sich an dieser Situation nichts ändert. Was unserem Helden so alles zustößt und ob das neue Spiel des ehemaligen Rune Factory-Teams auch etwas taugt, klären wir in unserem Test.

Verfügst du über die Macht? Bist du der Auserwählte?
Wie bereits angedeutet: Beim friedlichen Sammlerleben bleibt es nicht allzu lang. Eines Tages trifft Luchs nämlich auf ein in Kristall eingeschlossenes Mädchen, welches erwacht und den verdutzten Wirt auch sogleich vor anstürmenden Dämonen beschützt. Schnell stellt sich heraus, dass die sich als Charlotte vorstellende Dame ihr Gedächtnis größtenteils verloren hat, wohl aber weiß, dass sie noch einige Schwestern hat. Da Luchs von seinem Vater bereits eingetrichtert bekommen hat, dass er seine Gäste – so er denn mal endlich welche begrüßen darf – wie Familie behandeln soll, nimmt er Charlotte auch sogleich unter seine Fittiche und hilft ihr bei der Suche nach besagten Geschwisterchen und ihrer Vergangenheit.

Die Handlung des rund 20 Stunden umfassenden RPGs entfaltet sich dabei in zahlreichen Zwischensequenzen, aus denen das Spiel fast schon hauptsächlich besteht. Nur selten gewährt euch Lord of Magna eine kurze Verschnaufpause, um euren Spielstand zu sichern, das Inventar zu ordnen oder freie Gefechte anzugehen. Auf diese Weise entsteht immerhin ein konstanter Spielfluss, der euch beinahe im Eiltempo durch die klischeebeladene und insgesamt auch eher simpel gestrickte Handlung führt. Auch wenn es dieser an wirklichen Highlights fehlt, ist sie nichtsdestotrotz nett erzählt und wartet mit mal mehr, mal weniger überraschenden Wendungen auf.

Lasst uns Bowlen gehen!
Natürlich geht es im Laufe der Story nicht durchgehend friedlich zur Sache – das müsstet ihr bereits in der Einleitung gemerkt haben. Um die zwei Male pro Kapitel kommt es zur Konfrontation mit bunten Monstern, die knuffiger Kaum sein könnten. Dabei bewegt ihr euren bis zu vier Köpfe starken Trupp rundenweise über das Feld und versucht, das aktuelle Missionsziel und möglicherweise auch ein Bonus-Ziel – das in der Regel auf die Vernichtung aller Feinde beschränkt ist – zu erfüllen. Statt an ein Raster gefesselt zu sein, dürft ihr eure Figuren völlig frei positionieren und ausrichten. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn ihr von den Angriffsreichweiten eurer Attacken optimal Gebrauch machen möchtet.

Schon beim ersten Gefecht dürfte euch zudem eine Eigenheit von Lord of Magna auffallen: Es gibt verflixt viele Gegner auf der Karte! Glücklicherweise sind diese in Truppen eingeteilt, die jeweils von einem stärkeren Kommandanten angeführt werden und gemeinsam ziehen. Auch sind die Fußsoldaten schnell beseitigt und halten nicht einmal einen einzigen Treffer aus, bevor sie einknicken. Praktisch: Auf diese Weise könnt ihr nämlich Kettenreaktionen auslösen und bei zehn zugleich besiegten Einheiten einen Bonuszug ergaunern. Leider könnt ihr aus diesem Feature im Spielverlauf eher selten einen Vorteil ziehen, weil die meisten Kommandanten gerade einmal zehn Helfer zugleich heraufbeschwören – ihr müsst also entweder hoffen, dass ihr mehrere Truppen an einen Ort gequetscht kriegt oder alle Kleinlinge mit einem Schlag wegputzen könnt.

Das ist auch nicht der einzige Schwachpunkt des Kampfsystems: Die Schlachten ziehen sich gerne mal furchtbar in die Länge. Anders als ihre Begleiter mit dem Verteidigungswert eines Papiertaschentuchs, halten die Anführer und ganz besonders die zahlreichen Bosse deutlich mehr Treffer aus – zu viele, um genau zu sein. Das endet nicht selten damit, dass ihr eure Truppe in Kreisformation um den Obermacker platziert, ständig auf A hämmert und vielleicht mal hin und wieder einen Heiltrank einwerft. Denn auch wenn sie viel aushalten, stellen sie bis auf wenige Ausnahmen praktisch keine Gefahr dar. Praktischerweise halbiert der optionale einfache Schwierigkeitsgrad die HP-Werte sämtlicher Gegner und macht die ganze Angelegenheit deutlich angenehmer. Das wirkt sich übrigens auch auf die Spielzeit aus. Auf niedriger Stufe ist das Spiel nämlich auch locker in 15 Stunden packbar. Alternativ könnt ihr den Härtegrad aber auch höher drehen und so den von euch eingesteckten Schaden bei gegnerischen Attacken erhöhen.

Viele Werkzeuge, wenig damit zu tun
Die übermäßig simplen Monster sind auch der Grund dafür, dass das an sich interessante Skill-System von Lord of Magna nur wenig Anwendung findet. Theoretisch könnt ihr sogenannte Fertigkeiten-Chips entweder in einem Laden erwerben oder sie selbst aus gesammelten Materialien herstellen und so innerhalb eines gewissen Kapazitätslimits eure Gruppe mit neuen Moves oder Status-Stärkungen ausstatten. Praktisch müsst ihr dafür aber viele freie Gefechte erledigen, um überhaupt ausreichend Geldmittel für die zum Crafting notwendigen Rohkristalle zu erhalten und könnt euch zudem viele der Spezialattacken getrost sparen. Nicht selten haben wir es erlebt, dass wir mit unseren Standard-Angriffen deutlich mehr Schaden angerichtet haben, als mit irgendwelchen bildgewaltigen Zaubern und Special Moves – zumal letztere auch noch von euch verlangen, dass ihr durch das Aussetzen von Zügen ausreichend AP ansammelt, von denen ihr pro Zug einen erhaltet und jede Aktion, außer Warten, mindestens einen Punkt kostet.

Steuerung:
Wie es sich für ein rundenbasiertes RPG gehört, ist die Handhabung äußerst eingängig. Dank diverser Schnelltasten – mit L können wir beispielsweise ohne große Menü-Spielereien direkt unseren Zug überspringen – laufen die Gefechte auch ziemlich flott ab. Dennoch wünschten wir uns für das Ausrichten von Angriffen noch etwas mehr Genauigkeit. Zwar könnt ihr mit der R-Taste die Position eures aktiven Charakters festlegen und dann kreisförmig die Attacke justieren, allerdings erlaubt das System keine feinen Bewegungen, was das pixelgenaue Anpeilen frustrierend macht. Dann wiederum sind die Kämpfe in der Regel simpel genug, dass ihr dieses Problem wahrscheinlich eh nicht so häufig bemerken werdet.

Grafik:
Die liebevoll gestalteten 3D-Areale haben – trotz eines eher schwach ausgeprägten Tiefeneffekts – fast schon den Charakter eines Pop-Out-Buches und überzeugen auf nahezu ganzer Linie. Klar, es handelt sich jetzt nicht unbedingt um die denkwürdigsten Areale, aber sie sehen hübsch aus und sind stilistisch gut umgesetzt. Die Charakter-Sprites wirken allerdings auf den ersten Blick extrem ungewöhnlich. Dabei sprechen wir nicht mal von den knuffigen Drachen, Wölfen und Teddybären, mit denen ihr euch hier anlegt, sondern von den eher sparsam animierten 2D-Chibifiguren, die ihr herumkommandiert. Wenn es dann aber mal in einer Zwischensequenz zu etwas mehr Action kommt, dann funktioniert der Stil sogar irgendwie. Es gleicht sich also insgesamt recht gut wieder aus.

Sound:
Die musikalische Begleitung von Lord of Magna kann sich definitiv hören lassen und verwöhnt eure Ohren mit eingängigen Stücken und aufbrausenden Melodien, wenn sie denn mal von der Handlung gefordert sind. In Sachen Sprachausgabe hält sich der Titel allerdings spürbar zurück. Gelegentlich werden kurze Clips eingestreut, die mal direkt das wiedergeben, was in den englischen Textboxen steht, an anderer Stelle hingegen nur einen kurzen, zur Stimmung passenden Kommentar oder Laut beitragen. Das wirkt in einem storylastigen Spiel wie diesem hier leider irgendwie halbgar.

Fazit:
Auch wenn wir in unserem Anspielbericht noch positiver Stimmung waren, hat Lord of Magna: Maiden Heaven letztendlich nicht ganz das liefern können, was wir uns erhofften. Zwar bieten euch die Entwickler einiges an taktischen Werkzeugen für die rundenbasierten Gefechte an, leider müssen viele davon jedoch erst durch langwierige Freikämpfe zusammengespart werden und verschaffen euch dann nicht einmal unbedingt einen allzu großen Vorteil im Kampf. Außerdem ziehen sich die Schlachten durch die auf normalem Schwierigkeitsgrad unheimlich hohen HP-Werte der Kommandanten und Bosse unnötig in die Länge, was ebenfalls auf die Motivation drücken kann. Auf der anderen Seite bietet Lord of Magna aber immerhin eine unterhaltsame, wenngleich nicht unbedingt revolutionäre Story, sympathische Charaktere und ein ausgefallenes Artdesign, das sich sehen lassen kann. Nicht zuletzt lädt das Spiel dank der sieben holden Maiden, mit denen ihr das Spiel beenden könnt, trotz der für RPG-Verhältnisse recht kurzen Spielzeit zu erneuten Anläufen ein. Wenn ihr ein leichtherziges, kompaktes Rollenspiel-Vergnügen sucht und über die etwas zähen Kämpfe hinwegsehen könnt, dürft ihr dem Titel also trotzdem ruhig eine Chance geben.

Wurd' nichts, also wurd' er Wirt: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Marvelous Europe für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein sympathisches, kleines RPG, das unter seinen übermäßig einfachen und langgestreckten Kämpfen leidet.

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

7.0

ANSPRUCH:

5.0
6
von 10

Nette Handlung…

Viele Anpassungs-Möglichkeiten…

Schneller Spielfluss

Zugängliches Spielprinzip

Anreize für weitere Spieldurchgänge

Charmante Optik

…ohne große Highlights

Langatmige Kämpfe

…die viel Grinding erfordern

Viel verschenktes Potential

Für ein RPG recht kurz

Wie werten wir?

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1 Kommentar