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Spielname:
Fossil Fighters: Frontier

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Red Entertainment

Genre:
Rollenspiel

Release:
29.05.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-6 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Fossil Fighters: Frontier

Review: Fossil Fighters: Frontier

Alexander Schneider, 29.05.2015

3877°

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Bis zur E3 im letzten Jahr mussten wir uns gedulden, ehe feststand: Fossil Fighters: Frontier wird auch in Europa erscheinen! Viele von euch werden den eigenwilligen Titel noch gar nicht richtig kennen. Spötter bezeichnen das kunterbunte RPG gern als schnöden Pokémon-Klon, während es von Fans als frischer Wind im Videospielkosmos angepriesen wird. In unserem ausführlichen Testbericht wagen wir eine weitere Zeitreise in die Kreidezeit und verraten euch, ob Fossil Fighters: Frontier mit seinem vermeintlichen Vorbild mithalten kann oder ob Nintendo mit der - zugegebenermaßen recht eingeschränkten - Promotion lediglich Nebelkerzen geworfen hat. Kann die Story unterhalten und bietet das Kampfsystem ausreichend Tiefe? All das und noch viel mehr beantwortet euch unser Reisebericht, der von einer rasanten Dinosaurier-Safari kündet.

Land of Dinosaurs
Zu Spielbeginn - kurz nachdem man sich entschieden hat, ob man in die Rolle des männlichen oder weiblichen Protagonisten schlüpfen möchte - erfährt man, warum man überhaupt im Fossilienpark Asien ist. Man ist ein angehender Wächter, der ab sofort seine Ausbildung absolvieren soll. Die Wächter sind eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Frieden in den Fossilienparks dieser Welt zu wahren. Immer wieder brechen sie in ihren Vivomobilen auf, um die verschiedensten Areale zu erkunden, Grabungen durchzuführen und - man kann die Ähnlichkeit zu Pokémon nicht abstreiten - mit ihren Sauriern an sogenannten Fossilkämpfen teilzunehmen. Wenn es irgendwo Probleme gibt, sind es also die Wächter, die sie ausbaden dürfen! Nach dem genauso peinlichen wie kindischen Titelsong finden wir uns im Büro des Captains Stryker, wo sich auch die anderen sieben Anwärter befinden.

Wir lernen unsere neuen Freunde recht zügig kennen, darunter der stämmige Roland, der rothaarige Wildfang Dahlia, der tollpatschige wie abenteuerlustige Nate (der zu spät zur ersten Versammlung erscheint) und der typische Australier Sydney (passender Name!). Nach einer kurzen Einweisung wissen wir, welche Grundlagen wir alsbald beherrschen müssen: Die Vivomobil-Bedienung, die Fossil-Ausgrabung, die daraus erfolgende Vivosaurier-Wiederbelebung und natürlich das Agieren in den Fossilkämpfen. Nett: In den Dialogen mit den anderen Charakteren des Spiels ist es immer mal wieder möglich, zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten zu wählen, was zuweilen gutes Entertainment verspricht. Die sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten unserer Freunde - so klischeehaft, wie sie auch sein mögen - und Bösewichte wie der irre Dr. Blackraven tragen dazu bei, dass man trotz des etwas langatmigen Starts im Laufe seines Abenteuers eine ganz nette Erzählung kredenzt bekommt, wenngleich sie keineswegs wirklich tiefgründig ist. Das muss sie aber auch gar nicht unbedingt, wenn man die Zielgruppe berücksichtigt…

Ab durch die Fossilienparks!
Schon in unserer ersten Unterrichtsstunde lernen wir den Erkundungsmodus kennen und setzen uns in ein aufrüstbares Vivomobil, um die sonnige Traumbucht zu erkunden. Nachdem das erste Gebiet noch recht übersichtlich erscheint und weitestgehend enttäuscht, können spätere Areale wie eine Berglandschaft und ein Dschungel durchaus überzeugen. In den Fossilienparks geht es schlichtweg darum, immer neue Quests zu bewältigen, Vivosaurier zu bekämpfen und nach neuen Fossilien zu graben. Im Stile eines rollenspiellastigen Adventures reist ihr zwischen den Arealen hin und her, wirklich unterhaltsam fällt das allerdings nicht aus. Die Gebiete sind trotz ihrer individuellen Merkmale viel zu schnell abgegrast und erscheinen optisch doch recht langweilig - was aber auch an der technischen Umsetzung liegt, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

Denken wir lieber an unsere Mission: Eine der Hauptaufgaben ist es, nach Fossilien zu suchen, um den Fund danach zu neuen Vivosauriern heranzuzüchten. Mit der L-Taste aktivieren wir den Fossilsonar, scannen die Umgebung und suchen die Gebiete so nach vergabenen Fossilien ab. Die Ausgrabung selbst läuft über ein simples Minigame ab, indem ihr euch auf dem Touchscreen und unter Zeitdruck durch die Gesteinsschichten arbeitet, bis das Fundstück freigelegt wurde. Habt ihr einen Vivosaurier zum Leben erweckt, könnt ihr ihn danach sofort im Kampf einsetzen. Traktiert ihr die Fossilien allerdings zu sehr, kann es durchaus passieren, dass das sie beschädigt oder sogar zerstört. Als Werkzeug stehen euch unter anderem Hammer und Bohrer zur Verfügung - während der Hammer für größere Gesteinsmengen zuständig ist, erledigt ihr mit dem Bohrer die Feinarbeit. Sicher könnt ihr es jetzt schon erahnen: Das Herumhämmern auf dem Touchscreen erweist sich recht schnell als monoton und langweilig, weshalb wir uns recht bald auch an andere Aufgaben heranwagen.

Kampfeslustige Vivosaurier
Schon während unserer ersten Erkundungstour stoßen wir auf einen wilden Vivosaurier, den es natürlich zu bekämpfen gilt. In den rundenbasierten Gefechten, in denen wir übrigens von anderen Wächtern begleitet werden, beginnt der Dinosaurier mit dem höchsten Tempowert. Natürlich müsst ihr nicht nur Attacken auswählen, sondern auch darauf achten, welchem Element euer Saurier angehört, da die verschiedenen Elemente Vor- und Nachteile gegenüber ihren Pendants haben. So hat zum Beispiel der Wasser-Typ einen entscheidenden Vorteil gegenüber Feuer. Um die Sache zu vereinfachen, stehen uns sowohl im Angriffsmodus als auch in der Verteidigungshaltung sogenannte Hilfsladungen zur Verfügung, die unseren Vivosaurier beispielsweise heilen oder seinen Angriffswert erhöhen können. Natürlich unterliegen diese kleinen Helferlein einer Begrenzung, sie müssen an bestimmten Tankstellen immer wieder erneuert werden. Überdies dienen die Tankstellen auch als Teleport-Knotenpunkte, was das Reisen natürlich um ein Vielfaches vereinfacht.

Die Protagonisten, die an eurer Seite kämpfen, wählen ihre Angriffe automatisch aus; ihr könnt ihr Handeln lediglich mit den Hilfsladungen beeinflussen. Was ihr unbedingt berücksichtigen solltet: Auch die Haltung der Dinos ist von essenzieller Bedeutung für den Kampf. Die vier Haltungen - vorwärts, aufwärts, abwärts und rückwärts - nehmen großen Einfluss auf das Spielgeschehen. Es gibt etwa Angriffe, die euren Gegner zwingen, sich zu ducken. Euer nächster Angriff könnte genau dagegen besonders effektiv wirken. Die Kämpfe bieten also viele Möglichkeiten, bringen dadurch auch ein strategisches Element ins Spiel ein und sind demzufolge sogar noch das Beste am Spiel, wenngleich sie unfassbar öde inszeniert werden. Es lohnt sich allerdings, seine Vivosaurier aufzuleveln, um im späteren Spielverlauf eine Chance zu haben.

Recht bald dürft ihr euch übrigens auch in die Turniere des Spiels stürzen. Abgekoppelt von der Story gibt es nämlich die Option, in bestimmten Wettkämpfen neue Ausrüstungsgegenstände zu gewinnen und obendrein seine Vivosaurier zu trainieren. Solltet ihr daraus siegreich hervorgehen, winken neue Wächter-Lizenzen, die ihr auch brauchen werdet. Erreicht ihr nämlich einen höheren Rang, wird eine neue Lizenz fällig - jeweils nach fünf Rängen.

Steuerung:
So viel Kritik man diesem Titel auch entgegenbringen mag, die Handhabung fällt aufgrund ihrer Einfachheit doch recht komfortabel aus. Mit dem Schiebepad bzw. Steuerkreuz bugsiert ihr sowohl eure Spielfigur als auch euer Vivomobil durch die Lande, mit dem A-Button beschleunigt ihr den Wagen und mit B bremst ihr ab. Auch das Touchscreen-Gehämmere während der Ausgrabungen läuft immer angenehm ab, da der Bildschirm perfekt reagiert und somit keinerlei Raum für Schmähungen bietet.

Grafik:
Wir haben die optische Gestaltung der einzelnen Areale vorab ja bereits angesprochen, und nun tun wir das in aller Ausführlichkeit - immerhin versteckt sich hier einer der größten Kritikpunkte. Nicht selten hat man beim Erkunden der Gebiete das Gefühl, dass man hier ein Spiel aus der DS-Ära vor sich liegen hat. Die Texturen sind matschig und verwaschen, die Areale trotz ihrer unterschiedlichen Eingenschaften bieder und auch die Oberwelt, die ihr im Stehen erkundet, erweist sich schnell als Relikt längst vergangener Zeiten. Auch der 3D-Effekt ist letztlich als nutzlos zu bezeichnen. Davon abgesehen sind die Charaktermodelle durchaus ansehnlich, insbesondere die Vivosaurier selbst wurden durchaus liebevoll gestaltet. Insgesamt jedoch müssen wir sagen: Setzen, sechs!

Sound:
Das Gedudel, das sich Musik schimpft, passt sich dem recht dürftigen Niveau der Grafik absolut an. Zwar könnte man die flotten Tracks durchaus als eingängig bezeichnen, nichtsdestotrotz sind sie mehr als austauschbar und gehen einem teilweise sogar auf die Nerven. Immerhin passen sie zum lebhaften Spielgeschehen und sorgen nicht durchgängig dafür, dass man sich seine Ohren wegwünscht, doch musikalische Qualität findet man hier definitiv nicht.

Multiplayer:
Der Glanzpunkt von Fossil Fighters: Frontier ist definitiv der beachtliche Mehrspielermodus. Sowohl lokal als auch online könnt ihr hier gegen andere Spieler antreten und euch im Kampf beweisen. Lokal ist es sogar möglich, mit fünf weiteren Spielern 3 vs. 3-Partien abzuhalten, online dagegen müsst ihr euch durch eine Rangliste bis an die Spitze befördern. Auch der Erkundungsmodus hat es bis in den Multiplayer geschafft: Mit bis zu drei Freunden könnt ihr durch die Fossilienparks flanieren, sie müssen allerdings ebenfalls Besitzer des Spiels sein. Mit Freunden macht es doch also gleich viel mehr Spaß!

Fazit:
Fossil Fighters: Frontier setzt alles auf eine Karte und möchte eine Art Pokémon-Klon im Dino-Gewand sein. Dass das nicht wirklich klappt, liegt bei der Betrachtung aller Schwächen des Titels auf der Hand: Die Ausgrabungen der Fossilien werden schnell furchtbar öde, die Charaktere sind trotz ihrer Individualität zu sehr an Klischees gebunden, die technische Umsetzung erweist sich schon zu Beginn als mangelhaft und auch die Story kann lediglich als nett bezeichnet werden, behält aber durchweg ihren kindlichen Charakter und hält Erwachsene somit nicht bei Laune. Was man dem RPG zugute halten muss: Die Zielgruppe wird gut bedient, auch wenn das unvermeidliche Aufleveln gerade jüngere Spieler schnell frustrieren könnte. Auch der Multiplayer kann als gelungen bezeichnet werden, so wie auch die Kämpfe zwischen den Artgenossen, die aufgrund verschiedener Faktoren ein interessantes strategisches Element hinzugewinnen. Letztlich müssen wir allerdings konstatieren, dass die Vivosaurier-Jagd deutlich unter ihren Möglichkeiten bleibt und massenhaft vorhandenes Potenzial leichtfertig verschenkt. Gerade die technische Komponente zieht die Laune deutlich runter und verhagelt einem die Freunde an einem Spiel, das unter anderen Bedingungen durchaus hätte wachsen können. Schade!

Lässt die Dinos fortan allein in die Schlacht ziehen: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Mäßiges Dino-Abenteuer mit vielen Mankos - zusammen mit Freunden deutlich unterhaltsamer als allein.

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

5.0

MULTIPLAYER:

7.0
6
von 10

Viele verschiedene Areale…

Liebenswürdige Charaktere…

Strategisches Kampfsystem

Unterhaltsamer Multiplayer

Fordernde Turniere

…die von der miesen Grafik zerstört werden

…die zu klischeehaft sind

Monotone Ausgrabungen

Durchschnittliche Story

Wenig motivierend

Wie werten wir?

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