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Spielname:
Citizens of Earth

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
11,99 €

Publisher:
Atlus

Developer:
Eden Industries

Genre:
Rollenspiel

Release:
22.01.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Kurztest: Citizens of Earth

Alexander Schneider, 25.01.2015

3291°

2

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Eigentlich sollte Citizens of Earth ja mithilfe einer Kickstarter-Kampagne finanziert werden, doch dieses Experiment der kanadischen Entwicklerschmiede Eden Industries schlug gehörig fehl. Auf den ersten Blick erscheint diese Tatsache noch nicht einmal verwunderlich, immerhin mutet der bizarre eShop-Titel für den Geschmack vieler Spieler zuerst ein wenig schrill und ungewohnt an. Doch was verbirgt sich hinter der knallbunten Fassade? Ist das Scheitern der Crowdfunding-Bemühungen berechtigt oder haben wir es hier mit einem echten Highlight zum Jahresbeginn zu tun? Wir jedenfalls sind für euch in die Rolle des Vizepräsidenten geschlüpft, und klären nun auf, ob das von Atlus veröffentlichte Spiel gute Aussichten auf den erfolgreichen Fang von Wählerstimmen (oder doch lieber Spielerstimmen?) hat.

Wahlsieg? Die Party fällt aus!
Nach einem glorreichen Wahlsieg lebt es sich ein wenig leichter, könnte man sich als Normalbürger denken. Für so manchen Politiker in der Realität mag das vielleicht auch zutreffen, doch in Citizens of Earth treffen wir auf eine skurrile Welt der verschobenen Verhältnisse. Ihr beginnt das Spiel in eurer vermeintlich idyllischen Heimatstadt, schlaft euch nach eurem Triumph bei der Wahl aus, und werdet als Vizepräsident der Welt von eurer Mutter (!) aus den Träumen gerissen. Nun gut, der Junge wohnt eben noch zu Hause! Schnell wird klar, welchen Humor wir hier erwarten dürfen - und diese Art der launigen Unterhaltung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Spielvergnügen. Die Ruhe währt aber nicht lang: Vom Oppositionsführer aufgewiegelte Demonstranten proben den Aufstand, die Straßen in Richtung der umliegenden Umgebung sind vollkommen abgeriegelt - und ihr bahnt euch den Weg ins benachbarte Café Moonbucks, um unverzüglich etwas über die Regeln zu lernen, die in der verschrobenen Welt dieses Rollenspiels vorherrschen.

Wortwörtlicher Bürgerkrieg
Allein wird das jedoch ein schwieriges Unterfangen. Daher rekrutiert ihr eure Party aus 40 verschiedenen Bürgern - zu Beginn könnt ihr zum Beispiel eure Mutter und euren Bruder mitnehmen - und bewegt euch in eurer Gruppe eilig durch die offene Oberwelt. Keine Sorge, mitunter nervige Zufallskämpfe werdet ihr hier nicht austragen müssen. Alle Gegner sind auf der Oberwelt sichtbar und können umgangen werden. Das Kampfsystem ist recht simpel - auch für den Vizepräsidenten, denn der kämpft erst gar nicht und lässt lediglich seine Mitstreiter antreten. Vor den ersten Attacken koordiniert ihr die Angriffe, die eure „Krieger“ zum Einsatz bringen sollen - und prompt werden eigene und gegnerische Angriffe abhängig von der Initiative der Beteiligten automatisch in die Tat umgesetzt.

Wie man es von fast allen Rollenspielen aus dem Retro-Bereich kennt, muss man in den Kämpfen immerzu auf die Wechselwirkungen inklusive Anfälligkeiten und Resistenzen achten, damit die Kämpfe keine allzu große Herausforderung werden. Siege werden mit Erfahrungspunkten und bei gewissen Levelgrenzen auch neuen Attacken gefeiert. Einige besonders starke Spezialangriffe kosten euch allerdings Energiepunkte, welche nur durch Treffer von gewöhnlichen Attacken wiedererlangt werden können. Die verschiedenen Charaktere verfolgen in ihren strategischen Möglichkeiten überdies völlig unterschiedliche Ansätze. Während sich manche Protagonisten darauf beschränken, die Verteidigung der Gegner zu senken und eure Party zu heilen, warten andere mit voller Offensivkraft und starken Angriffen auf. Insgesamt bieten die temporeichen Schlachten gegen Ruhestörer, Demonstranten, Java-Bohnen, Telefaune und vieles mehr kaum Überraschungen oder gar Innovationen, unterhaltsam sind sie dennoch.

Harte Arbeit wird belohnt
Da kann der Vizepräsident noch so faul sein, eine saftige Belohnung lässt auch er sich nicht entgehen. So verhält es sich in den zahlreichen Missionen, die euch Citizens of Earth beschert. Bevor ihr die einzelnen Bürger nämlich für eure Sache gewinnen könnt, müsst ihr verschiedene Aufträge erfüllen, um sie davon zu überzeugen. Die Quests liefern euch dabei verschiedene Herausforderungen: Eine Katzenliebhaberin etwa möchte, dass ihr ihre fünf Katzen wiederfindet, ehe sie sich euch anschließt. Der Lehrer malträtiert euch erst mit ein paar Quizfragen, die ihr richtig beantworten müsst, um ihn für euch zu begeistern. Und die örtliche Polizistin stellt sich nur in euren Dienst, wenn ihr ein paar mysteriöse Vorkommnisse in der Stadt geklärt habt. Aber auch vor der Rekrutierung könnt ihr von den Stadtbewohnern und ihren Professionen profitieren - die Meteorologin etwa erlaubt es euch, das Wetter zu verändern.

Spartanische Gestaltung
Natürlich hat man sich nicht nur in Sachen Gameplay, sondern auch in technischer Hinsicht Klassiker wie Earthbound zum Vorbild genommen - für Enthusiasmus sorgt das angesichts der kargen Oberwelt und der mehr als minimalistischen grafischen Darstellung aber nicht. Klar, die immer wieder wechselnden Wetterbedingungen schauen nett aus, doch die oftmals viel zu kleinen Gebiete machen nicht allzu viel her. Man muss selbstverständlich von dem Standpunkt ausgehen, dass es sich bei Citizens of Earth um eine Hommage an alte Retro-Zeiten handelt, doch hätte man bei Eden Industries gern ein wenig mehr Detailverliebtheit beweisen können. Auch der schrille Comicstil muss nicht jedermanns Geschmack ansprechen, einen gewissen Charme kann man aber nicht verleugnen. Und so ergibt sich eine ganz bewusst reduziert gehaltene Grafik, die obendrein für Kontroversen unter den Spielern sorgen wird - zumal der Titel keinen Gebrauch vom 3D-Feature der Mobilkonsole macht. In Sachen Sound sind einige hübsche und einige weniger hübsche Melodien zu erwarten, die allerdings immer zum Geschehen passen. Einige Dialoge wurden sogar vertont, wenn auch nur in englischer Sprache, deutsche Bildschirmtexte sind aber durchweg an Bord.

Fazit:
So steht man nun vor der großen Frage, ob Eden Industries und Atlus ihre Wahlversprechen eingehalten haben. Die Antwort: Jein. Die frische und ungewohnte Aufmachung von Citizens of Earth weiß durchaus zu gefallen, obwohl es der Technik an Qualität mangelt, und auch die unglaublich humorvolle Story strahlt viel mehr Licht als Schatten aus. Man muss allerdings auch konstatieren, dass es unübersehbare Schwächen gibt: So fallen die Gebiete der Oberwelt zumeist mehr als klein aus, so mancher Zwischenruf in der tausendsten Wiederholung peppt die Kämpfe auch nicht gerade auf und die Präsentation insgesamt ist nicht als Spektakel zu bezeichnen. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt einen Titel mit viel Tiefgang und Humor. Auch die Individualität der Protagonisten weiß zu begeistern, während die Spielwelt nicht allzu viele schöne Fleckchen bietet. Insgesamt ist das gescheiterte Kickstarter-Projekt ein durchaus ansprechender Titel, den man mit Freude gespielt haben kann, aber nicht unbedingt gespielt haben muss. Die Politik kann eben nicht jeden zufriedenstellen…

Blickt auf eine erfolgreiche Amtszeit zurück: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Atlus für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Politik mal anders - ein humorvolles Retro-RPG mit Licht und Schatten.

Wertung

Unkonventionelle Aufmachung…

Humorvolle Story

Vielfältige Missionen

…an der sich die Geister scheiden

Karge und kleine Gebiete

Trostlose Grafik

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