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Spielname:
Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Sega

Developer:
Sanzaru Games

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
21.11.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall

Review: Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall

Alexander Schneider, 11.12.2014

3804°

1

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Segas blauer Igel mit dem weltweit bekannten Namen Sonic schlägt in der zweiten Jahreshälfte hohe Wellen. Da wäre nicht nur die brandneue TV-Serie Sonic Boom, welche im Herbst in den USA und in Frankreich angelaufen ist, auch die Videospielindustrie möchte das Fanvolk natürlich bedienen. Im Falle des Wii-U-Ablegers Sonic Boom: Lyrics Aufstieg ist das nicht allzu gut gelungen, wenn man den Unmutsäußerungen zahlreicher Fans Glauben schenken mag - da beklagt man sich über altbackene Grafik mit niedriger Bildrate, zu simples Gameplay und eine schwache Story. Besitzer von Nintendos aktueller Mobilkonsole werden dagegen mit Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall ausgestattet - während das Wii-U-Pendant auf eine dreidimensionale Welt setzt, versprechen die Entwickler beim kleinen Geschwisterchen einen Mix auf einfachen Jump-'n'-Run- und Rätsel-Elementen. Doch schlägt sich der 3DS-Ableger wirklich besser als das gleichzeitig erschienene Wii-U-Spiel und kann er an die Stärken des Vorgängers Sonic: Lost World anknüpfen? All das und noch viel mehr klären wir in unserem folgenden Testbericht.

Was für ein Schlamassel: Amy wird entführt!
Anders als der Wii-U-Ableger wurde Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall nicht etwa von Big Red Button Entertainment, sondern von Sanzaru Games entwickelt. Ob dieser Unterschied für eine spannendere Story sorgt? Diese beginnt mit Amys Versuch, auf große Entdeckungsreise zu gehen, ehe sie von Fiesling Lyric entführt wird. Das können Sonic, Tails, Knuckles und die neue Protagonistin Sticks natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und so machen sie sich zu einer großen Rettungsaktion auf. Ein weiteres Ziel der illustren Truppe: Die zahlreichen Kristallfragmente einzusammeln, die überall auf der Insel, die als Schauplatz dient, verteilt wurden. Die grundsätzlich eher fade Story nimmt glücklicherweise recht wenig Raum ein und lässt überlässt dem Gameplay die Hauptrolle. Dabei werden die einzelnen Bestandteile der Erzählung in kurzen Sequenzen nach jedem Spielabschnitt zusammengetragen. Sonderlich ergreifend sind diese aber nicht, da sie vor einem starren Hintergrund ablaufen und lediglich Standbilder der Spielfiguren bieten. Gelegentliche Sprachsamples sollen die Szenerie wohl ein wenig auflockern, letztlich wirken sie im Gesamtkontext allerdings eher lächerlich. Komplett synchronisierte Animationsfilmchen wie zu Beginn des Spiels bekommen wir weitaus seltener zu sehen, dafür sind diese aber in deutscher Sprache gehalten.

Innovationsarmes Gameplay mit wenig Tempo
Wie ihr bereits wisst, lassen sich auf der Wii U offene 3D-Gebiete erkunden. Eben dies ist auf dem 3DS nicht der Fall, eher wartet man hier mit recht klassischen 2D-Arealen auf. Im Grunde genommen handelt es sich bei Der zerbrochene Kristall um einen überaus simplen Hüpfer, der euch nur selten fordern wird. Ihr springt durch eine Welt voller Hindernisse, attackiert eure Gegner, hangelt euch mit einem Energiestrahl durch die Pampa und sprintet ab und an wie von der Tarantel gestochen vorwärts. Das Spielprinzip kann ab und an Freude bereiten - zum Beispiel, wenn von euch verlangt wird, den besagten elektronischen Haken in Serie zu verwenden, weil ihr euch von Anker zu Anker schwingen müsst, oder wenn ihr so manchem feindseligen Ungeheuer den Schutzschild entzieht, um es daraufhin anzugreifen. Eine weitere Neuerung mit viel Potenzial: Habt ihr eure vierköpfige Mannschaft zusammengetrommelt, könnt ihr jederzeit zwischen den Protagonisten wechseln.

Der Clou dabei: Sie haben alle unterschiedliche Fähigkeiten und die Level machen davon auch fleißig Gebrauch. Sonics Dash-Attacke beispielsweise ermöglicht es, riesengroße Gesteinsbrocken zu zermalmen, während Tails seinen Propeller-Schwanz dazu nutzt, um mit Hilfe von Ventilatoren in die Lüfte zu fliegen. Auch Sticks bringt sich mit ihrem Bumerang ein, denn dieser kann weiter entfernte Schalter aktivieren und sogar Feinde betäuben. Die Spielabschnitte an sich sind weitestgehend linear, gelegentlich warten jedoch auch Abzweigungen, die Fähigkeiten bestimmter Charaktere voraussetzen. Natürlich führen diese alternativen Pfade zu größerer Motivation, gewisse Level nochmals zu spielen, wenn man denn wirklich alles sehen möchte. Einzelne Items, die es zu sammeln gilt, erhält man sogar nur im Rahmen mehrerer Durchläufe. Da diese aber auch benötigt werden, um weitere Spielabschnitte freizuschalten, kommt dabei auch nicht selten Frust und auch ein bisschen Langeweile auf, wenn man mal wieder vor einer Sperre steht und alte Level wiederholt.

Unter dem neuen Erkundungsdrang eures Teams leidet natürlich das Tempo, welches wir vom Sonic-Franchise seit eh und je kennen. An und an rast euer Protagonist zwar durch waghalsige Loopings und irrwitzige Gebilde, aber eben diese Stellen laufen voll automatisiert ab - der Spieler wird hier also ganz und gar nicht gefordert. Letztlich hat das Spielprinzip mit der eigentlichen Sonic-Idee überhaupt nichts mehr zu tun, auf rasante und gehetzte Passagen wartet man vergebens – ein Schwachpunkt des neuen Gameplay-Konzepts der Entwickler.

Gelungene Wettrennen als Trostpreis
Immerhin gibt es für Fans des High-Speed-Spielgefühls zumindest einen kleinen Ersatz: Die Wettrennen. Ganz nach dem Vorbild von Sonic Rivals für die PSP eilt ihr hier durch die actionreichen Stages und versucht, euren Gegner zu überflügeln. Sinn der Sache ist natürlich, vor eurem Gegenpart im Ziel anzukommen. Fehler sind hier allerdings unerwünscht, denn eure Gegner nutzen diese gnadenlos aus. Leider macht sich hier auch die unpräzise Steuerung bemerkbar, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen.

Auch die sogenannten Wurmtunnel, welche bereits aus der Demoversion bekannt sind, stehen nicht im Vordergrund des Spielgeschehens. In jeder Welt gibt es exakt einen davon, allerdings sind besagte Tunnel im Gegensatz zu den eigentlichen Stages komplett dreidimensional. Der Ablauf ist dabei schnell erklärt, denn Sonic eilt vollkommen automatisch durch den Tunnel, und der Spieler muss den blauen Igel via Schiebepad lediglich lenken. Darüber hinaus könnt ihr Sonic natürlich auch boosten und mit dem Enerbeam in etwas luftigere Höhen empor heben. Selbstverständlich ist das Gerenne nicht alles, was von euch verlangt wird, ihr müsst im Zuge dessen nämlich auch möglichst alle Ringe im Tunnel einsammeln und den roten Fallen ausweichen, da diese den Bildschirmtod bedeuten.

Steuerung:
Wir haben es im vorletzten Abschnitt schon anklingen lassen: Wer die perfekte Handhabung sucht, der wird mit Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall nicht glücklich. Viel zu häufig reagiert die Steuerung träge und nicht immer dem Willen des Spielers entsprechend. Wenn dieser Makel dann auch noch zum Ableben eures Protagonisten führt, ist Ärger vorprogrammiert. Schade! Ansonsten präsentiert sich die Tastenbelegung recht handelsüblich: Mit der A-Taste löst ihr den Energiestrahl aus, mit dem B-Knopf springt ihr durch die Gegend und visiert Gegner an, mit dem X-Button kramt ihr euren Spezial-Angriff hervor und mit Y setzt ihr zum Sprint an. Alternativ könnt ihr euch auch auf eine andere Tastenbelegung einlassen, denn diese ist im Menü anwählbar.

Grafik:
Wenn man erstmals von den verschiedenen Arealen wie dem Küstenstrand oder dem Küstendschungel hört, dann erhofft man sich abwechslungsreiche, farbenfrohe Level. Farbenfroh sind sie zwar geworden, nicht aber abwechslungsreich - natürlich gibt es so einige unterschiedliche Welten, insgesamt jedoch sind die Spielabschnitte ziemlich lieblos und karg gestaltet - die verwaschenen Texturen tun da ihr Übriges. In einigen Momenten weiß die optische Komponente zwar durchaus zu gefallen, insgesamt aber ist das in technischer Hinsicht einfach zu wenig. Positiv anmerken sollte man immerhin die gelegentlich auftretenden Zwischensequenzen, welche hübsch animiert wurden und sogar eine deutsche Sprachausgabe vorweisen können. Noch dazu kann man den 3D-Tiefeneffekt bedenkenlos loben, denn dieser sieht durchweg hübsch aus - retten kann das die Optik aber auch nicht mehr.

Sound:
Von der nicht immer gelungenen, aber zumindest deutschen Sprachausgabe in einigen Sequenzen mal abgesehen bleibt soundtechnisch gesehen nicht allzu viel in Erinnerung. Austauschbare Tunes, die mal mehr und mal weniger zum jeweiligen Level passen, dudeln im Hintergrund umher, ohne besonders aufzufallen. Naja, immerhin gehen sie einem nicht auf die Nerven. Insgesamt ist die Klangkulisse aber mehr als belanglos.

Features:
Über den Umfang des Titels braucht man leider Gottes nicht wirklich viele Worte verlieren, zu beschämend ist die Angelegenheit. Schon nach wenigen Stunden ist es trotz der unnötig langgezogenen Level aus mit dem vermeintlichen Spielvergnügen, was die Notwendigkeit, hierfür den Vollpreis zu verlangen, durchaus infrage stellt. Immerhin gibt es ein nettes Feature für alle, die neben dem 3DS-Game auch den aktuellen Wii-U-Ableger besitzen - durch die Verbindung beider Spiele können einige Extras freigeschaltet werden. In einem StreetPass-Minispiel könnt ihr euch weitere Sammelobjekte verdienen, was allerdings nicht wirklich erwähnenswert ist. Einen regulären Multiplayer- oder gar Online-Modus gibt es leider nicht.

Fazit:
Sonic Boom: Der zerbrochene Kristall hätte so viel schöner werden können, wenn man nicht unbedingt so versteift an die Sache herangeht wie so einige langjährige Serienliebhaber, die keine alternativen Spielkonzepte zulassen wollen. Die Entwickler hätten zahlreiche Möglichkeiten gehabt, aus Sonics mobilem Abenteuer eine echte Perle zu machen, leider haben sie davon keine einzige genutzt. So präsentieren sich die hauptsächlichen Spielabschnitte mehr als zäh, obwohl die verschiedenen Fähigkeiten der Charaktere für ein wenig Abwechslung sorgen. Darüber hinaus stellen die Gegner keine wirkliche Herausforderung dar, der Zwang zum Sammeln von diversen Objekten kann sich für manch einen Spieler gar frustrierend auswirken. Nur manchmal lockern die versteckten Abschnitte das Gemüt ein wenig auf, die Minispiele wie zum Beispiel die Wettrennen machen da schon deutlich mehr Laune. Insgesamt jedoch mangelt es dem Titel an Tempo, an einer interessanten Story, einer präzisen Steuerung und einer soliden Technik, was zu einer ernüchternden Bewertung führt. Eigentlich sollen gerade Jump 'n' Runs motivieren, dieses Exemplar allerdings wird schon nach wenigen Minuten zur Qual. Ist das Sinn und Zweck eines Hobbys? Unserer Meinung nach nicht. Beinharte Sonic-Fans dürfen dennoch einen Blick riskieren.

Meint, dass ein neues Spielkonzept nicht automatisch erfrischend wirkt, sondern auch lähmen kann: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
So killt man die Lust auf Jump 'n' Runs - Sonics neues Konzept lahmt in allen Belangen.

Wertung

LEVELDESIGN:

6.0

ABWECHSLUNG:

5.0

STEUERUNG:

4.0
5
von 10

Nette Ansätze…

Rasante Wettrennen

Mehrere Charaktere wählbar

…die oft im Keim erstickt werden

Geringe Spieldauer

Grafik mit vielen Mängeln

Belangloser Soundtrack

Träge Steuerung

Zu wenig Tempo

Wie werten wir?

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