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Spielname:
Tomodachi Life

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Simulation

Release:
06.06.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Tomodachi Life

Tjark Michael Wewetzer, 06.06.2014

12k°

1

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Hallo, liebe Leser! Mein Name ist Tjark Michael Wewetzer, amtierender Chefredakteur von Planet3DS.de. Wenn ihr hier eine Weile aktiv wart, habt ihr meinen Namen sicherlich schon ein paar Mal lesen dürfen. Heute kann ich euch voller Stolz mitteilen, dass wir expandieren. Jawohl, richtig gelesen: Planet3DS wird größer! So groß, dass wir eine ganze Insel brauchen, um unser Vorhaben in die Tat umzusetzen. Eine Insel, auf der nicht nur unsere Redakteure unterkommen werden, sondern auch PR-Persönlichkeiten, Videospielcharaktere mit zweifelhaften Geisteszuständen, Helden, Eigenkreationen und noch viele mehr. Möglich macht es Tomodachi Life, die verrückte Lebenssimulation aus dem Hause Nintendo. In unserem investigativen Report fühlen wir dem Spiel auf den Zahn und zeigen euch die Freuden des Insellebens – und natürlich auch die Schattenseiten.

Ein paradiesisches Eiland erwartet euch
Zu Beginn wirkt es auf der Insel, die euch überlassen wird, noch ein wenig leer. Gerade einmal ein Hotel findet dort Platz, Bewohner sind jedoch Mangelware. Das ändert ihr flugs mit dem ersten Mii, welches euer Avatar im Tomodachi Life-Rummel sein soll – denken wir zumindest anfangs. Tatsächlich lebt euer Mii aber wie jeder andere Charakter auch für sich. Ihr übernehmt stattdessen eine überwachende Rolle und schaut den von euch im Mii-Maker oder direkt per Ingame-Character-Creator erstellten Figuren bei ihrem täglichen Treiben zu. Mit steigender Bevölkerungszahl schaltet ihr schnell zusätzliche Etablissements frei, in denen ihr nach Herzenslust dem Shopping frönen und so Nahrungsmittel, Kleidung oder gar ganze Inneneinrichtungen erwerben könnt. Was ihr damit anstellen dürft, verraten wir euch später.

Zunächst einmal muss natürlich Leben in die Bude. Das Besondere an Tomodachi Life: Ähnlich wie zum Beispiel bei Die Sims baut ihr eure Charaktere nicht nur äußerlich zusammen, sondern programmiert auch grob Innenleben, genauer gesagt ihre Gedanken. Über fünf Gegensatzpaare – sanft oder direkt, langsam oder schnell, normal oder speziell etc. – stellt ihr dabei Verhaltensmuster zusammen, die letztenendes in einer von 16 Persönlichkeiten resultieren. Ist all das eingestellt und die Stimme einprogrammiert (auch dazu später mehr), zieht euer Neuzugang gleich ins Hotel.

Babysitting für Klein und Groß
Von da an erfüllt ihr hauptsächlich die Wünsche eurer Miis und sorgt dafür, dass sie sich pudelwohl fühlen. Über die Frontansicht des zentral platzierten Hotels könnt ihr schnell überblicken, wer von euren Bewohnern etwas auf dem Herzen hat. Dann klingelt ihr kurz bei ihnen, hört euch ihre Sorgen an und reagiert entsprechend. Mal wollen sie etwas essen, vielleicht einen neuen Hut oder ein niedliches Accessoire für das Haar. Hier kommen eure zuvor erworbenen Gegenstände ins Spiel, die ihr zum Glück auch erst bei Bedarf nachkaufen könnt. Die Wünsche eurer Miis bleiben nämlich ein Weilchen bestehen. Erfüllt ihr die Aufträge, gewinnt das Mii an Zufriedenheitspunkten. Ausreichend davon wiederum lassen es im Level aufsteigen, was euch wiederum dazu befähigt, ihm ein besonderes Geschenk zu machen – beispielsweise einen 3DS XL, mit dem das Mii dann in seinem Zimmer Tomodachi Life zocken kann.

Leider teilen diese Aufgaben eine Eigenschaft mit der anderen Lebenssim aus dem Hause Nintendo, Animal Crossing. Genauer gesagt wiederholen sie sich recht schnell und sind auch alles andere als komplex. Die Botenaufträge sind in der Regel flugs erledigt und auch Kontaktanfragen der Miis sind über wenige Klicks abgefrühstückt. Dass dies trotzdem nicht so schnell langweilig wird, hat Tomodachi Life den sozialen Interaktionen der Inselbewohner zu verdanken. Auch wenn ihr sie primär in ihren Apartments beobachtet, stellen sie doch immer wieder interessante Dinge an, träumen von seltsamen (und manchmal sogar interaktiven!) Ereignissen oder hängen einfach nur mit Nachbarn vor der Wii U ab. Man fängt schnell an, die Rasselbande ins Herz zu schließen und die Insel gegebenenfalls noch weiter zu bevölkern, selbst wenn der Vorrat an implementierbaren Real-Freunden sich dem Ende zuneigt und man seine Fantasie bemühen muss. Wer allerdings schon bei der Aufgaben-Struktur von Animal Crossing Gähnanfälle erlitten hat, wird hier definitiv nicht glücklich.

Auf in die weite (Insel-)Welt!
Zusätzlich zu den Aufgaben haben die Macher aber natürlich auch an Minispiele gedacht, zu denen euch eure Schützlinge nur zu gerne mal herausfordern. Leider fallen auch diese in dasselbe Schema wie die Aufträge: Wenig Abwechslung, viel Wiederholung. Meist erwarten euch einfache Bilderrätsel, bei denen ihr Gegenstände oder Bewohner erraten müsst. Selbst das Mini-RPG Tomodachi Quest erfordert kaum Interaktion oder Aufmerksamkeit von euch – zumal euch Siege in diesen Wettbewerben eh nur verscherbelbare Schätze einbringen, die euer Bankkonto ein wenig aufstocken. So kurios der Item-Katalog von Tomodachi Life mit Dingen wie Glasornamenten, Papierwindeln oder einem Virtual Boy ist, ist es doch irgendwie Schade, dass nur die Wenigsten davon wirklich einen Zweck erfüllen.

Bleiben die Miis eigentlich in ihren vier Wänden eingepfercht? Mitnichten! Sie treiben sich auch auf der restlichen Insel herum und beschäftigen sich etwa am Strand mit dem Sandburgenbau, genießen einen Espresso im örtlichen Café oder vergnügen sich laut brüllend auf einer Achterbahn. Gemäß einiger Zeitpläne warten sogar einige Sonderereignisse auf euch. So könnt ihr die Schar bei Rap-Battles beobachten oder dem Tratsch einer Frauenclique lauschen. Hauptattraktion hierbei: Die abgrundtief absurden Dinge, auf die euer Trupp kommen kann. Da fallen schon mal Bemerkungen wie „Wenn man Mutanten-Stinkesocken kaufen könnte: Ich würde sofort zuschlagen!“ Auch die merkwürdigen News, die unter anderem über Radiergummis in Mii-Form berichten können, sind zumindest einen täglichen Blick wert.

Steuerung:
Das Leben ist simpel, warum sollte es die Kontrolle also nicht sein? Alle Aktionen werden über einfache Stylus-Kommandos ausgelöst, hauptsächlich klickt ihr euch dabei durch übersichtliche Menüs. Leider halten sich die direkten Interaktionsmöglichkeiten mit den Miis etwas in Grenzen - hauptsächlich drückt ihr ihnen per Drag-and-Drop Gegenstände in die Hand und schaut, was nun passiert. Ein paar interessante Wachmacher gibt es dennoch – etwa die Zaubershows, bei denen ihr mit eurer Hand vor dem 3D-Bildschirm Trickkisten verschiebt.

Grafik:
Wenn man bedenkt, wie simpel die Miis eigentlich gestaltet sind, ist es schon erstaunlich, wieviel Leben die Macher ihnen hier einhauchen konnten. Natürlich ist Tomodachi Life optisch eher einfach aufgezogen und bietet farbenfrohe Gegenden ohne große technische Highlights. Die Mimik eurer Schützlinge macht dies jedoch auf alle Fälle wett.

Sound:
Ebenfalls bemerkenswert ist, dass die Truppe spricht – und zwar Deutsch! Möglich macht es ein Text-to-Speech-Konverter, der trotz einiger Macken erstaunlich gut funktioniert. Dass manche Sätze etwas seltsam betont rüberkommen, verzeiht man schnell. Beim Erkennen von Namen wiederum erzielten wir gemischte Ergebnisse: Manch ungewöhnliche Namen – etwa der des Autors dieses Texts – wurden auf Anhieb richtig ausgesprochen. Bei anderen, beispielsweise Nicole, scheitert das Programm. Immerhin könnt ihr die Aussprache in solchen Fällen lautmalerisch korrigieren. Alles in Allem tragen die synthetischen Stimmen definitiv zur schrägen Atmosphäre des Spiels bei und verleihen ihm einen einzigartigen Charakter.

Features:
Es geht um Freunde und soziale Kontakte, ganz wie in Animal Crossing. Da müsste doch also auch eine anständige Multiplayer-Komponente hinterstecken, nicht wahr? Leider nein, Tomodachi Life erlaubt euch lediglich den lokalen Item- und Bewohneraustausch. Außerdem könnt ihr per StreetPass ebenfalls mit anderen Inselherren in Kontakt treten und so ihre Exportwaren empfangen. Planet3DS versendet zum Beispiel schmucke Kapuzen in Schrimp-Form. Etwas ärgerlich ist darüber hinaus, dass ihr zwar eure bestehenden Bewohner in QR-Codes umwandeln und so als Bilddatei an andere Spieler weitegeben könnt, das Programm aber nicht mit Codes vom Mii-Maker klarkommt. Wollt ihr also Freunde importieren, die noch auf keiner Insel hausieren und euch stattdessen den normalen Mii-Maker-QR-Code zukommen lassen, müsst ihr den Charakter erst umständlich in euren systeminternen Hub laden.

Fazit:
Die große Frage, die euch sicherlich alle brennend interessiert, dürfte sein: Macht Tomodachi Life überhaupt auf Dauer Spaß oder nutzt sich das skurrile Konzept schnell ab? Nachdem wir innerhalb von einer Woche satte 35 Stunden vor dem Bildschirm geklebt haben, können wir da nur sagen: Jupp, da ist Dauerspaß drin! Natürlich leidet die Lebenssimulation unter einigen Längen und Wiederholungen – selbst mit unterschiedlichen Mii-Persönlichkeiten werden viele von ihren ähnliche Sätze aufsagen oder euch mit einer der wenigen verfügbaren Aufgaben versorgen. Wenn ihr das repetitive Gameplay schon in Animal Crossing nicht leiden konntet, werdet ihr mit Tomodachi Life keine Freude haben. Was das Spiel jedoch so besonders macht, ist die Bindung, die ihr zu euren Chaoten aufbauen könnt. Schnell erwärmt man sich für sie und möchte vielleicht auch dafür sorgen, dass sie ein angenehmes Leben führen, sich vielleicht sogar erfolgreich verlieben und Kinder kriegen. Es entfaltet sich ein gewisser Reiz, der euch länger an den Bildschirm fesseln kann als es euch lieb ist. Solltet ihr also mal eine etwas andere Lebenssimulation spielen wollen, die zwar recht simpel aufgemacht ist, dafür jedoch mit Witz, Charme und konzentrierter Merkwürdigkeit punkten kann, seid ihr hier exakt an der richtigen Adresse.

Strebsamer Inselverwalter: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Einblicke ins Leben der Miis: Herrlich schräg und fesselnd, auch wenn die Aufgaben abwechslungsreicher sein könnten.

Wertung

SPIELTIEFE:

6.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

WTF PRO STUNDE:

9.0
8
von 10

Definitiv mal etwas anderes

Schräger Humor

Miis wirken lebendig

Einiges an Anpassungen möglich…

Schnelle Einstiegsphase

Gut für kurze Sessions…

…die gerne mal ungewollt lang werden

Monotone Aufgaben…

…und Minispiele

Extrem simpel

…die Zimmer bleiben trotzdem recht leer

Einige Ereignisse und Phrasen wiederholen sich schnell

Wie werten wir?

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