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Spielname:
Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Level-5

Developer:
Capcom / Level-5

Genre:
Adventure

Release:
28.03.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney

Review: Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney

Tjark Michael Wewetzer, 19.03.2014

7444°

8

Test mögen: Weitersagen:

Einer lehrt in London Archäologie und löst in seiner Freizeit Mysterien, der andere setzt sich für die Gerechtigkeit ein und verteidigt vor Gericht diejenigen, für die niemand sonst einstehen möchte. Jetzt stehen diese beiden Ikonen der japanischen DS-Adventure-Szene vor ihrem ersten gemeinsamen Fall, der zwei Jahre nach der Premiere im Heimatland Japan auch endlich nach Europa rübergeschwappt ist. Viel hat sich in der Zwischenzeit getan – der Archäologe beendete letztes Jahr seine sechs Spiele lange Reise, während der Anwalt im selben Zeitraum seine Karriere wiederbelebte. Doch Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney, so der Name des großen Kollaborationsprojekts der Spieleschmieden Capcom und Level-5, beweist, dass es auch heute noch nichts von seinem Biss und seiner Faszination verloren hat. Warum dem so ist, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Ermittlungsbericht.

Die wunderliche Reise eines belesenen Gentlemans
Wie kommt es eigentlich dazu, dass der Londoner Professor Hershel Layton und der in Amerika beheimatete Phoenix Wright aufeinandertreffen? Alles beginnt mit einem Mädchen namens Sophie de Narrateur, das eines Tages vor Laytons Türe steht und um Hilfe bittet. Da lässt sich der Gentleman natürlich nicht zweimal bitten. Er und sein treuer Assistent Luke schaffen es auch, Sophie vor ihrer Verfolgerin – eine mysteriöse Hexe – zu beschützen, landen dafür aber in einem magischen Buch. Kurze Zeit später trifft Phoenix samt seiner Gefährtin Maya in London ein, eigentlich nur im Rahmen eines Austauschprogramms der Anwaltskammer. Leider wird aus dem vergnüglichen Trip sehr schnell Ernst, denn er soll für Sophie de Narrateur als Strafverteidiger einspringen. Einen einleitenden Gerichtsprozess später findet auch Phoenix ein ähnliches, magisches Buch wie Layton, das ihn ebenfalls wortwörtlich hineinzieht.

Und damit wechselt der Schauplatz zur mittelalterlichen Stadt Labyrinthia. Zunächst erkunden wir die Gegend mit Team Layton, ganz im Stile der zugrunde liegenden Serie. Das heißt, wir können die detailliert gestalteten Einzelareale mit einem Cursor abfahren und so bemerkenswerte Dinge untersuchen, die den aktiven Mitstreitern Kommentare entlocken, uns mit bestimmten Leuten unterhalten und natürlich auch die altbekannten und in jedem Gebiet versteckten Hinweismünzen einkassieren. Haben wir alle wichtigen Stellen abgegrast, marschieren wir über ein separates „Bewegen“-Menü zur nächsten Gegend. Wer bereits mit den 3DS-Ablegern der Professor Layton-Reihe das Vergnügen hatte, wird sich hier sofort wie Zuhause fühlen.

Natürlich dauert es nicht lang, bis sich Layton und Luke den ersten Rätseln stellen müssen, die euch von den illustren Bewohnern serviert werden. Einige davon werden euch im normalen Handlungsverlauf auflauern – im Prolog etwa muss das Duo ein Symbol an einer Wand zusammensetzen – andere lassen sich in freiwilligen Gesprächen mit den Bewohnern Labyrinthias aufgabeln. Trotz allem ist die Aufgabendichte hier bemerkenswert niedriger als bei den regulären Abenteuern des Professors. Die rund 70 Rätsel, im Vergleich zu den sonst über 100 Aufgaben, sind allesamt relativ simpel aufgezogen und erfordern keine derartig große Hirnakrobatik, wie es Serienfans teils gewohnt sind. Solltet ihr dennoch scheitern oder einfach nicht auf den richtigen Gedankengang kommen, lassen sich gefundene Hinweismünzen natürlich nach wie vor gegen Tipps eintauschen.

Der ungewöhnliche Wandel eines charismatischen Anwalts
Dass es nicht so viele Knobeleien für Layton gibt, hat einen Grund. An bestimmten Stellen des Spiels kommt nämlich auch Capcoms Videospiel-Anwalt Phoenix Wright zum Einsatz – hauptsächlich natürlich, wenn es um eine Gerichtsverhandlung geht. Diese spielen sich erwartungsgemäß so, wie man es von der Ace Attorney-Reihe kennt: Ihr verfolgt im Prinzip nach Visual-Novel-Manier einen langen Dialog und müsst gelegentlich kleine Rätsel lösen, etwa beim Prüfen von Zeugenaussagen. Seid ihr bei einer solchen angekommen, geht ihr jedes Statement Abschnitt für Abschnitt durch, hakt gegebenenfalls nach und wenn ihr einen Fehler findet, präsentiert ihr den passenden Beweis.

Da wir es hier aber nicht mit normalen Gerichtsverhandlungen zu tun haben, sondern mit mittelalterlichen Hexenprozessen, werden diese nach etwas anderen Regeln gespielt. So kommt es nicht selten vor, dass mal mehr als ein Zeuge im Zeugenstand steht und ihr damit mehrere Aussagen gleichzeitig vernehmt. Dies mag zwar primär dafür sorgen, dass ihr mehr exzentrische Charaktere in kürzerer Zeit kennenlernen könnt, was den generell humorvoller aufgezogenen Verhandlungen durchaus hilft, bringt aber auch ein interessantes Spielelement mit sich. Da die anderen Zeugen bei den Aussagen mithören, kann es passieren, dass diesen mittendrin mal etwas neues einfällt – in solchen Momenten könnt ihr zu ihnen herüberschalten und sie dann stellen. Darum stricken sich einige neue, interessante Rätsel, die das Ace Attorney-Spielprinzip gekonnt auflockern.

Bemerkbar ist, dass Wrights Eskapaden durch diese Neuausrichtung der Rätsel in etwa die gleiche Komplexität bieten wie die Verhandlungen in seiner Heimatserie – und das obwohl ihr weitaus weniger Objekte mit euch in der Gerichtsakte führt. Anders als bei Ace Attorney bietet euch das Crossover-Spiel aber auch Hilfen an, wenn ihr mal bei einer Zeugenaussage partout nicht wisst, wie ihr weiterkommen sollt. In dem Fall könnt ihr nämlich eine der Layton'schen Hinweismünzen ausgeben, die euch durch das aktuelle Rätsel führt und bei Multiple-Choice-Aufgaben – etwa präsentierbaren Beweisen – die Anzahl der Antwortmöglichkeiten signifikant einschränkt. Praktisch und erwägenswert, da ihr bei fünf Fehlern während einer Verhandlung über einen Game-Over-Screen zum Titelbildschirm zurückgeschickt werdet. Außerdem kann es manchmal etwas schwer sein, auf den genauen, von den Entwicklern vorgesehenen Gedankengang zu kommen. Dieser Frust wird ebenfalls dadurch gedämmt, dass ihr – ebenfalls wie in Ace Attorney – während der Prozesse jederzeit speichern könnt.

Steuerung:
Ganz nach guter alter Point-and-Click- und Visual-Novel-Manier lotst ihr Layton, Wright und ihre Freunde durch das Abenteuer. Dabei steht euch, anders als bei der Professor Layton-Reihe, sogar die Möglichkeit zur Verfügung, das Spiel komplett über die Aktionstasten des 3DS zu bedienen. In dem Fall führt ihr den Cursor auf dem Topscreen per Schiebepad über die Bilder. Wir raten hier jedoch trotzdem zur gewohnten Stylus-Option, da diese um einiges präziser ausfällt. Insgesamt geht Steuerung aber so oder so gut von der Hand.

Grafik:
Keine Frage, Labyrinthia ist eine wahre Augenweide. Eigentlich auch kein Wunder, sitzt doch das Team hinter der gelungenen Professor Layton-Reihe hier mit am Drücker. Jedes Gebiet strotzt nur so vor kleinen Details, die zwar nicht alle ein Rätsel, einen Kommentar oder eine Hinweismünze parat haben, dafür aber hübsch aussehen. Auch die detaillierten Charaktermodelle mit ihren lebhaften Animationen können sich sehen lassen. Nur Phoenix' erstes Polygon-Modell sieht gerade für Kenner von Ace Attorney 5, welches in Japan erst nach diesem Crossover-Spiel erschien, ein klein wenig gewöhnungsbedürftig aus. Ebenfalls ärgerlich ist, dass der 3D-Tiefeneffekt zwar generell gut herüberkommt, an wenigen Stellen in der Umgebung und praktisch dauerhaft während der Zwischensequenzen im Anime-Stil Ebenenfehler aufweist. Da schwebt schon mal eine tanzende Parade plötzlich in der Luft. Das hätte man auch besser lösen können.

Sound:
Auch die musikalische Komponente von Professor Layton vs. Ace Attorney vereint das Beste aus beiden Welten – hier sogar in orchestraler Form. Fans werden viele bekannte Stücke der beiden Reihen wiedererkennen, von Laytons markantem Thema bis hin zu Phoenix' aufbrausendem „Cornered“-Stück, welches bei dramatischen Wendungen in den Prozessen zum Einsatz kommt. Aber auch die eigens für das Spiel geschaffenen Stücke können sich durch die Bank weg hören lassen. Selbiges lässt sich leider nicht ganz über die deutsche Sprachausgabe sagen. Zwar ist es löblich, dass zahlreiche Dialoge des Spiels vertont worden sind, leider schwankt die Performance dieser Stellen teils stark. Gerade Phoenix' (neue) deutsche Stimme ist gewöhnungsbedürftig. Immerhin hauchen die Sprecher, die funktionieren – darunter die gewohnte Layton-Besatzung oder Inquisitor Flamberg – ihren Figuren gekonnt Leben ein.

Fazit:
Wenn zwei Welten aufeinander treffen, lässt sich oftmals nur schwer abschätzen, ob Fans wie Einsteiger mit dem Ergebnis Freude haben werden. Doch wo zum Beispiel das massive Crossover-RPG Project X Zone versagt, blüht Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney so richtig auf. Es versteht die Ursprünge seiner ungleichen Helden und baut auch zahlreiche Anspielungen auf deren Vergangenheit ein, lässt diese aber nicht Überhand gewinnen und webt sie nachvollziehbar in ein komplett eigenständiges Abenteuer auf neutralem Boden ein. Ferner mundet die Verschmelzung der beiden Spielstile – Erkundungstouren mit kleinen Knobel-Aufgaben und hitzige Wortgefechte vor Gericht – hervorragend, da sich die Elemente gelungen ergänzen. Wer ohnehin schon Fan der beiden Helden ist, sollte sich das rund 25 Stunden umfassende Adventure auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Aber auch Neulingen, die mit den Seriengeschichten nicht vertraut sind, sei zum Kauf geraten, denn das Crossover-Projekt von Capcom und Level-5 setzt keinerlei Vorwissen voraus und dient auch wunderbar als Einstieg und Einblick in die Welt des Professors und des Anwalts.

Hexenjäger: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Für Fans ein Fest, für Neulinge ein toller Einstieg: Ein rundum gelungenes Treffen der Rätselmeister.

Wertung

STORY:

9.0

RÄTSEL:

8.0

ABWECHSLUNG:

8.0
8
von 10

Spannende Story

Gelungene Mischung zweier Spielstile

Abwechslungsreiche Rätsel

Kleine Insider-Gags

Malerische Grafik

Hervorragender Soundtrack

Komplett in deutscher Sprache

Gelegentlich undeutliche Lösungen im Gericht

Für Fans der Reihen trotzdem kaum eine Herausforderung

3D-Effekt nicht immer fehlerfrei…

…vor allem bei Anime-Cutscenes

Qualität der dt. Synchro schwankt

Wie werten wir?

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8 Kommentare