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Spielname:
Scribblenauts Unlimited

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Warner Bros. Interactive

Developer:
5th Cell

Genre:
Denkspiel

Release:
08.12.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Scribblenauts Unlimited

Review: Scribblenauts Unlimited

Alexander Schneider, 06.01.2014

3834°

6

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Ohne Frage ist die Scribblenauts-Reihe eine Serie, die großes Potential birgt, zum Start auf dem DS aber noch mit einigen Mängeln zu kämpfen hatte. Nicht nur die Steuerung, die einige Gewöhnung erforderte, auch die manchmal etwas unausgewogenen Aufgaben machten das Debüt der mittlerweile weltbekannten Reihe zu einem eher zwiespältigen, wenn auch kurzweiligen Unterfangen. Startschwierigkeiten hatte aber auch der neueste Ableger, Scribblenauts Unlimited, der nicht nur für den Nintendo 3DS, sondern auch für die Wii U und den PC erschienen ist. Immerhin wurden die Nintendo-Versionen, welche eigentlich bereits 2013 erscheinen sollten, aus unbekannten Gründen kurzfristig verschoben, was den Unmut vieler Fans auf sich zog. Seit dem 06. Dezember ist es aber endlich so weit und auch europäische Spieler dürfen endlich Hand anlegen! Publisher Warner Bros. Interactive verspricht die Möglichkeit der grenzenlosen Kreativität, knifflige Rätsel, eine größere Zahl von Objekten und abwechslungsreiche Level. Ob man sich da nicht übernommen hat? Nach all der Zeit, die bis zur endgültigen Veröffentlichung verstrichen ist, wollen wir nun Klartext reden! Was der pfiffige Rätselspaß rund um den Hauptcharakter Maxwell wirklich taugt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Testbericht.

Ein übersinnliches Geschwisterpaar
Na das geht ja mal gut los: In einer lebendigen, kunterbunten Zwischensequenz werden sofort zu Spielbeginn die erzählerischen Zusammenhänge erläutert. Die Geschichte unseres Helden Maxwell und seiner Schwester Lily ist denkbar simpel: Wir sehen, wie die Zwillinge an das geheimnisvolle magische Notizbuch gelangen, das ihnen genau das ermöglicht, wovon alle Menschen träumen: Alle vorstellbaren Objekte zu erschaffen und sämtliche Orte dieser Welt zu bereisen. Im Sinne ihrer Erziehung werden die beiden auf eine beschwerliche Reise geschickt, die ihnen zeigen soll, wie wichtig es ist, verantwortungsvoll mit ihren besonderen Fähigkeiten umzugehen. Maxwell, der naive Frechdachs, hat natürlich nichts anderes als Schabernack im Sinn und so erwächst aus einem seiner Streiche etwas Unheilvolles: Zu Beginn ihrer Reise treffen die Geschwister auf einen hungrigen, alten Mann, der sich einen Apfel wünscht. Maxwell schenkt ihm allerdings nur einen verfaulten Apfel, und der wütende Greis spricht einen Fluch aus, der das Schwesterchen zu Stein verwandelt. Infolgedessen muss Maxwell natürlich alles daran setzen, sein unersetzliches Schwesterchen zu retten. Erwähnenswert: Im Laufe eurer Reise werdet ihr Maxwells ganze Familie treffen. Solltet ihr den einzelnen Familienmitgliedern auch noch helfen können, sind diese danach sogar spielbar.

Nach dem beschriebenen Intro finden wir uns auf Edwins Bauernhof wieder, wo uns die Grundlagen des Scribblenauts-Spielprinzips näher gebracht werden. Neueinsteiger, die ein Tutorial brauchen, finden also schnell Zugang zum spielerischen Geschehen - auch wenn die ersten Aufgaben natürlich noch sehr leicht zu lösen sind. Gießt eine Blume, um ihr beim Wachsen zuzuschauen, oder befreit eine Katze aus einer Baumkrone - mehr wird zu Spielbeginn noch nicht gefordert. Maxwells Aufgabe ist es nun, alle Starites in seiner kreativen Welt zu sammeln, um mit diesen seine Schwester zu befreien. Dies kann ihm allerdings nur durch das Lösen von Rätseln gelingen - und zu denen kommen wir jetzt.

Die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten
Um die ersten Rätselmissionen in Angriff nehmen zu können, begeben wir uns in die nahe gelegene Hauptstadt. Nach dem Prinzip eines Sidescrollers bahnen wir uns den Weg durch die Metropole, um zahlreichen Menschen in den verschiedenen Gebäuden zu helfen. Schnell fällt auf: Natürlich erwartet den Spieler kein Open-World-Spektakel wie in einem Assassin's Creed, doch können Aufgaben jederzeit abgebrochen werden, um sich einem neuen Level in anderer Umgebung zu widmen. Dieser Umstand bringt auch im Vergleich zu den Vorgängern eine erfrischende Flexibilität mit sich, dank welcher sich der Spieler ungezwungen in einer Welt voller Rätselspaß bewegen kann.

In einer Station der örtlichen Feuerwehr gilt es ein ganz normales Auto in ein Fahrzeug der Feuerwehr zu verwandeln. Was ist das markanteste Erkennungsmerkmal eines Feuerwehrautos? Natürlich die rote Farbe und die Sirene auf dem Dach! Also zack das Fahrzeug mithilfe des Adjektivs „rot“ entsprechend umgepinselt und ein Blaulicht oben drauf! Schlussendlich braucht der zuständige Feuerwehrmann nur noch eine Axt, um die Türen in brennenden Gebäuden kleinzuhauen. Das ist aber nicht das letzte Problem, vor das ihr gestellt werdet: Da die Straßen der Hauptstadt dermaßen überfüllt sind, müsst ihr dem schweren Wagen auch noch helfen, in die Lüfte zu steigen und so durch den Verkehr zu kommen.

In einer der vielen Nebenaufgaben, die ihr in diesem Fall in der U-Bahn-Station angehen könnt, gilt es einem armen Straßenkünstler zu einer Karriere als Rockstar zu verhelfen. Erschafft ein Instrument für ihn und seine Bandkollegin, besorgt einen Verstärker und der Laufbahn als professioneller Musiker steht nichts mehr im Wege! Sonderlich schwer sind die Aufgaben natürlich noch immer nicht. Ein kreativer Spieler wird die notwendigen Begriffe in Sekundenschnelle auf den Touchscreen gebracht haben, damit sie in die Realität gelangen können. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass so mancher logischer Handlungsschritt nicht zum Ziel führt, obwohl der Lösungsweg sinnig erscheint. Diese Momente erleben wir in unserem Testlabor recht selten, doch für Ärger sorgen sie dennoch. Glücklicherweise machen die schier unendlichen Objekte vom Pelikan bis hin zum handelsüblichen Werkzeug diese Phasen sowieso mehr als wett, obgleich wir über ein paar kuriose Lücken im Wortschatz des Spiels gestolpert sind. Warum wir zum Beispiel praktisch jede Fischgattung unter der Sonne rufen können, Scribblenauts beim gemeinen Karpfen jedoch passen muss, erschließt sich uns nicht ganz.

Kreative Momente und kreativer Verschleiß
Selbstredend ist es noch immer die Kreativität, die den Titel und seinen Charme ausmacht. Und doch sind bei den Entwicklern Spuren des kreativen Verschleißes zu entdecken, die sich in immer leichteren Aufgabenstellungen und weniger experimentellem Gameplay äußern. In vielen Rätseln gibt es zwar auch jetzt noch verschiedene Lösungswege, sodass die Ideen der Spieler durchaus Raum zur Entfaltung haben, doch immer öfter ist es ein Kinderspiel, mit purer Logik und schon nach einem kurzen Augenblick zum Ergebnis zu gelangen. Wir versuchen es mal mit einem positiven Gegenbeispiel: In einer Kunstgalerie Galerie hält ein Dieb auf, der unsere Hilfe beim Diamantenraub haben will. Nun gibt es die Möglichkeit, die Wächterin per Touchscreen in den Schlaf zu wiegen und die Kamera des Hauses zu zerstören - allerdings gibt es auch die Option, dem Dieb zur Unsichtbarkeit zu verhelfen, sodass er unauffällig klauen kann. Das klingt kurzweilig und das ist es auch, keine Frage. Zu bemängeln ist lediglich die gesteigerte Eindeutigkeit der Rätsel, die den Spieler sehr oft und sehr schnell zum Sieg über die Aufgabenstellung trägt. An dieser Stelle wären etwas weniger Eindimensionalität und ein höherer Schwierigkeitsgrad sicherlich Mittel zur Abhilfe gewesen, vielleicht auch wie im Vorgänger ein Anreiz zur Nutzung verschiedener Angehensweisen. Die Qualität der Rätsel bleibt natürlich dennoch ungebrochen.

Sogar ein wenig Action bringt der neue Scribblenauts-Ableger mit sich, indem Feinde oder Objekte mit von euch erstellten Waffen oder Gegenständen angegriffen oder beworfen werden können. In so mancher Schlacht reagiert die Steuerung leider etwas träge und ungenau, doch bringen die besagten Passagen einiges an Abwechslung in die Materie. Zudem sind die Probleme mit der Bedienung Kleinkram, wenn man sich die Mängel des Seriendebüts anschaut, das in diesem Bereich weitaus größere Defizite vorzuweisen hatte. Leider ist auch der Objekt-Editor der Wii U-Version, der es ermöglicht, Objekte zu verändern und sie zum Beispiel größer oder kleiner werden zu lassen, in der 3DS-Fassung nicht vorhanden. Das ist schade, weil die Möglichkeiten in der Handheld-Version aufgrund dessen arg komprimiert wurden. Dafür dürfen wir exklusiv in der EU-Version auch die lediglich für die Heimkonsolen-Version vorgesehenen Nintendo-Helden beschwören – hat auch etwas.

Steuerung:
Mit einer präzisen Handhabung steht und fällt ein Titel aus einem solchen Genre, könnte man meinen. Immerhin wollen die Spieler die zugrunde liegende Welt kontrollieren, sie beherrschen. Die Objekte wollen punktgenau behandelt, die Aufgaben in leichtfüßiger Perfektion gemeistert werden. Doch gelingt dies der Bedienung von Scribblenauts Unlimited auch? Zu großen Teilen definitiv. Viele Kontroll-Ärgernisse des Erstlings wurden bereits im letzten Ableger beseitigt - und da das Gameplay zumeist über den Touchscreen abläuft und dieser auch noch vortrefflich reagiert, stehen den Fans nur wenige nervenzehrende Augenblicke bevor. Leider zeigt sich die Bedienung in actionreicheren Einlagen noch immer ein wenig hakelig, doch kommen diese Szenen sowieso nicht in größter Häufigkeit zum Vorschein. Gut gemacht, 5th Cell!

Grafik:
Das Universum, in welches uns der aktuelle Ableger entführt, ist so groß und mit so vielen Spielabschnitten ausgestattet wie nie zuvor, genau das haben wir ja schon vorher anklingen lassen. Und eine solche Welt, die uns so viel Bewegungsfreiheit gestattet, will natürlich auch schön gestaltet sein. Die Detailverliebtheit springt dem Betrachter ohnehin sofort ins Auge: Die zahlreichen abwechslungsreichen Level können mit ganz eigenen Designs punkten und auch die knuffige Gestaltung passt sich der zuckersüßen Atmosphäre des Titels zweifellos umgehend an. Es sollte allerdings klar sein, dass hier kein Wunderwerk der Technik geboten wird. Der Rätselspaß hat nun immerhin schon eine lange Zeit auf dem Buckel und auch das Genre erfordert sowieso kein Effekt-Feuerwerk, sodass die kunterbunte, aber schlichte Optik durchaus zum Geschehen passt. Auf einen 3D-Effekt hat man leider nur in den Zwischensequenzen gesetzt, obgleich ein solcher viel Sinn gemacht hätte - verschenktes Potenzial.

Sound:
Einer der größten Vorzüge des Spiels: Knobelnde Rätselfanatiker wollen immerhin launig beschallt werden, damit das Hirn in Wallung kommt! So kann das spaßige Abenteuer von Maxwell mal mit lebensfrohen, beschwingten Melodien, die oft von Akustikgitarren, einem Piano oder Flöten getragen werden, mal aber auch mit gediegeneren, orchestralen Klängen punkten. Wer das perfekte Beispiel für Eigenschaften wie „vielfältig“, „passend“ und „perfekt abgestimmt“ sucht, ist mit der spektakulären Klangkulisse dieses Spiels bestens bedient!

Features:
Erfreulicherweise kommt Scribblenauts Unlimited mit einem ebenso kurzweiligen wie hilfreichen StreetPass-Feature daher. So dürfen Spieler die Lösungen ihrer Starite-Puzzles mit anderen Spielern austauschen, sodass die kreativen Ergüsse des eigenen Hirns in die Welt hinausgetragen werden können. Über fehlende Inspiration kann sich also niemand beklagen! Auf einen Mehrspielermodus hat man leider komplett verzichtet, obgleich ein solcher viel Schwung ins Spiel gebracht hätte. Ein weiterer Wermutstropfen: Leider hat man auf eine SpotPass-Nutzung verzichtet, sodass weitere Begriffe oder gar Level nicht im Bereich des Möglichen sind. Schade!

Fazit:
Zweifelsfrei ist Scribblenauts Unlimited eines der besten 3DS-Spiele des Jahres 2013. Wären da nicht die klitzekleinen Mängel, könnte man sogar über einen Anwärter für DEN besten Titel des Jahres sprechen! Leider hat sich der kreative Rätselspaß ein wenig erschöpft, sodass der Phantasie ein bisschen weniger Freiraum gewährt wird. Anstelle innovativer Aufgaben treten so manches Mal eindimensionale Rätsel, die zwar durchaus gute Unterhaltung bieten, dem Spiel aber ein wenig den Zauber nehmen. Natürlich gibt es in einigen Rätseln noch immer viele Wege, die nach Rom führen, doch wird das Spiel durch die simpleren Denkspielchen nicht selten ins Nirvana geleitet. Ansonsten findet der Spieler nach wie vor ein gehaltvolles Spiel im typischen Scribblenauts-Stil vor, das in vielen Momenten glänzen und begeistern kann. Sowohl die in viele abwechslungsreiche Abschnitte unterteilte Welt als auch der herausragende Soundtrack sorgen für Euphorie und auch die zahlreichen Objekte, die heraufbeschworen werden können, sind ein absoluter Volltreffer. Schade ist es lediglich um die Steuerung, die in seltenen Momenten starke Nerven erfordert, und um den Verzicht auf einen 3D-Effekt. Leider hat es auch der Objekt-Editor der großen Version nicht auf den 3DS geschafft. Insgesamt bietet sich uns dennoch ein fantastisches Gesamtkunstwerk, das sowohl langjährige Fans als auch Neulinge über etwa 15 Stunden hinweg in seinen Bann ziehen wird.

Ist der Sogwirkung von Maxwells farbenfroher Welt verfallen: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Übernatürlicher Rätselspaß mit Glanzpunkten - lasst eurer Phantasie freien Lauf!

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

6.0

SUCHTFAKTOR:

8.0

SOUND:

10
8
von 10

Abwechslungsreiche Rätsel...

Verbesserte Steuerung...

Große Welt

Zahlreiche Objekte...

Knuffiger Grafikstil...

Akzeptabler Umfang

Fantastischer Soundtrack

...die manchmal zu leicht sind

...mit seltenen Frustmomenten

...in ausbaufähiger Menge

...ohne Highlights und 3D-Effekt

Manche Wörter werden nicht erkannt

Kein Objekt-Editor

Wie werten wir?

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