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Spielname:
One Piece: Romance Dawn

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Namco Bandai Games

Developer:
Three Rings

Genre:
Rollenspiel

Release:
22.11.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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One Piece: Romance Dawn

Review: One Piece: Romance Dawn

Alexander Schneider, 23.12.2013

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Als unbarmherziger Pirat über die Weltmeere segeln? Große Seeschlachten schlagen, feindliche Kapitäne dem Erdboden gleichmachen? Idyllische Inseln erkunden und prachtvolle Goldschätze finden? Wer schon immer Kindheitsträumen wie diesen nachgehen wollte und zudem noch Mangas oder Animes mag, kommt an One Piece natürlich nicht vorbei. Die Geschichte rund um den stürmischen Piraten Ruffy, der seit jeher das Ziel verfolgt, Piratenkönig zu werden, und seine prominent besetzte Strohhutbande zieht seit jeher unzählige Fans an - kein Wunder, sprechen Attribute wie Abenteuerlust und Freiheit gerade in solch schnelllebigen und durchgeplanten Zeiten mehr an als je zuvor. Nach satten 72 Manga-Ausgaben seit 1997 schwingt sich die Piratenbande im Rollenspiel One Piece: Romance Dawn wieder einmal auf den 3DS und versucht, den Inhalt aller Anime-Episoden in ein kleines Stück Software zu zwängen. Ein aussichtsloses Unterfangen? Mal sehen, ob Ruffys aktuellste Mission zum Scheitern verurteilt ist - in unserem nun folgenden Testbericht klären wir euch auf!

Lieblose Einführung altbekannter Protagonisten
„Warum gleich so negativ?“, mag man nun denken, immerhin kommt gleich der Einstieg mit einer Schelte daher. Leicht erklärt: Direkt zu Spielbeginn werden einem lieblose Textmassen vor den Latz geknallt und diese Lieblosigkeit erfährt im Spielverlauf immer wieder neue Tiefpunkte. Animierte Zwischensequenzen? Nö. Sprachausgabe? Nicht wirklich. Spannung? Nicht vorhanden. Solche Eindrücke zu einem so frühen Zeitpunkt vermiesen Lust und Laune nach Belieben, und so wird sich beinahe jeder Spieler umgehend bewusst, dass das hier ein ganz zähes Unterfangen wird.

Halt! Wir können natürlich auch positiver, die als Grundlage dienende Story ist nämlich über jeden Zweifel erhaben. So erleben wir Ruffy als unschuldigen, kleinen Jungen, der seinem großen Vorbild Shanks nacheifert und sich auf die Weltmeere begeben will, um den sagenumwobenen Schatz des Piratenkönigs Gol D. Roger zu finden. Selbstredend erleben wir, wie er von der Gum-Gum-Frucht isst und dadurch ungeahnte Kräfte erlangt. Und schließlich lernen wir den kleinen Corby kennen, nur um uns kurz darauf mit der Marine anzulegen. Deren Befehlshaber Kapitän Morgan passt es nämlich überhaupt nicht in den Kram, dass Ruffy den von der Marine eingesperrten Lorenor Zorro rekrutieren möchte, um auch ihn zu seinem Team von Seegangstern hinzuzufügen. Der Putsch gegen Morgan bringt natürlich Chaos aller Art mit sich, doch auch aus diesem Gefecht geht unser Held als Sieger hervor. Nach und nach gilt es, alle Mitglieder der Strohhutbande einzusammeln - äh, und kennenzulernen. So stößt in der Stadt Orange etwa Nami zu uns, und mit ihr zusammen müssen wir Buggy den Clown aus dem Weg räumen und der Stadt damit aus der Patsche helfen. Im Spielverlauf kommen immer mehr Charaktere hinzu, beispielsweise Lysop in Syrop Village, einem stillen Örtchen auf der Gecko-Insel. Dort müssen wir uns mit Beauregard oder besser gesagt Käpt'n Black und seinem Handlanger Jacko auseinandersetzen. Letztlich ist das ganze Abenteuer wie auch die Anime-Reihe in verschiedene Abschnitte unterteilt, die jedoch alle zum eigentlichen Ziel führen: Die Strohhutbande möchte der Grandline entgegensegeln, um dort zur Legende zu werden.

Hisst die Flagge! Der Spielspaß segelt gen Abgrund...
Alle Orte, die im Verlauf des Abenteuers besucht werden müssen, werden über die sogenannte Weltkarte erreicht - eine kleine, schlichte und obendrein eure einzige Navigationsmöglichkeit. „Landet“ der Spieler dann in der jeweiligen Stadt, wie es im Spiel so schön heißt, geht es nach einer erdrückenden Flut von Text ausschließlich darum, eine Art Dungeon zu begehen und sich schließlich dem dazugehörigen Boss zu stellen. Sämtliches Gameplay folgt einem vorgefertigten Schema: Items sammeln, Kämpfe bestreiten, laufen. Und laufen sollte hier wirklich groß geschrieben werden! In den öden, an jeder Ecke identisch aussehenden Irrgärten, die einem hier - etwa in Form eines Marine-Hauptquartiers - vorgesetzt werden, macht eine regelmäßige Odyssee wahrlich keinen Spaß.

Und wo wir nun schon beim Kämpfen sind, ist auch eine Erläuterung des rundenbasierten Kampfsystems nicht mehr weit: Vor jedem Kampf könnt ihr euch eine Truppe von bis zu drei Kriegern zusammenstellen, die jeweils über eigene Stärken und Schwächen verfügen. In einem kreisförmigen Menü gilt es auszuwählen, ob man zum Angriff übergehen oder die Abwehr stärken möchte. Im Abwehr-Modus werden sämtliche Attacken der Gegner abgewehrt, sie fügen demnach weniger Schaden zu. Das Angreifen ist dann doch deutlich spektakulärer: Eure Spielfigur kann gleich mehrere Schläge nacheinander ausführen, wobei jeder einzelne Schlag per Tastendruck neu bestätigt werden muss. Im Falle von Ruffy dient die A-Taste dazu, Aktionen wie den rechten Haken oder den linken Roundhouse-Kick auszuführen. Derlei Moves sind immer verfügbar, da sie keine FP benötigen. Spezialangriffe dagegen, die sehr wohl eine Aufladung der FP durch erfolgreiche Schläge gegen den Gegner benötigen, werden mit der Y-Taste ausgelöst - hier wäre die Gum-Gum-Pistole von Ruffy ein gutes Beispiel. Spezialangriffe können seltener eingesetzt werden, sorgen dafür aber für viel mehr Schaden als ihre normalen Pendants. Ein Griff in eure Tasche kann ebenso Vorteile mit sich bringen, denn dort sind heilende Items wie der Reisball oder der medizinische Verband, der besiegte Teammitglieder wiederbelebt, aber auch offensivere Items wie der Flammenball, der Gegnern Feuerschaden zufügt, verfügbar. Praktisch: Nach jedem gewonnenen Kampf erhaltet ihr Erfahrungspunkte und Geld, das ihr in Läden für Items wie die eben benannten investieren könnt.

Eine kleine Überraschung folgt dann aber schon noch: Manche Parts der Dungeons müssen nicht manuell begangen werden, Ruffy läuft hier automatisch. An so mancher Weggabelung muss die Richtung, in die ihr euch begebt, per Tastendruck bestimmt werden - so ist es manchmal sogar möglich, Gegnern auszuweichen. Eine nette Abwechslung zu den monotonen Erkundungsabschnitten, die das Spielgeschehen dominieren, mehr aber auch nicht. Selbst die Bosskämpfe gegen populäre Genossen wie Buggy den Clown schaffen aufgrund ihrer mit den normalen Kämpfen identischen Struktur keinerlei Abhilfe. Stupides Button-Smashing gefällig? Hier seid ihr richtig!

Ahoi, ihr Landratten! Bei dieser Erzählung brauche ich Rum...
So gut die erzählerische Grundidee hinter One Piece auch sein mag: Ganz abgesehen davon, dass Romance Dawn nur eine Reminiszenz und somit ein Aufguss von bereits Bekanntem ist, wurde eben diese Story auch noch so minimalistisch wie nur irgend möglich aufgedröselt. Jede Szenerie bekommt zwar elendig lange Massen an deutschem Text in Sprechblasen spendiert, doch kommt dieser Text nicht immer mit wirklich wichtigen Inhalten oder gar spannenden Elementen daher. Selbst sprachlich löst man das Ganze mehr als zweifelhaft, indem man ziemlich selten längere, gehaltvolle Sätze implementiert. Stattdessen folgt Einzeiler auf Einzeiler und letztlich nehmen die Standbild-Sequenzen eigentlich nie ein Ende. Irgendwann kommt zwangsläufig der Punkt, an dem der Spieler sich fragt: Wann darf ich endlich spielen? Für Fans mag die hier gefundene Lösung dennoch interessant sein, immerhin finden sie sich in dem von ihnen geliebten Universum wieder.

Leider werden die Protagonisten, die man nach und nach aufgabelt, auch völlig plump in das jeweilige Geschehen geworfen, über die Person an sich oder etwaige Hintergründe erfährt man meist gar nichts. Eine vernünftige Vorstellung? Was ist das? So sehr sich die Software auch an der Manga-Grundlage orientieren mag, so stinkend langweilig ist die schlussendliche Umsetzung des Plots ausgefallen. Viele Dialoge lesen sich leider mehr als unglücklich.

Steuerung:
Hier konnte Namco Bandai nicht viel falsch machen, die simple Bedienung funktioniert nämlich reibungslos. Ruffy wird per Schiebepad durch die Einöde der begehbaren Areale manövriert, während die A-Taste etwa zum Öffnen von Schatztruhen verwendet wird. Die Lenkung des illustren Piraten gestaltet sich nur dann schwierig, wenn man in den „Labyrinthen“ die Übersicht verliert, weil es keine Kamera gibt, die sich an eurer Position orientiert. Auch manuell ist der Blickwinkel nicht justierbar, so manches Mal verirrt sich dadurch auch die Steuerung in einen Verwirrungszustand. Im Kampf dagegen geht alles problemlos von der Hand - bis auf das einfache Betätigen der immer gleichen Tasten gibt es hier aber auch nicht viel zu tun.

Grafik:
Während die Steuerung schon leichte Frustmomente mit sich bringt, ist die grafische Umsetzung die noch viel gravierendere Enttäuschung. Zugegeben, die Farben der bunten Umgebung sind wirklich kraftvoll und auch die Charaktermodelle haben durchaus ihren Charme. Aber das war es auch schon. Letztlich sieht jeder Winkel des jeweiligen Areals, das man begeht, komplett gleich aus, und auch die Texturen sind eigentlich nur beschämend. Alle Dungeons wirken leer und dadurch leb- und lieblos, was nicht gerade dazu beiträgt, dass man die endlosen Korridore begehen möchte. Und obgleich die Protagonisten durchaus erkennbar sind, enden so manche aus ihren Reihen in Pixelbrei, der heutzutage nicht mehr hinnehmbar ist. Auch das 3D-Feature des 3DS wird nicht genutzt, das komplette Spiel läuft also ohne dieses ab. Klar, One Piece: Romance Dawn ist ein PSP-Port - doch man hat sich auch keinen Funken Mühe gegeben, die technische Komponente in irgendeiner Weise aufzubessern. Aufwändigere Animationen oder nennenswerte Zwischensequenzen sind nicht vorhanden, Fans müssen sich zumeist mit Standbildern zufriedengeben und in Kämpfen gar Framerate-Einbrüche hinnehmen. Tut mir leid, das ist einfach zu wenig.

Sound:
Ein kleiner Lichtblick am Horizont: Während die grafischen Unzulänglichkeiten des Titels noch unübersehbar sind, ist die Klangkulisse zumindest zufriedenstellend. So wird der One Piece-Fan sicher die ein oder andere Melodie wiedererkennen, was für das ein oder andere Lächeln sorgen dürfte. Episch-orchestrale Melodien wechseln sich mit gehetzten Tunes ab. Erwähnenswert ist auch der gelegentlich auftretende E-Gitarrensound, der dem musikalischen Part weitere Dynamik verleiht. Kleinere Einsprengsel japanischer Sprachausgabe - es geht hier aber nur um kurze Rufe, die vor allem im Kampf auftreten - machen das akzeptable Bild vom Sound komplett.

Fazit:
Es hätte so schön werden können! Treue Fans der Serie werden sich einen einwandfreien 3DS-Ableger gewünscht haben, der PSP-Port One Piece: Romance Dawn kann diese Ansprüche allerdings zu keiner Zeit erfüllen. Ganz gleich, ob es das ewig gleiche Gameplay ist, das mit seinen unendlichen Dungeons und seinen lächerlich leichten Kämpfen aufs Gemüt schlägt, oder die lächerliche Optik, die uns Standbilder und den Verzicht auf wirkliche Animationen als technischen Standard verkaufen will - dieser Titel wird der riesigen Fanbase keinesfalls gerecht. Immer wieder dieselben unerträglich langen Textfluten, die dann auch noch mit schlecht geschriebenen Dialogen daherkommen, immer wieder dasselbe unausgegorene Kampfsystem... Selbst auf einen 3D-Effekt, der an so mancher Stelle sinnvoll gewesen wäre, hat man verzichtet. Im Ergebnis bietet das Spiel einfach zu wenige Argumente, die einen Kauf rechtfertigen könnten. Ein paar schöne Farben, die tolle Klangkulisse und die Ansammlung weltbekannter Charaktere - mehr spricht für diesen Titel nicht.

Legt sich (un)gern mit der Marine an: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Namco Bandai für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Sonniges Piratenabenteuer mit gravierenden Schönheitsfehlern - auch Fans sollten Vorsicht walten lassen.

Wertung

STORY:

6.0

SPIELWELT:

3.0

PRÄSENTATION:

4.0
4
von 10

Tolle Soundkulisse

Bekannte Charaktere

Deutsche Bildschirmtexte

Gute Story-Idee…

Grafik von vorgestern

Keine 3D-Nutzung

Monotone Areale

…miese Umsetzung eben dieser

Keine echten Cutscenes

Lächerlicher Schwierigkeitsgrad

Unausgegorenes Kampfsystem

Enttäuschende Bosskämpfe

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