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Spielname:
Batman: Arkham Origins Blackgate

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Warner Bros. Interactive

Developer:
Armature Studio

Genre:
Action Adventure

Release:
25.10.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Batman: Arkham Origins Blackgate

Review: Batman: Arkham Origins Blackgate

Alexander Schneider, 10.11.2013

4554°

11

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Anmerkung: Die hier gezeigten Screenshots sind nicht der 3DS-Version entnommen.

Dem Großteil aller Lizenzspiele haftet ein durchaus schlechter Ruf an und in den meisten Fällen hat dieser auch seine Berechtigung. Ein positives Beispiel dafür, dass es auch anders geht, liefert seit vielen Jahren die Arkham-Reihe rund um den dunklen Ritter Batman. Beinahe parallel zum Konsolen-Epos Batman: Arkham Origins erschien nun auch ein 3DS-Ableger der Fledermaus-Saga, Batman: Arkham Origins Blackgate. Auch auf den kleinen Bildschirmen von 3DS und Vita treibt der mysteriöse Superheld nun also sein Unwesen, um Gotham City vor Unrecht, Chaos und Gewalt zu bewahren. Doch funktioniert Batmans Kampfansage an die gesammelte organisierte Kriminalität auch in der mobilen Variante? Oder sollten actionreiche Blockbuster doch besser auf den großen Konsolen belassen werden? Welches Niveau hat die für solch ein Spiel so wichtige technische Komponente und wurden etwa auch 3DS-spezifische Features eingebunden? All das und noch viel mehr erfahrt ihr im nun folgenden Testbericht.

Düstere Machenschaften im Schutze der Nacht
Ganz so, wie man es auch aus preisgekrönten Filmen wie The Dark Knight oder auch Batman Begins gewohnt ist, geht es auch in Arkham Origins Blackgate sofort zur Sache. Kurz nachdem unser Held über seine Bestimmung philosophiert, stellt er sich der berüchtigten Catwoman, die er beim Diebstahl geheimer Daten der Regierung ertappt. Was folgt, ist eine rasante Verfolgungsjagd über den Dächern von Gotham City. Düster wirkt die Szenerie, beinahe bedrohlich. Ohne Pause rasen die beiden Gegenpole durch die Nacht, begleitet von Tutorial-Passagen, die uns die Steuerung näher bringen. Catwoman geizt natürlich nicht mit flapsigen Bemerkungen und fängt sich nach einem kleinen Kampf mit der Fledermaus einen Gefängnisaufenthalt ein. Etwas überraschend ist, dass sich Batman - zwar unter Vorbehalt und mit einigen Bedenken, aber immerhin - mit ihr verbündet, während sie von den aktuellen Geschehnissen in der Zelle berichtet. Das Blackgate-Gefängnis wurde also von den bekanntesten Schurken der Batman-Historie in Beschlag genommen, der Joker und Black Mask sind da nur die Paradebeispiele. Da es natürlich nicht im Sinne des dunklen Ritters sein kann, einen Ort der Gerechtigkeit den Bösewichten zu überlassen, macht sich auf den Weg, diesen unheilvollen Ort zu erkunden - auf Leben und Tod!

Das Gefängnis macht seinem Ruf alle Ehre!
Ganz im Stile der Metroid-Reihe und anteilig auch nach dem Prinzip von Castlevania: Lords of Shadow - Mirror of Fate geht es auch in Batmans aktuellem 2,5D-Abenteuer zu. So findet ihr euch schnell in den finsteren Arealen des Gefängnisses wieder, um eben dieses zu erkunden. Es gilt, der Karte, welche sich übrigens auf dem Touchscreen befindet, oder einfach eurer Nase zu folgen, denn selbst diese führt euch meist schnell zum Ziel. In den meisten Fällen genügt es, via Schiebepad durch die dunklen Gassen zu laufen, Hindernisse werden in Sekundenschnelle überwunden - zumal euch die notwendige Tastenkombination sowieso jedes Mal aufs Neue vor Augen geführt wird. Aber auch luftige Höhen lassen sich erkunden - es lebe der Enterhaken! Den hat der fast behäbig wirkende Batman auch nötig. An seinem Werkzeuggürtel befinden sich auch noch weitere Spielzeuge wie der explosive Gelwerfer oder die Batclaw, mit der ihr Objekte zu euch ziehen könnt.

Insgesamt ist das Erkundungsprinzip recht simpel, für so manchen Spieler mag es gar zu simpel sein. Der richtige Weg ist meist ohne Hürden zu finden und auch die Kollegen der Schlägertypen, die ihr einmal beseitigt habt, suchen einen einmal leergefegten Raum nicht mehr auf. Wen diese Eindimensionalität und der leichte Schwierigkeitsgrad nicht stören sollten, den können wir beruhigen: Es gibt schon jetzt noch mehr Gründe zum Meckern! Zu nennen wäre hier vor allem das nervtötende Backtracking, denn zuvor schon erkundete Bereiche werdet ihr nicht selten wiederholt begehen müssen. Zwar können immer mal wieder Extras aufgegabelt werden, der Marsch stetige Marsch durch leere Korridore lässt euch allerdings bald ein Schnellreise-System herbeisehnen. In diesem Sinne sind die weitläufigen und durch das Spielprinzip und Genre doch begrenzten Areale Segen und Fluch zugleich.

Fighting Spirit: Prügel austeilen, Schläge einstecken
Natürlich wird es auf den Erkundungstouren auch immer mal wieder zu verschiedensten Gefechten kommen. Die protzigen Schlägertypen können allerdings nicht so viel einstecken, wie sie gerne würden, denn schon nach wenigen Schlägen sind unsere überaus freundlichen Kollegen in die ewigen Jagdgründe geschickt worden. Entweder, ihr schlagt wie von Sinnen auf die Gegner ein, bis sie umfallen und macht so keinen Gebrauch von jeglicher Verteidigungsstrategie, oder ihr kontert ein ums andere Mal schlagfertig und sorgt so für das Überraschungsmoment. Da wir es allerdings mit Batman und nicht mit einem stinknormalen Superhelden zu tun haben, könnt ihr eure Gegner auch mit dem pechschwarzen Umhang betäuben, um sie dann zu erlegen. Sobald ein feindseliger Schurke am Boden liegt und noch nicht ganz beseitigt ist, könnt ihr ihn mit einer weiteren Tastenkombination endgültig ausschalten.

Wesentlich interessanter als die abwechslungsarmen Kämpfe sind die rarer gesäten Passagen, in denen die Fledermaus ihrem Ruf gerecht werden kann. Manchmal ist es nämlich notwendig, umherschleichende Taugenichtse, die etwa um ein Gebäude Patrouille gehen, nacheinander von oben und im Gleitflug zu erlegen. Um euch dabei möglichst reibungslos aus der Affäre zu ziehen, solltet ihr darauf achten, dass die anderen Kraftprotze nicht dabei zuschauen, wie ihr ihren Kollegen die Lichter auspustet, denn eine ganze Gruppe von Schurken will wohl niemand am Hals haben - zumal nicht wenige der Armleuchter sogar Maschinengewehre mit sich führen, die nicht gerade langsam zu eurem eigenen Tod führen. Und wenn wir schon die Passagen loben, in denen der Spieler heimlich töten muss, sollten auch die von Zeit zu Zeit aufkommenden Bosskämpfe erwähnt werden. Diese erweisen sich als gelungene Abwechslung, bei der ihr zunächst die Bewegungsmuster der Superschurken durchschauen müsst, bevor ihr sie eintütet. Zombie-Riese Grundy muss beispielsweise zu Beginn geschickt mit den umliegenden Stromleitungen gegrillt werden, bevor ihr ihn vermöbeln könnt.

Detektivspielchen im Sekundentakt
Auffallend oft begegnen Batman die sogenannten Krypto-Sequenzer vor Durchgängen. Um diese zu öffnen, müsst ihr den richtigen Code in einem Wirrwarr aus Zahlen finden. An dieser Stelle kommt wahlweise eines der 3DS-Features zum Einsatz: Die Neigungssteuerung. Anstatt den Code also per Schiebepad zu suchen, könnt ihr eure Mobilkonsole auch einfach neigen. Nett gemeint, aber völlig unnötig! Wer verzichtet denn freiwillig auf die einfachere Schiebepad-Kontrolle, nur um vom vermeintlich innovativen Gimmick Gebrauch machen zu können? Ganz davon abgesehen unterbrechen die Sequenzer-Parts den eigentlichen Spielfluss, weshalb sie auf Dauer eher störend wirken.

Mit dem Detektiv-Modus dagegen könnt ihr eure Umgebung auf Besonderheiten überprüfen. Sämtliche Gegenstände, aber auch Wände und gar der Boden, auf dem eure Füße stehen, werden so auf ihren Nutzen gescannt. Solltet ihr das jeweilige Objekt für den Spielverlauf benötigen, wird es farblich hervorgehoben. Wirkt übernatürlich, ist aber so. Da beinahe alles gescannt werden muss - übrigens auch per Touchscreen - und die Vorgänge mitunter zum Exzess werden können, ist leider auch dieses Element eher fehl am Platze. Unschön auch, dass der Spieler nicht selten für dumm verkauft wird, indem man ihm die immer wieder gleiche Erklärung zu einem bestimmten Objekt zum tausendsten Mal diktiert, obwohl er schon im Schlaf von ihr singen könnte.

Steuerung:
So viele Kritikpunkte es im Hinblick auf das Gesamtwerk auch gibt, die Handhabung funktioniert im Regefall präzise und reibungslos. Noch dazu ist sie eingängig, zumal durch die immer und immer wieder auftauchenden Erklärungen sowieso Abhilfe geschaffen wird. Doch ganz ohne Negativbemerkung kann auch die Bewertung der Steuerung nicht stattfinden, denn dazu reagiert sie an so mancher Stelle viel zu schwammig, hakelig und langsam. Solltet ihr zum Beispiel einen am Boden liegenden Schurken erlegen wollen, reagiert das Spiel häufig erst beim zweiten Versuch. Auch Batman selbst steuert sich insgesamt viel zu träge, was den Spielablauf unnötig bremst.

Grafik:
Trotz der durchaus düsteren, beklemmenden und gelegentlich gar packenden Atmosphäre ist die grafische Komponente mehr als dürftig. Nicht nur die Charaktermodelle sehen schwammig, matschig und lieblos aus - nein, auch die Welten wirken farblos, monoton und dem gegenwärtigen technischen Standard einfach nicht angemessen. Eigentlich ein Unding, denn gerade ein Spiel wie Batman, das so sehr von seiner Atmosphäre, seiner Stimmung und der vielen Action lebt, benötigt solide Technik, um sein Potenzial ausschöpfen zu können. So aber bleibt nichts als trostlose Misere, die das eigentlich ordentliche Gameplay am Brillieren hindert. Auch der 3D-Tiefeneffekt hat nur in den Bosskämpfen, in denen er wirklich ansehnlich daherkommt, einen Nutzen. Ansonsten kann man getrost auf die technische Spielerei verzichten.

Sound:
Auch der musikalische Teil macht es einem wirklich nicht einfach. So manche Szenerie punktet mit epischen, orchestralen Sounds, während der Spieler in actionreicheren Passagen auch mal fetzigere Tunes auf die Ohren bekommt. Meist aber bleibt es im düsteren Universum des geflügelten Helden völlig ruhig. Beängstigende Stille wäre eine angemessene Beschreibung für das, was man hier so geboten bekommt. Leider ist diese Stille der Atmosphäre nicht zuträglich und sie beängstigt auch nur in einer Weise, die Kritik aufkommen lässt. Ein Kompliment geht allerdings an die vorhandene englische Sprachausgabe, die völlig akzeptabel ist.

Fazit:
Batman: Arkham Origins Blackgate ist ein zweischneidiges Schwert. Es fällt einem durchaus schwer, das Spiel mit einem Verriss zu strafen, denn diesen hat es wirklich nicht verdient und auch nicht bekommen. Der Handheld-Ableger punktet mit teils wirklich kurzweiligem Gameplay, einer grundsätzlich passender Atmosphäre, stimmungsvollen Zwischensequenzen, ordentlicher Sprachausgabe und dem nettem 3D-Effekt in den Bosskämpfen. Dem gegenüber steht das leider viel zu simple Kampfsystem, das nicht gerade ausgereift erscheint, der lächerliche Schwierigkeitsgrad und die Touchscreen-Nutzung, etwa im Detektiv-Modus, die nur als Alibi-Innovation dient. Vor allem aber lässt einen der monotone, lineare Spielablauf verzweifeln - das ewige Backtracking macht diesen Eindruck auch nicht besser. Selbstverständlich können und sollten beinharte Batman-Fans, die das aktuellste Abenteuer des Superhelden auf dem 3DS erleben wollen, zugreifen, denn grottenschlecht ist dieser Ableger mitnichten. Allerdings sollten auch die treuesten Fans der Fledermaus beachten, dass der Spaß schon nach einigen Stunden wieder vorbei ist. Allen anderen sei dringend empfohlen, den Titel vor einem Kauf anzuspielen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Was bleibt, ist ein Spiel, das Unmengen an Potenzial verschenkt hat. Gute Ansätze wurden schlicht dadurch zerstört, dass sie nicht ausgefeilt genug sind und so an der Umsetzung scheitern.

Denkt darüber nach, ob jemand wie Batman in der Realität nicht noch besser aufgehoben wäre: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Warner Bros. Interactive für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Nervige Mängel hindern den dunklen Ritter an einem wirklich großen 3DS-Abenteuer - ausbaufähig!

Wertung

SPIELWELT:

6.0

ABWECHSLUNG:

5.0

TECHNIK:

5.0
6
von 10

Gute Gameplay-Ideen…

Netter 3D-Effekt in Bosskämpfen…

Akzeptable Sprachausgabe…

Weitläufige Areale in 2,5D

Solide Schleicheinlagen

Ordentliche Zwischensequenzen

…die nicht durchdacht genug sind

…der sonst überflüssig ist

…leider nicht in deutscher Sprache

Geringer Umfang

Zu niedriger Schwierigkeitsgrad

Schwache Grafik

Alibi-Nutzung des Touchscreens

Andauerndes Backtracking

Nerviger Detektiv-Modus

Wie werten wir?

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