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Spielname:
Harvest Moon: A New Beginning

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Zen United

Developer:
Marvelous

Genre:
Simulation

Release:
20.09.2013 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
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Harvest Moon: A New Beginning

Review: Harvest Moon: A New Beginning

Tjark Michael Wewetzer, 11.10.2013

9629°

3

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Ein Sprichwort besagt, dass Man(n) drei Dinge in seinem Leben tun muss: Ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen. Bei Harvest Moon ließ sich davon eigentlich nur der zweite Punkt in vielen Ablegern erfüllen. Mit dem aktuellsten Spiel und dem offiziellen 3DS-Einstand der Reihe (den Port namens Geschichten zweier Städte verbannen wir mal ganz schnell aus unserem Gedächtnis) können die Herren der Schöpfung nun aber endlich ihre Ziele verwirklichen – und selbstverständlich warten auch auf die Damen viele vergnügliche Stunden im Echo-Dorf von Harvest Moon: A New Beginning. Inwiefern die Neuerungen dem Spiel dieses Mal in die Suppe spucken und ob das Ergebnis trotzdem mundet, zeigen wir euch in unserem Test.

Dorf? Sieht eher nach 'ner Siedlung aus…
Willkommen im Echo-Dorf! Einwohnerzahl: 5 – und bei dieser Zählung seid ihr schon mit drin! Ja, das Dörflein hat schon mal bessere Tage gesehen. Deswegen legt Oberhaupt Dunhill große Hoffnung in euch: Ihr sollt nämlich den örtlichen Bauernhof bewirtschaften und so wieder für Leben auf dem Land sorgen. Und wer weiß? Vielleicht lacht ihr euch ja eines Tages eine Frau bzw. einen Mann fürs Leben an? Vorausgesetzt natürlich, es zieht jemand zum Heiraten hierher. Vor euch wartet also ein gewaltiges Stück Arbeit und ein vielfältiger Aufgabenkatalog…

…zumindest tut er dies, wenn ihr erst einmal im Spiel vorangeschritten seid. Serientypisch ist ein Jahr in vier Monate bzw. Jahreszeiten mit je 31 Tagen eingeteilt. Der ganze erste davon dient für ein fast schon quälend langsames Tutorial, das euch stellenweise mit erklärenden Zwischensequenzen nur so zupflastert. Erfahrene Farmer können diese Erklärungen immerhin überspringen, dennoch öffnet sich der richtige Spielablauf von A New Beginning erst im letzten Drittel des ersten Monats. Sogar die Anzahl der Dorffeste ist eher überschaubar! Und wie halten wir uns bis zum richtigen Anfang über Wasser?

Schöne neue Landwirtschaft
Klare Sache, mit dem Anbau von Feldfrüchten und der Tierzucht! Ersteres wird uns über vorgegebene Felder schon zu Beginn ermöglicht und erfordert nichts weiter, als den Acker zu bestellen, die Saat zu säen und anschließend alles täglich ein- bis zweimal zu gießen – einige Tage später wird dann geerntet. Habt ihr die erste Woche hinter euch, dürft ihr auch Nutztiere wie Kühe oder Hühner halten. Eine erste Kuh gibt es sogar frei Haus. Dankbar sind wir dafür allemal, denn das bringt zumindest ein wenig frischen Wind in den zu Beginn extrem monotonen Alltag, den wir sonst nur mit Ausflügen ins nahegelegene Grün und dem Sammeln von allerlei Insekten, Blumen und anderen Dingen füllen.

Aber warum gewinnt das Spiel denn nun nach etwa einem Ingame-Monat an Fahrt? Ganz einfach: Dann zieht nämlich die Architektin Rebecca ins Echo-Dorf und legt damit das spannendste neue Feature des Spiels frei. Auf Basis ihrer Blaupausen, die sich gegen ein gewisses Entgelt erwerben lassen, könnt ihr Zierobjekte, Ackerflächen oder gar Gebäude errichten, die sich frei auf eurem Hof und im Dorf platzieren lassen. Von da an liegt der Spielfortschritt praktisch in euren Händen, denn wenn ihr neue Leute in eure Heimat locken wollt, müssen natürlich entsprechende Behausungen bereitstehen. Außerdem übergibt euch Dunhill zu diesem Zeitpunkt auch einen Sanierungsplan, der ebenfalls erfüllt werden muss – andernfalls hält Rebecca sich nämlich mit neuen Blaupausen zurück.

Schaffe, schaffe, Häusle baue
Die Dorfgestaltung gibt euch ziemlich viel kreativen Freiraum und ermöglicht es euch, der Gegend eine persönliche Note zu verleihen. Leider ist auch hier nicht alles eitel Sonnenschein, denn natürlich müssen zunächst die passenden Baumaterialien gesammelt werden. Einige davon bietet Rebecca zum Kauf an, andere müssen in freier Wildbahn aufgelesen werden – und das kann gelegentlich zum Glücksspiel ausarten, vor allem wenn ihr später bestimmte Erze in der örtlichen Mine sucht.

Auch hätte die Nutzeroberfläche für den Aufbau-Teil etwas mehr Feintuning vertragen können. Viele Gebäude sind schlichtweg zu groß, als dass ihr ihre genaue Lage mit der innerhalb gewisser Grenzen dreh- und zoombaren Kamera einfangen könnt. Deswegen ist es nicht immer klar ersichtlich, was eventuell dem neuen Reisebüro – oder was ihr auch sonst gerade schultern mögt – im Wege steht. Diese Macken sind aber verhältnismäßig verkraftbar und erweisen sich in der Regel als eher kleines Komfortdefizit. Gerade in Anbetracht des stark eingeschränkten Aufbau- und Upgrade-Systems in Geschichten zweier Städte, welches besagtes Spiel künstlich stark in die Länge zog, wirkt die Handwerkerei in A New Beginning geradezu rasant – zumal ihr auch bei jeder neuen Ausbaustufe das Gefühl habt, wirklich etwas aus eigenem Antrieb erreicht zu haben und sich dies unter anderem in Form von neuen Dorffesten zeigt.

Liebe liegt in der Luft
Apropos Gefühl: Natürlich dürft ihr euch auch in diesem Ableger wieder einen Ehepartner für euer Alter Ego anlachen. Derer gibt es sechs pro Geschlecht und sie müssen im klassischen Harvest Moon-Stil natürlich mit freundlichen Geschenken und täglichen (sich leider noch immer sehr stark wiederholenden) Gesprächen bezirzt werden. Neu ist hier jedoch, dass ihr eurem Herzblatt nicht sofort bei voller Zuneigung einen Antrag machen könnt, sondern mit ihm über einen gewissen Zeitraum ausgehen müsst.

Ein interessanter Ansatz in Sachen Realismus, der in der Praxis auch funktioniert, aber das Spielgeschehen nicht wirklich auf den Kopf stellt. Und wo wir schon beim Thema Realismus sind: Ein wenig nervig ist hier auch die Tatsache, dass ihr bei bestimmten Geschenken nicht wirklich ablesen könnt, ob die Person eurer Begierde es auch wirklich mag. So kann die Reaktion gerne mal positiv klingen, intern zieht das Spiel jedoch Freundschaftspunkte ab. Das mag realistisches Sozialverhalten sein, im spielerischen Kontext führt es den Spieler jedoch schnell auf die falsche Fährte – und sorgte zumindest bei uns dafür, dass wir uns über den mangelnden Fortschritt in einer Beziehung wunderten.

Steuerung:
Auch der 3DS-Ableger verzichtet dankenswerterweise auf großartige Touchscreen-Spielereien. Ihr könnt den Stylus zwar zur Navigation in den Menüs heranziehen, der Farm-Alltag und das Kramen im Rucksack klappt aber auch wunderbar über die Aktionstasten. Die Belegung ist dabei auch eingängig und über die R-Taste können wir zum Beispiel ein Schnellmenü für die Werkzeuge aufrufen, allerdings könnte gerade letzteres ein wenig zügiger reagieren. Das ist allerdings ein vergleichsweise kleines Manko.

Grafik:
Das erste richtige Harvest Moon für den 3DS... Wie schaut es aus? Auf jeden Fall ziemlich farbkräftig und mit einigen hübschen Details verziert. In jeder Jahreszeit weht immer etwas anderes stetig über den Bildschirm – im Frühling zum Beispiel rosa Blüten, saftig grüne Blätter im Sommer und so weiter. Leider läuft das Spiel nicht immer gleichermaßen flüssig. Keine Sorge, waschechte Ruckler verzeichnet ihr nie, doch in manchen Situationen – etwa beim Übergang vom Dorf in eines der Häuser – machen sich schon Unterschiede in der Bildrate bemerkbar. Und der 3D-Tiefeneffekt? Kommt leider trotz diverser Kamerawinkel nicht so recht zur Geltung. Dafür weist er immerhin keine Fehler auf, wie es bei Geschichten zweier Städte der Fall war.

Sound:
Gewohnt fröhliche Melodien begleiten euch auf eurem Bauernhof-Alltag und stimmen beizeiten auch zum Mitsummen ein. Sie passen auch ungemein zur jeweiligen Jahreszeit, vor allem das Winter-Thema hat etwas richtig angenehm weihnachtliches. Dennoch wünscht man sich gerade bei einem derartig langfristig beschäftigenden Spiel auf Dauer etwas mehr musikalische Abwechslung.

Multiplayer:
Natürlich darf man auch in A New Beginning wieder mit anderen Spielern interagieren. Dieses Mal besucht ihr entweder im lokalen Multiplayer oder online eine spezielle Weide, auf der ihr euch gemeinsam um die Tiere aller anwesenden Spieler kümmern oder Gegenstände austauschen könnt. Gerade letzteres kann euch mit ein wenig Tauschglück schon von Beginn an enorm aushelfen – etwa wenn ihr teure oder seltene Objekte erhaltet, die euch im normalen Spielverlauf erst wesentlich später zur Verfügung stehen. Natürlich ist da das Wohlwollen eurer Mitspieler gefragt. Insgesamt ist die Multiplayer-Komponente eine nette Dreingabe, aber irgendwie wünschen wir uns, auch andere Farmen mal in Ruhe erkunden zu dürfen.

Fazit:
Nach dem kleinen Fehlstart in Form von Geschichten zweier Städte – auch wenn dieser noch lange nicht unterirdisch mies war – haben Fans allen Grund zum Argwohn. Doch Harvest Moon: A New Beginning zeigt, dass auch die Handheld-Ableger der Reihe neue Features mitbringen können, ohne gewaltige Nerv-Faktoren mitzuschleppen. Allerdings erfordert es von euch, dass ihr euch durch die wirklich zähe Startphase kämpft – und die kann je nach Spielweise schon mal gut 8 bis 10 Stunden in Anspruch nehmen! Habt ihr diese Hürde jedoch erst einmal überwunden und erste Spatenstiche im Dorf getätigt, entfesselt sich der typische Harvest Moon-Flow, der euch nicht so schnell wieder loslässt. Gerade der Aufbau eurer Heimat motiviert ungemein. Insgesamt darf sich der richtige 3DS-Einstand definitiv zu den besseren Titeln der langlebigen Reihe zählen, weswegen Fans und Neueinsteiger beruhigt einen Blick riskieren können. Vorausgesetzt, sie sind des Englischen mächtig, denn eine deutsche Übersetzung fehlt leider - auf kleine textliche oder grammatikalische Pannen müsst ihr trotzdem nicht verzichten. Dennoch: Wir hoffen, dass die unausweichlichen Nachfolger das Niveau mindestens halten, idealerweise aber sogar übertrumpfen können.

Digitaler (Städte)Bauer: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Baustelle Bauernhof: Ein solider Serien-Spross, der primär unter seinem zähen Anfang leidet.

Wertung

SPIELTIEFE:

8.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

SUCHTFAKTOR:

7.0
7
von 10

Viele Feldfrüchte und Tiere

Dorfaufbau motiviert

Umfangreicher Crafting-Teil

Süchtigmachendes Spielprinzip

Zahlreiche Dorffeste

Farbenfrohe Optik

Extrem langsamer Einstieg…

…mit vielen nervigen Tutorials

Teils lästige Ressourcen-Sammelei

Dorf-Editor-UI suboptimal

Schwache Multiplayer-Komponente

Komplett in Englisch…

…mit einigen kleinen Textfehlern

Wie werten wir?

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