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Spielname:
Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Atlus

Genre:
Rollenspiel

Release:
30.08.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan

Review: Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan

Tjark Michael Wewetzer, 10.09.2013

8960°

7

Test mögen: Weitersagen:

Lang ist's her, dass wir uns in die verworrenen Irrgärten der Etrian Odyssey-Reihe begeben durften. Nur den ersten Teil hatte man uns im Jahre 2008 auf dem DS gegönnt, seitdem wurde es in Europa unglaublich still um die Serie – was dank fehlendem Ländercode und verfügbaren US-Veröffentlichungen ja kein Problem ist. Auf dem länderspezifisch gesperrten 3DS ist jedoch Abhilfe notwendig. Und genau die bringt uns Nischen-Publisher NIS America, dank dessen Unterstützung wir mit Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan endlich wieder hochoffiziell und ohne großen Import-Aufwand der Kartenzeichnerei frönen dürfen. Die Frage ist nur, ob wir das eigentlich auch wirklich wollen. Aber der Reihe nach...

Es treffen sich fünf Abenteurer in einer Kneipe
Euer Abenteuer beginnt in der Entdecker-Gilde des kleinen Städtchens Tharsis, in welcher ihr zunächst eine Gruppe von Kämpfern anheuert. Zumindest nennt es das Spiel so, denn praktisch bedeutet dies, dass ihr aus den wählbaren Charakterklassen – vom Schadensschwamm in Form der Festung über flinke Buffer wie den Tänzer bis hin zum klassischen Medic – und der überschaubaren Anzahl an Erscheinungsbildern pro Beruf eine bis zu fünf Mann starke Kampfgemeinschaft zusammenstellt. Von da an geht es primär ans Erkunden der Welt. Euer Ziel ist nämlich der Baum Yggdrasil, der blau schimmernd am fernen Horizont thront. Auf dem Weg dahin ist es eure Aufgabe, zahlreiche Monster zu erschlagen und Karten anzufertigen.

Eure Reise ist dabei grob in zwei Variationen unterteilt. Nachdem ihr euch im knappen Einstiegsausflug als fähiger Abenteurer erwiesen habt, wird euch ein Luftschiff zur Verfügung gestellt. Mit diesem durchforstet ihr die Oberwelten auf der Suche nach Ressourcen und den eigentlichen Dungeons. Habt ihr Letztere gefunden, könnt ihr den Luftschiff-Teil bis zur vollständigen Erkundung dieser überspringen, allerdings entgehen euch auf diese Weise eventuelle Status-Boni, die ihr durch den Verzehr von unterwegs aufgegabelten Lebensmitteln in Form von Tierfleisch und Pflanzen erhaltet. Natürlich werdet ihr in einem Spiel wie diesem hier jede noch so kleine Hilfe brauchen. Aber dazu später mehr.

Und wo geht es weiter?
Habt ihr einen der zahlreichen Neben- oder Hauptdungeons angesteuert, schaltet Etrian Odyssey in die Ego-Ansicht und lässt euch munter auf eigene Faust lostraben. Dabei folgt das Spiel ganz klassischen Dungeon-Crawler-Konventionen – soll heißen, ihr bewegt euch auf einem Raster durch die Gegend. Das ist vor allem deswegen praktisch, weil sich so eine Umgebungskarte wesentlich einfacher auf Karo-Papier anfertigen lässt. Den Platz für derartige Zeichnungen habt ihr stets auf dem Touchscreen. Und ihr solltet unbedingt Karten anfertigen, wenn ihr euch in den verwinkelten Ecken des Landes nicht hoffnungslos verlaufen wollt. Zwar kann das ständige Einzeichnen von Wänden beizeiten auch mal nerven, aber immerhin können besonders faule Zeitgenossen zumindest die Markierung von begehbaren Flächen automatisieren.

Selbstredend wird in den Höhlen und Wäldern aber auch reichlich gekämpft. Die Gefechte, die sich über einen Tracker in der rechten, unteren Bildschirmecke langsam ankündigen, letztenendes aber zufallsbedingt auftreten, laufen dabei nach einem strikt rundenbasierten Muster ab. Entscheidend für den Erfolg ist hier die richtige Positionierung eurer Leute – schwachbrüstige Fernkämpfer sind zum Beispiel in der geschützten hinteren Reihe besser aufgehoben – und der richtige Einsatz eurer Kampf-Fertigkeiten. Letztere wollen allerdings erst über den für jede Charakterklasse einzigartigen Skill Tree ausgewählt werden. Da ihr pro Levelaufstieg nur einen Fertigkeitspunkt zur Verteilung gestellt bekommt, will die Investition wohlüberlegt sein. Immerhin: Habt ihr euch letztenendes doch verzettelt, könnt ihr euch gegen eine Abstufung um zwei Charakterlevel sämtliche Skill-Punkte eines Helden zurückerstatten lassen.

Wohin man auch sieht, F.O.E.!
So weit, so routiniert. Aber was, abseits von anfangs knackigen Zufallsbegegnungen, macht denn nun den Schwierigkeitsgrad aus, für den man „jede noch so kleine Hilfe“ braucht? Die Gründe dafür laufen jederzeit auf der Karte ersichtlich herum: Die Formido Oppugnata Exsequens, kurz FOE. Hinter diesem schmucken Begriff verbergen sich gefährliche Großmonster, die euch vor allem zu Beginn ohne Probleme von der Bildfläche putzen können. Das Spiel zeigt euch glücklicherweise auf der Karte an, ob ihr es mit den Kreaturen aufnehmen könnt oder ob es klüger wäre, sie erst einmal zu umgehen – Letzteres ist dank durchschaubarer Bewegungsmuster mit etwas Taktik locker schaffbar. Aber selbst wenn euch angezeigt wird, dass ihr gute Erfolgsaussichten habt, müsst ihr euch in der Regel trotzdem auf einen harten und gefährlichen Kampf einstellen. Die richtige Skill-Auswahl, Aufstellung und Ausrüstung entscheidet nicht selten über Sieg oder Niederlage.

Solltet ihr trotzdem festhängen, gibt es einige Methoden, mit denen euch Etrian Odyssey IV aushelfen möchte. So warten zahlreiche Nebenquests auf ihre Erfüllung, wofür es zusätzliche Erfahrungspunkte und Gegenstände hagelt. Außerdem können aus erbeuteten Monster-Teilen oder anderen Fundsachen Ausrüstungsstücke gebaut oder dank ihnen verbessert werden. Und sollte das schlussendlich immer noch nicht reichen, könnt ihr das Spiel von der Start-Stadt aus jederzeit auf eine einfachere Schwierigkeitsstufe stellen, die unter anderem die Gegner ein wenig abschwächt.

Steuerung:
Ganz nach klassischer Dungeon-Crawler-Manier bewegt ihr euch simpel per Steuerkreuz über das Gitternetz, aus dem die Areale des Spiels bestehen – ganz gleich, ob ihr dabei einen Wald erkundet oder an Bord des Luftschiffs die Wolken unsicher macht. Die Tastenbelegung ist ebenfalls eingängig und nach kurzer Zeit spielt ihr eure Kommandos wie eine gut geölte Maschine ab. Für penible Zeichner könnte höchstens die ständige Kritzelei auf der Touchscreen-Karte nervig ausfallen, da ihr dafür immerzu den Stylus in die Hand nehmen und umgreifen müsst. Das ist aber nur ein kleines Komfortmanko, welches man gerne in Kauf nimmt, wenn man sich hinterher nicht hoffnungslos in den verwinkelten Dungeons verlaufen möchte.

Grafik:
Etrian Odyssey IV bohrt die Optik im Vergleich zu den DS-Spielen merklich auf. Besonders fällt das bei den hübsch animierten Gegnermodellen auf. Auch die Areale können sich sehen lassen, auch wenn gewisse Umgebungsdetails zu einem leicht körnigen Gesamtbild beitragen. Was manch einem sicherlich sauer aufstoßen wird: Viele Ereignisse spielen sich lediglich in (ausschließlich englischsprachigen) Erzähltexten ab, die Details werden eurer Vorstellungskraft überlassen. Den 3D-Tiefeneffekt könnt ihr euch übrigens sparen, da trotz der Tunnelaufbauten nur wenig daraus gemacht wurde. Gerade bei Kämpfen gegen Feinde über zwei Reihen fällt auf, dass diese von der Tiefe her eigentlich beinahe auf der selben Ebene liegen.

Sound:
Was eurem Vorstellungsvermögen ebenfalls hilft und euch wunderbar antreibt, ist die gelungene musikalische Untermalung des Spiels. Ob ihr zu ruhigen Klängen durch Wälder marschiert oder treibende Stücke bei Kämpfen euer Blut in Wallung bringen - eure Ohren werden bestens bedient. Ihr solltet allerdings unbedingt auf Kopfhörer zurückgreifen, um auch etwas von dem Soundtrack zu haben. Lauscht ihr der Musik über die Lautsprecher des 3DS, knarzt sie nämlich teils fürchterlich. Und lesefaule Naturen gehen hier auch leer aus: Sämtliche dialoge werden nämlich komplett ohne Sprachausgabe vorgetragen.

Features:
Ihr wollt noch mehr Erkundungsfutter? Kein Problem, für sowas gibt es StreetPass! Auf diese Weise könnt ihr nämlich Gildenkarten mitsamt angehängter Schatzkarten mit anderen Spielern austauschen. Falls es an Kämpfern in eurer Umgebung mangelt, ist das aber auch kein Thema. Alternativ könnt ihr eure Karte auch als QR-Code speichern und so weitergeben. Außerdem lassen sich über von Atlus herausgegebene Codes auch weitere Quests und Items freischalten.

Fazit:
Wer hätte gedacht, dass Kartenzeichnerei so viel Freude bereiten kann? Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan beweist, dass auch heute noch Platz für Rollenspiele im Old-School-Stil ist. Trotz der eher minimalistischen Story und des etwas zähen Einstiegs fesselt es den Spieler schnell und saugt euch geradezu mitten ins Geschehen. Man fragt sich ständig, was hinter der nächsten Ecke lauert, was für Abenteuer noch auf einen zukommen und wie zum Henker man an diesen unbarmherzigen FOEs vorbeikommen soll. Und wenn man dann nach einigen Fehlversuchen das Problem in seiner Strategie erkannt und den Feind in die Flucht geschlagen hat, feiert man seinen Sieg ausgiebig. Gleichermaßen sind es aber genau diese Dinge, die zartbesaitete Spieler zur Verzweiflung treiben dürften – trotz des optionalen, niedrigeren Schwierigkeitsgrads. Wenn ihr das Gefühl vermisst, fremde Welten zu erforschen und Abenteuer zu erleben, die sowohl euer Vorstellungsvermögen als auch eure zeichnerische Ader beanspruchen, solltet ihr Etrian Odyssey IV unbedingt zu eurer 3DS-Sammlung hinzufügen.

Hat sich hoffnungslos verlaufen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Kniffliger Dungeon Crawler alter Schule, der auch Anfängern hilft und durch einen anspruchsvollen Härtegrad besticht.

Wertung

STORY:

5.0

SPIELWELT:

8.0

ATMOSPHÄRE:

9.0
8
von 10

Fordernder Schwierigkeitsgrad…

…mit einer Alternative für Einsteiger

Atmosphärische Erkundungstouren

Frei anpassbare Kampftruppe

Anständiger Umfang

Nette Kartenzeichnerei

Seichte Handlung

Teils grobkörnige Umgebungen

Etwas zähe Startphase

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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7 Kommentare