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Spielname:
Bit Boy Arcade

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
7,99 €

Publisher:
Bplus

Developer:
Bplus

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
24.04.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht bekannt

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
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Hands-On: Bit Boy Arcade

Tjark Michael Wewetzer, 02.09.2013

2584°

1

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Pixel kennen wir alle. Wir sehen uns immerhin just in dieser Sekunde ein paar Tausend davon an. Aber wusstet ihr, dass diese kleinen Kerle ein Eigenleben führen? Bernd Geiblinger weiß es. Und unter dem Firmenbanner des österreichischen Studios Bplus dokumentiert er die Abenteuer einer solchen Kreatur. Bit Boy Arcade knüpft dabei an die Ereignisse des originalen Bit Boy für WiiWare an und spinnt die Geschichte um das Pixelwesen Kubi weiter. Auf der gamescom hatten wir die Gelegenheit, Geiblinger zu treffen, über sein eShop-Projekt zu plaudern und eine mehr als ausführliche Proberunde im Pixelkosmos zu drehen.

Programmierer gegen Pixel
Der 3DS-Download knüpft direkt an das Heimkonsolen-Abenteuer an: Der tapfere Pixel Kubi kehrt gerade erst in einer Zeitmaschine mit seinen geretteten Freunden im Schlepptau zurück, als Letztere plötzlich mitsamt dem Rest der Welt zu verschwinden beginnen. Schuld daran ist Programmierer Bernd Geiblinger, der sich flugs selbst in Spiel eingebaut hat und als pixeliger Kopf Gespräche mit Kubi führen kann. Allerdings macht er Kubi nicht aus Hass das Leben schwer, sondern eigentlich nur, weil er an einem neuen Spiel namens – ihr ahnt es schon – Bit Boy Arcade arbeitet. Wir haben es also mit einem Spiel über die Entwicklung eines Spiels, das wir gerade spielen, zu tun. Alle Klarheiten beseitigt?

Eigentlich waren Verständnisprobleme genau der Grund, weswegen sich Geiblinger kurzerhand selbst ins Spiel verfrachtete. „Ich hatte das Gefühl, meine bisherigen Spiele wie etwa Plättchen Twist 'n' Paint wurden nicht so richtig verstanden“, verriet er uns. „Leider verfüge ich noch nicht über die notwendige Klontechnologie, um jedem Spiel ein Exemplar von mir als Erklärer beizulegen. Also entschied ich mich für die nächstbeste Variante.“ Eine Idee, die zumindest für einige unterhaltsame Dialoge sorgen sollte, von denen wir in der gamescom-Version allerdings nur eine Platzhalter-Variante in Textform zu lesen bekamen. Im vollständigen Spiel sollen diese Wortwechsel komplett in englischer Sprache vertont sein.

Im Zucktempo durch die Welt
Aber genug des Vorgeplänkels, schließlich wollen Kubis Freunde gerettet werden! Zu diesem Zweck kämpft sich der als Würfel dargestellte Lichtpunkt durch insgesamt vier Welten, die jeweils in ihrem eigenen, einzigartigen Stil dargestellt werden – je nach Videospiel-Ära, die sie repräsentieren. Die Flat World etwa, in der das Abenteuer beginnt, besteht aus simplen Polygon-Konstrukten mit einfarbigen Flächen. In der Pixel World kommen dann grobpixelige Texturen hinzu, die Round World erinnert in Sachen Details und Gestaltung schon an andere 3DS-Titel und in der letzten Welt – die wir allerdings noch nicht zu Gesicht bekamen – soll ein realistischer Grafikstil vorherrschen. Im Prinzip reist ihr also abermals quer durch die technische Geschichte der Videospiele und rettet die friedlichen Pixelwesen vor den bösen, dunklen Plättchen.

Jeder Level folgt dabei grob demselben Muster: Kubi wird mit den Aktionstasten oder dem Steuerkreuz des 3DS durch die Welt gescheucht - die in der Luft schwebenden Kameraden rettet ihr, indem ihr kurz still unter ihnen steht. Da Kubi, wie sein Name schon ahnen lässt, ein Würfel ist, bedeutet ein Tastendruck übrigens auch genau eine Bewegung um ein Feld. Das kleine Pixelchen rast also so flink über den Bildschirm, wie ihr die Tasten drücken könnt. Wer wirklich schnell flitzen und entsprechende Highscores aufstellen möchte, benutzt übrigens sowohl Steuer- als auch Tastenkreuz im schnellen Wechsel – dann nämlich wetzt Kubi im höllischen Tempo über den Bildschirm.

Quadratisch, pixelig, hart
Auch wenn die Versuchung groß ist, sollte man mit dieser Option allerdings eher sparsam umgehen, wie unser Testspiel gezeigt hat. „Es ist völlig normal, dass man ein paar Mal stirbt“, beruhigt uns Bernd Geiblinger. Dank der präzisen Steuerung und dem stets simplen Mustern folgenden Gegnerverhalten ist jedes Ableben Kubis selbstverschuldet – das merken wir auch auf der gamescom schon. Umso schwerer wiegt es dann, wenn wir all unsere Extraleben verlieren und zusehen müssen, wie ein Freund Kubis in einer herzzerreißenden Game-Over-Sequenz gelöscht wird – es sei denn, wir werfen zwei 3DS-Spielmünzen ein und versuchen es erneut. Der Macher erläutert: „Die Idee entstand, weil ich einerseits den Arcade-Charakter des Spiels vertiefen wollte, und weil die Game Coins bisher eh kaum genutzt wurden. Naja, bis zu diesen neuen StreetPass-Spielen zumindest.“

Überhaupt seien viele Features von Bit Boy Arcade aufgrund einer simplen Frage implementiert worden: Warum gibt es das eigentlich bei keinem anderen Spiel? Aus diesem Grund sichert es beim Schließen des Programms oder Ausschalten des 3DS – ob willig oder durch Akkunotstand – automatisch euren Spielstand und lässt euch beim nächsten Start sofort dort loslegen, wo ihr aufgehört habt. Genau deswegen könnt ihr den 3D-Effekt sowohl in der Tiefenintensität regeln als auch in einen beeindruckenden Pop-Out-Modus schalten. Und deshalb könnt ihr in der 3DS-Freundesliste jederzeit die Highscores und den aktuellen Abschnitt eurer spielenden Freunde einsehen. Apropos Highscores: Die Möglichkeit, diese regulär online zu teilen, wird es nicht geben. „Das erfordert einiges an zusätzlichem Programmieraufwand gemäß Nintendos Richtlinien und entsprechend mehr Zeit und Geld.“, erklärt Geiblinger. „Eigentlich wollte ich, dass man Screenshots seiner Punktzahlen über das geplante 3DS-Miiverse hochladen kann. Aber da es das bislang noch immer nicht gibt...“ Auf die Frage, ob man im fertigen Spiel seine Scores wenigstens als Screenshot auf der 3DS-SD-Karte sichern könne, hatte er allerdings noch keine Antwort parat.

Action- und lehrreich in einem!
Vielmehr ging der emsige Progammierer noch einmal auf sein Spiel ein und zeigte uns einige Besonderheiten. Etwa, wie sich die auf den ersten Blick gleich wirkenden Phasen der einzelnen Level graduell ändern – sei es durch neue Texturen, weil sich Kubi über die langweilige Optik beschwert oder durch neue Bereiche, die wir erschließen können. Das sorgt für so manchen tückischen Moment, wenn einige Pfade plötzlich nicht mehr so ablaufbar sind, wie man es zuvor erlebt hat. Außerdem durften wir noch einen Blick auf die Action- und Boss-Level werfen, in denen unser Pixelheld diverse Items wie etwa Bomben nutzen muss, um die feindlichen Plättchen oder Hindernisse zu beseitigen. Auch die Bosse sind in viele Phasen aufgeteilt und verlangen einiges an Geduld und Ausdauer ab. „Der Spieler muss sich zunächst im Level orientieren und wird dabei gelegentlich auch scheitern. Deswegen beginnt die Punktezählung auch erst, sobald Kubi den ersten Freund rettet – so hat der Spieler die Chance, sich umzusehen und eine Ideallinie auszutüfteln.“

Ebenfalls ein cooles Feature: In der kompakten Oberwelt, welche die Level von Bit Boy Arcade verbindet, gibt es zahlreiche Ecken, an denen man ein wenig über die Technik hinter den Videospielen lernen kann. An einer Stelle etwa können wir mit dem Touchscreen den Lichtpunkt ändern und so die Auswirkungen auf den Schattenwurf beobachten, ein anderer Punkt lehrt uns die Kunst der Animation und ein Dritter lässt uns mit diversen Kameraeinstellungen herumspielen – von der zuckeligen Direkt-Kamera, die Kubi ständig im Fokus behält, bis hin zur flüssigen, freien Bildführung, bei der ein Turbo-Kubi aber schnell über den Bildrand hinausschießt. Im fertigen Spiel sollen diese auch mit erklärenden Dialogen zwischen Schöpfer und Schöpfung versehen werden. In unserem Fall hatten wir den Ersteren glücklicherweise noch höchstpersönlich am Tisch.

Prognose:
Bit Boy Arcade ist ein trügerisches Spiel. Es sieht auf den ersten Blick so unscheinbar aus und die ersten Phasen mögen auch ein wenig öde wirken – darüber beschwert sich sogar Protagonist Kubi. Schnell merkt man jedoch, dass der arcadige Unterhaltungshappen wesentlich tückischer ist. Der Schwierigkeitsgrad zieht graduell und doch schnell an, es überrascht immer wieder mit kleinen Gemeinheiten und sorgt dafür, dass man sich seine Highscores wirklich erarbeiten muss. Hinzu kommen zahlreiche kleine Details in Form der Gesichtsausdrücke Kubis oder der Erklärungen zum Thema Spieleentwicklung sowie die schon jetzt vielversprechenden, witzigen Dialoge zwischen Bernd Geiblinger und seinem kleinen Pixel. Leute, die nach einem kurzweiligen und kniffligen Vergnügen suchen und sich auch für ein wenig Videospielprogrammierhistorie interessieren, sollten sich diesen voraussichtlich im Oktober für rund 8 Euro erscheinenden Titel definitiv vormerken.

Trauert um all die gefallenen Kubis: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Leserwertung:

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Spaßige Arcade-Action mit einem knuffigen und sympathischen Helden. Wir sind sehr gespannt auf das fertige Produkt!

Prognose
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