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Spielname:
Crash City Mayhem

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
19,99 €

Publisher:
Ghostlight

Developer:
Climax Entertainment

Genre:
Racing

Release:
09.05.2013 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Review: Crash City Mayhem

Alexander Schneider, 01.06.2013

3449°

9

Test mögen: Weitersagen:

Booom! Welches männliche Wesen heutiger Zeiten träumte nicht schon im zartesten Alter von funkelnden Karossen, pfeilschnellen PKWs und ohrenbetäubenden Crashs? Wenn auch ihr das Verlangen nach umherfliegenden Autoteilen, rasender Geschwindigkeit und einem gehörigen Schuss Testosteron habt, seid ihr bei Crash City Mayhem genau richtig! Okay, wir müssen einschränken: Die Action spielt sich hier natürlich nur auf dem Bildschirm ab, das Chaos sollte dem eben beschriebenen Szenario aber recht nahe kommen. Und einen Vorteil hat der virtuelle Spaß ja auch noch: Es darf ohne Rücksicht auf Verluste gerast, gecrasht, gerammt und zerstört werden. Anders als in der Realität haben Verkehrsregeln hier keinen Bestand, und genauso sehr, wie man sie im echten Leben schätzen und achten sollte, kann man sie hier links - am besten auf der Bordsteinkante - liegen lassen und loslegen. Fraglich ist nur noch, ob das Gameplay letztlich auch so fehlerfrei ist, wie die blumige Einleitung vermuten lässt. Auch die für ein solches Spiel essenzielle Optik werden wir genauer begutachten. Nun aber los ins Getümmel!

007? In etwa, aber nur auf Rädern!
Nach einer sehr kurzen Lehrstunde in Sachen "grundlegende Aktionen" geht es auch schon los und ihr findet euch in einer sehr zwielichtigen Welt wieder, in der Verbrechen an der Tagesordnung sind. Eure Spielfigur ist in geheimer Mission unterwegs - top secret - und darf als Spion vor allem aus dem Hinterhalt agieren. So müssen unter anderem Zielpersonen beobachtet werden, allerdings werdet ihr euch auch als Autodieb oder als Verfolger etwaiger Transporter vorzüglich machen. Ihr arbeitet Mission für Mission ab und stellt damit euren Auftraggeber zufrieden. Dessen Name ist natürlich nicht bekannt, wie sich das für zweifelhafte Hintermänner gehört. Damit ist die Story des Crash-Spektakels auch schon erzählt - zwar mag sie simpel gestrickt sein und gar armselig wirken, auf der anderen Seite kann man sie aber auch getrost unbeachtet lassen, da sie sowieso kein Kaufgrund für etwaige Interessenten sein wird.

Volle Fahrt voraus: Gas geben leicht gemacht!
Nun aber widmen wir uns dem Gameplay des Ghostlight-Titels - dem zentralen Aspekt der räudigen Raserei. Schon zu Spielbeginn fällt auf, dass die Missionen einem immer wieder ähnlichen Schema folgen. So ist es direkt zu Beginn eure Aufgabe, in einem gewissen Zeitrahmen einen Transporter der Polizei abzufangen. Diesen müsst ihr lediglich rammen, um kurz darauf mit seiner Fracht abzudüsen. Habt ihr eure Beute einmal in euren Fängen, müsst ihr sie ohne Umschweife zu eurem Auftraggeber bringen, um die Mission erfolgreich bewältigt zu haben. In diesem Sinne geht es auch weiter: Terminals wollen weggepustet werden, Menschen beschattet und Vehikel geklaut werden. All das mag auf den ersten Blick auch noch recht abwechslungsreich klingen, wenn man sich die Worte auf der Zunge zergehen lässt. Leider ist jedoch das Gegenteil der Fall: Dadurch, dass die Missionen derartig einfach gestrickt sind, kommt kaum Spielspaß auf. Jeglicher Anspruch wird dabei sowieso im Keim erstickt. Trotz stetem Zeitlimit im Nacken wird hier keine Aufgabe zur Mission impossible.

Natürlich hat auch dieser Titel ein paar nette Ansätze, welche je nach Auftrag für ein wenig Unterhaltung sorgen. So sind flüchtige Personen mal per PKW, mal per Hubschrauber und so manches Mal gar per U-Bahn unterwegs - leider reichen derartige Elemente aber nicht aus, um für längere Zeit bei Laune zu halten.

Umfang? Noch nie davon gehört!
Als wären die recht anspruchslosen und einfältigen Missionen noch nicht genug der schlechten Tat, verwehren uns die Entwickler auch eine dem Preis angemessene Spieldauer. Klar, mangels Qualität könnte man meinen, dass es ja einer Erlösung gleichkommen müsste, wenn der Abspann über den Bildschirm flimmert. Doch seien wir mal ehrlich: Beinharte Fans des Spielprinzips wollen doch auch auf ihre Kosten kommen, sobald sie den Download im eShop getätigt haben! In Anbetracht dessen kann der mehr als geringe Umfang, welcher gerade einmal knapp eine Stunde beschäftigt, nur als Frechheit bezeichnet werden. Natürlich mögen die Worte an dieser Stelle ein wenig harsch klingen, andererseits ist ein Preis-Leistungs-Verhältnis hier gar nicht erst existent - lediglich sechs wirkliche Missionen werden dem Käufer geboten. Allein aus diesem Grunde muss die Warnung deutlich sein, um keine falschen Erwartungen zu wecken.

Noch beschämender erscheint der Umfang wenn man bedenkt, dass der Spieler für den Abschluss des Titels die ersten fünf Missionen auf gleich zwei Schwierigkeitsgraden beenden muss. Ein wenig versöhnlicher stimmt die Tatsache, dass immerhin fünf verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Verfügung stehen. Diese erschweren die Aufgaben, indem sie euch unter noch ärgeren Zeitdruck setzen oder gar andere Anforderungen stellen, die zu einer Bewältigung der entsprechenden Mission führen. Kam euch der Ableger zu Beginn noch erschreckend einfach vor, so wird es im späteren Verlauf des Games umso knackiger und fordernder. Aber mal ehrlich: Wer will sich die fortgeschritteneren Härtegrade überhaupt noch antun, wenn das Spiel einfachste Prinzipien außer Acht lässt, die ansonsten zu höherer Qualität geführt hätten? Ein wenig Spielraum bekommt der Spieler im freien Modus. Zwar werden auch hier Start und Ziel vorgegeben, sodass eine gewisse Struktur und strikte Linearität bestehen bleibt, so manche Seitenstraße lässt sich innerhalb des begrenzten Raumes aber dennoch entdecken. Abgesehen davon könnt ihr im Rahmen dieses Modus Crashs anzetteln, ohne eurem Wagen Schaden zuzufügen, und mangels Zeitlimit so lange herumtuckern wie ihr wollt.

Ein Paradies für zerstörerische Bestmarken-Sammler
Ihr wolltet schon immer mal die Straßen einer Großstadt unsicher machen? Sie richtig aufmischen? Am besten noch mit einem sündhaft teuren Boliden? Wie sich das in etwa anfühlt, könnt ihr in Crash City Mayhem nacherleben. Verkehrsteilnehmer, Ampeln, Laternen und Mülltonnen verkommen hier zum bloßen Crash-Opfer, jegliche Beschränkung wird in diesem Spiel aufgehoben. Ach ja, selbstredend darf auch die lokale Highscore-Jagd nicht zu kurz kommen - solltet ihr die Stadt in rücksichtsloser Manier plattgewalzt haben, winkt unter anderem der Wert des entstandenen Schadens, welcher umgehend gesichert wird. Solltet ihr euer Augenmerk allerdings eher auf humanere Teilbereiche wie den der Höchstgeschwindigkeit oder auch den der Missionszeit legen, werden natürlich auch diese Werte auf eurer SD-Karte für die Nachwelt festgehalten. Im Fokus der Zerstörung steht auch eine einsehbare Liste, die alle Fahrzeuge und Gegenstände, die ihr bereits in Mitleidenschaft gezogen habt, für euch bereithält.

Eine wahre Freude für Fans wird des Weiteren die Option sein, stetig neue Fahrzeuge freischalten zu können. Und diese können sogar noch ordentlich aufgemotzt werden! Ob Turboboost oder die komplette Ladung Waffen - nichts ist unmöglich! Je nach Spielfortschritt wird euer Arsenal erweitert. An ausgewählten Stellen muss etwa eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht werden, andere Boni erlangt man wiederum durch Bewältigung eines gewissen Schwierigkeitsgrades.

Steuerung:
Ein Sportwagen will erstmal gelenkt werden - leider ist gerade die Kontrolle ein Schwachpunkt dieses Titels. Zwar kann die Tastenbelegung im Menü vom Spieler selbst bestimmt werden, was auch durchaus lobenswert ist, doch bringt diese Freiheit überhaupt nichts, wenn das Fahrverhalten der Karren mehr als schwammig, unkontrolliert und nervenzehrend ist. Natürlich handelt es sich um einen Arcade-Titel, und dieser Umstand wird an dieser Stelle mehr als berücksichtigt, doch sollte auch diese Tatsache nicht in gelegentlich unpräzise Steuerung und frustierende Momente ausarten - von diesen gibt es nämlich beleibe genug. Man muss dem Spiel zugutehalten, dass es durchaus Passagen gibt, in denen die Steuerung zweckmäßig und somit zumindest ordentlich agiert, leider stehen diesen Momenten allerdings auch Negativerlebnisse gegenüber, die im heutigen Zeitalter schlicht nicht mehr auftreten dürfen.

Grafik:
Und weiter geht die wilde Fahrt der vernichtenden Kritik: Eingangs erwähnten wir den enormen Stellenwert der Optik, weil gerade diese den Spielspaß in nicht zu unterschätzender Weise beeinflussen kann. Leider ist der Großteil der Umgebung mehr als eintönig und trist gestaltet, und auch die Gebäude beweisen eher grauenhafte Monotonie als kreative Architektur. Zwar ist das eigene Fahrzeug noch ganz hübsch anzusehen, das war es dann aber auch. Bis auf ein paar annehmbare Landstriche bleibt auch in grafischer Hinsicht kein positives Fünckchen Hoffnung mehr übrig. Eher sollte betont werden, dass man davon ausgehen könnte, dass dieses Spiel aus längst vergangenen Zeiten stammt - und wenn selbst der Grafikaufbau ordentlich fehlschlägt, sollte auch dem letzten Optimisten klar geworden sein, dass hier für Grafikfetischisten nichts zu holen ist. Spätestens, wenn gewisse Fahrzeuge und Objekte erst verspätet vor dem eigenen Auge auftauchen, ist der Spaß vorbei. In dieses nicht allzu prickelnde Gesamtbild fügt sich auch die mangelhafte Übersetzung vieler Texte ein, welche uns leider aus den falschen Gründen zum Schmunzeln brachte. Wenn man die Texte schon gänzlich ins Deutsche übersetzt, sollte man dabei auch ohne unfreiwillig komische Momente auskommen, die beim Lesen zweifellos entstehen.

Sound:
Ein Lichtblick in der dunklen Einöde, ein wenig Sonnenschein am Himmelszelt: Wo die Grafik noch auf ganzer Linie versagt, hält immerhin der Sound Positives bereit. Zwar vermag die Klangkulisse den schlechten technischen Gesamteindruck nicht deutlich zu verbessern, die meist rockigen Tunes fügen sich allerdings bestens ins temporeiche Spielgeschehen ein und verleihen diesem zumindest ein wenig Atmosphäre. Die durch die altertümliche Grafik häufig leblos wirkende Stadt wird durch schreiende Passanten und Motorengeräusche wenigstens ein bisschen aufgewertet...

Fazit:
Nach all den Horrorstories und der vielen Kritik bleibt auch zum Ende hin nicht viel Positives zu berichten, so harmonisch man ein Fazit zu Crash City Mayhem auch gestalten möchte. Da ist zum einen der Umfang, welcher für diese Preisklasse bald schon einer Unverschämtheit gleichkommt, da ist zum anderen die fehlerhafte und eingerostete Grafik, welche man sich noch nicht einmal für die betont kurze Dauer der Spielzeit ansehen möchte. Wenigstens die Ohren werden gerettet! Der fetzige Sound rettet die Technik des Spiels zumindest noch in den hinteren ausreichenden Bereich hinüber, während die sehr simpel gestrickten Missionen nur bedingt überzeugen können. So mancher Crash macht durchaus Laune, das sollte niemand ernsthaft bestreiten wollen. Hinter so mancher Aufgabe verbirgt sich auch eine interessante Idee. Leider bleibt es auch bei diesen Ansätzen - wer also ein Gesamtpaket erstehen möchte, welches diesen Namen auch verdient, sollte besser weitergehen, denn dann gibt es hier nichts zu sehen. Auch ein Multiplayer-Modus ist nicht vorhanden, was dem Titel jeglichen Wiederspielwert nimmt. Beinharte Fans und unbelehrbare Highscore-Jäger dürfen einen Blick riskieren. Riskieren ist hier - gerade für den Kaufpreis - allerdings wörtlich zu nehmen.

Will auch die virtuellen Crashs aus gutem Grund vermeiden: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Ghostlight für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Biederes Vergnügen: Grafisches Versagen und peinlicher Umfang rauben der Raserei jegliche Faszination

Wertung

MULTIPLAYER:

0.0

FAHRZEUGVERHALTEN:

5.0

GRAFIK:

3.0
4
von 10

Gelegentlich gute Ideen...

Guter Soundtrack

Ansehnliche Fahrzeuge

Unterhaltsame Crashs

...welche selten ausgereift sind

Miserable Grafik mit Fehlern

Monotone Spielwelt

Übersetzungsfehler in Texten

Sehr geringer Umfang

Zu simpel gestrickte Missionen

Wie werten wir?

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9 Kommentare