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Spielname:
Super Monkey Ball 3D

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Sega

Developer:
Sega

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
25.03.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Review: Super Monkey Ball 3D

Tim Herrmann, 02.04.2011

5857°

3

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Wann kommt denn endlich Greenpeace? Seit nunmehr zehn Jahren sperrt SEGA kleine, wehrlose Äffchen in luft- und lichtundurchlässige Plastikkugeln und lässt sie über alptraumartige Geschicklichkeitsparcours rollen, regelmäßige Horror-Abstürze inbegriffen. Das Geschicklichkeitskonzept virtualisierte damals, 2001 und 2002, diese geradezu hassenswerten Geschicklichkeits- und Geduldsspiele, die Kinder oft nach erfolgter Behandlung vom Zahnarzt geschenkt bekommen und bei denen sie eine Plastikbox so drehen und neigen müssen, dass eine Kugel durch ein bestimmtes Loch fällt oder stecken bleibt. Doch Super Monkey Ball wurde trotzdem zu einem Erfolg und gehört nun zu einer von SEGAs großen Serien. Zum GameCube-Start sah man die Affen, zum DS-Start sah man die Affen, zum Wii-Start sah man sie und nun, zum Start des Nintendo 3DS, müssen sie sich wieder in Kugeln sperren lassen und sich den Fingerfertigkeiten der Spieler unterwerfen.

Frust als Genuss
Die Monkey-Ball-Serie kennt und schätzt man hauptsächlich für ihre Geschicklichkeitsparcours und das knifflige, verzwickte Gameplay. Der Spieler steuert nämlich mitnichten einfach AiAi und seine Freunde, sondern neigt durch seine Kommandos die ganze Spielwelt auf einmal. Den Gesetzen der Schwerkraft folgend, rollen die Kugeln dann durch die Landschaft - oder in die unendlichen Abgründe unter der schwebenden Plattform.

Auch in Super Monkey Ball 3D hat sich hieran nichts geändert. Der Affenball, so der Name des entsprechenden Modus, besteht aus insgesamt sieben Welten mit je zehn Stages, in denen der Spieler sich durch verwinkelte, geschwungene, löchrige und teilweise nicht durch Geländer gesicherte Hindernisparcours kämpfen muss. Zwischendurch geht es darum, möglichst viele der auf dem Weg liegenden (oder auch völlig abseits des Wegs liegenden) Bananen einzusammeln, bevor man durch den halbkreisförmigen Zielbogen kullert. Ein Zeitlimit im Hintergrund tickt unbarmherzig herunter und ein Sprecher weist stets freundlich und besonnen darauf hin, wenn nur noch zehn Sekunden zur Verfügung stehen.

Steuern könnt ihr entweder mit dem Schiebepad oder aber mit den neuen Gyro-Sensoren des Nintendo 3DS, die Neigungen 1:1 ins Spielgeschehen umsetzen sollen und sich demnach für ein Spiel wie Super Monkey Ball 3D geradezu aufdrängen. Allerdings muss man dieser Steuerungsvariante letztendlich bescheinigen, dass sie sich nur für sehr geduldige Spieler eignet. Sehr viel Übung wird den ersten Erfolgen vorausgehen und die Abstürze ins Nirvana werden zunächst zahllos sein. Das war die nette Umschreibung. Die unverblümte Version: Das Spiel ist mit den Bewegungssensoren zunächst unspielbar. Ihr müsst den Handheld in der Grundposition waagerecht halten und praktisch mit zur C-Form gekrümmten Körper von oben auf den Bildschirm schauen, bevor ihr zu neigen beginnt. Die nötige Präzision ist dann aber nicht mehr gegeben, man ist schon froh, wenn man einigermaßen um die Kurven kommt.

An 3D-Effekt ist natürlich auch nicht mehr zu denken, er ist sofort bei der ersten Neigung weg. Somit verhält es sich bei Super Monkey Ball 3D sehr ähnlich wie mit Super Monkey Ball - Step & Roll auf Wii. Dort hatte SEGA letztes Jahr löblicherweise das Balance Board eingebunden - ist aber auch hier mit dieser innovativen Bewegungssteuerung grandios gescheitert, weil der benötigte Grad an Präzision nicht erreicht werden konnte.

Tatsächlich ist Super Monkey Ball 3D eher eine Demonstration der Stärke des Schiebepads des Nintendo 3DS. Die Steuerung über den kleinen Analogstick funktioniert einwandfrei und selbst kleinste Neigungen sind mit ein wenig Fingerspitzengefühl überhaupt kein Problem. An dieser Steuerungsvariante gibt es gar nichts auszusetzen, zumal auch kein einziger Knopf benötigt wird.

Super Monkey Kart & Super Smash Monkey Bros.
Nun gehören zur Monkey-Ball-Historie aber traditionell nicht nur die Hindernisparcours, sondern auch Mini- oder Partyspiele und ganz andere Genreausflüge. In Super Monkey Ball 3D hat sich SEGA für einen Funracer-Verschnitt und ein Jeder-gegen-Jeden 2D-Beat 'em Up entschieden. Dabei bildet jeder Teil umfangsmäßig ungefähr ein Drittel des gesamten Spiels: Die Mario-Kart- und Smash-Bros.-Klone sind also nicht als freundliche Dreingaben zum eigentlichen Hauptspiel zu sehen, sondern als ernstgemeinte Spielinhalte, die neben und nicht unter dem Affenball stehen. Und als solche müssen sie sich auch der Bewertung stellen.

Leider bleiben beide in so gut wie jedem Aspekt weit hinter dem eigentlichen Herz der Monkey-Ball-Serie und hinter den Vorbildern zurück, die sie kopieren: Das Kart-Minispiel konzentriert sich auf die sehr grundlegenden Charakteristika eines Funracers, bietet nicht weniger, aber eben auch nicht mehr. Ihr findet Items, wenn ihr im Kampf mit euren sieben Kontrahenten durch blaue Ringe fahrt, und könnt euch so Vorteile verschaffen. Fahrphysik und Streckendesign bleiben dabei durchgehend wabbelig und unausgegoren, zu keinem Zeitpunkt stoßen sie irgendwo in Mario-Kart-Regionen vor, die von perfekter Spielbarkeit und toller Balance geprägt sind. Es gibt sechzehn Charaktere und Fahrzeuge und insgesamt neun Strecken zu fahren, Umfang wird hier wenigstens recht viel geboten.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Affenkampf: Vier Äffchen verkloppen sich gegenseitig und kabbeln sich um Bananen. Dabei stehen jedem Spieler ein paar Spezialattacken und Tastenkombinationen zum Angriff zur Verfügung, die er in den zweidimensionalen Stages gegen die Gegner anwenden kann. Wer am Ende die meisten Bananen stibitzt hat, gewinnt. Das Ganze hört sich nicht nur so einfach an, es ist auch tatsächlich so einfach. Viele Besonderheiten bieten diese zwei Drittel des Spiels nicht, die sie in irgendeiner Form von der teilweise sogar schon erschienen Konkurrenz abheben könnten.

Grafik:
Auch bei der Beurteilung des 3D-Effekts fällt das Urteil zunächst durchwachsen aus. Punkt 1: Wirklich eindrucksvoll ist der Tiefeneindruck nicht. Er ist da, zweifellos, und sieht schön aus, aber er geht nicht so tief wie in anderen Launchspielen wie z.B. Pilotwings Resort und bringt dem Spielprinzip nur geringe Vorteile. Im (2D) Kampfteil ist er völlig überflüssig, während er beim Kartrennen noch am meisten nützt. Besonders im Geschicklichkeitsteil wird der 3D-Effekt am Anfang sogar lästig und störend, wenn man die Landschaft noch stark und ruckartig neigen muss, um Speed zu gewinnen. Weil der Spieler die Unterlage durch seine Kommandos bewegt, hat er es mit einer ständig zappelnden Spielwelt zu tun, ständig fliegen ihm irgendwelche Ecken und Geländer in die Augen und er verliert den Blick auf das eigentliche Ziel. Erst in späteren Levels entfaltet der 3D-Effekt einen echten Nutzen, wenn die Neigungen präziser und seichter werden und das Drehen und Wackeln nicht mehr so extrem ausfällt. Das allgemeine Grafikniveau ist im frühen GameCube-Zeitalter anzusiedeln. Die bunten und farbenfrohen Landschaften vertuschen, dass es nie echte Augenweiden und Besonderheiten zu bestaunen gibt.

Sound:
Der Sound ist auch diesmal wieder sehr charakteristisch für die Serie: Das vergnügte Quietschen der Affen und die unbefangene, wilde Heile-Welt-Musik, die auf die jeweiligen thematischen Hintergründe der Stages abgestimmt ist, verbreiten eine sehr eingängige Atmosphäre. Und auch der typische euphorische SEGA-Ansager ist wieder mit dabei, der brüllend auf Anfang oder Ende eines Levels und auf Stürze hinweist.

Features & Multiplayer:
Super Monkey Ball 3D bietet auch einen Multiplayer-Modus, wenn auch nur lokal und nicht über die Nintendo Wi-Fi-Connection. Sowohl über Download-Spiel als auch mit einzelnen Spielkarten können vier Freunde gegeneinander antreten. Das gilt allerdings nur für die Renn- und die Kloppabschnitte. In den Geschicklichkeitspassagen wurde ein Multiplayer-Modus nicht implementiert. Besonders gelungene Durchläufe im Affenball kann der Spieler dafür übrigens auch abspeichern und sich dann immer wieder ansehen. In jedem Modus gibt es die Möglichkeit, entweder einzelne Stages, Strecken oder Kämpfe zu bestreiten oder in einer ganzen Reihe aus Events anzutreten z.B. einem Grand Prix oder einem Turnier oder eben einer ganzen Welt mit zehn Stages im Affenball.

Fazit:
Super Monkey Ball 3D weiß nicht so recht, was es sein will, und macht damit den gleichen Fehler, den auch die vergangenen Ableger z.B. auf Wii schon gemacht haben. Neben dem einmal mehr sehr gelungenen Geschicklichkeitsteil wurde der Titel gefüllt mit ziemlich uninspirierten Klonen von Erfolgskonzepten wie Mario Kart und Super Smash Bros., die trotz akzeptablen Umfangs zu keinem Zeitpunkt zu echten Kaufgründen werden und Beiwerk bleiben. Der 3D-Effekt kommt nicht immer perfekt zur Geltung und behindert zumindest in den Geschicklichkeitslevels sogar ein wenig, wenn es zu wild wird. Außerdem wären mehr solcher Hindernisparcours und damit ein klares Bekenntnis zum Affenball als Hauptbestandteil des Titels wünschenswert gewesen. Letztendlich bleibt ein Monkey Ball übrig, das wieder einmal mit einfallsreichen und einzigartigen Geschicklichkeitsherausforderungen überzeugt, dabei aber unglückliche Streckungen des Spielumfangs vornimmt. Vielleicht hätte sich SEGA doch eher auf die viel beschworenen Kernkompetenzen besinnen und ein erstklassiges Geschicklichkeitsspiel auf den Markt bringen sollen, das dann sicherlich auch ohne halbherzige Genre-Ausflüge ausgekommen wäre.

Schiebt gerne eine ruhige Kugel: Tim Herrmann für Planet3DS.de

Vielen Dank an Sega für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Gutes Geschicklichkeitsspiel, aber mit unnötigen Extras verdünnt.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

8.0

STEUERUNG:

7.0

UMFANG:

5.0
6
von 10

Geschicklichkeitspassagen sind Alleinstellungsmerkmal

Gute Steuerung mit Slidepad

Einzigartige Niedlichpräsentation

Kart- und Beat 'em Up Teile überzeugen nicht

3D-Effekt manchmal nicht perfekt

Bewegungssteuerung über Gyro-Sensoren unpraktisch

Wie werten wir?

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3 Kommentare