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Spielname:
Crimson Shroud

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
7,99 €

Publisher:
Level-5

Developer:
Yasumi Matsuno

Genre:
Rollenspiel

Release:
13.12.2012 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

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Kurztest: Crimson Shroud

Tjark Michael Wewetzer, 28.12.2012

4920°

4

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Das Genre der Rollenspiele ist im Videogame-Business weit gekommen. Von seinen Urvätern im Pen-&-Paper-Metier hat es sich schon unlängst entfernt – zumindest äußerlich. Doch im Herzen werden sie noch immer geworfen: Die Würfel, die unser Schicksal bestimmen. Und sei es nur, um Trefferwahrscheinlichkeiten zu berechnen. Yasumi Matsuno, der bei Square Enix Projekte wie Final Fantasy Tactics und Vagrant Story leitete, will nun die Würfel wieder ins Rampenlicht bringen. Crimson Shroud geht zurück zu den Wurzeln des Genres und lässt und ein Videospiel gewordenes Table-Top-Rollenspiel erleben. Und wer einen Funken für etwas andere Spielerlebnisse übrig hat, sollte seinen Würfelbecher schon mal vorwärmen.

Der Weg ist das Ziel
Eine junge Frau wird von einem General verhört. Er will wissen, wo ihre Kameraden stecken und was sie gefunden haben. Sie, unter schweren Verletzungen leidend und der Drohungen müde, erzählt von der Reise, die ihre Gemeinschaft erst in diese Zwickmühle gebracht hat. Drei so genannte Chaser – Söldner, die gegen Geld Dinge oder Menschen ausfindig machen – werden zu mysteriösen Ruinen entsandt, wo sie unter anderem ein Artefakt vermuten, welches gemeinhin als Crimson Shroud bekannt ist – der Ursprung dessen, was in dieser Welt als Magie fungiert. In seiner mit 10 Stunden recht überschaubaren Spielzeit erzählt der Titel einen interessanten Plot, bei dem ihr wortwörtlich in der Rolle des motivierten Jungspundes Giauque erlebt, was den Chasern in den Ruinen zugestoßen ist.

Dies geschieht, indem ihr euch auf einer recht kompakten Übersichtskarte von Areal zu Areal bewegt und dort verschiedene Ereignisse durchspielt. Jedes neue Gebiet zieht zuerst eine Beschreibung mit sich, gelegentlich dürft ihr auch per Multiple-Choice-Verfahren interagieren. Etwa, wenn ihr eine Monstermeute erspäht und diese vielleicht lieber umgehen wollt. Selbst dann seid ihr aber nicht selten auf euer Glück angewiesen. Wie bei einem richtigen Table-Top-Rollenspiel bestimmen Würfel über Erfolg oder Misserfolg.

Bei den eigentlichen rundenbasierten Gefechten wiederum wird mehr Wert auf Taktik gelegt. Charakter-Level gibt es keine, stattdessen bestimmt ihr über eure Rüstung oder aus Kämpfen gewonnene Fertigkeiten über die Statistiken eurer mit drei Charakteren fest vorgeschriebenen Gemeinschaft. Durch den eher ruhigen Spielablauf gewinnen vor allem die Bossfights an Gewicht – jeder von ihnen fühlt sich wie eine Herausforderung und der schlussendliche Sieg gleichermaßen wie eine Belohnung an. Gewürfelt wird im Kampf aber selbstverständlich auch, wenn auch lediglich für die Trefferbestimmung bestimmter Fertigkeiten oder für Schadens-Boni.

Die Schönheit liegt im Text
Table-Top-RPGs und vor allem Pen-&-Paper-Rollenspiele setzen vermehrt auf euer Vorstellungsvermögen – die optische Präsentation ist eher eingeschränkt. Gleiches gilt für Crimson Shroud, welches zwar mit seinen wie Spielfiguren modellierten Charakteren (inklusive Standfuß) zwar den Stil der Realvorlage einfängt, aber trotz allem optisch einfach schwach aussieht. Nicht wenige Texturen wirken stark verwaschen oder gar verpixelt und die Umgebungen sind ebenfalls keine Augenweide. Auch wäre gerade bei einem Rollenspiel dieser Machart eine deutsche Übersetzung wünschenswert gewesen. Das Spiel ist nämlich lediglich in englischer oder japanischer Sprache spielbar. Auf der anderen Seite weiß der Soundtrack vollends zu überzeugen. Kein Wunder, zeichnet sich doch Hitoshi Sakimoto (Valkyria Chronicles, Final Fantasy Tactics) für die Kompositionen verantwortlich.

Fazit:
Es bedarf schon etwas Mut, in der heutigen Zeit bereitwillig auf Bombast-Optik sowie visuelle Verschleierungsmethoden zu verzichten und stattdessen offen und ehrlich die Würfel auf den Tisch zu legen. Dieser Mut macht sich Crimson Shroud aber immerhin auch bezahlt. Es mag nicht sonderlich lang sein und hätte auch besser aussehen können, dafür reizt es mit taktischen Schlachten, einer einzigartig präsentierten Handlung, gelungenen Kompositionen und der Möglichkeit, bei erneuten Spieldurchläufen eure Fortschritte in die die nächste Runde zu tragen. Glaubt uns: Wenn eure Fantasie noch nicht vollkommen verkümmert ist und ihr euch mit dem etwas eigenwilligen Konzept anfreunden könnt, führt einfach kein Weg an dem Werk von Yasumi Matsuno vorbei. Wir jedenfalls würden jederzeit wieder die Würfel in die Hand nehmen.

Würfelt um sein Leben: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Level-5 für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eigenwillig, aber faszinierend – Fans von ungewöhnlichen RPGs sollten unbedingt einen Blick riskieren.

Wertung

Spannende Kämpfe

Wunderschöne Musik

Für ein RPG recht kurz

Optisch schwach

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4 Kommentare