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Spielname:
Ralph reicht's

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Activision

Developer:
Disney Interactive

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
30.11.2012 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Review: Ralph reicht's

Tjark Michael Wewetzer, 15.12.2012

4690°

10

Test mögen: Weitersagen:

Anmerkung: Aufgrund eines akuten Mangels an geeignetem Bildmaterial mussten wir für diesen Testbericht auf Screenshots der weitestgehend inhaltsgleichen Wii-Version zurückgreifen. Stellt euch das Bildmaterial einfach eine ganze Spur pixeliger vor und ihr seid der 3DS-Fassung ziemlich nahe.

Böse sein ist kein Zuckerschlecken. Man wird von allen gefürchtet, verachtet und ausgeschlossen, fristet sein Dasein in Einsamkeit und sieht dabei zu, wie am Ende des Tages der strahlende Held, der über einen triumphiert hat, von allen Leuten gefeiert wird, während man selbst im Dreck liegt. Nein, das ist nicht schön. Und Randale-Ralph, der Antagonist im fiktiven Videospiel Fix-It Felix Jr., hat genug davon. Auf der großen Leinwand kämpft er um ein kleines bisschen Anerkennung, einen Aufstieg aus seinem deprimierenden Alltag. Doch er wird ihm nicht entkommen. Ralph reicht's zwar, doch das offizielle Begleitspiel zum Disney-3D-Animationsfilm rund um das schönste Hobby der Welt stürzt den Kaputtmacher mit den Riesenhänden in noch größere Depressionen – und den Spieler, der sich dieses Machwerk antut, gleich mit.

Warnung: Dieses Spiel enthält unzählige Bugs
Ha, versteht ihr? Bugs? Käfer? Videospieler-Witz! Im 3DS-Spiel zum Film müsst ihr nämlich eine Schar von virusartigen Käfern erledigen, die durch einen kleinen Unfall aus ihrem Heimatspiel Hero's Duty entkommen sind und nun auch das Rennspiel Sugar Rush sowie Ralphs Heimat, Fix-It Felix Jr., heimsuchen. Die Story, sofern man die wenigen Erzähltexte ohne Spannungsbogen oder relevante Entwicklungen überhaupt so bezeichnen kann, ist übrigens mehr oder minder direkt am Schluss des Films angesiedelt. Da euch im Intro und in der Anleitung eine von Spoilern nur so triefende Zusammenfassung des Leinwand-Vorbilds erwartet, raten wir euch dringlichst dazu, das Spiel erst nach dem Kinobesuch zu starten – sofern ihr nach Lektüre dieses Textes dies überhaupt noch wollt.

Erste verschenkte Chance: Anstatt die repräsentierten Spiele – ein Donkey Kong-Verschnitt, ein Shooter und ein Funracer – ganz in ihrem Element erleben zu dürfen, hüpft ihr bei Ralph reicht's durchgehend durch Level nach klassischer 2D-Plattformer-Manier. Derer gibt es übrigens exakt 12, die zwar einige Gegner und kleinere Schalterrätsel bieten, aber dennoch in Windeseile abgeschlossen sind. Selbst die vier danach anstehenden Bossfights, die kurioserweise erst nach Abschluss aller Jump-'n'-Run-Abschnitte für euch freigegeben werden, strecken die Spielzeit nicht mehr großartig. Wer sich halbwegs geschickt anstellt, kann das Spiel zusammen mit dem Film starten und noch vor dem Ende dessen auf dem 3DS den letzten Boss vom Bild fegen – und dabei auch alle versteckten Easter Eggs (eins pro Level) für schwache Concept Arts einsammeln. Soll heißen: Nach nicht mal zwei Stunden seid ihr zu 100% durch.

Zerstörer und Reparierer kleiner Zerstörer
Seid ihr noch da? Habt ihr noch nicht das Weite gesucht? Ach, ihr wollt mehr zum eigentlichen Spielablauf wissen? Gerne! Gemeinsam mit Fix-It Felix und Randale-Ralph zieht ihr los, um die in drei Welten aufgeteilten Level zu überstehen. Dabei könnt ihr jederzeit zwischen den beiden Helden wechseln und euch so ihre besonderen Fähigkeiten zunutze machen. Ralph als der Mann für's Grobe übernimmt etwas Bosse, erklimmt Leitern oder verschiebt bzw. vernichtet Blöcke. Mario-Äquivalent Felix hingegen nutzt seine Flinkheit für Wand- und Doppelsprünge und repariert mit seinem magischen Hammer Mechanismen – wenn er ihn nicht zur Vernichtung von Käfern nutzt. Die Idee mit den zwei Protagonisten ist zwar nett, allerdings wirken die Level einfach zu halbherzig umgesetzt, als dass ihr ständig beide nutzen müsst. An einer Stelle etwa sollen wir mit Ralph einen Block in Position bringen, damit Felix per Doppelsprung einen Vorsprung erreicht. Was den Designern entfallen ist: Felix' Wandsprung, dank dessen er locker allein hochkommt. Was ebenfalls vergessen wurde: Angemessene Levelenden. Die meisten von ihnen enden nämlich abrupt in einer Sackgasse.

Steuerung:
Alte Spiele verfügen über einige Eigenheiten, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Vielleicht ist das der Grund, warum die im Film-Universum 30 Jahre alten Quasi-Plattformer-Charaktere Ralph und Felix sich etwas hakelig steuern lassen. Mit dem Circle Pad – und nur damit – scheucht ihr euren aktiven Charakter umher, der per L-Taste ausgewechselt werden kann. Es gibt Tasten für Interaktionen mit der Umgebung (= Schalter betätigen), Hüpfereien und gleich zwei für Prügel. Wirklich präzise Sprünge wollen aber einfach nicht gelingen, das Wandverhalten – sei es an der Kante oder für Felix' Wandsprünge – treibt euch in den Wahnsinn und die Button-Masher-Kämpfe öden einen sehr schnell an. Angenehm spielt sich Ralph reicht's praktisch zu keiner Zeit.

Grafik:
Einen Moment, wir müssen etwas prüfen. Ja, wir haben da tatsächlich ein 3DS-Modul im Schacht. Das sieht man dem Spiel aber überhaupt nicht an. Viel dreister: Es handelt sich hierbei um einen schlichten Port der DS-Version, der man lediglich ein paar höher aufgelöste Texturen gegönnt hat. Und wenn wir uns die Zuckerstangen in den Sugar Rush-Leveln ansehen, an einigen Stellen nicht mal das. Retro in allen Ehren, aber diese Vorstellung ist peinlich. Der routinemäßige 3D-Effekt und das leicht größere Sichtfeld reißen es dabei auch nicht raus.

Sound:
Die guten, alten Klassiker der Gaming-Industrie bestechen unter anderem durch ihre eingängigen Soundtracks. Dieses Lizenz-Machwerk fällt höchstens durch Belanglosigkeit auf. Zwar passen die Melodien zu den Locations – etwa 8-Bit-inspirierte Tunes für Fix-It Felix Jr. - doch sie dudeln eher lustlos im Hintergrund rum oder werden von den ständigen Kommentaren („ICH REPARIER'S!“ - „RANDALE-ZEIT!“) der beiden Helden übertönt. Aber hey, immerhin können euch sowohl die Originalsprecher aus der deutschen Kinoversion des Films als auch die aus der englischen auf den Keks gehen!

Fazit:
Was für ein Trauerspiel. Im Kino stellt Ralph reicht's einen gelungenen Disney-Spielfilm mit einem liebevoll ausstaffierten (sowie mit zahlreichen namhaften Gastauftritten besetzten) Videospielsetting dar. Auf dem 3DS erwartet uns hingegen ein liebloser Lizenzplattformer vom Fließband, der nicht nur den Charme der Vorlage nicht einzufangen vermag, sondern auch noch in seinem Intro das Ende eben dieser noncharlant verrät. Die hakelige Steuerung und der kriminell geringe Umfang, den auch Sammelobjekte und ein Herausforderungsmodus nicht retten können, tun ihr Übriges. Ganz zu schweigen von der lachhaften Präsentation. Wir würden gerne behaupten, ganz junge Zocker könnten sich daran immerhin noch erfreuen. Doch wir glauben, auch Kinder haben gute Spiele verdient. Und Ralph reicht's ist einfach keines.

Ihm reicht's auch mit Lizenzschund: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Liebeslied an den Lizenzmüll der 90er: Wreck it!

Wertung

LEVELDESIGN:

3.0

ABWECHSLUNG:

2.0

UMFANG:

1.0
2
von 10

dt./engl. Original-Sprecher

in Einzelteilen ein toller Puzzlespaß (Hammer notwendig)

repetetive Sprachsamples

ungenaue Steuerung

Grafik auf DS-Niveau

extrem wenig dran

Spoiler für den Film

Wie werten wir?

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10 Kommentare