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Spielname:
FIFA 13

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
EA

Developer:
EA

Genre:
Sport

Release:
28.09.2012 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: FIFA 13

Alexander Schneider, 29.10.2012

4169°

8

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Die neue Bundesliga-Saison ist in vollem Gange - doch wo packende Champions League-Duelle und umkämpfte Bundesliga-Spiele sind, ist auch ein neues FIFA-Game nicht weit. Alljährlich kredenzt uns EA einen neuen Ableger der weltbekannten FIFA-Reihe - auch die Handhelds bleiben da nicht außen vor, will man doch eine möglich große Käuferschicht erreichen. Und alle Jahre wieder fragen sich potenzielle Käufer allerdings auch, ob die Anschaffung der jeweils neuen Version überhaupt lohnenswert ist - immerhin sind Neuerungen häufig nur marginal und rar gesät. Da gerade der Nintendo 3DS aufgrund von technischen Limitationen nicht die erste Anlaufstelle für Sportspiel-Fetischisten zu sein scheint, sind Zweifel an FIFA 13 für den 3DS vorprogrammiert. Reicht es dank Lizenzkraft trotzdem für einen echten Fußball-Kracher? Das wollen wir in unserem Review näher beleuchten.

Die Saison beginnt auch auf dem 3DS: Spielmodi en masse
Wie auch die Heimkonsolen-Fassungen bietet auch der 3DS-Ableger verschiedenste Spielmodi, um die Spieler bei Laune zu halten - auch wenn die Mobilversionen deutliche Abstriche hinnehmen müssen, die wir weiter unten natürlich noch erörtern werden. Hier findet ihr die Modi „Anstoss“, „Karriere“, „Training“, „Be A Pro“ und „Turniere“ sowie einen Multiplayer-Modus, der aber leider nur lokale Spiele zulässt. Sämtliche Spielmodi werden geneigten Spielern allerdings schon aus dem Vorjahr bekannt sein, da EA auch an dieser Stelle vollkommen auf eine Erneuerung verzichtet hat - selbst die Struktur des Hauptmenüs ist vollkommen identisch.

Für eine schnelle Runde zwischendurch eignet sich selbstredend der Schnellspielmodus mit dem passenden Namen „Anstoss“ am besten - hier habt ihr die Wahl zwischen einem normalen Match („11-Gegen-11“) und einem FIFA Street-Verschnitt, welcher euch die Herausforderung des Street Footballs schmackhaft machen soll („5-Gegen-5“). Während ihr euch im Falle der normalen Spiele in den größten Stadien der Welt austoben und beweisen könnt, werdet ihr im Street-Modus in verschiedenen Hallen und Hinterhöfen aktiv. Taktik und Fingerspitzengefühl sind dabei nicht sonderlich wichtig - es geht mehr um den Spaß bei der Sache und um eine rein offensive Ausrichtung des eigenen Teams, da Tore hier recht schnell und häufig fallen. Die übliche Sicht auf das Spielfeld sollte spätestens mit diesem Modus und den verschiedenen Kameraeinstellungen passé sein - hier gilt es vielmehr, das Geschehen von hinten voranzutreiben und aus der Sicht des Spielers selbst zu agieren. Man muss anerkennend sagen, dass die Street-Spiele durchaus ihren Reiz haben und dazu noch motivierend sind, was aufgrund der Dynamik und den schnellen Abläufen in diesen Matches allerdings auch kein Wunder ist.

Verbesserungen verzweifelt gesucht
Dem Spielprinzip der Konsolen-FIFAs kommen in diesem Sinne natürlich eher die 11-Gegen-11 Matches nahe – das Grundgerüst ist verständlicherweise dasselbe, während die Spielmechanik bedauerlicherweise eine gänzlich andere ist. EA hat sich in diesem Falle wohl ein Sparprogramm auferlegt und verzichtet bei der 3DS-Version vollumfänglich auf die spielerischen Innovationen der „großen“ Ableger. Wichtige Verbesserungen wie „Attacking Intelligence“, welches einer höheren Positionsintelligenz zur Analyse von Spielzügen der Mitspieler dient, oder auch „Complete Dribbling“, welches Eins-gegen-eins-Situationen verschärft, hat sich EA auf dem 3DS gleich gespart. Warum? Diese Frage wird man wohl nie einheitlich beantworten können, dem Spielfluss und der Abwechslung dient dieser Verzicht allerdings in keiner Weise.

Abgesehen davon, dass es sich somit um ein mit dem Vorgänger FIFA 12 identisches Spiel handelt, haben die Blitz-Matches durchaus ihren Reiz, da sie mit viel Kurzweil und gediegener Unterhaltung dienen. Den Vergleich mit den großen Versionen braucht man allerdings überhaupt nicht anstellen – wenn wir streng sind, wirkt selbst der populäre „Anstoss“-Modus im Vergleich eher wie eine Art Minispiel.

So grausam es auch klingt: Einer der Hauptgründe für das Scheitern des Spiels ist die lächerliche KI, welche trotz dreier Schwierigkeitsgrade unterdurchschnittlich ist. Sie bleibt häufig selbst auf höchster Stufe mitten im Zweikampf stehen und rührt sich dann nicht mehr vom Fleck, während man selbst freie Bahn zum gegnerischen Tor hat. Als wäre das nicht genug, ist auch die Performance der Torhüter, die das Tor nach dem Untergang ihrer Mitspieler noch verhindern könnten, mehr als unterdurchschnittlich - jeder Schuss ein Treffer.

Auf der Leiter zum Erfolg
Nun richten wir den Blick allerdings auf den Kern des Spiels - den „Be A Pro“-Modus. Da man hier den größten Umfang findet, ist es sicherlich nicht falsch, das Augenmerk präzise auf die Inhalte dieses Modus' zu richten. Wie der Name schon sagt, liegt der Fokus in diesem Modus ganz klar bei harter Arbeit. Vom Nobody entwickelt ihr euch hier bis hin zum Fußball-Star - verfolgt den Weg eines eigens von euch erstellten Spielers im Profi-Geschäft. Klar, dass das nicht einfach wird... Es müssen gewisse Aufgaben erfüllt und Ziele in Spielen erreicht werden, um auf der Karriereleiter aufzusteigen. Sollte ein solches Ziel dann sogar erreicht werden, verbessert sich euer Schützling. Jugendförderung mal anders...

Manager-Aufgaben können wie immer im Karriere-Modus bewältigt werden - nicht nur Spiele selbst (die der Spieler hier allerdings auch problemlos simulieren lassen kann!), sondern vor allem auch Themengebiete wie Personaleinstellung (Trainer, Mediziner) und Sponsorenverträge sind hier von eminenter Relevanz. Schnell erhaltet ihr dabei auch mehr Prestige, solltet ihr Titel gewinnen oder gar League-Champion werden. Für Langzeitmotivation ist also gesorgt - die verschiedenen Spielziele sollten Genrefans durchaus anspornen, während die Spielmodi "Turniere" und "Training" eher auf das kurze Vergnügen und Übung ausgelegt sind.

Steuerung:
So bedauerlich es auch ist, mit dem Aspekt der Kontrolle rollt leider die nächste Welle der Kritik an, denn auch hier kann FIFA 13 auf dem 3DS überhaupt nicht punkten. Zwar werden die Fußballstars wie immer mit dem Circle Pad und den Tasten navigiert, was routinierte FIFA-Zocker sicherlich freuen dürfte, ansonsten gleichen sowohl Steuerung als auch Spielmechanik dem Vorgänger - und dies ist wahrlich keine Lobpreisung. Gelegentlich wirkt die Steuerung etwas träge und ungenau, was schnell zu Ballverlusten und Spielnachteilen führen kann - sehr mau für ein von EA viel beworbenes, vermeintliches „Highlight“. Man muss den Entwicklern zugute halten, dass sie zumindest versucht haben, die innovativen Features des 3DS auch in Sachen Steuerung einzubringen - dies ist bedauerlicherweise ebenfalls nur im Kleinen und wenn, dann eher schlecht als recht, gelungen. Vor dem Torabschluss kann das Tor mittels Touchscreen anvisiert und auch im Falle von Standardsituationen kann der Touchscreen verwendet werden. Insgesamt ist aber auch die Touch-Steuerung oft unpräzise und wird von routinierten Spielern aufgrund ihrer Umstände sowieso nicht häufig genutzt werden.

Grafik:
Natürlich könnte an dieser Stelle argumentiert werden, der 3DS sei technisch ohnehin nicht so stark wie seine Pendants bei der Konkurrenz. Leider ist das aber keine Entschuldigung für EAs mehr als schlechte Performance im Falle dieser Version. Es sind weiterhin nicht im Ansatz Bemühungen zu erkennen, um eine Verbesserung der Grafik zu erreichen - Ruckler und verwaschene Optik sind da noch die harmlosesten Beispiele für grafische Qualität von Vorgestern. Ferner sind auch die Spieler selbst extrem undetailliert und somit meist überhaupt nicht erkennbar, wenn man sie mit den realen Modellen vergleicht. Wer meint, so manches Mal beinahe einen Marsmenschen auf seinem Screen zu erkennen, liegt optisch leider nicht ganz so falsch - die Leistung ist hier absolut ungenügend, eine Analyse der Kritik am Vorgänger hat bei EA scheinbar überhaupt nicht stattgefunden. Wenn dann noch die Trikots der Mannschaften teils noch nicht einmal mit den echten Exemplaren zu vergleichen sind und Sponsorenaufdrucke sogar komplett fehlen, bleiben einem die Worte im Halse stecken. Wer mit Lizenzen wirbt und sie als absoluten Kaufgrund für sein Produkt anpreist, sollte zumindest für Authentizität sorgen, was hier nicht einmal im Ansatz der Fall ist. Festzuhalten bleibt, dass man aus dem 3DS weit mehr hätte herausholen können, wenn man den Willen dazu gehabt hätte - auch die 3D-Funktion behindert im Spiel eher als zu verzücken. Das Spieltempo ist auch durch die miese Grafik sehr langsam und kommt gar nicht erst in Fahrt. Wer Pixelbrei sehen will, ist in einem anderen Zeitalter besser aufgehoben. Peinlich, EA.

Sound:
Nachdem schon die Grafik eher bieder daherkommt, kann auch von der Klangkulisse nur bedingt positiv berichtet werden. Die Ausführungen der Kommentatoren folgen ewig dem gleichen Schema, die vermeintlichen Experten wiederholen sich selbst in einem Spiel unzählige Male und nerven mit Anmerkungen, die gelegentlich sogar völlig realitätsfern sind und überhaupt nicht zum Spielgeschehen passen. Abgesehen davon wurde der Kommentar im Vergleich zu FIFA 12 gar nicht erst groß verändert - EA will scheinbar lediglich mit dem Rumpf des letztjährigen Pendants punkten, was beinahe eine Beleidigung der Gamer darstellt. Selbst auf den Konsolen wurde der Kommentar tiefgreifender abgeändert als beim kleinen Geschwisterchen... Als wäre das noch nicht genug, reagiert auch das Publikum in einer häufig wahnsinnigen Manier. Unbedeutende Zweikämpfe werden noch lautstark bejubelt, während Tore - so lächerlich es auch erscheinen mag - so manches Mal mit Stille quittiert werden.

Multiplayer:
Wer schon aufgrund der im Vergleich zu FIFA 12 identischen Einzelspieler-Modi lamentiert, braucht eigentlich nicht mehr weiter zu lesen, denn der Multiplayer ist einmal mehr eine noch herbere Enttäuschung. Leider spendiert uns EA wiederholt lediglich einen lokalen Mehrspieler-Modus, bei welchem gar beide Spieler das Spiel besitzen müssen, um Duelle gegeneinander auszutragen - Download Play scheint für die Entwickler nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich ein absolutes Fremdwort zu sein. Ein für ein Spiel wie FIFA elementarer Online-Modus ist auf dem 3DS gar nicht erst existent, obgleich selbst PS Vita-Besitzer einen solchen ihr Eigen nennen dürfen. Damit fehlt dem Game wohl oder übel ein grundsätzlicher Baustein, welcher seit jeher elementare Bedeutung für einen jeden Fußball-Ableger innehat - man schaue sich nur die „Virtuelle Bundesliga“ auf den Heimkonsolen an.


Fazit:
Schon nach dem eher unglücklichen FIFA 12 haben sich 3DS-Besitzer sicherlich einen qualitativ hochwertigeren Nachfolger gewünscht - doch EA enttäuscht die Fans der Reihe maßlos. Eiskalt tischen uns die Entwickler ein beinahe identisches Spiel auf, welches nur im Bereich der Kader erneuert wurde. Man hat nicht mal Verbesserungen an dem ohnehin schon spürbar baufälligen Spielsystem vorgenommen. Die miserable Grafik lässt sich nicht mehr entschuldigen, aber auch die teils seltsam wirkende Steuerung und der fehlende Online-Modus sind nicht weit entfernt von einer Unverschämtheit - und diese gibt es nur zum Vollpreis. Die Schwächen von FIFA 13 sind nicht von der Hand zu weisen und von den Heimkonsolen-Gegenstücken ist diese Fassung hier meilenweit entfernt. Da gehört „FIFA 12-Klon“ fast noch zu den freundlicheren Anschuldigungen. Wer keine Heimkonsole und keine PS Vita besitzt, kann sich als Fußball-Freak dennoch durchaus an das Spiel heranwagen. Trotz aller Mängel wird der ein oder andere 3DS-Besitzer womöglich Freude an einer kurzen Runde zwischendurch haben, auch wenn eine Enttäuschung immer einkalkuliert werden sollte.

Enttäuschter und empörter FIFA-Liebhaber: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an EA für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Dreiste FIFA 12-Neuauflage mit Lizenzen, aber grauenhafter Technik

Wertung

MULTIPLAYER:

4.0

MODIVIELFALT:

6.0

GRAFIK:

3.0
4
von 10

Viele Spielmodi...

Unterhaltsame Street-Matches

Lizenzen sorgen für viele Ligen und Teams

Ordentlicher lokaler Multiplayer

...im Vergleich zu den großen Versionen aber enorm abgespeckt

Miserable Technik

Nervige Kommentatoren

Lächerliche KI

Niedriger Schwierigkeitsgrad

Fehlender Online-Modus

Abbild des Vorgängers

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8 Kommentare