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Spielname:
The Amazing Spider-Man

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Activision

Developer:
Beenox

Genre:
Action Adventure

Release:
29.06.2012 (erschienen)

Multiplayer:
Nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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The Amazing Spider-Man

Review: The Amazing Spider-Man

Jakob Nützler, 21.07.2012

4461°

5

Test mögen: Weitersagen:

Das Spider-Man-Franchise ist ein sehr ergiebiges. Ihren Ursprung in den rentablen Marvel Comics, krabbelte „Die Spinne“ schnell auf TV-Bildschirmen herum und hinterließ der Filmwelt schließlich mit drei Kino-Blockbustern eine aufwändige Trilogie. Von Tassen, Action-Figuren, Bett- & Unterwäsche, einer eigenen Monopoly-Version, Uhren und Trinkflaschen wollen wir gar nicht erst anfangen!

Zum guten Ton gehören auch die Videospielumsetzungen, die seit der Jahrtausendwende von Activision stammen. 15 Systeme besuchte Spidey insgesamt schon - allein auf Nintendo DS fast 10 Spielauftritte, die teilweise richtig Gaudi machten! Spider-Man war schon Ultimate, Freund und Feind, auf Zeitreisen, im Netz der Schatten und ist jetzt schlicht und ergreifend „Amazing“. Zumindest suggeriert uns das der Multiplatform-Titel The Amazing Spider-Man zum gleichnamigen Leinwand-Reboot mit Andrew Garfield als Spinnenmann. Warum auch soll Sony die erfolgreiche Lizenz aufgeben, nur weil man sich mit Sam Raimi und Tobey Maguire nicht auf einen vierten Film einigen konnte!? Und selbst wenn angesichts des Reboots alle nörgeln; die Kinosäle sind trotzdem gut gefüllt. Ob es aber auch das dazugehörige 3DS-Lizenzspiel sein muss, klären wir im Test.

He's got radioactive blood
Activision und Entwickler Beenox vereinen sich erneut, um diesmal dem 2012er-Blockbuster ein denkwürdiges Videospiel-Gegenüber zu bieten. Schon nach den ersten Spielminuten wird jedoch klar: Hier erleben wir nicht wie im Kinofilm die altbekannte Comic-of-Age-Story des Highschool-Nobodys Peter Parker, der von einer Spinne gebissen zum frechen Superhelden mutiert und gegen den Lizardman antritt. The Amazing Spider-Man knüpft unmittelbar an die Ereignisse bei Oscorp Industries an, als Dr. Conners „gezähmt“ und zeitweise wieder Frieden eingekehrt ist.

Hollywood-Autor Seamus Kevin Fahey steuert die durchaus spannende Geschichte bei, welche zahlreiche neue Charaktere wie Forschungsgenie Alistair Smythe, gefährliche Artenkreuzungen und zentrale Gewissensfragen auf den Plan ruft. Tatsächlich spielt sich The Amazing Spider-Man wie ein zweiter Teil, was Kennern bzw. Fans des Kino-Reboots einen minimalen inhaltlichen Vorsprung verschafft, insgesamt aber kaum ins Gewicht fällt.

Im Vergleich zu den Konsolen-Fassungen wurden leider die Open-World-Aspekte, in denen sich Spidey frei und auf der Suche nach Nebenbeschäftigungen durch Manhattan schwingen kann, wegrationalisiert. Stattdessen treibt ihr in ziemlich linearen Hauptmissionen die Story voran. Ausgangspunkt ist Peters kleines Apartment, in dem auf einer Pinnwand sämtliche Aufgaben aufgelistet sind. Meistens müssen wir in Forschungseinrichtungen, Kanalisationen oder verlassene Bahnhöfe eindringen, dabei unzählige Verbrecher, Roboter und Mutanten eliminieren, zwischendurch kleine Touchscreen-Rätsel entwirren und auch einige komplexere Aufgaben bewältigen. Am Ende wartet meist ein Bossgegner auf Spidey - die Höhepunkte der Kampagne. Die kleinen Zusatzmissionen beinhalten fast immer Prügeleinlagen; mal unter Zeitdruck, mal gegen sehr viele Verbrecher.

Catches thieves just like flies
Ein wesentlicher Spielbestandteil ist das Vermöbeln von Gegnern. Ob nervtötende Roboter, Artenkreuzungen, Verbrecher oder korrupte Wissenschaftler - alle finden Spidey aus irgendeinem Grund doof. Entwicklerteam Beenox leiht ganz ungeniert beim Kampfprinzip von Batman Arkham City: Ausweich- und Konterangriffe, Combos und schließlich spezielle Signatur-Moves, mit denen ihr eure Feinde einspinnen und unschädlich machen könnt. Hinzu kommen akrobatische Sprungangriffe, der Netzschuss in verschiedenen Varianten und Tarnattacken à la Sam Fisher: Wenn ihr unbemerkt an den Wänden klebt, könnt ihr ahnungslose Wachposten einspinnen, ohne die Aufmerksamkeit auf euch zu ziehen. So stylisch und intuitiv die Kämpfe nämlich auch ablaufen, an jeder Ecke warten Schlägereien - und das kostet Zeit und Nerven!

Besonderes Augenmerk ist auf die neuartige und ziemlich coole „Netzsprint“-Fähigkeit zu richten: Mit Druck auf X verlangsamt ihr das Tempo um ein Vielfaches, könnt unterschiedliche Ziele anvisieren und euch dann in Windeseile per Spinnennetz katapultieren - und sogar im Flug ein weiteres Mal den Netzsprint auslösen, um etwa eine völlig andere Richtung einzuschlagen und Gegner zu verwirren! Hier sind euch schon ziemlich viele akrobatische Freiheiten gegeben und im Spielverlauf erlangt ihr durch Technik-Upgrades weitere Moves, z.B. den gewaltigen Netzorkan. Bis auf einige technische Aussetzer funktioniert der Netzsprint einwandfrei und findet auch in zahlreichen Knobelaufgaben Einsatz. Mal will eine Alarmanlage überlistet, ein Zugwaggon angeschoben oder ein mit Gift überwucherter Turm erklettert werden. Grübeln ist dabei gestattet! Ähnlich bei den zähen, aber unterhaltsamen Bossgegnern, deren Schwachpunkte erst einmal herausgefunden werden wollen.

Steuerung:
Ihr habt Spidey mittels Circlepad und Tasten unter Kontrolle - wobei die zahlreichen Schlägereien gerne mal in Button-Mashing ausarten. Verwirrend wird es, wenn ihr an Wänden und Decken entlangkriecht und durch die verdrehte Spielwelt an Orientierung einbüßt. Der Netzsprint-Modus verschafft euch zum Glück ausreichend Zeit zum Umschauen, allerdings hapert es manchmal mit der Zielerkennung: Nicht jedes Objekt kann aus jedem Winkel anvisiert werden, sodass man einige Male per Netzsprint die Position wechseln muss, eh die gewünschte Aktion ausgeführt werden kann. Auf dem Touchscreen verhelfen euch zwei übergroße Schaltflächen zur konternden Ausweichattacke und zum sogenannten „Netzrückzug“, der Spider-Man in hitzigen Gefechten an die Wand zurückbeordert und ihm dadurch eine Verschnaufpause gönnt. Das klappt gut! Überflüssig hingegen die uninspirierten Touchscreen-Minispielchen, welche als Rätsel getarnt eingestreut werden.

Grafik:
Die Optik von The Amazing Spider-Man ist wohl das bockige Sorgenkind. Zwar sind Spideys akrobatische Kunststückchen flüssig animiert, die Umgebungen strahlen jedoch Langeweile aus. Das mag teilweise in der Natur der Schauplätze selbst liegen (Labore, Kanalisation, heruntergekommene Stadtteile), zum Teil fehlt aber auch einfach die Kreativität, Manhattan Leben einzuhauen. Zudem flimmert's, so mancher Clipping-Fehler lässt den Superhelden im Luftschacht verschwinden und das stumpfsinnig designte Menü-Interface könnte in einer Mittagspause entworfen worden sein. Düster sieht es auch beim Gegnerdesign aus: Ihr vermöbelt dutzende sich gleichende Ganoven und Roboter, die stärkeren Mutanten-Zwischengegner sehen teils sogar ziemlich albern aus. Einzig bei den toll in Szene gesetzten Endgefechten gegen Riesenroboter lässt der 3DS ganz schüchtern seine Muskeln spielen und überzeugt mit teils vorgefertigten, flüssig laufenden Ingame-Sequenzen. Der 3D-Effekt schließlich fällt nur selten wirklich positiv auf - denn beim actionreichen Gameplay erweist sich der sensible Sweetspot als eher hinderlich. So ließen sich etwa die nervenaufreibenden Bosskämpfe ohne 3D sogar besser bestreiten.

Sound:
„Komplett in Deutsch!“ ruft uns bereits die Spielverpackung entgegen. Und tatsächlich: Eure Ohren werden in sämtlichen Dialogen wie auch bei Spideys bissigen Kommentaren von sauber eingesprochener Sprachausgabe verwöhnt. Nicht viele Synchronsprecher aus dem Kinofilm standen für das Videospiel bereit - die stattdessen verwendeten Stimmen erweisen sich aber als adäquater Ersatz. Der Soundtrack schallt passend zur erwachsenen Präsentation recht kraftvoll und dramatisch aus den Lautsprechern, wenngleich nie wirklich ein Thema hängen bleibt - das macht angesichts des hohen Spieltempos aber nichts. Ab und an gönnt man dem Komponisten auch eine Pause und setzt auf atmosphärische Hintergrundgeräusche. Insgesamt ein sehr löblich umgesetzter Aspekt.

Features:
Eine ganze Schippe an Gimmicks haben die Entwickler um die knapp 8-stündige Story gesponnen. Comic-Fans wird’s freuen: Im Hauptspiel ergatterte Audio-Aufnahmen und Bilder lassen uns noch tiefer in Spider-Mans Welt eintauchen. Charaktere werden in einem ausführlichen Steckbrief vorgestellt und wer ganz emsig ist, kann zwei zusätzliche Anzüge freischalten. Das alles ist netter Fanservice, beschäftigt aber nicht auf Dauer. Auch die Fotokamera, mit der sich via Bewegungssensoren Beweisfotos schießen lassen, lockert das lineare Gameplay höchstens marginal auf. Der 3DS-exklusive Modus „Kämpfer“ ist sogar noch eine Spur belangloser: In diesem strategischen Management-Firlefanz klickt ihr auf einer Karte von New York verschiedene Aufgaben an und müsst sie mit dem Einsatz von Aktionspunkten (AP) lösen. Das geschieht völlig ohne euer Zutun. StreetPass oder Spielmünzen beschaffen uns hier weitere Punkte, allerdings bezweifeln wir, dass man allzu viele Handheld-Besitzer mit einer 3DS-Version des Lizenzspiels trifft...

Fazit:
Unterm Strich haben Beenox mit The Amazing Spider-Man für Nintendo 3DS ein ganz ordentliches Action-Paket geschnürt, das durch seine Präsentation lebt und vom coolen Netzsprint-Feature profitiert, es aber auch an grafischer Raffinesse und Abwechslung vermissen lässt. Damit versprüht der zweite 3DS-Ableger wieder etwas mehr Spidey-Charme als Edge of Time. Die Current-Gen-Konsolen stecken den um die Open-World-Aspekte beraubten Handheld hier aber ganz klar in die Tasche. Man muss sich der linearen Missionsstruktur und den ständigen Prügeleinlagen schon ziemlich kleinlaut unterwerfen, um dauerhaft Spielspaß zu empfinden. Über dieses Manko täuschen auch die hingeschluderten Extras und Zusatz-Missionen nicht hinweg. Komplette Sprachausgabe und das recht rasante Gameplay machen aus dem Action Adventure immerhin noch eine passable Lizenz-Umsetzung, an der sich vor allem Comic-Freunde ergötzen dürften. Wer kann, greift jedoch besser zu den „großen“ Versionen (die missglückte Wii-Fassung ausgenommen) oder kauft dann doch gleich Spider-Man-Tassen oder anderes Merchandise.

Rät eher zum gleichnamigen Kinofilm: Jakob Nützler [Miroque] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Acitivision für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Akrobatische Superhelden-Action in ziemlich linearen, durchwachsenen Missionen.

Wertung

SPIELWELT:

5.0

ABWECHSLUNG:

6.0

SPRACHAUSGABE:

9.0
6
von 10

Eigenständige, authentische Story

Durchgestylte Kämpfe

Gelungene Inszenierung

Komplett vertont

Open World ist heute leider aus!

...Abwechslung leider auch!

Mäßiges Level- und Missionsdesign

Grafische Patzer

3D-Effekt teils kontraproduktiv

Wie werten wir?

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5 Kommentare