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Spielname:
50 Denk- und Logikspiele 3D

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
rondomedia

Developer:
cerasus media

Genre:
Denkspiel

Release:
31.01.2012 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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50 Denk- und Logikspiele 3D

Review: 50 Denk- und Logikspiele 3D

Tim Herrmann, 01.04.2012

4175°

7

Test mögen: Weitersagen:

Denken und Logik – was noch vor ein paar Jahren niemanden hinter dem warmen Ofen hervorgelockt hätte, ist seit Dr. Kawashima durchaus salonfähig. Intellektuell sahen diejenigen aus, die mit gekräuselter Stirn vor ihrem Nintendo DS saßen und über kniffligen Aufgaben brüteten, um ihrem Gehirn etwas Gutes zu tun. Gehirn-Jogging wurde gar zu einem gesamtgesellschaftlichen Trend. Nintendos DS-Hit förderte etliche Nachahmer zutage. Darunter befand sich im Jahr 2009 auch das Spiel 50 Denk- und Logikspiele. Es warb mit den Wörtchen „Denken“ und „Logik“ zwar damit, ein Nachahmer von Dr. Kawashima zu sein, imitierte in Wirklichkeit aber 42 Spieleklassiker, ebenfalls von Nintendo. Nun ist drei Jahre später ein Nachfolger auf dem Nintendo 3DS erschienen. Das erkennt man auch sofort daran, dass das Spiel jetzt plakativ 50 Denk- & Logikspiele 3D heißt. Wen es diesmal kopiert und welche Fortschritte die Serie in ihrem dreijährigen Reifeprozess gemacht hat, wird jetzt im Test geklärt.

Denken und Logik oder Glück und Zufall?
Noch bevor das Spiel den Bildschirm des Nintendo 3DS erhellt, wird ihm von hinten kaltblütig der Dolch in den Rücken gerammt. Und zwar von der eigenen Verpackung. Denn wo der Slogan „Denk- und Logikspiele“ auf der Vorderseite noch knifflige Knobelaufgaben und stimulierende Kopfnüsse propagiert, torpediert das PEGI-Warnsymbol für Glücksspiel auf der Rückseite das gesamte Marketing-Konzept. Weil das Spiel zu sehr auf simplem Zufallszocken basiere, solle es wegen drohender Suchtgefahr erst von Zwölfjährigen gespielt werden – so die PEGI.

Spätestens hier fragt sich der Spieler, wozu man eigentlich Logik anwenden muss oder nachdenken soll, wenn dieses Spiel doch hauptsächlich auf Zufall und Glück zu basieren scheint? Mit gesunder Skepsis erblickt man nach Erstellung eines eigenen Profils also das Hauptmenü und findet vier Schaltflächen vor: Brettspiele, Kartenspiele, Puzzles und Action-Spiele. Der letzte Punkt ist neu, ihn gab es im DS-Vorgänger noch nicht. In diesen Kategorien befinden sich je ca. 10 – 15 Spiele, sodass durch einige Schummelei („Schiebepuzzle 1, 2 und 3“ als drei verschiedene Spiele) tatsächlich 49 zusammenkommen. Fast 50. Diese Minispielchen sind teilweise noch einmal unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsgrade oder Levels – etwa beim Finde-den-Fehler-Vergleich.

Spielen oder nicht spielen – das ist hier die Frage
Widmen wir uns also dem Haupt-, nein, dem einzigen Inhalt dieses Gesamtkunstwerkes namens 50 Denk- und Logikspiele: Den Spielen. Lieblos auf die 3DS-Karte geklatscht, als würde man einem Köter seinen Knochen zuwerfen, präsentieren sich die 49 Disziplinen in ihren vier Kategorien. In gähnender Monotonie spulen die Entwickler herunter, was als allererstes in den Kopf kommt, wenn man über grundlegende Brettspielkonzepte aus 6.000 Jahren Menschheitsgeschichte sinniert: Schach, Black Jack, Mah-Jongg, Mau-Mau, Airhockey, Darts oder Memory – und ein paar Exoten, die keiner kennt. Es wurde auch viel Recycling aus dem Vorgänger betrieben. Wer sich dabei fragt, was das alles mit Logik und Denken zu tun hat, hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Gar nichts. Nur vereinzelt fordern ein paar Disziplinen euren Verstand.

Der korrekte Titel für dieses Machwerk müsste demnach „49 zusammenhangslose Minispiele 3D“ sein, aber, zugegeben, Denk- und Logikspiele hört sich schon schöner und melodischer an. Dem Spieler stellt sich während des gesamten Gameplays lediglich eine einzige Frage: Spielen oder nicht spielen? Das mag banal und irgendwie auch selbstverständlich klingen, ist hier aber durchaus wörtlich gemeint und in der Praxis ziemlich lächerlich. Ihr wählt ein Spielchen aus, nehmen wir als Beispiel „8 Damen“. Wie bei Professor Layton müssen acht Damen auf einem Schachbrett positioniert werden, ohne dass sie gegenseitig im Einflussbereich voneinander liegen. Ist das Rätsel gelöst, fliegen komische Blinksternchen über den 3D-Bildschirm und der Spieler wird gefragt, ob er „noch einmal spielen“ oder „zur Spielauswahl“ zurück möchte. Nochmal oder nicht nochmal, zurück oder nicht. Mehr fällt den Entwicklern wirklich nicht ein. Unweigerlich giftet man den Titel nach Vollendung eines solchen Spiels an: „Toll!?“. Und jetzt?

Nicht einmal ein abschließender „Glückwunsch“ schwebt über den Bildschirm. Nicht einmal Highscores, die ultimative Ausrede für alle Entwickler mit wirklich gar keinen Ambitionen, bietet das Spiel an. Man spielt. Und dann spielt man etwas anderes. Die Simplizität und Anspruchslosigkeit dieses Konzepts ist geradezu lachhaft. Es gibt wirklich gar kein Ziel, keinerlei Motivation zum Weitermachen. Fragen wie „Warum sollte ich das jetzt spielen?“ sind allgegenwärtig – es gibt keine Antwort darauf. Gegen diese völlig ziellose Ansammlung von fehlenden Zusammenhängen wirken selbst Nintendos seichteste Casual-Spiele (Augen-Training etwa) wie Hardcore-Kracher für die Nerds vom Planeten Pro-Gamer.

Das Highlight des Spiels sind aber eindeutig die Kurzdisziplinen, die wirklich gar keinen Sinn ergeben. Der einarmige Bandit ist dafür ein Beispiel. Ihr setzt eine bestimmte Punktzahl und hofft dann, dass der Automat auf gut Glück irgendetwas Gutes ausspuckt. Selbst ein Zahnarztbesuch macht mehr Spaß als dieses völlig substanzlose Glücksspielchen, hinter dem wirklich keinerlei Motivation steht. Oder Würfelkombo: Hier dürft ihr würfeln. Wer die höchste Augenzahl hat, gewinnt. Enorm spaßig ist auch Tennis. Hier darf eine flache Platte zweidimensional von links nach rechts bewegt werden, um Bälle zum Gegner zurückzuspielen - wie bei Pong.

Der Computer, dein bester Freund
Wer glaubt, dass die hilflose Konzeptlosigkeit von 50 Denk- & Logik-Spiele 3D damit bereits beendet sei, irrt leider. Denn nicht einmal einen Multiplayer-Modus haben die Entwickler für nötig gehalten. Wozu auch? Schließlich sitzt man regelmäßig auch alleine vor dem Schachbrett und spielt abwechselnd gegen sich selbst, nur um sich dann für seine brillanten Züge zu bewundern.

Es gibt tatsächlich keinerlei Multiplayer-Funktionalitäten in einem Spiel, das eine Sammlung aus Gesellschaftsspielen ist. Gesellschaft, so konstatiert das weise Lexikon, ist eine „Gruppe von Menschen“. Zugegeben, man muss ein bisschen zwischen den Zeilen lesen - aber schlussendlich hätten selbst die Entwickler dieses Machwerks herausfinden sollen, dass damit mindestens zwei gemeint sind. Stattdessen bekommt es der Spieler ausschließlich mit sympathischen Computer-Gegnern namens Nicole, Sabine oder Alex zu tun. Sie bestehen natürlich auch lediglich aus einem Namen und weisen nicht einmal einen Avatar oder irgendeine Form von Persönlichkeit oder Gesicht auf. Damit verliert das Spiel endgültig seine Existenzberechtigung.

Steuerung:
Endlich eine Disziplin, in der sich 50 Denk- und Logik-Spiele 3D nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Die Stylus-Steuerung funktioniert durchgehend. Bravo.

Grafik:
Es ist schwierig, sich an dieser Stelle ein bissiges Beispiel dafür zu überlegen, welches Genre 3D-Grafiken wohl weniger nötig hat als eine Ansammlung aus zweidimensionalen Brett- und Gesellschaftsspielen. Wahrscheinlich gibt es keine. Es existiert kein Genre, in dem 3D-Grafiken überflüssiger sind als in diesem. Während das eigentliche Spielgeschehen auf dem Touchscreen angezeigt wird, sieht man oben eine starre 3D-Ansicht der Szenerie, die aber völlig ohne Animation, Illustration oder sonstige Formen von künstlerischer Gestaltung auskommt. Beim Memory sieht man oben einfach irgendein Deko-Bild. Spielt ihr ein Kartenspiel, bekommt ihr es mit bis zu drei Avataren am Pokertisch zu tun, die aber keinerlei Mimik aufweisen und sich während des ganzen Spiels nicht einen Millimeter bewegen. Die Karten flattern wie von Geisterhand über den Tisch. Immerhin: Die Menüs sind recht ordentlich gestaltet und der Titel ist auch nicht mehr in monoton-zartem und omnipräsentem Himmelblau gehalten wie sein Vorgänger.

Sound:
Wenn es einen Echo für belangloses Gedudel geben würde – diese Sammlung würde ihn wohl bekommen. Smoothe Elektro-Beats und heitere Melodien wiederholen sich immer und immer wieder – egal, ob man Dart oder Schach spielt, sich im Airhockey oder in Halma übt. Es ist einfach immer das gleiche.

Features:
Wie gesagt: spielen oder nicht spielen. Es gibt keinerlei Features. Null. Man könnte an dieser Stelle natürlich die Credits oder die Spieleinstellungen als Feature zählen. Dort kann man sich die Namen der Verantwortlichen für dieses Spiel durchlesen oder die Musik lauter und leiser stellen. Aber diese positivistische Betrachtungsweise hat 50 Denk- und Logikspiele 3D kaum verdient.

Fazit:
50 Denk- und Logikspiele 3D ist ein videospielgewordener Witz auf gleich mehreren Ebenen. Punkt 1: Die „fast“ 50 Denk- und Logikspiele haben weder mit Denken noch mit Logik irgendetwas zu tun. Es handelt sich um eine Sammlung verschiedener Gesellschaftsspiele und damit um einen neuerlichen Klon von 42 Spieleklassiker, das zeigt, wie es richtig geht. Punkt 2: Es gibt keinerlei Features. Entweder man spielt die langweiligen Glücksspielchen gegen einen seelenlosen Computer-Gegner – oder eben nicht. Multiplayer-Modi fehlen in dieser Sammlung aus Gesellschafts(!)spielen vollkommen, Extras wird man vergeblich suchen. Das Spiel bietet keinerlei spielerische Motivation an, die zum Weitermachen animieren, nicht einmal einen simplen Highscore. 3D-Grafiken tun in einem solchen Spielkonzept unterdessen so wenig zur Sache wie ein Sandkorn am Strand. Und so benötigen Spieler diese Minispielsammlung in ihrem Spieleregal so dringend wie Lippenherpes. Bitte nicht kaufen.

Erholt sich mit einer Partie Mensch-ärgere-dich-nicht gegen einen echten Gegner: Tim Herrmann für Planet3DS.de

Vielen Dank an Rondomedia für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Einige Minispiele mögen Klassiker sein, aber mangels jeglicher (Multiplayer-)Features kommt nie so etwas wie echter Spaß auf.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

5.0

UMFANG:

1.0

SPIELAUSWAHL:

4.0
2
von 10

Bei Schach kann man wenig falsch machen

Keine Multiplayer-Funktionalitäten

Keinerlei Spielmotivation

Null Features

Lieblose Präsentation

Wie werten wir?

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7 Kommentare