PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Rayman 3D

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft Casablanca

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
25.03.2011 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Rayman 3D

Jakob Nützler, 27.03.2011

9740°

18

Test mögen: Weitersagen:

„Rayman 3D“? Ach ja, weiß schon: Paranoide Chaos-Hasen, die Popsongs vergewaltigen und miteinander um die Wette brüllen, kochen und knüppeln. Aber, Moment mal... Keine Rabbids weit und breit!? Und was macht stattdessen dieser gliederlose Typ mit der großen Nase da - ist DAS etwa Rayman? Ganz genau. Wer sich zur Wii-Zappel-Generation zählt, wird mit dem Namen „Rayman“ vielleicht eher die Raving Rabbids verbinden, als tatsächlich Ubisofts Kultmaskottchen.

Und kultiger könnte Raymans Rückkehr kaum ausfallen - denn der 3DS-Launchtitel „Rayman 3D“ basiert auf der vielfach ausgezeichneten Genre-Perle „Rayman 2: The Great Escape“. Neben Schleichexperte Sam Fisher eine derartig publikumswirksame Figur im Lineup zu haben, lässt sich Ubisoft natürlich nicht nehmen. Doch reicht es mit dem 3D-Remake zum Mario-Ersatz, der zum Handheldstart noch im Urlaub zu sein scheint?

Aus Alt mach 3D
Wir alle hätten uns den HD-Schmaus „Rayman Origins“ für Nintendos 3DS gewünscht - oder noch besser, einen exklusiven neuen Ausflug mit dem Jump 'n' Run-Veteranen. Da sich Ubisoft allerdings mehr für Instant-Remakes begeistern kann, versetzt euch „Rayman 3D“ in die exakt gleiche Spielwelt des All-Time-Klassikers „Rayman 2“. Das war anlässlich des DS-Launches mit „Rayman DS“ der Fall und wiederholt sich 2011 nochmals - als Grundlage dient jetzt die Dreamcast-Version von 1999, die zumindest optisch aufgefrischt wurde.

Ausgangspunkt: drei Speicherstände und eine Oberwelt mit Zugängen zu den einzelnen Gebieten. Ihr rennt, springt, klettert und schwimmt durch plastisch wirkende Sümpfe, an Klippen entlang und durchquert Festungen, die mittels 3D einen ganz ansehnlichen Tiefeneffekt erzielen. Schon in den ersten Levels macht es in dieser prächtig präsentierten Welt Spaß, Objekte einzusammeln, Piraten abzuschießen und die stereoskopische Aussicht zu genießen - auch wenn die altersschwache Grafik mit leichten Slowdowns zu kämpfen hat und sich die Steuerung manchmal suboptimal anfühlt. Einen spielerischen Einfluss hat die 3D-Politur natürlich nicht - doch bietet das Gameplay allein schon genügend Abwechslung, um einem höchste Aufmerksamkeit abzuverlangen. Das präzise Hüpfen, die fordernden Reitsequenzen und das Balancieren von beispielsweise Pulverfässern ist nämlich anspruchsvolle Genre-Kost, die auch immer wieder durch Rätselpausen aufgelockert wird. Aber warum eigentlich dieser Aufwand? Wem soll Rayman diesmal aus der Patsche helfen?

Sammelt Glieder und Lums ein, wir retten die Welt!
Die Schnellspultaste für die unveränderte Story: Admiral Klingenbart und seine rostigen Piratenkollegen zerbrechen das Herz der Welt und Rayman muss diese 1000 Splitter (genannt „Lums“, kleine herumfliegende Kügelchen) einsammeln. Nur so kommen wir an seine früheren Kräfte und können die Versklavung durch die metallenen Meuterer abwehren. Leider ist Fee Ly, die Rayman aufpowern könnte, geschwächt - und Froschfreund Globox verschwindet bereits in der Anfangssequenz von der Bildfläche. Vielleicht kann dem alleinstehenden Energiebündel ja noch Polokus zu Hilfe kommen, der mächtige Gott dieser Welt - um ihn jedoch erwecken zu können, braucht Rayman die Kraft der vier Masken... Keine einfallsreiche Rahmenhandlung, doch wer sich auf die ulkigen Sprüche und die simple Rollenverteilung einlässt, kann mit dem sympathischen Setting jede Menge Spaß haben. Zombie-Hühner, das sich uneinige Volk der Kleinlinge und andere komische Figuren dürfen hier als Paradebeispiele aufgezählt werden.

Von den bereits erwähnten Lums existieren verschiedenfarbige Varianten: Grüne Lums dienen etwa als Speicherpunkte, rote füllen die Energieanzeige auf. An violetten Lums kann sich Rayman sogar hin- und herschwingen, was zusätzliche Plattform-Action ermöglicht. Am wichtigsten sind aber die gelben Lichterwesen, welche auch in Käfigen oder an besonders kniffligen Orten versteckt sind - denn nur mit ausreichend Lums könnt ihr über die „Halle der Türen“ zu weiteren Levels fortschreiten. Wer sich alle Lums pro Level schnappt, schaltet zudem Bonus-Stages frei, sodass auch für Langzeitmotivation gesorgt ist. Denn selten gelingt es beim ersten Durchlauf der Level alle Lums zu erhaschen.

Die Stärken von „Rayman 3D“ liegen u.a. im abwechslungsreichen Gameplay, das beispielsweise von euch verlangt, Maschinen via Schalterrätsel in Gang zu bringen, mit Raymans Propeller Abgründe zu überwinden und natürlich Endbosse kleinzukriegen - für diese und andere Widersacher ist Raymans magische Faust das naheliegendste Mittel zur Gegenwehr. Ihr feuert einfach mit Y. Leider ist die Steuerung insgesamt ebenso wie die dazugehörige Kamera nicht immer hilfreich, wenn ihr euch den Piraten stellt...

Steuerung:
Eigentlich lenkt sich Rayman ganz geschmeidig über Stock und Stein. Springen und Propeller harmonieren gut mit dem Schießen von Energiekugeln - wenn da bloß nicht das unerfreuliche Wiedersehen mit der schlampigen Kamera wäre! Auch im 2011er-Remake ist die enorm wichtige Übersicht nämlich nicht gesichert worden - wenn ihr außerplanmäßig irgendwo herunterfallt, auf dem Hinweg einen Lums verpasst habt oder mit mehreren Gegnern kämpft, lässt sich die Kamera meistens nicht richtig nachjustieren und ihr verdreht zwangsweise Kopf und Knopf. Auch die Kontrolle im Kampf muss man erstmal bändigen, denn das Anvisieren via L-Schultertaste bei gleichzeitigem Erreichen des Circle Pads funktioniert wegen des geringen Abstandes nur bedingt.

Grafik:
Einen Innovationsaward gewinnt „Rayman 3D“ auch in dieser Kategorie nicht - sogar das 3DS-Boxart resultiert scheinbar aus einer Bastelstunde auf Grundlage des Dreamcast-Covers. Dafür strahlen uns im Inneren des Spiels farbenfrohe Umgebungsgrafiken ebenso wie liebevoll entworfene Charaktere entgegen, die mit dem 3D-Bonus nochmal schicker wirken. Leider ist der Sweet Spot bei zahlreichen brenzligen Hüpfpassagen kaum zu halten, weshalb die sowieso eher wacklige 3D-Engine nicht immer für Freude sorgt - hier hätte man den 3D-Hausmeister nochmal schrauben lassen sollen, auch weil es mitunter zu lästigen Aussetzern in der Framerate kommt. Zumindest in weitläufigen Arealen wie den Baumkronen oder dem „Dach der Welt“ sorgt der stereoskopische Effekt aber für Pluspunkte. Etwas unverständlich ist noch, weshalb die zahlreichen Ladebildschirme weder 3D, noch mit frischen Motiven bestückt sind - sie verraten daher ganz ungeniert ihren staubigen Ursprung.

Sound:
Tatsächlich punkten kann auch nach rund zwölf Jahren der abwechslungsreiche Soundtrack, der Raymans Mission mal mit dezenten Klanghölzern, mal forcierend und fetzig verziert. Passend dazu setzen Hintergrundgeräusche wie rauschendes Wasser, Vogelgezwitscher und quakende Frösche ein, die jeder Szenerie noch mehr Atmosphäre verleihen. Auch etwas englische Sprachausgabe gibt es während der Zwischensequenzen - bei denen man aber ziemlich an den Sound-Optionen drehen und bestens hinhören muss, um das nuschlige Geplapper zu verstehen.

Fazit:
Abgesehen davon, dass uns die Remake-Wut einiger Entwickler ziemlich auf den Propeller geht, ist „Rayman 3D“ für 3DS kein schlechtes Spiel. Im Zentrum schlummert hier ein mit drolligen Charakteren und Bösewichten gesegnetes, umfangreiches Genre-Kunstwerk - auf dem allerdings eine dicke Staubschicht liegt, die man nur halbherzig abgewischt hat. Denn Steuerung und vor allem Kameraführung reißen klaffende Löcher in den Spielspaßteppich. Auch die Grafik leidet trotz hübscher Fassade an einigen Kinderkrankheiten und der Ideenreichtum reißt Kenner des Originals und anderer Jump 'n' Runs einfach nicht mehr vom Hocker. 3D hin oder her - der erste 3DS-Auftritt Raymans bleibt ein durchwachsenes Spielerlebnis. Wer unbedingt einen kultigen Mario-Ersatz braucht und in Fantasiewelten lieber Robo-Piraten das Handwerk legen möchte, als z.B. die drei realistischeren Ubisoft-Titel zu zocken, darf zugreifen. Alle anderen warten vielleicht besser auf einen frischeren Hüpfer.

Verschreibt Rayman ein Mittel gegen Gliederschmerzen: Jakob Nützler [Miroque] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplar

Leserwertung:

Ok
Deine Wertung:

-
Farbenfrohe, jedoch instabile Rayman-Perfomance aus dem Jump 'n' Run-Museum.

Wertung

LEVELDESIGN:

8.0

ABWECHSLUNG:

9.0

KAMERA:

4.0
6
von 10

Kunterbuntes, forderndes Genre-Gameplay

Hübsche Spielwelt, drollige Figuren

Mut zu eigenem Humor

Stimmiger Soundtrack mit Kult-Bonus

Goldene Himbeere für diese Kameraführung

3D-Engine nicht einwandfrei

Verbesserungswürdige Steuerung

Wiederholungstat: Ideenlose Portierung

nervige Ladezeiten

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

18 Kommentare