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Spielname:
Tales of the Abyss

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Namco Bandai

Developer:
Namco Tales Studio

Genre:
Rollenspiel

Release:
25.11.2011 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Review: Tales of the Abyss

Schneestern, 11.12.2011

14k°

29

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Warten auf Godot
Wir armen, armen Europäer. Wer so die letzten 20 Jahre in der Videospielgeschichte zurück blickt, der wird bestimmt der ein oder anderen Gamingperle hinterher schluchzen, die partout nie unseren wunderschönen europäischen Boden betreten wollte – oder sich das erst in den letzten Jahren mit sehr, sehr, seeehr viel Verspätung getraut hat. Auf Seiken Densetsu 3, die SNES-Fortsetzung von Secret of Mana, warten wir immer noch vergeblich und Chrono Trigger erschien vor kurzem gleich doppelt als DS-Neuauflage und Wii-Download, so als müsste man die mit Warten verbrachte Zeit wieder gutmachen. Auf Suikoden-, Harvest Moon- und Tales-Titel wartet der gemeine nicht japanisch sprechende Europäer auch immer so eine gewisse halbe Ewigkeit, wobei er sich nie ganz sicher sein kann, wann und ob das Spiel vielleicht hier erscheinen wird. Deshalb sind wir umso erfreuter, dass ein Ableger der letztgenannten Serie nun doch auch bei uns noch mit fast sieben Jahren Verspätung gemütlich eintrudelt. Unterwegs ist es sogar dreidimensional geworden, weshalb wir Tales of the Abyss anstatt in die PS2 nun überfröhlich in unseren Nintendo 3DS einlegen dürfen, um die Welt – wer hätte das gedacht – wieder einmal vor dem Untergang zu retten.

Äußerst...mysteriös...
Und zwar in Form des rotschöpfigen Herzogsohnes Luke, ein großkotziger, desinteressierter, maulender Vollpfosten. Seit er vor sieben Jahre unter mysteriösen (!) Umständen entführt wurde und seitdem unter einem mysteriösen (!) Gedächtnisschwund leidet, darf der arme Junge die königliche Residenz nicht mehr verlassen. Einzige Hoffnungsblicke sind sein mysteriöser (!) Schwertlehrmeister Van und mysteriöser (!) Kumpel Guy. Dieser idyllisch-langweilige Alltagstrott wird aber jäh gestört, als sich eine mysteriöse (!) Unbekannte einschleicht, um Van mysteriöserweise (!) zur Strecke zu bringen. Läuft leider alles etwas schief und da eure mysteriösen (!) körpereigenen Schwingungen, genannt Fonons, mysteriöserweise (!) auf- und miteinander reagieren macht es laut Husch, Wusch und Knall und ihr landet mir nichts, dir nichts mitten in der Pampa. Die nicht mehr ganz so mysteriöse (!) Attentäterin stellt sich als Tear vor und verspricht, euch so schnell wie möglich wieder nach Hause zu bringen, was Luke auch gerne will, anstatt sich über seine gewonnene Freiheit zu freuen. Nur dummerweise wurden die beiden ausgerechnet mitten in das verfeindete Königreich gebeamt. Ups.

Sechs...nein sieben, achwas, acht Freunde sollt ihr sein
Tales of the Abyss braucht ein bisschen, um in Fahrt zu kommen. Zwar schart sich eigentlich recht schnell die bunte Heldentruppe um Luke zusammen, aber bis ihr wirklich in das Spielgeschehen eintaucht, dauert es einfach ein paar Stunden. Das liegt vielleicht zum einen daran, dass ihr von all dem Fonon-Gequatsche genauso wie Hauptcharakter Luke am Anfang konsequent nur Bahnhof versteht, dass das Spiel euch über eine sehr weite Strecke kaum Freiraum lässt („Nein, wir sollten jetzt lieber dies und das machen.*umkehr*“), oder dass sich eure Truppe zu Beginn buchstäblich nicht ausstehen kann. Doch gerade letzteres ist eigentlich wirklich gut. Eben dadurch, dass das kleine Trüppchen aus Adelssohn, bestem Freund, mysteriöser Attentäterin, Kommandanten, Prinzessin, kleinem Mädchen, niedlichem Klischee-Maskottchen und sogar einem NPC am Anfang alles andere als mit sich im Reinen ist und erst zusammen finden muss, wachsen einem die unterschiedlichen Charaktere so richtig ans Herz. Dazu tragen vor allem aber auch die bereits aus anderen Tales-Teilen bekannten Skits (die leider nicht synchronisiert wurden) bei, in denen die Truppe munter miteinander plaudert und das aktuelle Spielgeschehen kommentiert. Diese solltet ihr also auf keinen Fall verpassen!

Wer die Tales-Reihe kennt, weiß, dass der Stein, wenn er denn einmal zu Rollen begonnen hat, so schnell nicht wieder halt macht. Mysteriöse Gegebenheiten, die aufgeklärt werden wollen, gibt es ja augenscheinlich zu Genüge. Hinzu kommt, dass die Story von Tales of the Abyss wie zum Beispiel auch bei Vorgänger Tales of Symphonia keine Scheu davor hat, die ein oder andere heftige Katastrophe über die Welt herein brechen zu lassen. Menschliche Abgründe werden analysiert und hinterfragt. Dazu hat man sich – um nicht zu viel zu verraten – ein auch gerade heute wieder topaktuelles Thema ausgesucht. So mausert sich Tales of the Abyss mit der Zeit zu einem wirklich spannenden Japano-Rollenspiel. Sind dann zusätzlich auch die Weltkarte, Minispiele wie zum Beispiel ein Casino oder diverse Kisten-Schieberätsel, das Komplettieren von Rezept-, Charakter-, und Itemsammlung, Extragegner und das restliche, übliche RPG-Sidequest-Gedöhns frei zugänglich, wüssten wir nicht, was wir uns sonst noch wünschen sollten...bis vielleicht auf ein bisschen größere Städte...oder ein bisschen verwinkeltere Dungeons...und ein bisschen mehr zu Entdecken allgemein.

Steuerung:
Tales of the Abyss steuert sich fast ausschließlich klassisch per Schiebepad und Knöpfchendrücken. Der Touchscreen wird nur miteinbezogen, wenn es um die Mahlzeitzubereitung nach harten Kämpfen oder diverse Bestätigungen geht. Klassisch, einfach, unkompliziert. In den Echtzeit-Kämpfen, in denen ihr euch frei bewegen und angreifen könnt, artet die Steuerung dann und wann schon einmal in rigoroses Button-Smashing aus. Normale Angriffe können mit den verschiedenen Richtungen kombiniert werden, Spezialattacken lassen sich ebenfalls durch Kombination von Knopf und Richtung einsetzen. Zusammen mit richtigen Verteidigungs-Timing bei gegnerischen Angriffen ergibt sich so ein flüssiges, actionreiches, aber nicht stupides Kampfsystem. Die anderen Kampfteilnehmer agieren übrigens selbstständig; per Knopfdruck könnt ihr aber jederzeit in ihr Handeln eingreifen.

Grafik:
Zunächst erinnern wir uns erst einmal daran, dass es sich ja hier ursprünglich um einen bereits 2005 erschienenen PS2-Titel handelt. So kann Tales of the Abyss vielleicht nicht alles aus dem Nintendo 3DS herausholen - hier und da flimmern die Kanten doch etwas - es sieht aber ohne Frage stimmig aus. Wunderschöne idyllische Landszenarien, einige interessante Dungeons und die unterschiedlichsten Städte erfüllen das spielende Auge mit Wonne. Aber vergessen wir auch nicht, dass es sich bei dem 3DS ja eigentlich um ein 3D-fähiges Gerät handelt. Wie also wurde die Dreidimensionalität nachträglich integriert? Die Tales-übliche Anfangssequenz sowie alle Zwischensequenzen sind schon einmal komplett zweidimensional geblieben, schade. Beim Spielen selbst fällt einem dann erst einmal auf, dass einem der 3D Effekt gar nicht so auffällt. Hier handelt es sich eher um ein leichtes Pop-In, sodass das hauptsächlich ein Gefühl von räumlicher Tiefe vermittelt wird. Sprechblasen, Menü und Avatare bleiben in vorderster Ebene, während der Rest nach hinten klappt. Wer 3D aber nicht so gut verträgt, der kann den Regler getrost nach unten schieben – viel verpasst er da nicht. Lediglich die Kanten scheinen im 3D-Modus etwas schärfer und die Farben ein bisschen strahlender.

Sound:
Auch hier lässt sich darauf verweisen, dass das Spiel eigentlich schon einige Jährchen auf dem Buckel hat und zu einer Zeit erschien, als orchestraler Soundtrack noch nicht der Status Quo war. Merkt man, denn die Stücke, die größtenteils aus der Feder von Tales-Hofkomponisten Motoi Sakuraba stammen, klingen schon noch sehr nach Midi-Synthie. Größtenteils sind sie sehr schön und stimmig; ein paar Dungeon-Themen gehen spätestens nach dem zweiten Loop aber gehörig auf die Nerven. Der gemeine Tales-Fan wird außerdem hier und da ein kleines Déjà-vu oder besser Déjà-hör Erlebnis haben, was gerade noch verkraftbar ist. Wirklich herausragend sind Tears Grand Fonic Hymns-Gesangseinlagen. Obwohl sie fast in jedem Kampf die Stimme zu einem kleinen Liedchen erhebt (außer ihr untersagt ihr das), geht dies zu keiner Zeit auf den Geist. Lob an die Sängerin und Originalsynchronsprecherin Yukana. Auch ansonsten macht die englische Synchronisation - alle Story-relevanten Szenen sind vertont - ihren Job gut.

Fazit:
Sicherlich ist Tales of the Abyss nicht das beste Rollenspiel, welches wir je zu Gesicht bekommen haben. Aber es gibt sich sehr viel Mühe. Dungeons werden abwechslungsreich präsentiert, um dem 08/15-rein-Endboss-verkloppen-raus-Trott ein bisschen zu entfliehen; die Geschichte rund um Luke und seine Mitstreiter, von denen jeder irgendwie Dreck am Stecken hat und niemand das zu sein scheint, was er vorgibt, nimmt mit den Spielstunden an Tiefgründigkeit zu und weiß zu fesseln. Nicht zuletzt halten auch die schnellen und actionreichen Kämpfe bei Laune. Wem das Spiel zu leicht ist, der wählt zu Beginn einfach den Hard Mode – so werden Anfänger und alte Hasen gleichermaßen gefordert. Wer einen 3DS besitzt und bei dem Begriff „Japano Rollenspiel“ nicht sofort mit einem Brechreiz zu kämpfen hat, der sollte sich Tales of the Abyss auf alle fälle sofort zu legen, denn es gehört mitunter zu der besten, bisher erschienen Software für Nintendos neuer Konsole. Allerdings: Dieses Spiel ist komplett in englischer Sprache erschienen. Das wird teilweise etwas komplex, wenn zum Beispiel wissenschaftliche Abhandlungen über die Fonons gehalten werden. Deshalb sollten unbedingt ausreichende Englischkenntnisse vorhanden sein!

Kann nach über 30 Spielstunden den 3DS kaum mehr aus der Hand legen: Sandra Kickstein [Schneestern] für planet3ds.de

Vielen Dank an Marchsreiter für die freundliche Bereitstellung des Rezenionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Spannendes und typisches JRPG mit tollen Charakteren.

Wertung

STORY:

9.0

SPIELWELT:

7.0

FESSLUNGSFAKTOR:

8.0
9
von 10

Oberweltkarte...

Abwechslungsreiche Dungeons...

Spannende und schnelle Kämpfe

Tiefgehende und aktuelle Geschichte

Nachvollziehbare Charaktere

...die aber erst recht spät frei zugänglich ist

...die jedoch teils etwas kurz ausfallen

Spiel braucht ein bisschen, bis es in Fahrt kommt

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