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Spielname:
Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Action Adventure

Release:
20.10.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn

Review: Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn

Marcel Eifert, 24.11.2011

3728°

2

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Die Geschichte um den Reporter Tim und seinem treuen Gefährten Struppi wurde von Zeichner Georges Remi entworfen. Die jüngste Generation dürfte dem Thema nicht mehr ganz so bewandert gegenüberstehen. So gerieten die Comics und der Zeichentrick in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit. Zumindest bis Filmemacher Steven Spielberg und Peter Jackson die Idee hatten, das Franchise mit viel Prunk und Spezialeffekten wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. In diesem Falle zu einem computeranimierten Spielfilm in 3D. An den Kassen war der Film ein Erfolg, und das obwohl er in den USA sogar erst am 21. Dezember startet. Auch zwei Fortsetzungen sind bereits geplant.

Obligatorisch dazu gibt es natürlich auch ein Videospiel zum Film. Genau so obligatorisch ist auch, dass es sich hier um einen Multi-Plattform Titel handelt. Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn wurde nicht nur für die großen HD-Konsolen veröffentlicht, auch Handhelds und iPhone wurden versorgt. Grundsätzlich gilt bei Film zu Videospiel Adaptionen größte Vorsicht. Auch wenn es überraschende Ausnahmen in der Vergangenheit gab, meistens wirken diese Adaptionen etwas lieblos auf den Markt geworfen. Noch mehr zurückstecken müssen dabei meistens noch die Handheld-Varianten.

Das Geheimnis der Einhorn bildet für den Nintendo 3DS da absolut keine Ausnahme. Dennoch, ein Desaster sieht anders aus.

Die gute alte Zeit
Bevor ihr loslegen könnt, werdet ihr gebeten einen Pass zu erstellen. Das ist ganz einfach. Gebt dazu lediglich euren Namen oder ein Pseudonym ein. Danach habt ihr die Möglichkeit im Menü immer wieder auf euren Pass zuzugreifen. Dort wird dann zum Beispiel vermerkt, wie weit ihr bereits im Spiel gekommen seid. Auch wird euch angezeigt wie viele goldene Krabben ihr bereits eingesammelt habt. Um im Spiel 100% zu erreichen, müsst ihr alle 49 versteckten goldenen Krabben einsammeln. Ein ähnliches Verfahren sollte aus der GTA-Reihe bekannt sein. Auch verfügt das Spiel über eine StreetPass-Funktion. Diese könnt ihr nach belieben ein- oder ausschalten. Trefft ihr andere Weggefährten die ebenfalls Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn spielen, bekommt ihr deren Daten aus dem Spiel gesendet, beispielsweise Highscores im Tim und Haddock Modus.

Habt ihr alle Vorbereitungen getroffen, könnt ihr endlich loslegen. In sechs Kapiteln reist ihr mit Tim, Struppi und Haddock um die Welt. Hier müssen wir uns bereits den ersten zwei Schwachstellen im Spiel stellen. Zum einen wurde die Geschichte extrem abgespeckt, so dass man oft gar nicht weiß, worum es in dem Spiel überhaupt geht, zum anderen habt ihr alle sechs Kapitel bereits nach circa fünf Stunden beendet, wenn ihr zu den zügigen Spielern gehören solltet. Für diejenigen, die der Handlung folgen wollen: Tim und Haddock versuchen, das titelgebende Geheimnis der Einhorn zu lüften - ein Schiff, welches Haddocks Vorfahre gehörte. Dabei reiten sie sich in eine menge Schwierigkeiten und müssen, um dem Geheimnis auf die Schliche zu kommen, die halbe Welt umrunden. Dazu gibt es immer wieder Zwischensequenzen, die aus der Sicht von Haddocks Vorfahren erzählt werden. Etwas verwirrend. Umfasst wird tatsächlich die Geschichte des Films, gut nacherzählt wird sie aber nicht. Eine Sprachausgabe gibt es nicht. Die Zwischensequenzen werden als ein Motion Comic dargestellt und in einzelnen Panels präsentiert.

Die Verpackung verspricht: "Kämpfe, decke Geheimnisse auf und löse Rätsel!" Dementsprechend erhofft man sich vielleicht eine Art Point-and-Click-Adventure im alten Stil. Falsch gedacht. Stattdessen bekommt man es mit einem Side-Scroller zu tun, der sowohl Jump‘n‘Run-Elemente, wie aber auch Action Adventure-Elemente miteinander kombiniert. Gefordert wird der Spieler nur selten. Die Abläufe wiederholen sich das gesamte Spiel über. Entweder muss man einer Person folgen, einen Schlüssel finden oder aus einem Areal flüchten. Geschick wird hier eher weniger von den Entwicklern verlangt. Spielerisch erinnert Das Geheimnis der Einhorn jedoch an alte Konsolen-Plattformer. Als Beispiel könnte man hier Pitfall, Prince of Persia und Oddworld nennen. So werden ältere Spieler wahrscheinlich des öfteren an Super-Nintendo- oder Mega-Drive-Klassiker erinnert werden. Auch wenn der Spielablauf sehr monoton ist, langweilig wird es allerdings nicht. Das Spielprinzip ist trotz allem ziemlich kurzweilig gestaltet. Lediglich die ziemlich dämlichen Zwischensequenzen ziehen dann und wann die Mundwinkel etwas nach unten.

Unterwegs wie Indiana Jones?
Das Konzept in Tim und Struppi ist deutlich auf jüngere Spieler ausgelegt. Manöver wie in einem Indiana Jones-Film oder im aktuellen Uncharted 3 darf hier niemand erwarten. Abwechselnd spielt man mit Tim und Struppi, am Ende auch mal Haddock. Die immer gleichen Bosskämpfe sind simpel gestaltet. Nett aufgemacht sind zumindest die Unterwasser-Level. Diese erinnern ein wenig an die Loren-Level aus Donkey Kong Country Returns, nur natürlich längst nicht so frustrierend. Viel Spaß hat man außerdem bei den Kämpfen. In bester Comic-Manier kann man seine Gegner aus dem Weg räumen. Entweder verprügelt man sie einfach, bewirft sie mit Gegenständen oder wirft ihnen Bananenschalen als Hindernisse in den Weg. Man kann meistens die komplette Umgebung zu seinem Vorteil nutzen. Allerdings dämpft auch hier der geringe Schwierigkeitsgrad den Spaß. Kriegt man selber einmal einen auf die Mütze, oder landet in einem Abgrund - keine Sorge, ihr habt unendlich viele Versuche. Auch die Checkpoints wurden sehr großzügig gewählt. Das Leveldesign zeugt von einer Menge Déjà-vu Erlebnissen.

Steuerung:
Tim und seine Freunde steuern sich zweidimensional (bis auf die Abschnitte mit Haddocks Vorfahren), wie in den besagten Klassikern der vergangenen Konsolen. Mit dem Schiebepad geht das Butterweich. Die Steuerung ist sehr angenehm und frustriert kein einziges mal. Bei den Rückblenden zu Haddocks Vorfahren kommt das Touchpad zum einsatz: Man steht dem Kapitän bei, der sich auf seinem Schiff, der Einhorn, durch feindliche Piratenhorden kämpft. Per Stylus greift ihr an oder verteidigt euch. Ebenso darf das ein oder andere Quick Time Event bestanden werden.

Grafik:
Das Artdesign der Figuren kommt dem aus Comic und Film teilweise sehr nahe. Umgebungen wirken aber teilweise sehr arm an Details. Dabei macht das Spiel die meiste Zeit über einen Eindruck, als hätten wir es hier mit einem PSP-Spiel aus dem Jahre 2006 zu tun. Der 3DS ist jedoch zu wesentlich mehr in der Lage. Der 3D Effekt schwankt zwischen belanglos und überraschend gut. Zwar fliegen keine Objekte aus dem Bildschirm, aber es kann sich zumindest der Tiefeneffekt an einigen Stellen sehen lassen. Auch hier punkten die Level, die sich unter Wasser abspielen. Im 2D-Modus läuft das ganze Geschehen jedoch wesentlich flüssiger ab. Besonders machen sich die geringeren Frames im 3D-Modus bemerkbar, wenn ihr die Flugzeug-Level bestreitet.

Sound:
Ein großer Pluspunkt ist der Soundtrack. Dieser wurde aus dem Film übernommen und mit einem Orchester aufgenommen. Star Wars- und Indiana Jones-Fans werden es sofort bemerken, diese Stücke stammen von Komponist John Williams. Leider wiederholen sie sich auch sehr häufig. Umso ärgerlicher ist es, dass man es direkt bemerkt wenn sie sich wiederholen. Einen Fade Out gibt es nicht. Selbst ein von Musik untermaltes Menü einer BluRay Disc ist dem Spiel in diesem Punkt voraus.

Features:
Neben der Hauptgeschichte gibt es (nur) einen weiteren Modus. Dieser ist sofort verfügbar. In Haddocks Träumen müsst ihr euch mit der gesamten Entourage durch surreale Traumwelten kämpfen. Diese sind phantasievoll gestaltet und bieten für eine Zeit einiges an Spielspaß. In einer Art Parcour müsst ihr Hindernisse überwinden und eine Bestzeit erreichen. In drei Akten mit zweimal sechs und einmal vier Kursen könnt ihr euch eine Weile austoben. Für Langzeitmotivation sorgt aber auch dieser Modus nicht. Habt ihr einen Freund der ebenfalls das Spiel besitzt, könnt ihr den Hürdenlauf auch im lokalen Multiplayer mit einem Freund bestreiten. Freizuspielen gibt es nichts. Lediglich die Zwischensequenzen als Motion Comic könnt ihr euch immer wieder ansehen.

Fazit:
Für ein Spiel zum Vollpreis bietet Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn einfach viel zu wenig. Zwei Spielmodi die kaum Innovationen bieten, verhindern trotz kurzweiligem Gameplay eine höhere Wertung. Hätte sich das Team von Ubisoft hier mehr Mühe gegeben, wäre auch deutlich mehr drin gewesen. Es gibt weitaus schlechtere Videospiel-Adaptionen, doch die 3DS-Version hinkt seinen großen Konsolen-Brüdern weit hinterher. Pitfall-Fans könnten bei diesem Titel nostalgische Gefühle entwickeln. Ansonsten dürfte das Abenteuer des belgischen Reporters nur etwas für Fans des Filmes oder jüngere Spieler sein. Wer Rätsel und Geschicklichkeitsproben sucht, der dürfte mit Ocarina of Time 3D und Cave Story 3D besser bedient werden.

Wird den Pass wohl nicht mehr erneuern lassen: Marcel Eifert [R.Godless] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Eine viel zu kurze Weltreise, an der viel Potenzial verschwendet wurde.

Wertung

SPIELWELT:

5.0

ABWECHSLUNG:

4.0

LEVELDESIGN:

5.0
5
von 10

Kämpfe sehr witzig und kreativ in Szene gesetzt

Teilweise schöner 3D Effekt

Street Pass Nutzung um Highscores auszutauschen

Grafik nicht mehr zeitgemäß

Hauptgeschichte schnell durchgespielt

Geringer Umfang

Lieblose Umsetzung der Geschichte

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2 Kommentare