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Spielname:
Terraria

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
505 Games

Developer:
Re-Logic/CodeGlue

Genre:
Action Adventure

Release:
10.12.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Review: Terraria

Sebastian Mauch, 15.01.2016

4900°

5

Test mögen: Weitersagen:

Sandboxspiele sind heutzutage gewiss keine Seltenheit mehr. Spätestens mit Beginn der Minecraft-Ära sollte jeder ungefähr ein Bild von dieser Art von Spielen haben. Selbstverständlich ist das Genre nicht nur auf dreidimensionales Gameplay begrenzt, denn auch in typischer 2D-Jump-'n'-run-Manier kann man riesige Welten erkunden und allerlei Zeugs bauen. Terraria ist da das beste Beispiel. Während Spieler bis dato auf so gut wie allen Plattformen in die pixelige Spielwelt eintauchen durften, mussten sich die Nintendo-Jünger bislang in Geduld üben. Doch das Warten hat endlich ein Ende und Terraria findet nun auch seinen Weg auf die Wii U und den 3DS. Da lassen wir uns natürlich nicht lumpen und testen den Port auf Herz und Nieren!

Willkommen in der Welt von Terraria
Doch worum geht es hier eigentlich? Als die Spielfigur tauchen wir ohne jedliche Ausrüstung in die riesige namensgebende Welt ein und müssen dafür sorgen, so lange wie möglich am Leben zu bleiben. Klingt zunächst toll, nicht wahr? Doch wie genau stellt man das nun an? Diese Frage bekommt man leider nur bedingt beantwortet. Abgesehen von einem winzigkleinen Tutorial gibt es kaum eine Einführung in die Spielmechaniken. Nur die elementarsten Dinge bekommt man aufgezeigt: wie man eine läuft und springt, wie man eine Fackel platziert oder etwas abbaut. Auch die „Bauvorschriften“ für einen Unterschlupf werden dort behandelt. Doch Terraria bietet noch ungefähr 1.000 mal mehr als das. Darum kommt unweigerlich ein Gefühl der Verlorenheit auf. Aber versteht uns nicht falsch, genau das ist doch schließlich der Reiz eines Survivalgames. Wie ein Säugling wagt man sich quasi Schritt für Schritt voran und lernt zu (über)leben. Und wir sind nicht allein…

Zwischen Goldfischen und fliegenden Augen
Zu Beginn besorgen wir uns zunächst etwas Holz für eine Hütte und simple Werkzeuge und Waffen. Kaum macht man sich ans Werk, bricht auch schon die Nacht herein und allerlei Viehzeugs sucht uns heim. Mit unserer provisorischen Bewaffnung lässt sich allerdings nicht viel ausrichten, also suchen wir flugs Zuflucht in Erdreich. Dort findet man jede Menge überlebenswichtige Rohstoffe: Blei, Silber, Sand, Steine und vieles mehr. Mit etwas Glück sind sogar ein paar Edelsteine oder eine verstecke Truhe darunter. Gerade letztere öffnen nicht selten neue Möglichkeiten. Während unseres Tests hatten wir das Glück, Kletterhandschuhe und einen fliegenden Teppich zu finden - welch ein Segen! Doch auch unter Tage wartet der Tod, also nichts wie ab nach oben, Häusle bauen, und flott die erbeuteten Material verarbeiten. Dabei sind alle Rohstoffe sinnvoll auf verschiedene Stationen aufgeteilt. Will man Erze schmelzen, muss man sich zum Ofen gesellen, für Möbel und Baustoffe gehen wir an die Werkband und so weiter. Findet man im späteren Verlauf hochwertigere Bodenschätze wie etwa Diamanten oder Saphire, muss man aus Eisen zunächst eine stärkere Werkbank bauen, in Fachkreisen auch Amboss genannt.

Nach einiger Spielzeit kennt man dann allmählich die Tücken der näheren Umgebung und bewegt sich galant mit Greifhaken und Breitschwert durch die Lüfte. Man metzelt Horden von Gegnern, findet Dungeons, riesige Höhlen, Ozeane und erweitert seine Lebens- und Manaleiste mit in der Welt versteckten Upgrades. So lange, bis man letztlich das Gefühl hat, sich weiter vorwagen zu können. Im Osten blockiert ein riesiger Ozean das Vorankommen, also graben wir uns kerzengerade nach unten, bis schließlich ein waberndes Licht die Finternis verdrängt. Die Hölle naht… Ein Schritt in die heißen Untergründe und schon werden wir von eine brennenden Höllenfledermaus zerlegt. Ähnlich erging es uns in einem nicht allzu weit entfernten Tempel, dessen Katakomben einen ziemlich harten Bossgegner beherbergen. Der Schwierigkeitsgrad ist somit zwar auf den ersten Blick unfair hoch angesetzt, doch je besser man sich ausrüstet, desto besser kommt man auch mit diesen Herausforderungen klar. Wem selbst das irgendwann zu „leicht“ wird, auf den wartet irgendwann der Hard Mode. Dort lauern noch größere Gefahren als ohnehin schon.

Kreativität ist auch gefragt!
Eines ist gewiss, es geht in Terraria keineswegs ausschließlich ums Überleben. Das Spiel beherbergt nämlichen schiere Unmengen an Objekten wie Deko oder Materialien. Alles, was einem vor den Hammer gerät, kann abgebaut und später wieder aufgestellt werden. Somit steht der riesigen Burg mit mittelalterlicher Einrichtung nichts im Wege. Oder soll es doch lieber eine imposante Pyramide werden? Der Spieler hat die Qual der Wahl. Wer zuvor jedoch Minecraft oder ähnliche Spiele probiert hat, der könnte sich in der zweidimensionalen Welt womöglich etwas eingeengt fühlen, auch wenn wir im Test das Ende der Welt noch nicht mal ausfindig machen konnten – falls überhaupt so etwas wie eine Levelgrenze existiert. Praktisch: Jeder Schritt deckt die Weltkarte ein Stückchen weiter auf, somit hat man stets einen Überblick, wo man sich derzeit aufhält.

Und wie ist die 3DS-Umsetzung geworden?
Hach ja, Portierungen und Technik. Mal klappt es, mal klappt es nicht. PC-Spieler können davon ein Lied singen. Konsoleros und Mobilzocker bleiben jedoch meist verschont. Wenn dann doch mal ein PC-Spiel auf eine Konsole wandert, kommt so etwas wie Terraria dabei heraus. Das Spiel an sich ist makellos und hatte bis auf die etwas seltsamen Behausungen und einzugsunwillige NPCs kaum nennenswerte Bugs. Etwas störend hingegen ist die teils seltenwitzige Übersetzung. Zu Weihnachten droppten Gegner hin und wieder blaue Geschenke, also im Englischen „Blue Presents“. Stattdessen bediente man sich bei den Zeitformen der deutschen Grammatik und macht daraus kurzerhand eine „Blaue Gegenwart“. Manche Itembeschreibungen wurden wiederum gar nicht erst angerührt und blieben einfach in der Originalsprache. Dafür muss man dem Spiel lassen, dass es durchweg flüssig und ohne Abstürze lief.

Steuerung:
Die Kontrolle hat bei der 3DS-Umsetzung jedoch leider Federn lassen müssen. Gerade beim wichtigsten Element des Spiels – der Interaktion mit der Umgebung – bemerkten wir Defizite. In der Welt von Terraria ist alles in kleine Blöckchen aufgeteilt und kann mit den passenden Werkzeugen manipuliert werden. Auf dem PC geschieht das ganz intuitiv mit dem Mauszeiger. Diese Präzision vermissen wir auf dem 3DS allerdings. Man hat zwar eine Art Zielassistenz und einen präziseren Baumodus der auch mit dem Stylus bedient werden kann, doch bis man sich daran gewöhnt hat fühlt sich das alles ziemlich krampfig an.

Grafik:
Optisch ist alles gut verlaufen. Die blockige Darstellung wirkt auch auf einem recht kleinen Handheld sehr gut, und die Welt sieht bis auf die Monster sehr einladend aus. Je nach Gebiet wechselt zudem das Thema. Mal sind wir in normaler Waldlandschaft, mal in regnerischen dunklen Wäldern, ein anderes Mal finden wir uns widerum mitten in der dürren Wüste wieder. Dabei trifft man auf allerlei Dungeons und Kultstätten, die allesamt ins Bild des Spiels passen. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch der fehlende 3D-Modus, der gerade das Bauen in zwei Ebenen – Vorder- und Hintergrund – etwas aufgewertet hätte.

Sound:
Viel kann man hier nicht anbringen. Die vorhandenen Musikstücke sind sehr anregend, aber wiederholen sich schnell. Doch wirklich negativ oder nervig fühlt es sich für uns zu keiner Zeit an. Gegner haben individuelle Geräusche spendiert bekommen, wohingegen NPCs allesamt verstummt auf die Welt kamen. Besonders atmosphärisch wird es unter Tage. Ist nämlich mal kein Unhold in der Nähe, dringt eine merkwürdige Stille zum Spieler durch. Nähert man sich gefährlichen Gebieten, bekommt man das also rechtzeitig akustisch zu spüren. Hier haben die Leute von Re-Logic nichts falsch gemacht.

Fazit:
Terraria ist eine Wissenschaft für sich, das wird einem schon früh klar. Zwischen pixeligen Bäumen und fliegenden Augen hamstert man sich mit der Zeit zur reinsten Kampfmaschine. Und doch stößt man immer wieder auf Herausforderungen, denen man trotzdem noch nicht gewachsen ist. Das macht den Reiz aus und funktioniert hervorragend. Zwar muss man sich mit der leicht hakeligen Steuerung und der seltendämlichen Übersetzung abfinden, doch das reicht nicht um den Spielspaß zu trüben. Man kann dem Spiel höchstens nach einiger Zeit eine leichte Monotonie anhängen. Wer allerdings Spaß darin findet, stundenlang zu buddeln oder Dark Souls-mäßig dem Tod in die Arme zu springen, der kann mit dem eShop-Download nichts falsch machen. Wer eher etwas handfestes im Regal stehen haben möchte, der muss sich auch nicht mehr lange gedulden. Die Modulfassung soll nämlich im Frühjahr 2016 nachgereicht werden.

Fragt sich, was er noch alles entdecken wird: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Vielen Dank an 505 Games für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Charmanter und zeitfressender 2D-Kampf ums Überleben mit leichten technischen Schwächen.

Wertung

SPIELWELT:

9.0

ABWECHSLUNG:

8.0

TECHNIK:

5.0
7
von 10

Extrem viel zu entdecken

Unmengen an Gegenständen

Forderndes Gameplay

Stimmige Bild- und Soundkulisse

Lokaler Multiplayer

Steuerung nicht so komfortabel wie auf anderen Plattformen

Ohne Wiki teils kaum zu schaffen

Mangelhafte deutsche Übersetzung

Kein 3D-Modus

Wie werten wir?

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5 Kommentare