Planet3DS PlanetDS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetGameboy N-Page.de


Spielname:
Bit.Trip Saga

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Rising Star Games

Developer:
Gaijin Games

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
16.03.2012 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
Spiel mögen:

Weitersagen:


Jetzt Bestellen:
Zum Shop:

Review: Bit.Trip Saga

Tjark Michael Wewetzer, 24.03.2012

5421°

0

Test mögen: Weitersagen:

Da kommen sie wieder hoch, die Gedanken an die gute, alte Zeit™. Damals, als Spiele noch simpel waren, von ihrer Herausforderung lebten, HD-Auflösungen utopisch erschienen und von kosmetischen Trophäen nicht das geringste zu sehen war. Und wir reden hier nicht von den NES-Zeiten, in denen Grafik, Größe und Handlungsgehalt zunahmen und so weniger Vorstellungskraft vom Spieler verlangten, sondern von der Atari-Ära. Eine Ära, in die uns Entwickler Gaijin Games mit der zuvor in Episoden-Form als WiiWare veröffentlichten Bit.Trip Saga entführen möchte – wenngleich doch mit einem etwas zeitgemäßeren Stil und deutlichem Fokus auf der akustischen Ebene. Können die sechs Geschichten des reisenden Helden Commander Video auch auf dem 3DS für angenehme Trance-Zustände sorgen?

Eine Odyssee der Bits und Beats
Moment, Geschichten? Ja, auch Bit.Trip will euch eine Handlung erzählen. Allerdings hält sich die Reihe damit stark zurück. Anstatt euch klar und eindeutig durch die Abenteuer des Commander Video zu führen, zeigen kurze Clips, was Sache ist und überlassen den Rest euren Interpretationen. Das macht für diejenigen, die sich für den Subtext begeistern können, das ganze Erlebnis umso tiefgründiger. Wirklich viel zu lesen gibt es dabei nicht, weswegen es auch nicht weiter störend auffällt, dass die doch vorhandenen Textstellen lediglich in englischer Sprache erscheinen. Wer einfach nur aufgrund des eigentlichen Gameplays hier ist, fühlt sich auf der anderen Seite aber auch nicht durch die überspringbaren Erzählungen gestört.

Und zu spielen gibt es einiges. Immerhin haben wir es bei dieser Sammlung mit sechs nahezu grundverschiedenen Titeln zu tun. Lediglich die erste und letzte Episode, Beat und Flux, teilen sich das Spielprinzip. Bei diesen müsst ihr nämlich anfliegende Bits mit eurem Paddel zurückschlagen. Das erinnert ein wenig an eine Einzelspieler-Variante des Klassikers Pong, gewinnt allerdings durch die rhythmus-orientierte Platzierung der Punkte sowie kniffligen Boss-Kämpfen an zusätzlichem Reiz. Und wie auch schnell bei Bit.Trip Beat klar wird: Einfach wird die Reise nicht. Sehr bald regnen schnelle Bit-Formationen auf euch zu, die in Windeseile zurückgeschlagen werden müssen. Verpasst ihr zu viele Punkte, werden erst Optik und Musik auf tatsächliches Pong-Niveau runtergeschraubt, bevor nach weiterem Versagen den Game-Over-Bildschirm euren Trip vorzeitig beendet.

I am only a man
Auch die anderen Spiele auf der 3DS-Karte liefern einzigartigen Old-School-Spielspaß. Zu den eher ruhigeren Vertretern gehört Bit.Trip Void, bei dem ihr mit einem schwarzen Loch schwarze Punkte aufsaugen und weißen ausweichen müsst. Das Problem dabei: Mit jedem aufgesaugten Pixel werdet ihr größer, dafür gibt es allerdings mehr Punkte, sobald ihr euch auf Knopfdruck wieder kleiner macht. Nur weil es zu den leichteren Titeln gehört, heißt das also noch lange nicht, dass es ein Spaziergang wird. Bei Core hingegen müsst ihr – wiedermals im Rhythmus der Melodie – von allen seiten anfliegende Pixel mit einem Laser beseitigen, könnt allerdings nur in vier Richtungen feuern.

Die letzten beiden Titel im Bunde sehen dann schon wieder auch für moderne Augen zugänglicher aus. Hinter dem Namen Bit.Trip Fate verbirgt sich ein Shoot 'em Up, bei dem ihr Commander Video durch Kugelhagel lenkt und Feinde vom Bildschirm pustet. Natürlich gibt es aber auch hier einen Haken: Der Protagonist kann sich nämlich nur auf einer vorgegebenen Bahn bewegen, was das Ausweichen erschwert und eine taktischere Herangehensweise von euch fordert. Und dann wäre da noch Bit Trip Runner, ein extrem kniffliges Jump 'n' Run, bei dem ihr den selbstständig loslaufenden Commander über Hindernisse hüpfen oder störende Objekte aus dem Weg schlagen lassen müsst. Klingt einfach, verlangt von euch jedoch aufgrund des Tempos höchste Konzentration – auch weil es bei den kurzen Abschnitten keinerlei Checkpoints gibt.

Offline-Solo-Trip
Das ist ohnehin eine der Kernauffälligkeiten von Bit.Trip: Jedes Konzept ist im Grunde genommen simpel und einfach zu erlernen oder zu begreifen, dank des schnell ansteigenden Schwierigkeitsgrads werdet ihr allerdings bis ans Äußerste gefordert. Wer dann auf der Highscore-Liste ganz oben stehen oder gar einen perfekten Lauf hinlegen möchte, muss sich richtig ins Zeug legen. Schade nur, dass wir unsere Erfolge nicht mit der Welt teilen dürfen. Anders als beim Wii-Äquivalent gibt es keine Online-Ranglisten. Auch die Mehrspieler-Optionen der WiiWare-Auflage oder die Herausforderungen und mehreren Härtegrade von Bit.Trip Complete sind in der portablen Umsetzung leider nicht enthalten.

Steuerung:
Nimmt man Bit.Trip Runner raus, kommt jedes der enthaltenen Spiele mit einem Minimum von Befehlen aus. So wird etwa bei Core der Laser mit dem Steuerkreuz ausgerichtet und mit A gefeuert, während ihr bei Void mit dem Circle Pad euer schwarzes Loch bewegen müsst und euch über A schrumpfen lasst. Und selbst Runner ist trotz seiner vielen Befehle äußerst eingängig. Lediglich bei Beat und Flux solltet ihr statt Schiebepad zum Stylus greifen, da die Touch-Kontrolle um einiges präziser ausgefallen ist. Linkshänder könnten darüber hinaus bei Fate auf Probleme stoßen: Hier muss nämlich mit dem Touchpen gezielt werden, während man Commander Video mit dem Circle Pad bewegt. Eine alternative Konfiguration gibt es leider nicht.

Grafik:
Es gibt einen guten Grund, warum da ein „Trip“ im Titel steht. Die Saga ist nämlich generell in kräftigen, teils extrem bunten Farbtönen gehalten. Das kann sich auch manchmal zum Nachteil erweisen. Zielobjekte verstecken sich nämlich zu gerne im gleichfarbigen Hintergrund und bringen euch so schnell aus dem Konzept – da hilft nur Auswendiglernen! Der 3D-Effekt, welcher der Handheld-Fassung eigen ist, sollte übrigens keinen Kaufgrund für euch darstellen. Dieser fällt eher minimal und in manchen Fällen sogar störend aus – etwa bei Beat. Runner hingegen bietet einen wahrlich enttäuschenden Tiefeneffekt – so ist das Spielfeld gerade mal in drei flache Ebenen aufgeteilt worden – und knickt in Sachen Bildrate bei aktiviertem 3D ein wenig ein. Lasst den Regler also besser unten, dann laufen die Spielchen, mit Ausnahme von Runner, auch weitestgehend ohne Probleme.

Sound:
Wer hat ein paar eingängige Chiptunes bestellt? Die musikalische Untermalung ist eindeutig eine der treibenden Kräfte des Spiels. Eure Leistung bestimmt nämlich auch, wie das ganze Geschehen klingt. Je höher eure Kombos ausfallen, desto schöner werden die Melodien. Versagt ihr hingegen, schaltet sich stilles Atari-Gepiepse ein – was euch wiederum erlaubt, euch genauer auf das Spielgeschehen zu konzentrieren und euch zu retten. Diese kleinen Dinge machen Bit.Trip zu einem akustischen Hochgenuss.



Fazit:
Im Zeitalter des Grafik-Wettrennens, wo nur hochauflösendes HD zählt und Fotorealismus angestrebt wird, ist es erfrischend, auch mal wieder abstrakte Videospiel-Kunst zu sehen. Vielleicht mögen wir uns mit dieser Aussage ein wenig zu sehr aus dem Fenster lehnen. Vielleicht spricht hier auch unser altes Retro-Herz mit. Doch eines ist sicher: Bit.Trip Saga ist eine kurzweilige, knifflige und gelungene Liebeserklärung an die Spielweisen und Klänge der guten, alten Zeit™. Schade nur, dass die Macher bei der 3DS-Umsetzung die Boni des günstigeren Wii-Gegenstücks nicht gleich auch noch mitgenommen haben und der 3D-Effekt zu wünschen übrig lässt. Solltet ihr allerdings über keine Wii verfügen oder einfach Portabilität über die Extras stellen, könnt ihr mit der Saga nichts verkehrt machen. Doch obacht: Ebenso süchtig wie das Spiel macht, ist der Schwierigkeitsgrad entsprechend gesalzen!

Sieht lauter bunte Pixel: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an dtp entertainment für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Knifflig, motivierend, mitreißend: Der ideale Retro-Zeitvertreib für Freunde alter Spielprinzipien und Chiptunes.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

8.0

STEUERUNG:

9.0

WIEDERSPIELWERT:

8.0
8
von 10

Sechs spaßige Arcade-Spiele

Mitreißende Chiptunes

Fordernder Schwierigkeitsgrad

Immer wieder für eine Runde gut

Kleine technische Probleme bei Runner

3D-Effekt enttäuschend

Extras des Wii-Äquivalents fehlen

Kein Multiplayer

Wie werten wir?

Kommentare anzeigen

0 Kommentare