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Spielname:
Chibi-Robo: Zip Lash

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
skip/Vanpool

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
06.11.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Chibi-Robo: Zip Lash

Tjark Michael Wewetzer, 04.11.2015

4446°

3

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Ein Miniatur-Roboter als Mädchen für alles? Das ist zumindest der Plan hinter dem kleinen Haushaltshelfer Chibi-Robo gewesen. Doch auch als Videospielheld beweist er seine Wandlungsfähigkeit. Nach seinem kleinen Fotografen-Job im eShop wagt sich der wenige Zentimeter große Held nun auf sein erstes richtiges 3DS-Abenteuer – also im Sinne von „er erlebt ein tatsächliches Abenteuer“. Spielerisch knüpft Chibi-Robo: Zip Lash nämlich gar nicht an den GameCube-Erstling an, stattdessen wird der Blechkumpan in einen 2D-Hüpfer mit 3D-Umgebungen gesteckt. Allerdings hat dieser so seine Macken. Welche das sind, wollen wir im Folgenden erläutern.

Fakt: Aliens stehen auf Süßkram
Eigentlich ist das Chibi-Robo-Modell, dessen Rolle wir hier übernehmen, ja mit Putzarbeiten im All beschäftigt. Dabei bekommen er und sein gesprächiger Begleiter Telly jedoch von einer Alien-Invasion Wind, die natürlich umgehend gestoppt werden muss. Die außerirdischen Wesen haben es nämlich auf die Snacks der Erde abgesehen und das geht ja nun mal gar nicht! Also stürzen wir uns direkt in den ersten Level und machen uns dabei mit den Grundprinzipien des Spiels vertraut:

Alles dreht sich hierbei um den Stecker, den der kleine Roboter mit sich herumschleift. Dieser dient nämlich nicht nur dazu, um den Akku an gelegentlichen Steckdosen wieder aufzuladen – vorausgesetzt, ihr habt die Energiereserven eurer Heimatbasis durch Müllverbrennung gefüllt –, sondern stellt die Waffe von Chibi-Robo dar. Auf Knopfdruck schwingen wir den Stromsauger vorwärts oder im 45-Grad-Winkel nach oben, gewisse Hindernisse wie Riesenblöcke lassen sich hingegen mit einem Power-Schwung beiseite räumen.

Dass der Stecker so heißt, weil man ihn in etwas reinstecken kann, wird von Zip Lash auch häufig aufgegriffen. An orangenen und hellplauen Ankerpunkten können wir unsere Primärwaffe einklinken, um uns etwa über Abhänge hinweg- oder Umgebungsobjekte zu uns zu ziehen. Nicht selten müsst ihr auch von einer speziellen Eigenschaft des Power-Schwungs Gebrauch machen, welcher an Wänden abprallt und damit auch normalerweise unerreichbare Objekte oder Ankerpunkte erwischen kann. Allerdings ist bei alldem eure Reichweite zu beachten: Zu jedem Levelstart kann Chibi-Robo seinen Stecker nur wenige Zentimeter weit schleudern. Erst durch das Aufsammeln von blauen und roten Kugeln verlängert sich euer Kabel.

Chibi-Robos Rundreise um die Welt
Auch wenn sich in den ersten Anspielversionen die Befürchtung breit gemacht hat, Zip Lash sei lediglich ein quietschbunter Hüpfer von der Stange, haben sich die Macher wenigstens Mühe gegeben, euch reichlich Abwechslung zu bieten: Jede Stufe des Spiels kommt nämlich mit eigenen kleinen Gimmicks daher, die zwar nicht revolutionär sind, aber willkommene Abwechslung ins Abenteuer bringen. So müssen wir in einem Level Muscheln als Sprungbretter zweckentfremden, in einem ägyptisch angehauchten Abschnitt fünf Plattformen in einer bestimmten Reihenfolge abhüpfen oder mit einem Feuer-Power-Up, das unseren Chibi-Robo in wortwörtlich Flammen aufgehen lässt, Stahltore schmelzen. Einer der sechs Abschnitte, die euch in jeder Welt erwarten, dreht sich sogar um ein komplett eigenständiges Minispiel, bei dem ihr beispielsweise einen kleinen Skateboard-Kurs absolvieren müsst oder auf Wasserski von einem Schnellboot über das Meer gezogen werdet. Trotzdem fühlt sich der Trip nie nach etwas Besonderem an. Alles wirkt, als wäre es schon mal dagewesen, wirkliche Wow-Momente bleiben aus.

Zudem ist der Schwierigkeitsgrad beizeiten etwas unausgegoren. Zwar ist das Hüpfvergnügen insgesamt eher einfach zu bewältigen – optional könnt ihr sogar nach zwei Fehlversuchen gegen ein gewisses Ingame-Entgelt einen Kurs überspringen –, hin und wieder setzt der Härtegrad aber zu unschönen Sprüngen an. Bei den zuvor erwähnten Minigames beispielsweise gibt es keine Checkpoints und ein einziger Fehler führt direkt zum Game Over. Im normalen Spielverlauf hingegen verliert ihr selbst bei einem Sturz in den Abgrund nur ein wenig Batterie-Stärke, die sich zudem mit kaufbaren Power-Ups strecken lässt. Auch erweisen sich manche Sprungpassagen aufgrund der etwas gewöhnungsbedürftigen Steuerung, auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen, als etwas kniffliger als erwartet.

Das ist auch nicht der einzige Schwachpunkt des Hüpfers. Statt einer klassischen Levelauswahl bewegt ihr euch nach jedem Stufenabschluss über ein kompaktes Spielbrett, indem ihr mit einem Roulette-Rad bestimmt, wieviele Felder ihr passieren dürft. An sich eine niedliche Idee, allerdings vollkommen überflüssig, da ihr schlussendlich sowieso jeden Level der Welt abschließen müsst, um dem Boss entgegentreten zu können. Landet ihr auf einer Stufe, die ihr bereits bewältigt habt, müsst ihr sie sogar erneut durchspielen, bevor ihr weiterziehen dürft – nervig! Nicht zuletzt ist dieses niedliche Feature vollkommen hinfällig, sobald ihr die Welt abgeschlossen habt. Dann dürft ihr die Level nämlich frei nach Belieben auswählen.

Noch eine Runde?
Letzteres geschieht wohl auch, weil Zip Lash einiges auf den Wiederspielwert legt. Erst beim zweiten Anlauf versteckt sich beispielsweise ein Alien-Kind in den Arealen, das ihr zu seinem Mutterschiff eskortieren könnt, um ein Kostüm und eine Geheimnummer zu erhalten. Die Nummer schaltet ein weiteres Outfit für Chibi-Robo ein, sofern ihr die übrigen Ziffern von anderen Spielern (oder einem Online-Guide) in Erfahrung gebracht habt. Nett: Ihr könnt die Nummer direkt im Miiverse posten und euch so nach den verbleibenden Zahlen erkundigen. In unserer Testversion war das mangels passender Community allerdings noch nicht möglich. Ähnliches gilt für die amiibo-Unterstützung, für die zwingend der Chibi-Robo-amiibo notwendig ist, der nur der Einzelhandels-Version beiliegt und uns zum Testzeitpunkt nicht vorlag. Zwar könnt ihr mit allen anderen NFC-Figuren einen lächerlich geringen Münzbetrag zum Kauf von Power-Ups erhalten, die speziellen amiibo-Posen könnt ihr jedoch erst mit der Chibi-Robo-Figur erhalten. Die Statuette erlaubt es euch zudem, euren Robo-Helden zu Super-Chibi-Robo zu machen, wordurch seine Schwungreichweite und Energieleiste schlagartig maximiert wird – ein nettes, optionales Stützrad für Einsteiger.

Steuerung:
Gerade bei einem Jump 'n' Run ist die volle Kontrolle das A und O. Zip Lash fällt allerdings durch sein eigenwilliges Steuerungsschema auf: Über A wird gehüpft und X ist für Angriffe da – so weit, so normal. Allerdings nutzt ihr X in der Luft auch, um über größere Abgründe zu schweben, da Chibi-Robo dafür seinen Stecker als Propeller verwendet. Klingt sinnig, nur ist das nach wie vor ein Angriff, weswegen das Loslassen der Taste dazu führt, dass er den Stecker nach vorne schleudert und dabei kurz in der Luft stehenbleibt – es sei denn, ihr brecht die Aktion mit der L-Taste ab. Hinzu kommt, dass Power-Würfe über die Y-Taste aufgeladen werden müssen. Das alles ist zugegebenermaßen hauptsächlich Gewöhnungssache, war in anderen Jump 'n' Runs aber bedeutend intuitiver gelöst und ist hier unnötig verkompliziert.

Grafik:
Auch wenn die Areale wie die Hüpferei an sich eher rudimentär wirken, so sind sie doch schon teils eine kleine Augenweide. Der Karibik-Strand zeigt sich beispielsweise in einer wunderschönen Pracht, während die ägyptischen Ruinen eine geheimnisvolle Aura ausstrahlen. Die etwas kantigen Polygonmodelle im Hintergrund mögen dabei ein bisschen seltsam anmuten, passen aber zum Stil des Titels. Leider vermissen wir ein wenig das, was die Chibi-Robo-Reihe bislang ausgemacht hat: Das Gefühl, einen kleinen Roboter in der Menschenwelt zu steuern. Allzuviele normale Objekte gibt es nämlich nicht zu sehen.

Sound:
Ähnlich wie die Optik gibt sich auch die Akustik: Die Melodien sind ansprechend komponiert und unterstreichen das Gute-Laune-Setting grandios, wenngleich der ein oder andere Song etwas austauschbar wirkt. Die Soundeffekte passen ebenfalls, allerdings kann das serientypische Gebrabbel von sprechenden Charakteren wie etwa versteckten Spielzeugen, die nach Süßigkeiten fragen, beizeiten schon mal etwas nerven. Vor allem die rhythmischen Laute des musizierenden Äffchens mit den Becken in den Pfoten gingen uns während der Ablade mehrerer Schnökersachen tierisch auf den Keks.

Fazit:
Es ist ja löblich, dass Nintendo seinen kleinen Roboter-Helden nicht auf der Stelle stehen lässt und nun neue Dinge mit ihm probiert. Chibi-Robo: Zip Lash bietet auch einige interessante Ansätze und Ideen, die in Anbetracht des überschaubaren Move-Repertoires des Protagonisten gut umgesetzt wurden. Aber trotz der recht abwechslungsreichen Areale und den angeschnittenen Besonderheiten, zu denen auch eine laufende Sidequest zählt, während der ihr diverse (real existierende) Marken-Süßigkeiten für Spielzeuge einsammelt, wirkt Zip Lash nie wie ein wirklich besonderes Spiel. Die einzigartigen Levelelemente werden praktisch gar nicht richtig kreativ ausgereizt, andere Eigenheiten wie das Reiseroulette verkommen sogar zu billigen und unnötig nervenden Gimmicks. Das größte Verkaufsargument dürfte damit wohl die zugegebenermaßen sehr niedliche amiibo-Figur sein, das beiliegende Spiel bleibt hingegen nur leicht gehobener Durchnschnitt und verschenkt zahlreiche Chancen, aus dem Chibi-Szenario etwas Eigenständiges zu machen. Unterm Strich bleibt nur ein nettes Hüpfabenteuer für jüngere Zocker und Fans des knuffigen Blechhelden.

Hätte gerne einen funktionierenden Chibi-Robo im Haus: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Trotz einiger netter Einfälle und dem niedlichen Stil bleibt der Hüpfer weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Schade!

Wertung

LEVELDESIGN:

6.0

ABWECHSLUNG:

8.0

STEUERUNG:

7.0
6
von 10

Abwechslungsreiche Level…

Einige Geheimnisse zum Entdecken

Kleine Anreize für erneute Durchläufe

Hübsche, bunte Optik

…denen es an Alleinstellungsmerkmalen fehlt

Teils sprunghafter Schwierigkeitsgrad

Steuerung etwas hakelig

Überflüssiges Reisesroulette

Wie werten wir?

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3 Kommentare