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Spielname:
Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Square Enix

Genre:
Rollenspiel

Release:
20.01.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

Screenshots:
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Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs

Review: Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs

Tjark Michael Wewetzer, 10.01.2017

5209°

7

Test mögen: Weitersagen:

Da ist 2017 noch nicht mal einen Monat alt und schon steht das erste, große Rollenspiel-Highlight für den 3DS auf der Matte! In unserem Anspielbericht übermannte uns noch das nostalgische Gefühl – immerhin dürfen wir in der 3DS-Version von Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs nach über zehn Jahren endlich wieder in das malerische Fantasy-Reich zurückkehren, mit dem wir Europäer erstmals ein Hauptspiel der Serie erlebten und zu lieben lernten. Nachdem wir uns jetzt jedoch ausgiebig durch das Abenteuer gekämpft haben, bleibt die große Frage: Ist das alles nur nostalgiebedingtes Blendwerk oder hat der ursprüngliche PS2-Titel seinen Status als Genre-Klassiker auch verdient? Und viel wichtiger: Was können Kenner des Originals an Neuerungen erwarten, um die Neuanschaffung zu rechtfertigen?

Fluchaufhebung mit Hindernissen
Euer Eingriff in die Geschichte beginnt zu einem Zeitpunkt, in der die Gruppe schon eine Weile unterwegs ist. Der trodainsche König Trode und seine Tochter Medea, durch einen Fluch jeweils in einen grünen Gnom und und ein Pferd verwandelt, sind gemeinsam mit euch, dem anderen Überlebenden der Katastophe im Schloss, sowie dem unterwegs aufgelesenen Dieb Yangus auf der Suche nach dem schurkischen Magier Dhoulmagus. Zunächst tun sie dies nur, um den Fluch von Trodain und seinen Bewohnern nehmen zu lassen, doch der in Narrenkleidung auftretende Zauberer sorgt bereits für Chaos, das weit über das Königreich Trodes hinausgeht. Im Dörfchen Farebury, wo wir zu Beginn des Spiels rasten, kommt ein alter Freund des Gnom-Königs durch einen von Dhoulmagus verursachten Brand ums Leben. Im Hafen von Port Prospect wiederum ist der Betrieb eingestellt, weil der üble Geselle einen Kraken dazu gebracht hat, ablegende Schiffe anzugreifen.

Aus der einst rein persönlichen Sache wird also schnell ein Vorfall, bei dem das Schicksal des Kontinents, wenn nicht sogar der ganzen Welt auf Messers Schneide liegt. Schnell schließen sich uns im Laufe des Abenteuers mit dem charmanten Templer Angelo und der temperamentvollen Magierin Jessica weitere Kameraden an, die mit Dhoulmagus ein Hühnchen zu rupfen haben – und damit wird unsere Vierergruppe, mit der wir zu PS2-Zeiten das Abenteuer bestreiten durften, komplett. Die Jagd nach dem närrischen Bösewicht mag dabei simpel erscheinen und bedient sich vieler klassischer Handlungsmomente, weist aber dank der gelungenen Erzählweise und den sympathischen Charakteren zahlreiche Höhepunkte auf. So gehen wir im Zuge der Reise etwa den Gegebenheiten einer Stadt auf den Grund, die seit zwei Jahren in tiefer Trauer verweilt oder erkunden das verwüstete Schloss Trodain – Gänsehaut pur! Ganz gemäß modernerer Dragon Quest-Ableger dürft ihr auch weiterhin jederzeit eure Kameraden um einen Kommentar zur aktuellen Situation bitten. Diese Gruppengespräche stellen eure illustre Truppe gekonnt zur Schau und sorgen dafür, dass sie sich nicht wie passive Begleiter anfühlen die euch lediglich im Kampf verstärken und hin und wieder in Zwischensequenzen zu Wort kommen.

Eine Gruppe Schleime nähert sich!
Was uns zu einem weiteren großen Element des Spiels bringt. Während unsere Bande nämlich durch die Weltgeschichte wandert, fallen natürlich auch diverse bunte Monster über sie her. Anders als im PS2-Original seht ihr die schräge Schergenschar beinahe jederzeit auf der Oberwelt herumspazieren und könnt sie bei Bedarf umgehen – nur zur See gibt es noch die klassischen Zufallsbegegnungen, das aber immerhin in einer angenehm niedrigen Frequenz. Die Monsterchen sind allerdings ziemlich flink und die Gebiete dicht von ihnen bevölkert, weswegen ihr nicht um ein paar Kämpfe herumkommt. Und das ist auch gut so, denn die aus den Gefechten gewonnene Erfahrung werdet ihr für die teils nicht gerade zimperlichen Bosse dringend brauchen!

Die Kämpfe selbst laufen strikt rundenbasiert. Über simple Menüs geben wir zu Rundenbeginn unsere Kommandos ein, die unser Trupp nach Flinkheitswert aller Gefechtsteilnehmer ausführt. Besonderheiten gibt es da recht wenige, aber die vorhandenen können durchaus über Sieg oder Niederlage entscheiden. So sind alle Charaktere in der Lage, durch Opferung einer Runde ihren Konzentrationswert zu steigern – je höher der ist, desto stärker wird die nächste Attacke. Das derartige Aufpumpen bietet sich gerade bei Bossen enorm an, die jedoch auch gerne mal sämtliche Stärkungszauber – und damit auch den Konzentrationswert – auf Null zurücksetzen. In kniffligen Gefechten will also eine gute Balance aus Vorbereitung und Angriff gefunden werden. Leider fühlt sich der Fokus-Wert auch so ziemlich wie der einzige relevante an. Damit wollen wir anderen Stärkungszaubern nicht vollständig ihren Effekt absprechen, doch gerade gegen Ende hatten wir häufig das Gefühl, dass unsere Schutzmagie bestenfalls zehn bis zwanzig Punkte Schaden reduzierte, wenn die Bosse bereits Zahlen im 200er-Bereich austeilen. Überhaupt finden sich gerade bei den Chefgegnern gerne mal fiese Sprünge im Schwierigkeitsgrad, die unweigerlich in Pflicht zum Levelgrinding enden.

Reichlich Kopfschmerzen kann man sich dabei allein durch geschickte Nutzung des Skill-Systems sparen. Statt nur schnöde die Charakterwerte beim Levelaufstieg zu erhöhen, erhaltet ihr mit jeder Stufe auch Fertigkeitspunkte, die sich über fünf Spezialisierungen verteilen lassen. Vier davon sind auf den Waffenumgang gemünzt, die letzte ist dem tatsächlichen Charakter eures Mitstreiters entsprechend. So kann der gutherzige Gauner Yangus etwa Axt-Skills lernen oder über den Menschlichkeitswert neue Hilfsaktionen freischalten, während Jessica zum Beispiel durch Punkte beim Stäbe-Umgang ihr Magietalent vertieft. Es ist euch überlassen, ob ihr die Punkte gleichmäßig verteilt oder euch lieber auf wenige Kategorien konzentriert, viele dadurch freischaltbare passive Boni und Fähigkeiten stehen euch aber lediglich dann zur Verfügung, wenn auch die entsprechende Waffe ausgerüstet ist. Hilfreich bei der Planung: Anders als im PS2-Original zeigt euch die 3DS-Umsetzung bei der Verteilung jederzeit an, wie viele Fähigkeitspunkte zur Freischaltung der nächsten Skills notwendig sind.

Ragazzo! Wir haben Verstärkung mitgebracht!
Damit erschöpfen sich die Neuerungen der Mobilumsetzung noch lange nicht. Groß beworben sind beispielsweise die neuen spielbaren Gruppenmitglieder: Der heißblütige Monstertrainer Morrie und die diebische Rote Elster. Leider treten beide erst recht spät im Spiel eurer Reisegemeinschaft bei und verpassen damit viele Eckpunkte des Abenteuers – Morrie ist sogar komplett optional. Immerhin: Sie stoßen auf einem angemessenen Level zur Reisegemeinschaft und bringen ein paar praktische wie interessante Fähigkeitensets mit. Gerade Elster erwies sich auf dem Weg zum finalen Endboss bei uns als hilfreiche Angreiferin und Unterstützerin. Die aktive Kampfgruppe bleibt trotz der beiden Neuzugänge übrigens auf vier beschränkt, außerhalb von Dungeons dürft ihr dafür jederzeit die Teilnehmer ohne Zugverlust auswechseln – löblich!

Aber nur weil Elster und Morrie spät beitreten, heißt das noch lange nicht, dass sie wenig erleben würden. Neben einigen bekannten Endgame-Zusatzdungeons bietet die 3DS-Fassung nämlich noch einige neue Abenteuer. Das erste davon schaltet ihr recht früh frei: Der Fotograf Cameron Obscura verlangt nämlich von euch, ihm bestimmte Bilder zu bringen, die ihr über die per Start-Taste abrufbare Screenshot-Funktion aufnehmt. Als Belohnung winken hier hilfreiche und seltene Items. Ferner lassen sich die Bilder mit allerlei Stickern, Filtern und Rahmen verzieren sowie über StreetPass oder das Internet mit anderen Spielern austauschen – ein nettes Gimmick! Ebenfalls nicht reizlos ist ein neuer Dungeon, an dem ihr euch die Zähne ausbeißen dürft. Nicht zuletzt bietet die 3DS-Umsetzung gleich zwei neue Enden. Die funktionieren allerdings ähnlich wie die vorherigen zwei Enden des Spiels und weder ändern sie großartig etwas am Ausgang der Geschichte, noch müsst ihr dafür bedeutend andere Wege als zuvor einschlagen.

Steuerung:
Sperrige Menüs und ein eher gemächliches Tempo – so kennt man die Dragon Quest-Reihe! Teil VIII entkommt dieser Tradition nicht vollständig, erweist sich aber schon als weniger klicklastig als es das 3DS-Remake des Vorgängers war. Alle Zauber finden nun in einem gut sortierten Menü Platz und auf der Oberwelt sind wichtige Funktionen wie der für die Schnellreise notwendige Teleport-Zauber nur ein paar Touchscreen-Tipser entfernt. Der altbekannte Alchemie-Kessel ist ebenfalls praktischer geworden: So führt das Spiel automatisch über gefundene Rezepte Buch und es verrät euch sofort, ob ein Synthese-Experiment Früchte trägt. In der PS2-Version war das mit Wartezeiten verbunden! Lediglich das Ausrüsten eurer Charaktere fällt noch etwas ungelenk aus. Zwar gibt es ein spezielles Ausrüstungsmenü, dies greift allerdings nur auf die Gegenstände im Inventar des jeweiligen Charakters zurück. Etwas ungünstig, wo doch jedes Item zunächst im allgemeinen Objektebeutel unterkommt!

Grafik:
Auch wenn der 3DS durchaus einiges auf dem Kasten hat, die ganze Pracht der PS2-Fassung konnte er leider nicht einfangen. Das bedeutet aber lediglich, dass einige Details auf der Oberwelt gröber wirken, Grashalme und Steine gelegentlich spät ins Bild geladen werden und die Charaktermodelle ihre cartoonhaften schwarzen Umrahmungen vermissen lassen. Was hier auf den 3DS-Screen gezaubert wird, ist trotzdem noch auf einem hohen Niveau. Das sieht man erst recht bei den verspielt designten Monstern und ihren teils sehr ulkigen Animationen. Und wenn euch gerade die im Kampf nerven sollten, sind sie doch teils recht lang, könnt ihr sie dank Vorspul-Option auch beschleunigen. Auf einen 3D-Tiefeneffekt müsst ihr im Austausch für das optische Niveau verzichten. Lediglich im Ausrüstungsmenü und Kampfverzeichnis wird die Tiefe aktiv und das auch eher schlecht als recht – die Charaktermodelle wirken da nämlich trotzdem noch platt.

Sound:
Ein weiterer Punkt, wo unsere 3DS-Version gegenüber der europäischen PS2-Fassung einstecken muss: Der famose Orchester-Soundtrack ist leider nicht mit an Bord, stattdessen gibt es hier „nur“ eine MIDI-Mischung des selbigen zu hören. Ein etwas seltsamer Umstand, wo doch die japanische 3DS-Version noch die Stücke des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra enthielt. Das ist jedoch ein recht kleines Übel, ist die Qualität der Stücke doch weiterhin hoch und die Musik eindeutig der japanischen PS2-Urfassung überlegen. Eingängige, aufbrausende Kampfmelodien, abenteuerliche Wanderstücke und melancholische Trauermusik geben sich hier die Klinke in die Hand und klingen klasse! Ähnlich gut ist die englische Sprachausgabe von Dragon Quest VIII, die mit mannigfaltigen britischen Akzenten spielt. Wohl aus Speicherplatzgründen musste angesichts der Menge an vertonten Texten – beinahe alle wichtigen Story-Dialoge sind mit Sprachausgabe unterlegt – die Tonqualität ein wenig leiden. Außerdem wird bei gesprochenen Texten die Musik nicht runtergedreht, weswegen die teils ziemlich pompösen Stücke schon mal die Synchronsprecher übertünchen. Dem Hörvergnügen tut dies aber keinen Abbruch, zumal sich die Lautstärke von Musik und Sprachausgabe separat in den Optionen regeln lassen.

Fazit:
Eine verwunschene Prinzessin, ein abgrundtief bösartiger Magier, ein tapferer Held… Das ist der Stoff, aus dem Märchen gemacht sind. Dragon Quest VIII: Die Reise des verwunschenen Königs bietet jedoch so viel mehr. Auf der Jagd nach Dhoulmagus erkunden wir eine weitreichende Fantasy-Welt voller verborgener Schätze und Sehenswürdigkeiten – Letztere lassen sich dank Screenshot-Funktion direkt auf der SD-Karte festhalten, was die Macher direkt zu einer Nebenquest umfunktioniert haben! Wir lernen unsere kleine Reisegemeinschaft zu lieben, egal ob wir es mit der zielorientierten, ernsthaften Jessica, dem gutherzigen Gauner Yangus oder dem gütigen, wenngleich etwas eigensinnigen Herrscher Trode zu tun haben. Und wir verlieren uns in Windeseile in einem simplen Spielvergnügen, das zwar eher traditionell einfach gehalten ist, aber dank des umfassenden Alchemie-Systems und der Möglichkeit eure Helden auf verschiedene Waffen zu spezialisieren, nichtsdestotrotz über Tiefe verfügt. Dank neuer Szenen, Ausrüstungsobjekte, Dungeons und Komfortfunktionen werden zudem auch Kenner des Originals bedient. Auch wenn im Austausch dafür die technische Ebene ein wenig gelitten hat und einige Bosse durch dezente Stärkesprünge auffallen, ist auch die 3DS-Umsetzung der Reise des verwunschenen Königs ein durch und durch faszinierendes Abenteuer, egal ob ihr König Trode und sein Gefolge schon im Jahre 2006 begleitet habt oder neu zur Karawane hinzustoßt!

Käsekönig: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Deine Wertung:

-
Ein zauberhaftes Rollenspielabenteuer, das auch auf dem 3DS zu glänzen weiß.

Wertung

STORY:

8.0

SPIELWELT:

9.0

SOUND:

8.0
9
von 10

Kurzweiliger Einstieg

Malerische Spielwelt mit vielfältigen Bewohnern

Treibende Erzählung…

Fast keine Zufallskämpfe mehr

Viele neue Komfortfunktionen und weitere Extras

Klasse Soundtrack

Verspielte englische Sprachausgabe

Gelegentliche Sprünge im Schwierigkeitsgrad

Stärkungszauber wirken recht schwach

…mit kleinem Hänger im letzten Drittel

Leicht ungelenkes Ausrüstungsmenü

Keine Orchester-Stücke

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