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Spielname:
New Style Boutique 2: Mode von morgen

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
syn Sophia

Genre:
Simulation

Release:
20.11.2015 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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New Style Boutique 2: Mode von morgen

Review: New Style Boutique 2: Mode von morgen

Tjark Michael Wewetzer, 17.11.2015

9238°

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Das Jahr geht modisch zu Ende – zumindest, wenn es nach Nintendo geht. Kurz vor Jahresabschluss bringt der Publisher nämlich New Style Boutique 2: Mode von morgen nach Europa und läutet damit die dritte Runde der Fashion-Simulation aus dem Hause syn Sophia ein. In unserem Hands-on äußerten wir trotz der neuen Gameplay-Ergänzungen noch einige Bedenken. Aber auch wenn der Ersteindruck viel ausmachen kann, muss es ja nicht dabei bleiben. Wie Style Boutique Nummer 3 also nun wirklich auf dem Laufsteg gibt, verraten wir euch in unserem ausführlichen Test.

Willkommen in Fashionville
Habt ihr euch schon mal gefragt, ob sich hinter den Deko-Türen von Puppenhäusern nicht vielleicht mehr verbirgt? Hier tut es das tatsächlich: Dort findet sich eine völlig neue Welt namens Fashionville, in die uns ein Mädchen namens Momo auch prompt einlädt – und unseren Charakter auf passende Puppengröße zurechtschrumpft. Schnell erfahren wir, dass die gute Dame zwar eine hiesige Mode-Boutique leitet, allerdings an Talent für den Beruf vermissen lässt und euch deswegen ohne Umschweife den Schuppen überlässt. Und vielleicht schafft ihr es ja auch, die paradoxerweise eher modemuffelig eingestellte Bewohnerschaft wieder für Fashion zu begeistern (Spoiler: Natürlich schafft ihr das).

Das Boutique-Management läuft dabei so einfach ab wie eh und je: Auf dem Touchscreen seht ihr direkt sämtliche anwesende Kunden und könnt diese anklicken, um ihnen geeignete Klamotten aufzuschwatzen. Von selbst kaufen die nichts, ihr müsst also wirklich persönlich ran. In der Regel gibt euch die Kundschaft recht exakt an, was sie wünscht. Dank hilfreicher Filter sind geeignete Waren auch ruck-zuck rausgesucht. Wird beispielsweise ein poppiges Top verlangt, reicht ein klick auf die Top-Sektion und das Einstellen des richtigen Stil-Filters, um alle möglichen Klamotten herauszupicken. Solange ihr euch an die Vorgaben haltet, verzeiht New Style Boutique 2 auch ein paar künstlerische Freiheiten, etwa bei der Farbkombination der Artikel. Dadurch fällt die Stilberatung leider auch etwas anspruchslos aus. Fälle, bei denen wir den Stil der Kundin selbst erörtern und etwas passendes für sie finden sollen, gibt es nur ganz selten. Sollten eure Warenvorräte knapp werden, reicht ein Besuch der sich im Spielverlauf stetig erweiternden Modemesse, wo sich Nachschub einkaufen lässt – inklusive jeweils einem Zusatzexemplar jedes Kleidungsstücks für den persönlichen Gebrauch.

Abwechslung dringend gesucht!
Dass der Verkäuferalltag beizeiten etwas eintönig werden kann, zeigten schon die beiden Vorgängerspiele. New Style Boutique 2 erweitert zum Glück ziemlich schnell euren Handlungsspielraum. So dürft ihr etwa ein Puppenhaus mit Miniatur-Modellen bestücken, um die Zimmer vorübergehend zu vermieten oder online über Zimmercodes mit anderen Spielern zu teilen. Nach einiger Zeit bitten der örtliche Frisiersalon und der Kosmetiksalon ebenfalls um eure Hilfe, den zunehmend stilbewussteren Kundenstrom unter Kontrolle zu kriegen. Und als wäre das noch nicht genug, dürft ihr euch als Foto-Model oder Designerin versuchen. Verglichen mit den Möglichkeiten des Vorgängers wird hier also einiges an Abwechslung geboten.

Leider fällt die Umsetzung dieser Nebenberufe eher gemischt aus. Die Gesichtsverschönerung läuft entweder auf Malen-nach-Zahlen, also der möglichst genauen Kopie eines Foto-Vorbilds, oder Schminke frei Schnauze heraus. Bei der Modelei stehen euch zwar je nachdem, wann ihr spielt, diverse saisonale Themen zur Verfügung, auf deren Einhaltung achtet das Spiel allerdings praktisch gar nicht. Ob ihr zum Prinzessinnen-Thema in Sport-Montur erscheint, schert New Style Boutique 2 nicht im geringsten. Das Hairstyling und Schneidern fanden wir hingegen deutlich interessanter: Bei Ersterem erörtert ihr in einem Multiple-Choice-Dialog vor der Frisurenwahl die Wünsche der Kundin, Letzteres erlaubt es euch, nach vorgegebenen Mustern eigene Klamotten zu erstellen. Jedoch sind hier eure Optionen zu Beginn dermaßen stark eingeschränkt, dass ihr reichlich Geduld und Ausdauer mitbringen müsst, wenn ihr die Jobs genießen wollt. Ihr wollt mehr Frisuren zur Auswahl? Dann müsst ihr fleißig im Salon arbeiten, bis neue freigeschaltet werden. Ihr möchtet mehr als ein bloßes, zweifarbiges T-Shirt designen? Dann habt ihr euch erst einmal durch eine ganze Palette von Auftragsarbeiten durchzuackern, um euch im Zuge dieser von diversen Ereignissen „inspirieren“ zu lassen. Das zieht die an sich nette Idee mit den Nebenberufen leider unnötig in die Länge.

Die Kaschmir-Arena ruft!
Eine Sache werden Serienkenner bislang sicherlich vermisst haben: Was ist mit den Modewettbewerben passiert? Die gibt es in New Style Boutique 2 tatsächlich nicht mehr – zumindest nicht in ihrer klassischen Form. Stattdessen wird nach einer gewissen Anzahl bedienter Kunden – ob in der Boutique, im Frisiersalon oder im Kosmetiksalon ist dabei völlig gleich – eine Modenschau veranstaltet, bei der ihr euch nach einem vorgegebenen Thema einkleiden könnt. Naja, oder ihr tut es nicht, denn ganz wie beim Model-Job achtet das Spiel so gut wie gar nicht auf die Einhaltung des Themas. Die wird lediglich ominös in Sternen bewertet, von eurem Ingame-Kunden- und Kolleginnen-Stamm gibt es hingegen stets höchstes Lob. Ab einem bestimmten Punkt dürft ihr auch selbst das Thema der Modenschauen bestimmen, was von Vorteil sein kann, da die Kunden in eurer Boutique nach jeder Veranstaltung primär mit Garderobe besagten Themas versorgt werden möchte.

Apropos Kunden und Kolleginnen: Was im Vergleich zu den Vorgängern merklich verbessert wurde, ist das Leben in der Stadt. Zwar organisiert ihr alles immer noch statisch über Menüs, allerdings erlebt ihr gelegentlich kleine Geschichten um spezielle Kundinnen. So sollt ihr beispielsweise eine Drillings-Band farblich unterschiedlich einkleiden, damit die Mädels auf der Bühne auch zu unterscheiden sind. Zwar sind auch diese Episoden alles andere als herausfordernd, sie verleihen dem Spiel aber einiges an Persönlichkeit.

Steuerung:
Kann man an einfacher Menüklick-Kontrolle überhaupt etwas falsch machen? Erstaunlicherweise ja. War es im Vorgängerspiel noch möglich, euer Boutique-Inventar per Drag-and-Drop zu bedienen, müsst ihr hier komplett auf den Scroll-Balken am rechten Bildrand zurückgreifen. Für Linkshänder merklich unkomfortabel gelöst. Immerhin könnt ihr optional nun auch das ganze Spiel mit den Aktionstasten des 3DS bedienen, diese Variante fällt jedoch nicht selten als äußerst umständlich auf. Immerhin sind das die einzigen Makel, abgesehen von diesen Details funktioniert die Touch-Steuerung wie geschmiert.

Grafik:
New Style Boutique 2 ist so bonbonbunt, wie es das liebliche Intro-Video bereits verspricht – und der Stil steht dem Spiel gut! Der schier endlos wirkende Klamotten-Katalog ist vielfältig bestückt und die Designs lassen sich in der Regel sogar problemlos den fiktiven Modemarken zuordnen, sobald man ein bisschen Spielzeit hinter sich hat. So soll es auch sein! Schade ist nur, dass hier und da noch ein paar extrem verwaschende Texturen negativ herausstechen. Beim Model-Job ist es aufgrund der krümeligen Darstellung der Ganzkörperfotos nicht immer einfach zu erkennen, welchen Gesichtsausdruck ihr eigentlich ausgewählt habt. Das sind aber kaum mehr als kleine Schönheitsflecken der sonst gelungenen Grafikkulisse.

Sound:
Aus musikalischer Sicht gibt sich die Simulation leider eher durchschnittlich. Klar, keines der Musikstücke nervt wirklich und in eurer Boutique könnt ihr sogar verschiedene Tracks auswählen, um die Atmosphäre des Geschäfts zu unterstreichen, es sticht aber auch nichts als recht gelungen heraus.

Features:
Eine wirklich coole Kleinigkeit der beiden Vorgänger war es, parallel zu eurer Hauptboutique noch eine Online-Filiale zu führen über die ihr Outfits verkaufen könnt. Diese Option ist leider sang- und klanglos aus New Style Boutique 2 rausgeflogen, stattdessen könnt ihr an von Spielern oder von Nintendo organisierten Online-Modewettbewerben teilnehmen, euch im lokalen Multiplayer mit einem Freund zu einer Ingame-Fotosession verabreden und die bereits erwähnten Puppenhauszimmer austauschen. Die Wettbewerbe laufen über das Miiverse, wo ihr zum Thema passende Ingame-Fotos, die sich jederzeit mit der Y-Taste schießen lassen, einreicht und versucht, möglichst viele Yeahs zu angeln bzw. das Auge des Veranstalters auf euch zu lenken. Amiibo-Besitzer können übrigens auch einen ganzen Satz besonderer Kleidungsstücke freischalten – Palutena schaltet etwa ein edles Röhrentop frei, während Lucina einen sportlichen Rock für euren Kleiderschrank bereithält, diese lassen sich aber nicht verkaufen und sind rein zur Einkleidung eures Spielercharakters gedacht. Und wo wir gerade bei Boni sind: Die Männermode, die im Vorgängerspiel noch so groß ihre Premiere feierte, ist in diesem Spiel komplett aus dem Hauptmodus verschwunden. Stattdessen könnt ihr nach Erreichen eines gewissen Punktes aus der Zusatz-Sektion des Titelbildschirms heraus sämtliche männlichen NPCs neu einkleiden – zu diesem Zweck sind dann sogar sämtliche Modeartikel für die Herren freigeschaltet. Einerseits ist es schade, dass damit eine ganze Kleidungskategorie der Schere zum Opfer fiel, andererseits schmerzt der Verlust nicht allzu stark, da ihr so nicht hoffnungslos euer Lager mit sehr stark situationsabhängigen Artikeln zustopft.

Fazit:
Nach unseren anfänglichen Bedenken, die wir zuvor noch im Hands-on geäußert hatten, konnte sich New Style Boutique 2: Mode von morgen doch noch beweisen. Klar fehlt mal wieder die Herausforderung, da der Titel euch bei der Erfüllung der Kundenwünsche erstaunlich viel künstlerische Freiheit lässt. Auch ist es völlig absurd, dass ihr beim Model-Job und den Modenschauen praktisch auf das Thema pfeifen könnt und trotzdem mit Lob überschüttet werdet. Der dritte Teil der Sim-Reihe merzt aber auch einige markante Schwachpunkte der Vorgänger aus. Dank der neuen Nebenberufe kommt endlich etwas Abwechslung in den Beratungsalltag, auch wenn ihr bis zur vollen Entfaltung besagter Tätigkeiten einiges an zusätzlicher Arbeit investieren müsst. Fashionville fühlt sich zudem durch die vielen Schauplätze, die zahlreichen Kundinnen und zusätzlichen Mini-Geschichten viel lebendiger an, als es die Welten der anderen Style-Boutique-Spiele taten. Und natürlich ist New Style Boutique 2 trotz des auf den ersten Blick abschreckenden Modethemas noch immer so charmant wie eh und je. Wenn euch der Sinn nach einer leichtherzigen, einsteigerfreundlichen Simulation steht, die mehr zur Entspannung als zur Herausforderung dient und zudem eure Kreativität ankurbeln möchte, dann macht ihr mit diesem Titel wenig verkehrt – trotz aller mal mehr, mal weniger großen Ausrutscher. Und Serienfans, denen es nach mehr dürstet als „mehr vom gleichen“, sollten sowieso zuschlagen.

Möchtegern-Mode-Mogul (Mog XII.): Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Endlich mehr Abwechslung! Gelungenes Modeschauspiel, das aber an Herausforderung vermissen lässt.

Wertung

SPIELTIEFE:

6.0

AUTHENTIZITÄT:

7.0

ABWECHSLUNG:

8.0
7
von 10

Eingängiges Spielprinzip

Neue Berufe sorgen für Abwechslung

Mini-Geschichten bringen Leben in die Welt

Viele freischaltbare Kleinigkeiten

Niedliche Aufmachung

Nebenberufe anfangs stark eingeschränkt

Lässt an Spieltiefe vermissen

Anspruchsloser Schwierigkeitsgrad

Kleine Komfortmängel in der Steuerung

Online-Boutique schmerzlich vermisst

Wie werten wir?

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