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Spielname:
Code Name S.T.E.A.M.

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Intelligent Systems

Genre:
Strategie

Release:
15.05.2015 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

Screenshots:
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Review: Code Name S.T.E.A.M.

Sebastian Mauch, 10.05.2015

4884°

7

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Hach ja, Intelligent Systems. Ein Entwicklerstudio wie es im Buche steht und vor allem durch zahlreiche geniale Strategie-Titel bekannt wurde. Zuletzt beehrte es uns mit dem grandiosen Fire Emblem: Awakening, allerdings stammt auch die tolle Advance Wars-Reihe aus der Feder dieses Teams. Beide Reihen haben eine sehr große Gemeinsamkeit, nämlich die Ansicht der Partie. Man bewegt sich dort aus der Vogelperspektive auf einem Raster und darf so seinen Trupp möglichst sinnvoll platzieren. Zwar übernimmt auch Code Name S.T.E.A.M. dieses Schema, jedoch wurde das Konzept hier um eine dritte Dimension erweitert. Somit können wir frei nach Third-Person-Shooter-Manier durch die Quadrate rennen und den Schergen den Garaus machen. Ob das gut funktioniert und noch dazu auch Spaß macht, klären wir in unserem Test!

Alle man in Stellung, die Aliens kommen!
Wir starten als der amerikanische Protagonist Henry, ein beliebter Bürgerkriegsheld, seines Zeichens Mitglied der Sondereinheit S.T.E.A.M. – der Sicherheitstrupp zur Eliminierung außerirdischen Missfriedens. Eine wegen der drohenden Alien-Apokalypse ins Leben gerufene Initiative. Direkt in der Einleitung treffen wir auf den ersten Kollegen, den Grenadier und Halbroboter John. Nach den ersten Instruktionen unseres charismatischen Kommandeurs Abraham Lincoln machen wir uns also auf die Socken, um die Invasoren abzuwehren. Unser erster Auftrag beginnt im schönen London, einer Hochburg der Industrialisierung. Die Stadt wird von den Invasoren überrannt, also macht sich unser noch recht kleines Team von der Liberty, Lincolns riesigem Luftschiff, aus auf, um die ersten drei Sektoren zu säubern.

Hier zeigt sich das Spiel äußerst einsteigerfreundlich, da uns zunächst nur kleine Gegner wie die klingenschwingenden Reißer begegnen. Langsam werden wir an die Spielelemente herangeführt, wir sammeln Münzen, Dampfvorräte und Heilitems, pirschen uns vor und gehen in Deckung. Während wir das tun nimmt unsere Dampfanzeige stetig ab. Haben wir noch einige Dampfeinheiten übrig, können wir Wache stehen. In diesem Modus bleibt der Agent in Bereitschaft, sobald ein Gegner auftaucht kriegt dieser direkt auf die Mütze. Das kommt besonders spaßig, wenn das ganze Team in einem Hinterhalt auf die nahenden Gegner lauert. Dabei geben uns die Abschnitte einige interessante Möglichkeiten. Während Henry und John beispielsweise den Boden sichern, wartet der springende Agent namens „Löwe“ auf einer Anhöhe und heizt den Widersachern von dort ein. Oder aber wir umgehen die Gegnerhorden durch einen Tunnel komplett und überraschen sie von hinten. An taktischen Möglichkeiten mangelt es hier also nicht.

Mit dem Kopf durch die Wand
Aber Taktik hin und her, wirklich perfekt planbar sind die Angriffe in Code Name S.T.E.A.M. leider nicht. Schuld daran ist das grauenhafte Kampfsystem. Fast alle Gegner haben einen leuchtenden Schwachpunkt. Wir stehen vor dem Gegner und zielen mit dem Gewehr haargenau auf die Mitte dieses Punktes. Laut angezeigter Schadenprognose sollte wir den Unruhestifter umnieten, aber das tun wir gerade nicht, denn ein kleines Fitzelchen bleibt dem Gegner. Das ist nur einer der zahlreichen, astreinen Frustmomente in diesem Spiel. Platz Eins geht allerdings an die Bibliothek im siebten Kapitel. Dort hat man die Möglichkeit, mit dem Agenten „Löwe“ auf den Bücherregalen herumzugeistern, um die gegnerischen Einheiten von oben zu flankieren. Wir bringen uns also in Stellung und prompt visiert und uns ein wachender Gegner durch die Decke des Raumes hindurch an und zersägt den tierischen Begleiter! Der Witz ist – es gab darüber nicht einmal eine begehbare Ebene. Hin und wieder kommt es auch vor, dass die ballernden Aliens uns durch Wände hindurch treffen können. Zwar können wir das auch, doch schießt man so gut wie nur daneben.

Immerhin hat man mit der Vorspulfunktion zwischen dem US- und EU-Release an einem Ärgernis gearbeitet. Erinnert ihr euch noch an die Demo? War der Gegner an der Reihe, musste man nämlich schön lange warten da die Gegner im Planen ihrer Züge nicht wirklich flott waren. Das war zugegebenermaßen einfach nur ermüdend. Leider erging es uns auch im Test der Review-Version so, zumindest anfangs. Zum Glück reichte Nintendo den Patch nach der Demo auch für die noch nicht erschienene Vollversion heraus. Dadurch können Spieler mit einem 3DS nun nach Wunsch mit doppelter Geschwindigkeit dem Feind zuschauen. Der New 3DS kann das Geschehen sogar um den Faktor Drei beschleunigen.

Nicht alles Gold was glänzt
Haben wir uns dann irgendwann durch das Level gekämpft und das Ziel erfüllt, erhalten wir einige Boni, etwa für ein komplettes Team oder ein besonders flottes Vorgehen. Dafür werden wir mit reichlich Münzen belohnt, mit denen wir neue Waffen freischalten können. Diese sind allesamt sehr interessant gestaltet, einige wie die bananenschleudernde Bananenbüchse wirken jedoch reichlich überflüssig. Sammeln wir im jedem Sektor alle drei versteckten Zahnräder ein, schalten wir zudem neue Dampfbehälter (Boiler) frei. Die wirken sich je nach Modell positiv oder negativ auf unsere Reichweite oder Aufladerate aus, also gilt es je nach Fähigkeiten des Agenten den passenden Boiler zu wählen. Haben wir trotzdem mal zu wenig Dampf im Behälter, helfen Power-Ups oder die gut verteilten Speicherstationen, an denen wir den Agenten oder das ganze Team gegen Münzen komplett auffrischen können. Ist kein solcher Punkt in Sicht, kann man trotzdem jederzeit seinen Fortschritt in einem temporären Spielstand speichern, womit sich das Spiel perfekt für unterwegs eignet.

Auch die Vorbereitung auf unsere Einsätze gestaltet sich recht spannend. Dazu haben wir auf Abes Luftschiff allerlei Möglichkeiten. Entweder sprechen wir mit dem Bordpersonal oder wir belesen uns bei dem Chronisten über allerlei Relevantes zu den Charakteren und der Welt. Zu Beginn einer jeden Mission können wir außerdem unser Team zusammenstellen. Dabei dürfen wir entweder die Konstellation selbst austüfteln oder nehmen die empfohlene Aufstellung an. Selbes gilt für die Waffenauswahl, denn neben jeder einzigartigen Primärwaffe können wir den Helden noch eine beliebige Zweitwaffe zuteilen. Dabei müssen wir uns stets an die wechselnden Missionsziele anpassen. Mal gilt es etwa die Queen eskortieren oder aber das Gebiet nach Überlebenden abzusuchen. Das bietet ein wenig Abwechslung vom üblichen „Erreiche das Ziel“-Muster der Level. Noch dazu bereisen wir nahezu den gesamten Globus und operieren mal im belagerten England oder aber in der Heimat des Großteil des Team – im schönen Amerika. Eine gewisse Geschichte ist dabei zwar vorhanden, wirklich tief geht das Ganze allerdings leider nicht.

Dafür ist der Wiederspielwert ein ganz großes Plus des Titels. Einst absolvierte Missionen können nämlich mit wechselnden Konditionen erneut absolviert werden und das wird dann mit erhöhter Münzausbeute entlohnt. So müssen wir uns mal komplett ohne Anzeigen für Dampf und Leben ans Ziel kämpfen, oder die Aliens erhalten einen beachtlichen Schadensbonus. Die Konditionen zeigen sich ebenso abwechslungsreich wie der Rest des Spiel, was den Umfang nochmal gewaltig in die Höhe treibt. Will man alles geschafft haben, kann man schon mal über 50 Stunden mit diesem Spiel verbringen.

Steuerung:
Auf der Kontrollebene bewegt sich Code Name S.T.E.A.M. in der Oberklasse. Zweckmäßig beschreibt das vorhandene Layout wohl am besten, wobei man anmerken muss, dass auch die Features des New 3DS mit eingebracht wurden. Sowohl mit dem Stylus als auch mit den Tasten lässt sich das Gefecht bequem steuern. Lediglich beim Zielen in schnellen Situationen zielt man hin und wieder daneben, was aber durchaus verschmerzbar ist, da der Schaden eh meist total willkürlich scheint.

Grafik:
Auch in der Optik kann der neue Strategie-Hit fast auf ganzer Linie überzeugen. Wie sich schon vermuten lässt, passt die Grafik sehr gut zum Steampunk-Setting der Handlung und weiß mit seinem comichaften Charme sehr zu überzeugen. Vor allem die Zwischensequenzen werden wie ein leicht animiertes Comicheft erzählt, das gab es bisher nicht allzu oft in Spielen. Die Schauplätze der zahlreichen Missionen sind extrem abwechslungsreich gestaltet, obwohl sich auch einige Elemente wiederholen. Das macht das Design mit seinen verschachtelten Abschnitten und zum Spielort passender Deko wieder wett. Einen Kritikpunkt gibt es allerdings auch hier, nämlich die Gegner. Die erfüllen zwar ihren Zweck und weisen je nach Fähigkeit passende Charakteristika auf, jedoch wirken sie leider auch sehr lieblos gestaltet. Bläulich mit lilafarbenem Schimmer, jedes Einzelne. Das wird ehrlich gesagt schon im ersten Kapitel langweilig. Etwas kreativer waren die Entwickler da bei den schick gestalten Menüs und Steuerelementen, die allesamt geniale mechanische Animationen haben. Und wo die Widersacher eintönig sind, sind die Helden des Spiels aber umso abwechslungsreicher. Von Präsident Lincoln bis hin zum letzten freigespielten Agenten ist jeder menschliche oder auch nicht so menschliche Kämpfer anschaulich gestaltet. Dazu bekommen alle eine einzigartige Persönlichkeit, und das zeigt doch immerhin sehr deutlich, dass in der Design-Abteilung von Intelligent Systems durchaus das Potenzial vorhanden ist.

Sound:
Soundtracks in Spielen sind äußerst wichtig, denn ohne die zur Situation passende Musik kommt kein gutes Spielgefühl auf. In dieser Hinsicht macht Code Name S.T.E.A.M. wieder nur fast alles richtig. Das zeigt sich schon sehr früh im Spiel, nämlich bereits im Startbildschirm. Wie schon erwähnt befinden wir uns im Dampfzeitalter in dem technische Errungenschaften ein neues Leben ermöglichen. Diese neue Lebensfreude spiegelt sich in den Motivationsgesängen wieder. Auch in der Schlacht lauschen wir gerne den 3DS-Lautsprechern, während ein mitreißender Rock- und Metalsoundtrack die Membranen verlässt. Da kriegt man so richtig Lust, den Aliens ordentlich einzuheizen. Einen dicken Haken gibt es allerdings: Die Sprachausgabe. Versteht uns nicht falsch, denn die englischen Sprecher sind sehr gut und vor allem authentisch, jedoch auch etwas redefaul. Mehr als ein paar Standardsprüche, wie wenn wir beispielsweise von einem Aliens entdeckt werden - „I never was any good at hiding“ - waren leider abseits der Zwischensequenzen nicht drin. Das hört man während der ersten paar Sektoren schon gefühlte 1000 Mal, folglich geht es dem Spieler dann irgendwann gehörig auf die Nerven.

Multiplayer:
Auch ein vielseitiger Mehrspielermodus wird euch hier geboten. Lokal oder online können wir uns gegen zufällige Gegner oder im Turnier in drei Modi messen. Im Deathmatch hat unser Team pro Zug 60 Sekunden Zeit um sich zu bewegen. In der Medaillenjagd muss man in fünf Runden möglichst viele Medaillen ergattern. Mal komplett anders – das A.B.E.-Duell. Hier steigt man in einen riesigen, mechanischen Lincoln-Roboter und haut sich mit anderen Spielern Dellen in den Panzer. In diesem Modus kann man ohne Nachdenken ordentlich Dampf ablassen, und das im wahrsten Sinne des Wortes! Da hierzulande noch niemand das Spiel kaufen kann, konnten wir auch hier nicht viel testen. Spieler in den USA dürfen allerdings schon einige Zeit spielen, und dort sollen die drei abwechslungsreichen Modi ganz gut abgehen. Und selbstverständlich ist auch wieder StreetPass mit von der Partie. Über das Feature misst sich mit seinen Begegnungen anhand der Anzahl von Münzen in den verschieden Levels, was dann in einer Rangliste ausgewertet wird. Ob das irgendeinen Mehrwert für den Spieler hat, können wir leider nicht mit Gewissheit sagen, da sich vor dem offiziellen Release verständlicherweise noch nicht allzu viele Spieler auffinden ließen.

Fazit:
Code Name S.T.E.A.M. macht vieles richtig, aber auch einiges falsch. Beim Anspielen der Demo und der ersten Level im vollen Spiel war die Euphorie noch sehr groß, was sich auch im äußerst positiven Hands-On zeigte, allerdings stellten sich schon bald gravierende Schwächen heraus. Einerseits die kleinen Makel wie die drögen Sprüche und die Gegnerklone, andererseits aber auch Dinge wie das zufällig wirkende Schadenssytem und nervige Bugs sowie andere Frustmomente, die auch mal zum Scheitern einer Mission führen können. Dafür glänzt das Spiel jedoch mit einem munteren Soundtrack und einem vielseitigen Leveldesign mit alternativen Wegen, und vor allem mit den freispielbaren Dingen. Da gibt es Waffen, S.T.E.A.M.-Agenten und Boiler, und davon reichlich - so viel sei gesagt. Sicher bringt dieser Titel auch ein neues frisches Spielprinzip und viele nette Ideen mit, die aber am Ende nur halbgar umgesetzt wurden und damit massig Potenzial verschenken. Da bleibt zu hoffen, dass eine mögliche Fortsetzung die Kinderkrankheiten des ersten Teils behebt, der Grundstein für eine neue Erfolgsserie wurde aber hiermit auf jeden Fall gelegt.

Mit vollem Tank in die nächste Runde: Sebastian Mauch [Paneka] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Durchwachsenes Strategiegeplänkel im Dampfzeitalter mit frischen Elementen und jeder Menge Patriotismus

Wertung

KOMPLEXITÄT:

9.0

ÜBERSICHT:

5.0

STORY:

4.0
6
von 10

Frisches Spielprinzip

Grandioses Leveldesign

Authentische Sprecher...

Abwechlungsreiche Missionen

Viel Freispielbares

Lokaler und Online-Mehrspielermodus

Stattlicher Umfang

Unkreatives Gegnerdesign

Absurdes Treffersystem

...die leider schnell nervig werden

Gegner schießen durch Wände!

Teils überflüssige Agenten und Waffen

Wie werten wir?

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