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Spielname:
Pokémon Art Academy

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Headstrong Games

Genre:
Sonstiges

Release:
04.07.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Pokémon Art Academy

Alexander Schneider, 29.06.2014

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Trotz der großen Erfolge von Pokémon X/Y und auch Pokémon Mystery Dungeon: Portale in die Unendlichkeit war es eine große Überraschung, als Nintendo Ende April Pokémon Art Academy ankündigte. Natürlich konnte auch die Art Academy-Reihe viele Anhänger für sich verbuchen, für eine Verbindung beider Franchises sprach bis dahin aber rein gar nichts. Nun gibt es die Vollbedienung für all jene, die sich für Kunst und Taschenmonster gleichermaßen begeistern können! Die Zeichenschule für Pokémon-Trainer verspricht, sowohl Neulinge als auch erfahrene Künstler besser zu machen - ob das gelingt und ob der Ableger nur wegen dem Zusatz „Pokémon“ sein Geld wert ist, beleuchten wir in unserem nun folgenden Testbericht.

Zeichenspiele im Akkord!
Die Einführung in die Akademie geht spielend leicht vonstatten. So begrüßt uns die Mitschülerin Emily oder der Mitschüler Mark vor der Akademie - je nachdem, welchem Geschlecht wir selbst angehören - und auch der eigens für Pokémon Art Academy erdachte Professor Albrecht empfängt uns recht herzlich. Da man an keiner Schule Zeit vergeuden möchte, verweist er auch direkt auf die erste Aufgabe, die er uns stellt: Wir sollen ein einfaches Porträt von Pikachu anfertigen, was eine kinderleichte Einführungsübung darstellt. Wer sich noch nicht allzu sicher fühlt, der kann sich in den Einführungsaufgaben auch an Froxy und Plinfa wagen. Sollte man den Beginn schadlos überstanden haben, was die meisten ohnehin schaffen werden, geht es auch gleich an die Lektionen, bei welchen es sich um den zentralen Part des Titels handelt. Allerdings ist auch der Anfängerkurs, der unter anderem mit Fynx, Mauzi und Flemmli aufwarten kann, keine besondere Prüfung. Es geht schlicht und einfach darum, gewinkelte Porträts von Pokémon-Köpfen anzufertigen.

Eine kleine Hilfe ergibt sich aus den Hilfslinien, die auf dem Touchscreen der Orientierung und Abgrenzung dienen. Praktisch: Sollte man sich mal vermalt haben, kann die letzte Aktion mit der L-Taste ungeschehen gemacht werden. Hat man sich aber auch dabei vertan, kann man die rückgängig gemachten „Pinselstriche“ mit der rechten Schultertaste zurück aufs Papier befördern. Ein wenig Nachhilfe gibt es auch noch, denn der Professor hilft nicht selten mit nützlichen Tipps aus, wenn es um anspruchsvollere Bereiche innerhalb der Zeichnungen geht. Zudem zeigt eine Vorschau vor jedem Schritt, wie künstlerische Perfektion auszusehen hat. Benötigt man also auch visuelle Unterstützung, bekommt man diese frei Haus geliefert.

Nicht nur Köpfe, sondern auch Körper!
Schon bald werden wir ein wenig mehr gefordert, denn wir begeben uns ans Malen ganzer Pokémon-Körper. Selbstredend nehmen diese Kunstwerke weitaus mehr Zeit in Anspruch und sie sind auch mit größeren Mühen verbunden, das letztliche Ergebnis fällt aber weitaus opulenter und eindrucksvoller aus. Die Taschenmonster werden hier nicht nur aus frontaler Sicht gezeichnet, sondern auch aus anderen, fordernderen Perspektiven. Zu Beginn müssen wir uns noch an eine leicht schräge Ganzkörperzeichnung von Togepi begeben, bei der man lernt, wie man vollständige Pokémon zeichnet und verschiedene Umrissfarben einsetzt. Im weiteren Verlauf verlangt man uns aber auch den Umgang mit Tiefe ab, und auch Methoden wie die Schraffierung, die Schattierung und Glanzlichteffekte sind mit von der Partie.

Insgesamt ist jedoch eindeutig zu beobachten, dass der Schwierigkeitsgrad von Lektion zu Lektion deutlich anzieht, was im Hinblick auf den Lerneffekt aber auch mehr als sinnvoll ist. Wer keinen Ehrgeiz und keine Geduld aufbringen kann, der sollte sich hier gar nicht erst versuchen! Der Vergleich mit den fertigen Zeichnungen des jeweiligen Mitschülers ist aber durchaus unterhaltsam, denn diesem gelingt durchgängig noch weniger als den am wenigsten begabten Einfallspinseln. Allzu wenig sollte euch aber nicht gelingen, wenn ihr es vom Anfänger bis zum Studenten und sogar zum Absolventen bringen wollt!

Utensilien, so weit das Auge reicht
Klar, um sich in die Welt der Kunst zu begeben, benötigt man allerlei Utensilien und Malwerkzeuge. Der Markierstift etwa ist für die Farben verantwortlich und befähigt euch dazu, die Pokémon auszumalen. Auch der Zeichenstift, der einem Bleistift gleicht, ist besonders praktisch, denn er wird beim groben Skizzieren der Taschenmonster und für Schraffuren benötigt. Einer der wichtigsten Stifte ist der Konturstift, der beim Zeichnen von Umrissen verwendet wird und auch nicht übermalt werden kann, was später noch für viel Erleichterung sorgen wird. Eigentlich ist die Liste der Utensilien endlos, denn man könnte an dieser Stelle auch den Pinsel, die Pastellkreiden, den Verwischstift und die Sprühdose nennen, doch den Nutzen dieser Dinge kann sich sicherlich jeder selbst erklären. Selbstverständlich gibt es auch einen Radierer, denn in einem solchen Titel lassen sich Fehler kaum vermeiden. Um die Anzahl der Fehler jedoch möglichst gering zu halten, gibt es die Zoom-Funktion, die eure Zeichnung viel näher an euch heranführt.

Im Endeffekt braucht ihr euch aber auch gar nicht so sehr an die Vorgaben des Professors halten, denn ein Bewertungssystem, das eure Leistung einschätzt, fehlt komplett. So kann man völligen Murks fabrizieren, und es hat ganz im Gegensatz zu realen Schulen keinerlei Konsequenzen für euch! Ein Traum für alle Schüler... Das Lob eures Lehrers ist euch also gewiss, egal wie unbegabt ihr seid. Ist euer Bild dann fertig, könnt ihr einen vorgefertigten Hintergrund hinzufügen, um es noch ansehnlicher zu machen. Die Bilder erscheinen dann auf einer Pokémon-Sammelkarte und werden gespeichert.

Freies Zeichnen oder schnelle Skizze?
Jetzt haben wir uns so intensiv mit den Lektionen beschäftigt und haben dabei beinahe die anderen Spielmodi vergessen. Natürlich kann man sich nicht nur mit dem Hauptspiel vergnügen, sondern auch mit dem freien Zeichnen und den Schnellskizzen. Während die Lektionen eine eher vorbereitende Funktion haben und uns an die wirklich harten Aufgaben im freien Zeichnen heranführen, verlangt einem dieses das ganze Können ab, sofern man überhaupt welches vorweisen kann. Der Spieler kann sich hier nach Herzenslust austoben und von allen verfügbaren Werkzeugen Gebrauch machen - die über 100 Bilder, die als Vorlage dienen, machen die Angelegenheit nur noch unterhaltsamer. Selbst eigene Bilder können von der SD-Karte importiert und somit als Vorlage verwendet werden, ebenso wie Fotos, die mit der Kamera des Nintendo 3DS gemacht wurden.

Der Spielmodus „Schnellskizze“ dagegen erfordert nicht so viel Zeit, denn hier geht es schlichtweg um das schnelle und einfache Skizzieren von Pokémon - so sagt es ja auch der Titel. Leider sind die fertigen Skizzen nicht so aufwändig wie die Kunstwerke aus den anderen Spielmodi, aber es handelt sich ja auch um kurzweilige Aufgaben für Zwischendurch. Sollte man also nur fünf Minuten zur Verfügung haben, lohnt sich ein Abstecher in die Welt der Schnellskizzen allemal. All eure Arbeiten, seien es die Schnellskizzen, die Kunstwerke aus den Lektionen oder die freihändig gezeichneten Bilder, werden darüber hinaus in einem Album gesammelt. Dies ist von Vorteil, wenn ihr eure neusten Werke mit denen vergleichen wollt, die ihr am Anfang aufs virtuelle Papier gebracht habt. Das ist aber noch längst nicht alles: Alle Bilder können ins Miiverse übertragen, lokal versendet oder auf eurer SD-Karte gespeichert werden, um sie dann mit der Welt oder euren Freunden zu teilen.

Steuerung:
Wie es bei einem solchen Zeichenspiel üblich ist, läuft der Großteil des Spielgeschehens auf dem Touchscreen ab. Die Handhabung beim Anfertigen der Zeichnungen fällt dabei erstaunlich präzise und komfortabel aus. So ist das Zeichnen der Konturen und das Ausmalen die pure Freude, was vor allem an der federleichten Steuerung liegt - alles andere wäre bei einem Titel dieses Genres, der ja von der Kontrolle über die Utensilien lebt, aber auch eine Dreistigkeit gewesen. Nichtsdestotrotz wird an dieser Stelle ein Lob an die Entwickler fällig, denn diese haben für eine angenehme Handhabung und die Möglichkeit des punktgenauen Zeichnens gesorgt, was eine der großen Stärken von Pokémon Art Academy darstellt.

Grafik:
Der Schock zuerst: Im gesamten Spiel gibt es keinen 3D-Effekt, der eingeschaltet werden könnte. Dieser ist allerdings auch gar nicht nötig, wenn wir uns unsere bunten, märchenhaften Zeichnungen ansehen! So manches Mal wäre ein Tiefeneffekt sicherlich sinnvoll gewesen, um die Tiefe in gewissen Bildern besser darstellen zu können, trotzdem lebt der Pokémon-Ableger der Art Academy-Reihe technisch gesehen von ganz anderen Werten. Es versteht sich von selbst, dass man hier keine grafischen Highlights und auch kein Feuerwerk der Technik erwarten kann, doch trumpft die Optik mit viel Charme, bunten Farben und detailgetreuen Zeichnungen der Taschenmonster auf. Zudem ist die Übersichtlichkeit im Prozess des Zeichnens ein großes Plus des Spiels, denn die wirklich vielfältigen Utensilien sind immer leicht zu finden.

Sound:
Die Klangkulisse ist im Falle eines rein auf zeichnerische Aspekte ausgelegtes Spiel wohl nicht allzu wichtig. Eine Frage ist dennoch unumgänglich: Stört die vorhandene Musik die Konzentration des Spielers oder besser gesagt Zeichners? Lenkt sie zu sehr ab oder sollte sie gar ausgeschaltet werden? Wir können alle, die sich dieselben Fragen stellen, guten Gewissens beruhigen. Die fröhlichen, verspielten Tunes sind durchgängig in einem ruhigeren Stil gehalten und sehr angenehm anzuhören. Aufgrund dessen passen sie sich dem Spielgeschehen perfekt an und sorgen für stimmige Atmosphäre beim Pinselschwingen.

Fazit:
Pokémon Art Academy liefert eigentlich genau das, was man vom Titel erwartet - es ist schlicht und ergreifend eine tolle Möglichkeit, um als Pokémon-Fan zeichnerisch tätig zu werden. Der Titel bietet einen komfortablen Einstieg für Neulinge der Kunst, fortgeschrittene Zeichner werden im späteren Verlauf aber ebenso gefordert. Auch die Hilfsmittel und Utensilien, die dem Spieler beim Zeichnen zur Verfügung stehen, lassen keine Wünsche offen. Insgesamt eröffnet sich den Schülern der Akademie also ein mitunter durchaus anspruchsvolles Zeichenspiel, das mit viel Charme und einer großen Vielfalt an verschiedenen Pokémon punkten kann. Nichtsdestotrotz wird das viele Licht durch ein wenig Schatten getrübt: So fehlt der 3D-Effekt komplett, obgleich er so manches Mal durchaus nützlich gewesen wäre. Auch der Verzicht auf ein Bewertungssystem ist enttäuschend, da fleißige Spieler, die sich an die Vorgaben halten, nicht belohnt werden. Lobenswert ist allerdings die Möglichkeit, Zeichnungen im Miiverse posten zu können oder auch auf die SD-Karte zu befördern. Letztlich handelt es sich um einen Titel, mit dem sowohl Pokémaniacs als auch Zeichengenies glücklich werden sollten. Alle anderen sollten sich vorher lieber erst überlegen, ob ihnen ein solches Spiel satte 30 Euro wert ist.

Arbeitet als Maler auf Route 7 in Kalos: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Niedliches Zeichenspiel für Pokémon-Fans und leidenschaftliche Künstler - nicht mehr und nicht weniger.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

7.0

STEUERUNG:

9.0

ABWECHSLUNG:

7.0
8
von 10

Präzise Steuerung

Große Auswahl an Pokémon

Kinderleichter Einstieg…

…später fordernder Schwierigkeitsgrad

Übertragung der Zeichnungen ins Miiverse

Kein 3D-Effekt

Fehlendes Bewertungssystem

Nicht viel Neues für Kenner der Vorgänger

Wie werten wir?

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