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Spielname:
Mario Kart 7

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo/Retro Studios

Genre:
Racing

Release:
02.12.2011 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Review: Mario Kart 7

Tjark Michael Wewetzer, 10.01.2012

15k°

24

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Es gibt einige Dinge, auf die man sich als gestandener Zocker immer verlassen kann. Zum Beispiel, dass Nintendo einige der hauseigenen großen Reihen auf ein neues System schaufelt und dabei meist überragende Arbeit leistet. Wenn dann noch ein rot bemützter Klempner auf der Verpackung zu sehen ist, umso besser. Von daher würde es uns nicht verwundern, wenn ihr euch Mario Kart 7 schon längst zugelegt habt. Doch vielleicht gibt es noch die ein oder anderen Individuen, das bisher noch nicht angebissen haben. Noch nicht mit der Reihe, die für chaotischen Multiplayer-Spaß, in dem aus den besten Freunden die ärgsten Feinde werden, bekannt sind. Diese folgenden Zeilen sind für euch. Und natürlich auch für all die anderen, die wissen wollen, was die 3DS-Episode der beliebten Rennspiel-Reihe taugt. Oder vielleicht doch eher taucht?

Die Schildkrötenpanzer fliegen wieder tief...
In Sachen Spielmodi setzt Mario Kart 7 auf Übersichtlichkeit. Für den geneigten Einzelspieler gibt es den Grand Prix, das Zeitfahren sowie die Ballon- und Münzschlacht, in denen ihr euch gegen CPU-Konkurrenten oder die Uhr behaupten könnt. Ersteres gibt es darüber hinaus auch gleich in vier Geschmacksrichtungen bzw. Schwierigkeitsgraden, welche von kinderleicht bis extrem knifflig reichen. Mit viel Übung und einem Quäntchen Glück ist aber auch der freischaltbare vierte Härtegrad machbar. Serien-Veteranen werden sich sofort in den höheren Rennklassen heimisch fühlen.

Besagte Altmeister werden auch erfahren, dass auf der Strecke alles wie gehabt ist: In Rennen über drei Runden versucht ihr, euch gegen sieben Kontrahenten durchzusetzen, die alle nur die Pole Position im Blick haben. Nur mit einem kräftigen Bleifuß und geschickten Driftkünsten habt ihr gegen die stetig stärker werdenden Gegner eine Chance – zumindest wäre das bei einem normalen Rennspiel so. Das hier ist jedoch Mario Kart, weswegen auf dem Kurs verteilt auch Item-Boxen liegen. Überfahrt ihr die, bekommt ihr nach dem Zufallsprinzip einen Gegenstand zugesteckt, wobei die Chancen für bestimmte Objekte schon mal von eurer aktuellen Position im Fahrerfeld beeinflusst werden. Wer auf den hinteren Plätzen ist, bekommt zum Beispiel mehr Items zum Aufholen und direkten Angreifen der voranfahrenden Riege. Fahrerisches Können allein reicht also nicht aus, um Gold einzufahren - auch der richtige Umgang mit den Gegenständen ist wichtig. Wer unaufmerksam ist, fängt sich schnell mehr Koopa-Panzer ein, als ihm lieb ist.

Pimp my Kart
Doch was ist jetzt neu an dem Spiel, abgesehen von 16 der 32 enthaltenen Strecken? Nun, die erste Neuerung fällt sofort nach der Auswahl eures Fahrers auf: Ihr könnt euer Gefährt aus drei verschiedenen Einzelteilen zusammensetzen. Die Wahl des Chassis, der Reifen und des Gleitschirms beeinflussen dabei direkt das Fahrverhalten eures Flitzers und will deswegen gut überlegt sein. Aber Moment, war da gerade von einem Gleitschirm die Rede? Richtig, denn Mario Kart 7 erweitert die simplen Rennen um zwei kleine Zusatzelemente: Abschnitte in der Luft und Sektionen unter Wasser. Dabei handelt es sich stets um kleinere Teile einer Strecke, in denen ihr mit leicht veränderten physikalischen Begebenheiten zu kämpfen habt. Im Meer lenkt es sich eben ein wenig anders als an Land. Die Abschnitte in luftigen Höhen bringen zum Teil auch ein paar alternative Pfade und eventuelle Abkürzungen mit sich. Sie verändern das Spiel nicht komplett – es ist immer noch unverkennbar Mario Kart - ergänzen es aber um einige nette Einfälle. Gerade auf den 16 Retro-Kursen lassen sich teils interessante Wege mit den neuen Möglichkeiten finden.

Ebenfalls überarbeitet wurde das Item-Sortiment. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Blitzwolke aus dem Wii-Vorgänger die Fahrer peinigte oder Gegenstände mit dem Geist gestohlen werden konnten. Stattdessen gibt es nun den semi-praktischen Tanuki-Schweif, die nicht zu unterschätzende Feuerblume und die nett gemeinte, aber schwierig einzusetzende Glückssieben. Letztere drückt euch nämlich sieben Items gleichzeitig in die Hand, die um euch herum rotieren. Außerdem wurde der gefürchtete, blaue Stachelpanzer, der zielgerichtet auf den erstplatzierten Fahrer zurast, noch einmal überarbeitet. So schleift er erst über den Boden und reißt jeden Konkurrenten auf seinem Weg mit, bevor er sich dann bei seinem eigentlichen Ziel in die Luft begibt und mit einer Explosion verabschiedet. Das macht das Item auch wieder praktischer für Leute in den letzten Rängen.

Herausforderungen und kleine Fehler
Aber was macht man nun als Solist, wenn man den Grand Prix erledigt hat und partout nicht unter das Online-Volk gehen möchte? In dem Fall kann man sich entweder im Zeitfahren austoben und eigene Bestzeiten samt dazugehöriger Geistdaten aufstellen, oder man lädt sich per Street- und SpotPass Geister anderer Spieler auf sein Modul. Diese Dinge werden über den Mario-Kart-Kanal verwaltet, der sich – im Gegensatz zum Wii-Pendant – aber leider nur über die 3DS-Karte aufrufen lässt. Immerhin eine nette Geste. Leider verfügt auch das neue Mario Kart über seine Macken und Programmierfehler. Seit dem Releasezeitpunkt hat vor allem ein Glitch seine Runde im Internet gemacht, der es dem Spieler erlaubt, einen großen Teil einer Strecke komplett zu überspringen. Wir hoffen, dass es sich hierbei um den einzigen nennenswerten Patzer handelt und er sich vielleicht über ein zukünftiges Update korrigieren lässt. Darauf verlassen würden wir uns aber nicht.

Steuerung:
Es war noch nie ein Spiel der vielen Tasten. Mit A oder Y, je nachdem was euch eher liegt, gebt ihr Gas, mit B wird gebremst und mit R hüpft ihr durch die Gegend bzw. setzt zum Drift an. Mit der linken Schultertaste oder dem X-Knopf lasst ihr eure eingesammelten Gegenstände sprechen und bombardiert das Fahrerfeld mit Koopa-Panzern, Bananenschalen oder... naja, Bomben. Bei der Lenkung verfügt ihr über zwei Optionen: Entweder ihr geht alles klassisch mit dem Circle Pad an, oder ihr schaltet per Steuerkreuz in die Ego-Ansicht und kontrolliert euer Fahrzeug mit den Bewegungssensoren des 3DS. Das funktioniert nach etwas Eingewöhnungszeit auch recht gut, die klassische Steuerung ist aber nichtsdestotrotz angenehmer. Wer übrigens ohne Bewegungssteuerung aus der Cockpit-Ansicht zocken möchte, kann diese auch auf Wunsch abschalten.

Grafik:
Flüssige Renn-Action, auch mit eingeschaltetem 3D und online? Geht sowas? Aber freilich! Die bonbon-bunte, typische Mario-Optik verträgt sich wunderbar mit dem Spielfluss und die Leveldesigner haben ein paar wirklich hübsche Strecken auf den 3DS gezaubert. Egal ob über einen Schiffsfriedhof, durch ein Röhrensystem mit Mario-Retro-Anleihen oder die wohl eindrucksvollste Rainbow Road aller Zeiten rast, es gibt einige tolle Dinge zu sehen. Der 3D-Tiefeneffekt hierbei ist solide, wenn auch nicht allzu auffällig.

Sound:
Ihr fühlt euch wie Drei-Tage-Regenwetter? Lächeln ist das letzte, was euch in eurer momentanen Situation einfällt? Und rhetorische Fragen wie diese gehen euch langsam auf den Keks? Dann ist der gute, alte Mario Kart-Soundtrack genau das richtige, um eure Stimmung zu heben. Jede Strecke kommt mit einer passenden Melodie daher, die euch zu Bestleistungen antreibt und bei Laune hält. Doch solltet ihr euch nicht allzu sehr davon ablenken lassen, sonst überhört ihr die Warnsignale, die etwa bei einem blauen Stachelpanzer mit euch als Ziel ertönen und euch einen Schauer über den Rücken jagen...

Multiplayer:
Was genau ist der Grund, weswegen wir bis zum heutigen Tage so gerne Mario Kart zocken? Richtig, der ausgefeilte Mehrspieler-Teil! Kein Wunder, dass sich der 3DS-Teil hier von seiner besten Seite zeigt. Im lokalen Spiel könnt ihr mit bis zu sieben Freunden im Grand Prix um die Wette rasen, Einzelrennen veranstalten oder euch in der Ballon- und Münzschlacht messen. Das beste daran ist, dass die zusätzlichen Teilnehmer nicht mal ein eigenes Exemplar des Spiels benötigen, um mitmischen zu können. Mit Ausnahme der Charakter- und Kart-Auswahl für Leute ohne 3DS-Karte können selbst im Download-Spiel alle Inhalte ausgewählt werden. Nur ein wenig Geduld wegen der zusätzlichen Ladezeiten ist nötig.

Sollte es in der näheren Umgebung an 3DS-Besitzern mangeln, könnt ihr euch aber natürlich auch online austoben. Wahlweise im Rennen oder in den Schlacht-Modi kämpft ihr hier verbittert um Rangpunkte und erlebt gut geschmierte, wenngleich hin und wieder auch mal von kleineren Lags geplagte Wettkämpfe. Leider könnt ihr die gewerteten Rennen nicht regional einschränken, es können also stets Spieler aus aller Herren Länder hinzustoßen. Für organisierte Duelle unter bestimmten Regeln – etwa ohne Items oder in einer bestimmten Rennklasse – gibt es mit den Mario Kart-Communities nun ebenfalls eine interessante Option. So könnt ihr einen speziellen Raum erstellen, auf den andere Leute über einen eigens erstellten Nummern-Code Zugriff erhalten. In diesen Communities werden zwar keine Rangpunkte gesammelt, dafür werden die Rennergebnisse aller Teilnehmer aber in einer speziellen Bestenliste festgehalten. Alternativ können Freunde aber auch einfach über die 3DS-Freundesliste oder im Freundesmenü des Spiels bei euch einsteigen. Wer also keinen Bock auf die Zahlenspielerei hat, muss sich damit nicht abgeben, um mit seinen Kumpeln Gas zu geben.

Fazit:
Mario Kart ändert sich nie. Gut, das ist eigentlich eine glatte Lüge. Mario Kart 7 verfügt über einige nette Neuerungen wie knappe Abschnitte unter Wasser oder kurze Luftgleiter-Sektionen. Außerdem lassen sich die Fahrzeuge nun in drei Teilen zusammenstecken, was zumindest noch für ein wenig Statistik-Variation abseits der Charakterwahl sorgt. Am Ende des Tages genießt man das Spiel aber doch eher wegen der alten Tugenden anstelle des neuen Krams: Spannende Rennen, bei denen nicht nur das fahrerische Können über Sieg oder Niederlage entscheidet, sondern auch der richtige Umgang mit Items. Dank Online-Modus gehen einem auch nicht so schnell die Kontrahenten aus, die man über die fantastischen Kurse scheucht. Zum perfekten Rennspiel wären zwar ein paar kleine Bugfixes sowie ein paar mehr Einstellungsmöglichkeiten im Internet-Kampf nett gewesen, aber schon so lässt sich ohne jeden Zweifel sagen: Mario Kart 7 ist bleifreier Spielspaß und gehört in jede gut sortierte 3DS-Sammlung.

Rast weiter online: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Pflichtkauf
Deine Wertung:

-
Das Spiel, bei dem sich Frust und Freude die Klinke in die Hand geben. Anders wollen wir es auch gar nicht haben!

Wertung

MULTIPLAYER:

10

FAHRZEUGVERHALTEN:

9.0

STRECKENDESIGN:

9.0
9
von 10

Starke neue Strecken...

...und kleine Detail-Neuerungen bei den alten

Läuft wie geschmiert

Multiplayer-Bombe...

...und das sogar mit nur einer 3DS-Karte

Wasserwege nett gemeint, aber nicht spielentscheidend

„Reine“ Rennfahrer könnten sich dank der Items benachteiligt fühlen

Schlechte Patch-Aussichten trotz Glitches

Wie werten wir?

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24 Kommentare