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Spielname:
Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy

Typ:
3DSWare Spiel

eShop Preis:
29,99 €

Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Adventure

Release:
11.12.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

Screenshots:
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Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy

Review: Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy

Tjark Michael Wewetzer, 26.12.2014

4844°

3

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Auch wenn es im Westen zuvor beunruhigend ruhig wurde, hat die Ace Attorney-Reihe in den letzten zwei Jahren dank der eShop-Veröffentlichung von Dual Destinies und dem großen Crossover-Projekt Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney wieder mächtig an Aufwind gewonnen. Nun gibt es aber natürlich viele Leute, die erst durch diese zwei Titel auf die Reihe aufmerksam geworden sind und vielleicht gerne die Anfänge der Geschichte um den charismatischen Anwalt mit der Igelfrisur erleben möchten. Natürlich kann man zu diesem Zweck auch versuchen, die alten DS-Module an Land zu ziehen, doch wenn man nicht gerade eine gehörige Portion Glück mit seinem Fang hat, muss man dafür eine gute Stange Geld zur Seite legen. Glücklicherweise gibt es mit dem kürzlich erschienenen Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy eine erwägenswerte Alternative im eShop – zumindest, wenn man nicht unbedingt deutsche Texte braucht. Der Titel vereint nämlich die ersten drei Ace Attorney-Teile (leider nur in englischer Sprache) und bietet zudem viele kleine Detailverbesserungen – so zumindest verspricht es Entwickler Capcom. Was die Sammlung kann und ob nicht vielleicht der Zahn der Zeit an den immerhin aus der GBA-Ära stammenden Adventures genagt hat, verraten wir euch in unserem Test.

Jeder fängt mal klein an
So souverän Phoenix in Dual Destinies auch auftreten mag, selbst er hat seine Karriere als nervöses Wrack begonnen. Frisch mit seiner Anwaltsmarke ausgestattet, muss er seinen alten Freund Larry Butz in einem Mordprozess aushelfen. Dass sein Kumpel unschuldig ist, ist für unseren Anwalt klar – auch wenn Larry sich regelmäßig Ärger einbrockt, wäre er doch nie in der Lage, jemanden zu töten! Und so führt euch der erste Ace Attorney-Teil innerhalb eines knappen Tutorial-Falls – von denen es übrigens pro Spiel je einen gibt – durch das Hauptmerkmal der Reihe: Die spannenden Wortgefechte vor Gericht.

Ace Attorney entfaltet sich nämlich mehr wie eine Visual Novel als ein klassisches Adventure. Gerade in den Prozess-Phasen folgt ihr maßgeblich einem ausführlichen Dialog, der euch durch kleine Abfragen und Puzzles hin und wieder wachrüttelt. Speziell wenn es zur Zeugenaussage kommt, seid ihr gefragt. Dann nämlich nehmt ihr jedes Statement Teil für Teil auseinander, hakt zur Klarstellung gewisser Sachverhalte (oder einfach nur für einen lustigen Bonus-Dialog) auf Knopfdruck nach und wenn ihr dann mal einen Widerspruch findet, donnert ihr dem Zeugen den geeigneten Beweis entgegen. Dabei ist es wichtig, dass ihr stets einen Überblick über eure Gerichtsakte bewahrt und alle Beweise samt ihrer Beschreibung kennt. Nicht selten verbirgt sich nämlich genau da der rettende Hinweis – zum Beispiel wird dann ersichtlich, dass euer Zeuge angibt, sich bei einer Uhrzeit extrem sicher zu sein, diese aber überhaupt nicht zum Tatzeitpunkt passt.

Leider sind dennoch nicht alle Statements immer so eindeutig, wie man es gerne hätte. Gelegentlich geratet ihr in Situationen, in denen euch mehrere Beweise oder Teile der Zeugenaussage zum gewünschten Ergebnis führen könnten, das Spiel aber natürlich genau ein bestimmtes Stück präsentiert bekommen möchte – und Fehlversuche nagen natürlich an eurer Energie-Leiste, deren vollständige Leerung ein Game Over nach sich zieht. Das ist vor allem in Situationen ärgerlich, in welchen ihr gedanklich bereits ein paar Schritte weiter seid, ihr aber noch nicht die Lösung präsentieren dürft, weil die Charaktere selbst noch nicht auf den Gedanken gekommen sind. In solchen Fällen wird die übermäßige Linearität von Ace Attorney leider mehr als deutlich, glücklicherweise treten sie aber eher selten auf. Die Möglichkeit, seinen Fortschritt jederzeit speichern zu können, senkt dabei ebenfalls den Frustfaktor.

Von Leitern und Trittleitern
Wer vor Gericht bestehen will, muss ohne Frage gut vorbereitet sein. Eben das bringt ihr in den immer wieder eingestreuten Ermittlungs-Phasen zustande, in denen ihr euch von Areal zu Areal klickt, die Umgebungen nach Hinweisen durchsucht und mit den vielfältigen Charakteren plaudert. Das klingt allerdings weitaus ausgiebiger als es ist. In der Regel ist euer Aktionsradius nämlich trotzdem sehr eingeschränkt und gewisse Ereignisse treten erst ein, wenn ihr bestimmte Bedingungen erfüllt habt. Vor allem im ersten Ace Attorney wirken diese Phasen fast schon extrem kurz. Immerhin: Die Vielzahl an zusätzlichen Nebenbemerkungen von Wright und Co. sorgt dafür, dass auch das freie Absuchen der Umgebungen Spaß macht – anders als bei Dual Destinies, in dem ihr nur an fest vorgegebenen Stellen die Lupe in die Hand nehmen dürft. Außerdem gönnt man sowohl den Ermittlungs- als auch den Gerichts-Phasen in Justice for All sowie Trials and Tribulations, den anderen beiden Spielen der Trilogy, wesentlich mehr Raum zum Atmen. Man merkt im Laufe des Spiels deutlich, wie die Macher ihr Handwerk perfektioniert haben.

Das fällt vor allem durch ein zusätzliches Element ab Teil 2 auf: Gelegentlich verraten euch eure Gesprächspartner nicht von Anfang an alles, was ihr wissen möchtet. Stoßt ihr auf solche sogenannten psychischen Blockaden, ist guter Rat teuer. Dann nämlich müsst ihr erst die passenden Objekte und Informationen herbeischaffen, um den Charakter zu überzeugen und zum Singen zu bringen. Die Rätsel darum sind angenehm aufgezogen und sorgen für Abwechslung im sonst sehr marschlastigen Ermittlungs-Segment.

Steuerung:
Da ihr euch in Ace Attorney hauptsächlich durch Dialoge und kleinere Menüs klickt, kann hier eigentlich gar nicht so viel schiefgehen. Entweder über die Aktionstasten oder mit dem Touchscreen navigiert ihr euch durch die Schauplätze, scrollt durch Zeugenaussagen und stochert in eurer Gerichtsakte herum. Allerdings fällt vor allem die ständige Klickerei beim Schauplatzwechsel furchtbar nervig aus, zumal nicht immer ganz offensichtlich ist, über welchen Weg ihr bestimmte Orte erreichen könnt. Außerdem macht lediglich der fünfte Fall des ersten Ace Attorneys dank zusätzlicher Features wie dem genaueren Untersuchen von Objekten oder dem Versprühen von Luminol, um Blutflecken sichtbar zu machen, etwas intensiveren Gebrauch von den Features des (3)DS. Oh, und natürlich könnt ihr nach wie vor Einsprüche per Mikrofon durchgeben, wenn ihr das denn so möchtet.

Grafik:
Wie schon der iOS-Port zuvor kommt die 3DS-Trilogy mit einem überarbeiteten Grafikstil daher. Statt der alten Pixel-Sprites erwarten euch hier also nachgezeichnete Charaktere und Umgebungen, die für ein deutlich runderes Gesamtbild sorgen müssten. Größtenteils klappt das auch und sieht toll aus, manche Details an den Figuren wirken aber einfach falsch. Vor allem die Augen der biestigen Wache Wendy Oldbag machen einen etwas schrägen Eindruck. Auch einige der Hintergründe, etwa die Totale im Gerichtssaal, wirken nun einfach verwaschen statt verpixelt. Wirklich einhundertprozentig besser sieht das nicht aus. Darüber hinaus kann man den 3D-Tiefeneffekt salopp gesagt in die Tonne kloppen. In der Regel arbeitet dieser mit gerade mal drei Ebenen – Textbox, Charakter, Hintergrund – und die Zwischensequenzen unterstützen ihn gar nicht erst. Den Effekt könnt ihr also getrost abschalten.

Sound:
Was hingegen überhaupt nicht überarbeitet wurde, ist die Musik. Das ist per se gar nicht mal so schlecht, da die alten GBA-Stücke auch heute noch ins Ohr gehen und den Charme der Reihe gekonnt unterstreichen. Dennoch hätten wir uns schon irgendwie neu eingespielte Stücke gewünscht, zumal das neu eingespielte Medley im Titelbildschirm der Trilogy nicht von schlechten Eltern ist.

Fazit:
Vor acht Jahren zog uns der charismatische Anwalt Phoenix Wright mit seinen spannenden Fällen erstmals in den Bann. Viel hat sich seitdem getan, doch auch heute noch können die drei Abenteuer, mit denen alles angefangen hat, überzeugen. Die einzelnen Episoden sind interessant aufgezogen, im zunehmenden Spielverlauf legen sich auch die Pacing-Probleme, mit denen gerade Teil 1 noch zu kämpfen hatte, und spätestens wenn es vor Gericht geht und die ersten Einsprüche erschallen, fiebert ihr wieder mit. Dafür sorgen auch all die denkwürdigen sowie liebenswürdig animierten Charaktere, mit denen ihr es zu tun bekommt. Allerdings richtet sich die Phoenix Wright: Ace Attorney Trilogy eindeutig eher an Neulinge im Ace-Attorney-Kosmos, die nicht ohne Weiteres an die alten DS-Module herankommen können. Die 3DS-Sammlung lässt die gelungene deutsche Lokalisierung nämlich vermissen und die qualitativ nicht immer auf stetigem Niveau befindliche, überarbeitete Grafik allein ist kein ausreichender Kaufgrund für diesen knapp 30 Euro teuren Download. Dennoch: Wenn ihr bislang noch nicht das Vergnügen mit der Anwaltsagentur Wright und Partner hattet und nach dem Professor-Layton-Crossover Lust auf die Eskapaden von Phoenix und seiner Assistentin Maya bekommen habt, solltet ihr euch die Trilogie unbedingt näher anschauen!

Zeigefinger der Gerechtigkeit: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Das (fast) komplette Paket Phoenix Wright: Viele spannende Fälle, die Neulinge begeistern werden, für Kenner aber wenig Anreize bieten.

Wertung

STORY:

8.0

RÄTSEL:

7.0

CHARME:

9.0
8
von 10

Drei umfangreiche Adventures

Charmante Charaktere

Packende Gerichts-Phasen

Überarbeitete Grafik…

Solide Rätsel

Kaum Kaufgründe für Kenner

Extrem linearer Spielablauf

Teils kleine Pacing-Probleme

…mit neuen Macken

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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3 Kommentare