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Spielname:
Persona Q: Shadow of the Labyrinth

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
P-Studio

Genre:
Rollenspiel

Release:
28.11.2014 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Persona Q: Shadow of the Labyrinth

Review: Persona Q: Shadow of the Labyrinth

Tjark Michael Wewetzer, 02.12.2014

6197°

3

Test mögen: Weitersagen:

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Helden der PS2-Rollenspiele Persona 3 und Persona 4 für eine größere Herausforderung zusammenschließen müssen. Im Gegensatz zu Persona 4 Arena (Ultimax) geschieht das hier jedoch nicht im Rahmen eines actionreichen Kampfspiels, sondern endlich auch im Rahmen eines klassischen RPGs. Sogar noch klassischer als es bei der Hauptreihe der Fall ist, denn Persona Q: Shadow of the Labyrinth vermengt den Stil und die Charaktere von Persona mit dem Gameplay von Atlus' großer DS-Reihe Etrian Odyssey. Ob der Cocktail mundet, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Ein etwas anderes Schulfest
Warum werden eigentlich die S.E.E.S. der Gekkoukan High und des Ermittlungs-Teams der Yasogami High zusammengebracht? Das erschließt sich ihnen zu Beginn selbst nicht ganz. Der Trupp aus Persona 3 wollte eigentlich nur ganz normal den als Tartarus bekannten Hort der Finsternis erkunden, die Besetzung aus Persona 4 war wiederum mit einem Schulfest beschäftigt. Ohne große Vorwarnung verschlägt es jedoch beide in ein seltsames Abbild der Yasogami High, welches zwar vertraut aussieht, statt einfacher Festtagseinrichtungen allerdings vertrackte Labyrinthe mit gefährlichen Monstern in den Klassenzimmern beherbergt. Schnell trifft der Trupp auf das mysteriöse Duo Rei und Zen, das sich augenscheinlich ebenfalls in diesem schattenverseuchten Irrgarten verlaufen hat und dem zu allem Überfluss auch noch das Gedächtnis abhanden gekommen ist. Und dann ist da noch dieser geheimnisvolle Uhrenturm auf dem Schulhof, dessen Glockenschlag angeblich den nahenden Tod einläuten soll. Reichlich Rätsel also, die es zu lösen gilt!

Zu Beginn dürft ihr euch übrigens aussuchen, mit welchem Trupp ihr anfangen möchtet. Die Wahl ist dabei größtenteils eher kosmetischer Natur, da ihr bereits relativ früh im Spiel auf die andere Mannschaft trefft und von da an gemeinsame Sache macht. Trotzdem warten je nach Start-Charakter einige unterschiedliche Dialoge auf euch, was zumindest den zweiten Anlauf mit dem anderen Team interessanter machen kann. Kenntnisse von Persona 3 und/oder 4 sind übrigens nicht unbedingt Pflicht, da die wichtigsten Charakterzüge auch so gut herüberkommen und beide Truppen aus der ungefähren Mitte des Handlungsstrangs ihrer jeweiligen Spiele entnommen sind, was bedeutet, dass keine allzu großen Story-Spoiler auf euch lauern. Kenner haben aber deutlich mehr vom Spiel, denn Persona Q strotzt geradezu vor Fanservice. Von Anspielungen auf gewisse Ereignisse (Stichwort: Sauna) bis hin zu altbekannten Sprüchen und anderen Details („Ta da da da! Junpei has leveled up!“) wird euch hier einiges geboten. Sofern ihr zumindest des Englischen mächtig seid, denn deutsche Texte gibt es abermals nicht.

Was es übrigens auch nicht gibt: Einen richtigen Fokus auf die Haupthandlung von Persona Q. Die wird nämlich hauptsächlich zwischen den umfangreichen Dungeons vorangetrieben, zu denen wir später noch kommen. Stattdessen stehen die Charaktere voll und ganz im Rampenlicht. Während eurer Erkundungsgänge werdet ihr an vorgeschrieben Stellen kurz unterbrochen, um einer kleinen Diskussion eurer insgesamt 18 Einheiten großen Truppe zu folgen. Auch außerhalb der Dungeons warten einige Gespräche auf euch, die ihr im Spielverlauf freischaltet. An gewissen Punkten dürft ihr sogar aus einer vorgegebenen Liste eigene Antworten beisteuern, diese sorgen jedoch nur für minimale Änderungen im Dialog. Auch das äußerst motivierende Social-Link-System der Heimatspiele, bei dem man nach und nach die Charaktere kennengelernt, Freundschaften aufgebaut und so auch seine Kräfte gestärkt hat, fehlt hier leider komplett. Dafür warten, ganz wie in Etrian Odyssey, einige kleine Bonus-Quests darauf, von euch für EXP- und Item-Belohnungen absolviert zu werden, die teils auch mit kleinen Nebenereignissen daherkommen – zum Beispiel eine Koch-Runde mit dem reizenden, kulinarischen Quartett bestehend aus Chie, Yukiko, Rise und Fuuka. Zudem sind die Konversationen allesamt äußerst humorvoll geschrieben, was dem Dungeon Crawler eine deutlich lockerere Atmosphäre verleiht – was aber nicht heißen soll, dass er sich vor spannenden und schockierenden Wendungen scheut!

…und wo ging's jetzt lang?
Apropos Dungeon Crawling: Wie ganz zu Beginn angemerkt ist eben dieses weniger an die Persona-Reihe angelehnt, es bedient sich stattdessen stark an den Mechaniken von Etrian Odyssey. Die verschiedenen Kerker werden komplett aus der Ego-Perspektive erkundet, in welcher ihr euch Planquadrat für Planquadrat nach vorn bewegt. Dabei ist es ratsam, das Labyrinth-Layout möglichst sorgfältig auf der Karopapier-Karte auf dem Touchscreen mitzuzeichnen. Faule Naturen können auch eine automatische Kartographier-Funktion einschalten, diese markiert aber nur betretene Wege und die dort befindlichen Wände. Kisten, Türen, Treppen und andere Details müssen nach wie vor manuell eingetragen werden, was dank des entschlackten Interfaces und einigen Komfort-Funktionen – Abkürzungen lassen sich etwa mit einem speziellen Marker kennzeichnen, der automatisch die Wegrichtung und Art der Abkürzung verdeutlicht – immerhin wesentlich flotter von der Hand geht. Das Vervollständigen der Karte lohnt sich übrigens nicht nur der eigenen Übersicht wegen: Jede Ebene verfügt über eine besondere Truhe, die erst bei 100% Kartenvervollständigung ihren wertvollen Inhalt preisgibt. Ärgerlich ist hierbei lediglich, dass ihr dafür jedes begehbare Quadrat auch wirklich eigenhändig abgelatscht haben müsst. Notfalls lassen sich diese Kisten aber auch mit Spielmünzen öffnen – der Betrag ist dann abhängig davon, wieviel Prozent ihr bereits aufgedeckt habt.

Selbst die beste Karte wird euch aber nicht vor den unausweichlichen Zufallsbegegnungen schützen, da überall in den wirren Korridoren gefährliche Schatten warten. Der Kampf gegen diese finsteren Kreaturen läuft dabei komplett rundenbasiert ab und ganz wie in Etrian Odyssey nehmen bis zu fünf über zwei Reihen verteilte Charaktere an den Gefechten teil. Anders als beim Dungeon-Crawling-Kumpanen funktioniert jedoch das Skill-System: Statt auf recht umfassende Talentbäume zu setzen, hat man sich dafür entschieden, jede Figur durch fest vorgeschriebene Werte-Upgrades schreiten und auf bestimmten Stufen neue Fähigkeiten erhalten zu lassen. Das soll aber nicht heißen, dass ihr gar keinen Einfluss auf eure Schützlinge nehmen könnt. So verfügt jeder von ihnen über vier freie Fertigkeiten-Slots, die sich mit Skill-Karten füttern lassen. Außerdem könnt ihr alle Charaktere zusätzlich zu ihren spezifischen Personas – also den Verkörperungen ihrer geistigen Kräfte – mit einer sogenannten Sub-Persona ausrüsten, die euch zusätzliche Moves zur Verfügung stellt. Als wäre das noch nicht genug, statten euch die Helfer, welche ihr am Ende von gewonnen Schlachten zufällig einsackt, mit einem kleinen HP- und SP-Polster aus, das sich nach Kampfende automatisch regeneriert. Äußerst praktisch, da das Inventar nur 60 Gegenstände fassen kann und ihr somit nicht unendlich Platz für Medizin und Beute in euren Taschen habt. Und natürlich könnt ihr die Personas im altbekannten Velvet Room auch zu neuen Wesen verschmelzen.

Hinter jede Ecke lauern sie: FOE!
Ab dem mittleren der insgesamt fünf verfügbaren Schwierigkeitsgrade ist eine gute Vorbereitung praktisch das A und O. Eine unüberlegte Vorgehensweise kann euch schnell den Kopf kosten, auf höchstem Schwierigkeitsgrad winkt sogar schon das Game Over, wenn nur der Anführer eurer Truppe ins Gras beißt – ganz nach den klassischen Shin Megami Tensei-Regeln. Um das zu verhindern, gilt es das Kampfsystem nach allen Regeln der Kunst auszunutzen. Greift ihr etwa gezielt den Schwachpunkt eines Feindes an, geht ihr in den Boost-Zustand über. Dieser erlaubt es euch, die Sonderfähigkeit komplett ohne die üblichen SP- oder HP-Kosten durchzuführen. Gerade bei mächtigen, aber eben auch ressourcenintensiven Skills mehr als praktisch! Außerdem ladet ihr mit jeder Aktion eine Spezialleiste am Bildschirmrand auf. Die so gesammelten Punkte lassen sich für spezielle Navigatoren-Fähigkeiten nutzen, mit denen euch die sonst eher passiv am Kampf beteiligten Begleiter Fuuka und Rise aktiv unterstützen können. Über gewisse Sub-Personas können die beiden sogar noch weitere hilfreiche Tricks lernen.

Diese werdet ihr spätestens dann brauchen, wenn es an die großen Bosse geht oder ihr mit den gefährlichen FOEs auf Tuchfühlung geht. Jepp, die in den Labyrinthen herumlaufenden Großgegner (deren Name hier übrigens für „Fysis Oikein Eidolon“ steht) gibt es auch hier und es ist abermals ratsam, sie zumindest beim Erstkontakt zu umgehen. Tatsächlich sind die gefürchteten Wächter in Persona Q wesentlich handzahmer als in Etrian Odyssey. In der Regel sind lediglich ein paar simple Puzzles, die beizeiten auch mal an klassische Kistenschiebe-Rätsel erinnern, um die FOEs gestrickt. Aggressive Verfolger, die euch aktiv ans Leder wollen, findet ihr zum Beispiel vergleichsweise spät. Ebenfalls nervig ist das eher niedrige Kampftempo, zumindest im Vergleich zu Etrian Odyssey. Selbst mit komplett abgeschalteten Animationen laufen die Gefechte gefühlt einen Tick zu langsam ab – da sind wir von anderen Genre-Kollegen Schnelleres gewohnt.

Steuerung:
Tja, wenn ihr Etrian Odyssey schon mal gespielt habt, wisst ihr direkt, was hier auf euch zukommt. Mit dem Steuerkreuz bewegt ihr euch durch die verwinkelten Dungeons, das Circle Pad dient hingegen entweder zum Scrollen der Karte oder in Kombination mit der B-Taste zum Umschauen in der direkten Umgebung. Aktionen aller Art werden mit A durchgeführt, mit dem Touchpen werden Karten gezeichnet. Letzteres profitiert übrigens vom bereits angedeuteten entschlackten Interface. Statt die Werkzeugleiste mit allerlei Symbolen zu fluten, wurden diese jetzt in diverse, thematisch sortierte Aufklappmenüs verfrachtet. Das macht die Zeichnerei vor allem auf dem kleineren Erst-3DS ein kleines Stück angenehmer.

Grafik:
Schon das Intro gibt einen Vorgeschmack auf das, was auf euch zukommt: Persona Q geizt nicht mit Farben. Schon der erste Dungeon, ein von „Alice im Wunderland“ inspiriertes Areal, verfügt über ein äußerst reizvolles Art Design – und das ist erst die Spitze des Eisberges! Wir wollen euch hier natürlich nicht die Spannung verderben, aber lasst euch gesagt sein, dass Atlus ein paar optisch richtig abwechslungsreiche und atmosphärische Areale geschaffen hat. Was hingegen wohl Geschmackssache sein dürfte, ist das Character Design. Die stilisierten Modelle der Persona-Crew sind zwar ausdrucksstark und passen auch gut zur größtenteils eher lockeren Atmosphäre des Spiels, brechen aber natürlich mit dem Art Style der Hauptspiele. Auch die 3D-Nutzung ist eine zweischneidige Angelegenheit: Bei den Dungeon-Erkundungen und im Kampf macht der Effekt einen großartigen Eindruck – für normale Angriffe springen die Helden sogar direkt aus dem Bildschirm! In den Dialogsequenzen quatschen die Akteure jedoch meist vor 2D-Hintergründen, die in der Bildebene allerdings zu weit vorne liegen, was sie praktisch „eingebettet“ aussehen lässt.

Sound:
Eines der Merkmale der Persona-Reihe ist der famose Soundtrack und dieser hat es auch in das Spinoff geschafft. Die vielfältigen Melodien fügen sich gut in die jüngere Seriengeschichte ein und unterhalten durchweg. Gerade die Musikstücke für die Kämpfe sind tückische Ohrwürmer! Viele Dialoge des Spiels sind zudem mit englischer Sprachausgabe vertont, die serientypisch gelungen ist. Leider quatscht die Meute auch bei den Dungeon-Ausflügen, und das nicht zu knapp. Wenn etwa einem eurer Kämpfer die SP ausgehen, nölt er euch nach jedem Gefecht die Ohren voll, dass er sich schlapp fühle – völlig unabhängig davon, ob ihn seine Sub-Persona im Kampf mit ausreichend Punkten versorgen kann oder er reichlich Fähigkeiten hat, die er mit seinem HP-Vorrat speisen kann. Das nervt ziemlich schnell.

Fazit:
Gleich vorweg: Wer sich mit Persona Q: Shadow of the Labyrinth ein mit Persona 3 und 4 gleichwertiges Rollenspielvergnügen erhofft, wird sicherlich enttäuscht. Elemente wie das Social-Link-System und die stark präsente sowie einzigartige Rahmenhandlung lässt das Spinoff leider vermissen. Auch den Ansprüchen eines Etrian Odyssey-Fans kann es nicht ganz gerecht werden, spielt sich Persona Q doch ein gutes Stück simpler. Und dennoch macht der Dungeon Crawler einfach tierisch viel Spaß! Merkmale wie das klassische Kartenzeichnen und das tödliche Spiel mit den FOEs sowie die farbenfrohen, lebhaften und interessanten Charaktere der Persona-Reihe werden hier gekonnt zu einem komplett eigenen Spielgefühl vermengt, die unterhaltsamen Konversationen lockern die kniffligen Kämpfe vortrefflich auf. Speziell diejenigen, die die Charaktere in Persona so liebgewonnen haben, werden hier ihre helle Freude haben. Es kommt ein Gefühl auf, als würde man nach einer langen Reise seine ganzen alten Freunde wiedertreffen und mit ihnen etwas unternehmen – ein wunderschön warmes Gefühl. Solltet ihr die Meute jedoch noch nicht kennen, könnt ihr mit diesem Spiel wunderbar erste Erfahrungen sammeln. Wenn ihr also Lust auf einen etwas humorvollen, charakterbetonten Dungeon Crawler habt und eine einsteigerfreundliche Alternative zu Etrian Odyssey sucht, ist Persona Q genau euer Ding.

Braucht noch mehr Karopapier: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
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-
Für Fans der Persona-Charaktere ein Fest: Abwechslungsreicher, poppiger Dungeon Crawler, der zwei Spielstile gekonnt vermischt.

Wertung

STORY:

7.0

SPIELWELT:

8.0

CHARAKTERE:

9.0
8
von 10

Abwechslungsreiche Dungeons

Durchdachtes Kampfsystem…

…mit einigen Anpassungsmöglichkeiten

Liebenswürdige Charaktere

Clevere Puzzles

Einsteigerfreundliches Gameplay

Farbenfrohes Art Design

Großartiger Soundtrack

Story kommt etwas schleppend in die Hufe

Eher gemächliches Kampftempo

Einige nervige Sprachsamples

FOEs arg simpel gestrickt

Komplett in Englisch

Wie werten wir?

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