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Spielname:
Rodea: The Sky Soldier

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
NIS America

Developer:
Prope

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
13.11.2015 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Rodea: The Sky Soldier

Review: Rodea: The Sky Soldier

Tjark Michael Wewetzer, 11.11.2015

2280°

1

Test mögen: Weitersagen:

Wenn ein Spielehersteller für eine gewisse Veröffentlichung mal etwas mehr Zeit benötigt, mag man das angesichts einiger verbuggter Titel da draußen heutzutage fast schon begrüßen. Aber wenn damit beinahe komplette Funkstille bezüglich des Entwicklungsstands einhergeht, wird man doch etwas misstrauisch – selbst wenn es sich um ein eher nischiges Spiel wie den Action-Plattformer Rodea: The Sky Soldier handelt. Das nämlich ist nach einigen Jahren des Schweigens vergangenen Mai endlich in Japan veröffentlicht worden und steht nun auch in Europa bereit. Hat es sich wenigstens gelohnt, den Himmelsritter vom Sonic-Schöpfer Yuji Naka aus der Versenkung zu holen? Unser Test wird es zeigen!

Das Imperium schlägt zurück
Die Rahmenhandlung dreht sich um den Titelhelden Rodea, einen Kampfroboter des finsteren Naga-Imperiums, der 1000 Jahre nach einem großen Krieg von der Bastlerin Ion zusammengeflickt wird. Aufgrund eines letzten Befehls, den er vor seiner längeren Zwangspause empfing, gehört er nun zwar – trotz der Zweifel des friedlichen Volkes von Garuda – zu den Guten, doch Ruhe kriegt er nicht. Plötzlich tauchen die Häscher des Naga-Imperiums wieder überall auf und Rodea zieht gemeinsam mit Ion los, das Land vor der metallenen Bedrohung zu beschützen. Die Geschichte bleibt dabei stets auf einem kindgerechten Niveau, die Texte sind dabei sogar komplett in deutscher Sprache untertitelt – das allerdings teils eher schlecht als recht, auch wenn der Gesamtzusammenhang schlussendlich verständlich bleibt.

Das Abenteuer erstreckt sich über 25 Level. Das mag zunächst nach nicht sonderlich viel Umfang klingen, doch was den Gebieten an der Zahl fehlt, machen sie durch schiere Größe wieder wett. Die als Kapitel bezeichneten Stufen können gut und gerne schon mal um die 20 Minuten in Anspruch nehmen und sind damit fast schon ein wenig zu lang für unseren Geschmack. Immerhin sorgen großzügig verteilte Checkpoints dafür, dass ihr im Falle des Ablebens nicht alles wieder von vorne erledigen müsst – vorausgesetzt, ihr habt noch ein Extraleben übrig.

Was soll dieses Rodea-förmige Loch in der Wand?
Da die Navigation durch die Level gelernt sein will, könnt ihr dabei schon mal das ein oder andere Leben ruck-zuck verspielen. Die Areale bestehen größtenteils aus schwebenden Gesteinsformationen, die sich mit einfachen Sprüngen nicht erreichen lassen – was auch gut so ist, denn Rodeas sprungfederhafte Hüpfer sind an sich schon ziemlich schwer zu kontrollieren. Um voranzukommen, müsst ihr von den Flugfähigkeiten des Helden Gebrauch machen. Dazu peilt ihr in der Luft ein Objekt in der Ferne an, lasst die A-Taste los und schon segelt der Himmelskrieger in die entsprechende Richtung. In Anbetracht dessen hat die Aktion mehr mit der Nutzung eines Enterhakens gemein als mit „richtiger“ Fliegerei. Das System funktioniert allerdings und nach einer gewissen Einspielzeit macht die Seglerei richtig Spaß.

Deswegen ist es umso enttäuschender, dass euch gewisse Ärgernisse diesen Spaß sogleich wieder nehmen. So könnt ihr euch mit Rodeas Flugfunktion zwar wunderbar auf einer Ebene bewegen oder leicht nach oben bzw. nach unten segeln, stehen jedoch steile Aufstiege auf dem Programm, wird die Angelegenheit bedeutend hakeliger. Zwar steht euch eine Art Luftsprung zur Verfügung, nur zehrt der stark an eurer Flugenergie und bringt euch auch nicht so wirklich weit nach oben. Und wenn die Kamera dann ebenfalls rumzickt, werdet ihr bei einigen Erkundungsversuchen, zu denen euch das Spiel zwecks versteckter Medaillen einlädt, regelrecht fluchen.

Je größer sie sind, desto tiefer fallen sie
Hinzu kommt, dass die gelegentlich eingestreuten Luftkämpfe auch alles anderes als spannend sind. Lobenswerterweise weiß Rodea: The Sky Soldier, dass das nicht seine Stärke ist – viele Gegner lassen sich daher mit wenigen Handgriffen vom Himmel pusten und dienen eher als Sprungbretter für den weiteren Fortschritt. Die gelegentlich eingestreuten Bosskämpfe sind hingegen praktisch ausnahmslos langweilig. Ausgefeilte Tricks und Strategien sind hier selten fällig und bei den Riesenbossen reicht es in der Regel sogar, einfach die Schwachpunkte anzupeilen und draufzuhalten.

Rodeas über das Steuerkreuz auswählbare Subwaffen sollen ein wenig Abwechslung reinbringen und auch gewisse Strategien ermöglichen, allerdings erweisen sich diese als entweder arg situationsabhängig oder praktisch unnütz. Die Gleitstiefel sind beispielsweise wunderbar dazu geeignet, größere Levelabschnitte dank spärlich verteilter Boost-Felder im Eiltempo zu durchrasen – dass man dabei die ein oder andere versteckte Medaille verpasst, versteht sich von selbst. Das Maschinengewehr ist selbst nach einigen Upgrades dermaßen unterpowert, dass ihr eine gefühlte Ewigkeit braucht, bis ein damit malträtierter Gegner zusammenklappt. Das geht mit ein, zwei Rammattacken deutlich schneller!

Apropos Upgrades: Auf euren Reisen sammelt euer Himmelsritter diverse Maschinenteile ein, die ihr in nützliche Aufrüstungen investieren könnt. Dazu gehören simple Rüstungs- und Kraftverstärker, Boosts für eure Subwaffensysteme oder aber auch neue Moves. Das Sammeln der Teile kann euch jedoch einiges an Arbeit abverlangen, im normalen Spieldurchlauf erhaltet ihr nämlich bei weitem nicht genug Rohmaterial für Rodeas Upgrades. Immerhin: Per Street- und SpotPass können besondere Inseln freigeschaltet werden, die euch die Rohstoffsammlung erleichtern sollen. Ach ja, und um die mehrfach erwähnten Medaillen noch einmal anzusprechen: Mit diesen schaltet ihr diverse kleine Boni frei. So könnt ihr das Spiel etwa aus der Ego-Perspektive bestreiten, Ions Zimmer auf dem Touchscreen möblieren oder Skins für Rodea erhalten, mit denen er wie so mancher Boss aussieht. Eine nette Kleinigkeit für 100%-Zocker.

Steuerung:
Wir haben es bereits angedeutet: So wirklich einfach ist die Handhabung des Maschinenkämpfers nicht. Das liegt teils an der schwammigen Bodensteuerung, die zudem kaum präzise Sprünge erlaubt. Gerne bleibt ihr an irgendwelchen Ecken hängen und das Lauftempo Rodeas lässt zu wünschen übrig. Schlimmer ist nur noch die mangelhafte Kamerakontrolle. Ihr könnt den Blickwinkel lediglich über die Schultertasten justieren und wie weit ein Druck auf L oder R die Kamera bewegt, bleibt gefühlt dem Zufall überlassen. Das Circle Pad Pro bzw. der C-Stick des New 3DS wird ärgerlicherweise auch nicht unterstützt, was gerade das Anpeilen von Objekten im Flugmodus zumindest ein wenig angenehmer gemacht hätte. Man merkt insgesamt, dass das Kontroll-Schema auf die Wii-Fernbedienung zugeschnitten und auf dem 3DS eher suboptimal umgesetzt wurde.

Grafik:
Und wo wir schon bei Portierungs-Wehwehchen sind: Auch in optischer Hinsicht hat Rodea mächtig Federn lassen müssen. Die Umgebungstexturen wirken teils extrem verwaschen und die Framerate – auch wenn sie weitestgehend konstant bleibt – fällt eher niedrig aus. Dadurch wirken die Figurenanimationen allesamt ein wenig abgehackt und eigentlich idyllische Umgebungen weitaus weniger einladend. Schade um das schöne Setting. Den 3D-Tiefeneffekt könnt ihr euch übrigens getrost schenken: In den vorgerenderten Zwischensequenzen ist er stark fehlerhaft, weswegen manche Figuren entweder platt oder komisch gerundet wirken, und beim eigentlichen Spielablauf ist er so dermaßen schwach ausgeprägt, dass sich praktisch nur die Bildschirmanzeigen von der Standard-Ebene abheben. Was wir der Vollständigkeit halber auch erwähnen möchten: Uns ist das Spiel während des Tests vier Mal eingefroren, was sich nur über einen 3DS-Neustart beheben ließ. Es ist gut möglich, dass wir schlichtweg Pech hatten, doch wenn euch das ebenfalls passiert, wisst ihr wenigstens, dass ihr nicht allein seid.

Sound:
Immerhin hat der Soundtrack den Port unbeschadet überstanden. Die malerischen Melodien sind mehr als gelungen und definitiv das Hörvergnügen wert. Wir empfehlen euch allerdings unbedingt, einen kurzen Blick ins Optionsmenü zu werfen und das Gequassel von Rodeas Partnerin Ion abzuschalten. Andernfalls kommentiert sie praktisch jeden Flugbeginn mit einem „Wusch!“, „Hui!“ oder vergleichbaren Ausdrücken, was sehr schnell nervig wird. Die englische Sprachausgabe an sich ist in Ordnung, Freunde des O-Tons können aber auch die japanische Tonspur einschalten – auf der übrigens auch die deutschen Untertitel basieren. Apropos Untertitel: Während des Spielverlaufs plappert Ion auch gerne normal mit Rodea, um Missionsziele oder Ähnliches anzusprechen. Die Texte (und damit deutsche Übersetzung) davon sind seltsamerweise ganz unten auf dem Touchscreen untergebracht, was das Lesen in der Hitze des Gefechts deutlich erschwert. Zudem haben wir einige Male erlebt, dass die Dialogzeilen über den Bildschirmrand hinausgingen und damit zu großen Teilen unlesbar wurden. Ärgerlich!

Fazit:
Jetzt hat Yuji Nakas neues Baby so lange gebraucht, bis es endlich bei uns – oder überhaupt irgendwo – erschienen ist und wir haben doch das Gefühl, dass es noch deutlich mehr Feintuning hätte vertragen können. Zumindest auf dem 3DS läuft Rodea: The Sky Soldier nämlich alles andere als rund. Es sieht leider nicht besonders hübsch aus, der 3D-Effekt ist lachhaft und die Bildrate hält sich gerade so auf einem spielbaren Niveau. Hinzu kommt, dass die Steuerung arg gewöhnungsbedürftig ausfällt und selbst nach mehreren Stunden noch nicht vollständig in Fleisch und Blut übergehen will – sie war schlichtweg nie für dieses System konzipiert. Das tut umso mehr weh, weil das Spiel trotz aller Probleme doch irgendwie Spaß macht. Rodeas Segelflüge durch die weitläufigen 3D-Areale wirken befreiend, viele verborgene Winkel mit versteckten Medaillen laden zu Erkundungstouren ein und die Handlung, so simpel sie auch ist, hält zumindest jüngere Zocker bei Laune. Wenn ihr Lust auf ein etwas anderes Hüpfabenteuer habt und zudem über etwas Frust in Sachen Kontrolle hinwegsehen könnt, gebt Rodea trotz unseres eher mäßigen Urteils ruhig eine Chance. Wenn ihr das tut, weicht aber bevorzugt auf das Heimkonsolen-Gegenstück aus, denn die Wii U hat zumindest die Pferdestärken, dieses Spiel anständig zu stämmen.

Hat eigentlich tierische Höhenangst und fragt sich, was er hier macht: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an NIS America für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Im Kern ein guter, befreiender Plattformer – wären da nur nicht die technischen Macken und die schwierige Steuerung.

Wertung

LEVELDESIGN:

7.0

ABWECHSLUNG:

6.0

TECHNIK:

4.0
5
von 10

Erhebendes Fluggefühl

Große Level

Viel zu entdecken

Schöner Soundtrack

Deutsche Texte…

Hakelige Steuerung

Zickige Kamera

Eintönige (Boss-)Kämpfe

Technisch schwach

…von ausbaufähiger Qualität

Wie werten wir?

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