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Spielname:
Meisterdetektiv Pikachu

Typ:
3DS-Spiel

Publisher:
Nintendo

Developer:
Creatures

Genre:
Adventure

Release:
23.03.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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Meisterdetektiv Pikachu

Review: Meisterdetektiv Pikachu

Tjark Michael Wewetzer, 30.03.2018

2234°

0

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Es ist nicht das erste Mal, dass der Elektro-Nager Pikachu die Titelrolle in einem Spiel übernimmt. Schließlich ist die gelbe Maus das Aushängeschild der Pokémon-Marke. Dass es dabei allerdings in menschlicher Sprache spricht und sich als Ermittler verdingt? Das ist bedeutend seltener. Und nicht nur in dieser Hinsicht geht das Spinoff Meisterdetektiv Pikachu die Dinge anders an: Hier erwartet euch nämlich ein filmisches Abenteuer mit kleinen Rätseleinlagen – und das in einer deutlich erweiterten Version im Vergleich zur ersten, japanischen eShop-Episode von vor zwei Jahren. Schauen wir uns also mal an, was der geladene Schnüffler auf dem Kasten hat!

Ein ungewöhnliches Duo
Auch wenn Pikachu die Titelrolle hat, spielen wir stattdessen ganz klassisch einen menschlichen Charakter: Den jungen Tim Goodman, der auf der Suche nach seinem verschollenen Vater die Stadt Ryme City aufsucht. Kurz nach seiner Ankunft trifft er auf ein seltsames Pikachu mit Detektivsmütze, das er aus unerfindlichen Gründen in menschlicher Sprache sprechen hört – und zudem auch noch nur er. Alle anderen hören stattdessen die üblichen Pokémon-Laute. Dieses Mysterium weicht jedoch sehr schnell einem anderen, denn in jüngster Zeit gibt es in Ryme City immer wieder Fälle von eigentlich freundlichen Pokémon, die sich ungewöhnlich verhalten und plötzlich wild werden. Und da Tims Vater zuvor auch schon in diesem Fall ermittelte, nimmt Sohnemann gemeinsam mit dem Pikachu direkt die Fährte auf, um so vielleicht das Geheimnis um das verschwundene Elternteil zu lüften.

Jedes Kapitel des Adventures schickt euch dabei in ein anderes Areal, in dem Tim und Pikachu Hinweise auf die Auflösung des Falles vermuten – und in der Regel direkt in einen anderen Schlamassel verwickelt werden. So suchen wir etwa direkt im einführenden, ersten Kapitel diebische Griffel, die sich mit einem Anhänger aus dem Staub gemacht haben. Kaum haben wir den Langfinger im angrenzenden Park aufgespürt, liegt dieser aber nun bewusstlos am Boden und die Kette ist ebenfalls futsch. Nun gilt es, innerhalb des eingegrenzten Gebiets nach Hinweisen zu suchen und herauszufinden, was Sache ist. Das Vorgehen ist dabei in jeder dieser Phasen identisch: Wir klappern mit Tim alle Punkte von Interesse ab, fragen anwesende Personen sowie Pokémon aus und sammeln auf diese Art Hinweise.

Zwischen Denksport und Beinarbeit
Haben wir alle Informationen, wird der Denkapparat angeschmissen – oder genauer gesagt: Tims Notizbuch ausgepackt. Unser geschwätziger Begleiter geht mit uns dann alle Einzelheiten des Falls durch und fragt an Schlüsselstellen nach, wie sich unser aktuelles Mysterium lösen lässt. Einfache Schaltflächen auf dem Touchscreen auf einer schematischen Zeichnung verdeutlichen dabei alle wichtigen Details der Lage, durch Anklicken der jeweiligen Objekte erfahren wir, was für Gedankengänge wir gerade jonglieren. Wer wirklich partout nicht weiß, wie die Puzzleteile zusammenzusetzen sind, kann natürlich auch wild herumprobieren und so irgendwann zu einer Antwort kommen. Großartige Strafen für falsche Vermutungen gibt es nicht. Die Rätsel sind in der Regel jedoch auf einem recht einfachen Niveau gehalten und richten sich eher an jüngere Spieler.

Da Meisterdetektiv Pikachu ein filmisches Adventure ist, gehören natürlich auch die gelegentlichen Quick Time Events zum guten Ton. Wann immer etwas Action gefragt ist, symbolisiert euch ein groß auf dem Bildschirm sichtbarer Aufgabenschriftzug, das schon bald euer Geschick mit der A-Taste gefragt ist. Anspruchsvoll sind diese Timing-Tests erwartungsgemäß nicht, da die Eingabefenster in der Regel mehr als großzügig gewählt sind, im Falle des Versagens gibt es jedoch nicht selten eine amüsante Szene zu sehen, bevor ihr einen neuen Versuch starten dürft. Was den Action-Szenen leider einen gehörigen Dämpfer verpasst: Sie sind nie wirklich schnell. Stattdessen wirken viele von ihnen so, als würde jemand das Geschehen verlangsamen. Das ist schade, denn ansonsten sind sie solide animiert.

Ebenfalls wurmt bei der rund 10 bis 15 Stunden langen Erzählung, dass sie zwar einen großen, internen Handlungsstrang fachgemäß aufklärt und auflöst, uns am Ende aber doch mit zu vielen offenen Fragen zurücklässt. Dadurch wirkt der Abschluss der Geschichte insgesamt ein wenig unbefriedigend, auch wenn man sich bis dahin zumindest gut unterhalten fühlt. Extras gibt es über den Spielabschluss hinaus praktisch keine. Man kann sich höchstens der Sammlung aller Pikachu-Szenen hingeben – also kurze, teils sehr amüsante Beobachtungen eures Pokémon-Partners, die sich im Spielverlauf jederzeit auslösen lassen und je nach aktuellem Aufenthaltsort auch mal zu besonderen Situationen führen können. Wer sich die Sammelei nicht antun möchte, kann alle verpassten Szenen notfalls auch mit der Meisterdetektiv-Pikachu-amiibo-Figur freischalten und sich so reichlich planlose Sucherei nach den letzten Auslösern für die Sequenzen sparen. Mehr amiibo-Untersützung bietet das 3DS-Adventure darüber hinaus nicht.

Steuerung:
Für filmische Abenteuer braucht es in der Regel kein allzu komplexes Kontrollschema und das gilt auch für Meisterdetektiv Pikachu. Tim wird ganz simpel mit dem Circle Pad durch die Gegend geführt, untersuchbare Objekte mit der A-Taste unter die Lupe genommen und per Touch-Kommando oder über andere, leicht erreichbare Tasten rufen wir die Hinweis-Liste, Tims Ermittlungsnotizen oder unseren gesprächigen Detektivspartner auf den Plan. Die Quick Time Events sind sogar noch eine ganze Spur simpler: Bei diesen kommt lediglich die A-Taste zum Einsatz – egal ob man nun einem Angriff ausweichen oder eine Kiste verschieben muss. Ganz ohne den berührungssensitiven Bildschirm kommt man allerdings nicht aus, denn die puzzleteilartigen Überlegungen werden stets mit dem Touchscreen an ihren richtigen Platz gezogen.

Grafik:
Für die Pokémon-Reihe eher ungewöhnlich versucht sich Meisterdetektiv Pikachu an einem westlichen 3D-Animationsstil, der jedoch keineswegs schlecht wirkt. Mal abgesehen davon, dass in actionreicheren Szenen leider ein wenig Dynamik vermisst wird und manche Details aufgrund mangelnder Kantenglättung etwas grobkörnig wirken, können sich die Charaktere und ihre Animationen insgesamt durchaus sehen lassen. Gerade die Albereien unseres Pikachu-Partners kommen sowohl in Sachen Mimik als auch Gestik einmalig rüber. Wer sich übrigens zumindest einen netten 3D-Tiefeneffekt erhofft, wird bitter enttäuscht: Das Adventure bietet schlichtweg kein stereoskopisches 3D – wohl auch, damit die Bildrate halbwegs stabil bleibt.

Sound:
Ryme City erklingt in durchaus entspannten Tönen, die zu einem in der Regel eher ruhigen Ermittler-Abenteuer bestens passen. Nur wenn es zur Sache geht – sei es figurativ bei den Überlegungen zum Fall oder wörtlich in Form von Quick Time Events –, dreht die Musik auf. Wirklich denkwürdig ist der Soundtrack unterm Strich trotzdem nicht. Ganz anders verhält es sich mit der englischen Sprachausgabe. Die Sprecher leisten hervorragende Arbeit und hauchen allen Charakteren gekonnt Leben ein. Gerade das von Kaiji Tang gesprochene Schnüffler-Pikachu überzeugt mit seinem Spagat aus ernsthaftem Ermittler-Freund und frechem Pokémon-Partner mit einem Hang zu kleineren Albernheiten. Und wer die Dialoge lieber mit den japanischen Original-Stimmen erleben möchte, wird hier ebenfalls bedient.

Fazit:
Mit Meisterdetektiv Pikachu versucht sich das Entwicklerteam von Creatures an einem filmischen Adventure, wie man es von Telltale und Konsorten kennt – und stellt sich dabei gar nicht mal schlecht an! Die episodisch wirkende Erzählung hält gut bei der Stange und konfrontiert euch in jedem Kapitel mit interessanten Fällen, von denen sich praktisch keiner wie liebloses Füllmaterial anfühlt. Dafür sorgen auch die vielfältigen Menschen und Pokémon, mit denen ihr euch im Laufe des Abenteuers unterhaltet. Von dem Detektiv-Pikachu, dessen Charakter ganz besonders in den jederzeit auslösbaren Extra-Szenen zur Geltung kommt, ganz zu schweigen. Der abgebrühte Nager ist uns direkt ans Herz gewachsen! Leider schwächelt das Spiel trotz aller Qualitätsmerkmale an diversen Punkten. So ist der Anspruch der Rätsel eher auf ein jüngeres Publikum abgestimmt und enstprechend gering, die Action-Szenen wirken schmerzhaft undynamisch und auch wenn ein Kern-Handlungsstrang am Ende durchaus abgeschlossen wird, bleiben nach Spielabschluss schlichtweg zu viele Fragen offen, um für ein durch und durch zufriedenstellendes Ende zu sorgen. Wenn ihr aber Lust auf ein lockeres Detektiv-Abenteuer mit einem coolen Sidekick habt, lohnt es sich nichtsdestotrotz, dieser Spur nachzugehen!

Kaffeesüchtig: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für Planet3DS.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Sympathisches Ermittler-Abenteuer mit liebenswürdigen Charakteren, aber leider auch markanten Schwächen.

Wertung

STORY:

7.0

RÄTSEL:

6.0

CHARME:

8.0
7
von 10

Klasse Charaktere…

…bei denen insbesonders Pikachu heraussticht

Abwechslungsreiche Schauplätze und Fälle

Erstklassige englische Vertonung

Angenehme Länge

Reichlich sammelbare Extra-Szenen

Lässt viele Fragen unbeantwortet

Ziemlich schlappe Action-Sequenzen

Kaum anspruchsvolle Rätsel

Wie werten wir?

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